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Grundwassernutzungen


Bohrungen und Erdaufschlüsse

Wasserrechtlich relevant sind alle Arbeiten, die so tief in den Boden eindringen, dass mit dem Antreffen von Grundwasser gerechnet werden muss.

Diese Arbeiten (z.B. Grundwassermessstellen, Erkundungsbohrungen, Baugrundsondierungen) sind mindestens 4 Wochen vor dem geplanten Beginn beim Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht anzuzeigen.

Grundwasserwärmepumpen und -kühlanlagen

Die Errichtung eines Brunnens und die Nutzung des geförderten Grundwassers durch eine Wärmepumpe oder Kühlanlage.

Die Errichtung von Förder- und Schluckbrunnen ist mindestens 4 Wochen vor der Ausführung dem Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht anzuzeigen.

Die Nutzung des Grundwassers mit einer Wärmepumpe- oder Kühlanlage wird von dieser Anzeige allerdings nicht abgedeckt. Hierfür ist eine wasserrechtliche Erlaubnis beim Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht zu beantragen.

Erdwärmesonden und -kollektoren

Nutzung der Erdwärme im Untergrund mit Berührung des Grundwassers.

Die Errichtung einer Erdwärmesonde oder -kollektors ist dem Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht vor Ausführung anzuzeigen. Inwieweit eine wasserrechtliche Erlaubnis für den Bau der Anlage notwendig ist bzw. ob das Vorhaben erlaubnisfähig ist, wird anhand dieser Bohranzeige entschieden.

Gartenbrunnen

Zur Gartenbewässerung kann statt Trinkwasser aus der Wasserleitung auch Regenwasser genutzt werden, das in einem geeigneten Sammelgefäß aufgefangen wird oder Grundwasser, das mit einem Brunnen (z.B. Schlagbrunnen) gewonnen wird.

Bei Nutzung eines Grundwasserbrunnens zur Gartenbewässerung ist zu beachten, dass das Wasser aus dem ersten Grundwasserstockwerk sowohl mikrobiologische als auch chemische Verunreinigungen aufweisen kann und daher keineswegs als Trinkwasser benutzt werden sollte. Darüber hinaus darf das Brunnenwasser auch nicht verwendet werden zur Zubereitung von Speisen und Getränken, zur Reinigung von Gegenständen die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (z.B. Geschirr) und zur Reinigung von Gegenständen die dauerhaft mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen (z.B. Kleidung).

Um eine versehentliche Benutzung des Grundwassers als Trinkwasser zu verhindern, ist der Brunnen mit einer gut sichtbaren Beschilderung "Kein Trinkwasser" zu versehen und vor dem unsachgemäßen Zugriff, insbesondere durch Kinder, zu sichern.

Die Errichtung eines Gartenbrunnens und auch die Nutzung des Grundwassers zur Gartenbewässerung benötigt keine Genehmigung, wenn

  • das geförderte Wasser ausschließlich zur Bewässerung des eigenen Gartens genutzt wird,
  • nur das erste Grundwasserstockwerk erschlossen wird, also oberflächennahes Grundwasser genutzt wird und
  • die Entnahmemenge einen Höchstwert von drei Litern pro Sekunde nicht überschreitet.

Wenn diese Bedingungen eingehalten werden, dann ist die geplante Errichtung des Brunnens dem Referat für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht mindestens 4 Wochen vor Ausführung anzuzeigen.