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Überschwemmungsgebiete


Überschwemmungsgebiet Würm  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Kartenausschnitt: Überschwemmungsgebiet Würm

Allgemeines

Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, aktiv vorzusorgen, um Hochwasserschäden zu minimieren. Eine Voraussetzung dafür ist, die Gebiete zu ermitteln, die bei einem Hochwasser, das statistisch gesehen einmal in hundert Jahren auftritt (HQ 100), voraussichtlich überschwemmt werden.

Da es sich beim Bemessungshochwasser HQ 100 um einen statistischen Wert handelt, kann dieser Abfluss innerhalb von hundert Jahren jedoch auch mehrfach auftreten. Das Bayerische Wassergesetz verpflichtet die Wasserwirtschaftsämter, diese Überschwemmungsgebiete in Bayern zu ermitteln und zu kartieren.

Auf dem Stadtgebiet hat das Wasserwirtschaftsamt München für die Würm innerhalb der Stadtgrenzen und für den Hachinger Bach von der südlichen Stadtgrenze bis etwa 800 Meter bis zur Bahnbrücke in Perlach ein Überschwemmungsgebiet ermittelt und kartiert. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei den in den jeweiligen Plänen dargestellten Gebieten um eine Dokumentation und nicht um eine veränderbare Planung handelt.

Isar

Das Überschwemmungsgebiet an der Isar hat das Referat für Gesundheit und Umwelt mit der Bekanntmachung vom 20. Januar 2014 im Amtsblatt der Landeshauptstadt München vorläufig gesichert.

Würm

Für die Würm wurde die Überschwemmungsgebietsverordnung vom 16. Dezember 2009 mit Veröffentlichung im Amtsblatt der Landeshauptstadt München am 11. Januar 2010 bekanntgegeben und damit das Überschwemmungsgebiet förmlich festgesetzt.

Hachinger Bach

Für den Hachinger Bach wurde die Überschwemmungsgebietsverordnung mit Veröffentlichung im Amtsblatt der Landeshauptstadt München am 30. Januar 2017 bekanntgegeben und damit das Überschwemmungsgebiet förmlich festgesetzt.

Rechtliche Folgen

Sowohl in förmlich festgesetzten als auch in lediglich vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten gelten die Verbote und Ausnahmen des § 78 Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) (siehe § 78 Abs. 6 WHG) weitestgehend gleich.

Danach ist in diesen Gebieten untersagt:

  • die Ausweisung neuer Baugebiete
  • die Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen nach den §§ 30, 33, 34, und 35 des Baugesetzbuchs
  • die Errichtung von Mauern und ähnlichen Anlagen quer zur Fließrichtung bei Überschwemmungen
  • das Aufbringen und Ablagern von wassergefährdenden Stoffen auf dem Boden, es sei denn, die Stoffe dürfen im Rahmen einer ordnungsgemäßen Land-und Forstwirtschaft eingesetzt werden
  • die nicht nur kurzfristige Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern oder die fortgeschwemmt werden können
  • das Erhöhen und Vertiefen der Erdoberfläche
  • das Anlegen von Baum- und Strauchpflanzungen, soweit diese den Zielen des vorbeugenden Hochwasserschutzes entgegenstehen
  • die Umwandlung von Grünland in Ackerland
  • die Umwandlung von Auwald in eine andere Nutzungsart

Die Verbote gelten nicht für Maßnahmen des Gewässerausbaus, des Baus von Deichen und Dämmen, der Gewässerunterhaltung, des Hochwasserschutzes sowie für Handlungen, die für den Betrieb von zugelassenen Anlagen oder im Rahmen zugelassener Gewässerbenutzungen erforderlich sind.

Die Errichtung und Erweiterung einer baulichen Anlage kann vom Referat für Gesundheit und Umwelt, als zuständige Behörde, abweichend vom vorgenannten Verbot genehmigt werden, wenn im Einzelfall:

  • das Vorhaben die Hochwasserrückhaltung nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt und der Verlust von verloren gehenden Rückhalteraum zeitgleich ausgeglichen wird
  • der Wasserstand und der Abfluss bei Hochwasser nicht nachteilig verändert
  • der bestehende Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt und hochwasserangepasst ausgeführt wird
  • oder die nachteiligen Auswirkungen durch Nebenbestimmungen ausgeglichen werden können

Die Ausnahmegenehmigung ist zusätzlich zu einer eventuell erforderlichen Baugenehmigung notwendig. Für die weiteren untersagten Vorhaben können ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmegenehmigungen beantragt werden.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Gesundheit und Umwelt
SG Wasserrecht

Bayerstraße 28a
80335 München