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Umgang mit wassergefährdenden Stoffen


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Allgemeine Informationen

Schwach wassergefährdend, wassergefährdend, stark wassergefährdend: Um einzustufen, wie gefährlich einzelne Stoffe für Mensch und Umwelt sind, legt das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Deutschland drei sogenannten Wassergefährdungsklassen (WGK 1-3) fest. Doch wie sind diese Stoffe zu lagern? Welche Gefährdung sie bedeuten, hängt entscheidend davon ab, welche Menge wie untergebracht ist.

Daher teilt die Bayerische Anlagenverordnung (VAwS) Anlagen, in denen sie gelagert sind (Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) in vier Gefahrenstufen (A-D) ein, für die neben der Gefährdungsklasse des dort gelagerten Stoffes auch die Lagermenge maßgebend ist. Je nach Gefahrenstufe gelten für diese Anlagen unterschiedlich strenge Vorschriften.

Weitere Anforderungen können sich aus den gesetzlichen Vorschriften über Immissionsschutz, Baurecht oder Gewerberecht im Hinblick auf Brand-, Explosions- oder Störfälle ergeben. Für Lagerungen leicht brennbarer Stoffe (wie Benzin) ist beispielsweise eine Erlaubnis nach der Betriebssicherheitsverordnung erforderlich, für die das staatliche Gewerbeaufsichtsamt zuständig ist.

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

Bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen, ist zur Gefahrenabwehr unverzüglich die Feuerwehr oder die Polizei zu informieren. Die Feuerwehr trifft Sofortmaßnahmen, um den Schaden zu begrenzen. Aufgabe des Referats für Gesundheit und Umwelt, Sachgebiet Wasserrecht ist es dann, nach Unfällen in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt München durch geeignete Sanierungsmaßnahmen dafür zu sorgen, dass Böden und Gewässer möglichst unbelastet bleiben beziehungsweise wieder gereinigt werden.

Wassergefährdende Stoffe in München

In München sind zirka 15.000 Lagerungen wassergefährdender Stoffe gemeldet. Zum Großteil sind dies private Heizöllagerungen. Im gewerblichen Bereich gehören die öffentlichen Tankstellen dazu, aber auch Eigenverbrauchstankstellen und Anlagen mit anderen wassergefährdenden Stoffen in Industriebetrieben. Eine deutliche Verdichtung von Lagerstätten mit wassergefährdenden Stoffen im Münchner Stadtgebiet ist in Gewerbe- und Industriegebieten zu erkennen, wobei sich die Betriebsstandorte am Schienennetz der Deutschen Bahn sowie an stark befahrenen oder wichtigen Straßen konzentrieren. Insbesondere in den Überschwemmungsgebieten der Würm und des Hachinger Bachs sind geeignete Behälter für die Lagerung wassergefährdender Stoffe erforderlich.

Betreiber-, Anzeige- und Prüfpflichten bei Anlagen für wassergefährdende Stoffe

Ob Einfamilienhaus oder Wohnanlagen: Oft sichern Öltank und –brenner die Heizung und die Warmwasserversorgung. An den nötigen Einrichtungen für den wassergefährdenden Stoff Heizöl wird im Detail deutlich, welche Betreiberpflichten damit verbunden sind.

Anzeigepflichtig nach den Wassergesetzen sind grundsätzlich alle unterirdischen Lagerungen mit wassergefährdenden Stoffen sowie oberirdische Anlagen mit der Gefährdungsstufe B, C und D nach der Bayerischen Anlagenverordnung (VAwS). Diese sind:

  • Anlagen für Stoffe der Wassergefährdungsklasse 3 (WGK 3) mit mehr als 0,1 Kubikmeter Volumen
  • Anlagen für Stoffe in WGK 2 mit mehr als 1 Kubikmeter Volumen
  • Anlagen für Stoffe in WGK 1 mit mehr als 100 Kubikmeter Volumen.

Heizöl fällt zum Beispiel in die Wassergefährdungsklasse 2, Benzin und Altöl dagegen in die nächst höhere Wassergefährdungsklasse 3.

Für das Aufstellen und Einlagern von Behältern zum Lagern wassergefährdender Stoffe mit mehr als 10.000 Litern (10 Kubikmetern) Volumen ist grundsätzlich eine Baugenehmigung erforderlich.

Darüber hinaus besteht eine Prüfpflicht, die alle unterirdischen Anlagen unabhängig von ihren Fassungsvolumen betrifft, sowie alle oberirdischen Anlagen ab der Gefährdungsstufe C. Bei oberirdischen Heizöllagerungen gilt die Prüfpflicht bei Anlagen mit einem Volumen von mehr als 10.000 Litern. Prüfpflichtige Anlagen müssen vor Inbetriebnahme, nach einer wesentlichen Änderung sowie alle fünf Jahre und auch bei der Anlagenstilllegung von einem amtlich anerkannten Sachverständigen geprüft werden. Im Wasserschutzgebiet München-Trudering gelten erhöhte Anforderungen. Dort sind die unterirdischen Lagerungen alle zweieinhalb Jahre und die oberirdischen Heizöllagerungen bereits ab einem Volumen von 1.000 Litern alle fünf Jahre zu prüfen.

Weitere Informationen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen