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Archäologische Kartierung der Münchner Altstadt


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Ein Service für Bauherren und Planer

Die gesamte Münchner Altstadt ist - in ihren baulichen Grenzen bis um 1800 - im Bayerischen Denkmal-Atlas als Bodendenkmal verzeichnet. Um das denkmalrechtliche Erlaubnisverfahren zu beschleunigen und Planungssicherheit für Bauherren zu schaffen, lässt die Stadt München einen archäologischen Stadtkataster erstellen.

Dadurch ergeben sich auch wertvolle neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte.

72 Prozent der Altstadt bereits untersucht

Seit 2001 lässt die Untere Denkmalschutzbehörde die Kartierung von einem Mittelalter-Archäologen erstellen. Bis Januar 2015 wurden 666 der 920 innerstädtischen Flurstücke untersucht - das sind 72 Prozent der gesamten Altstadt. Bisher untersucht wurden der Altstadtkern, das Hackenviertel sowie große Teile des Anger- und Graggenauer Viertels. Bis 2020 folgen die restlichen Bereiche. Derzeit werden die Flurstücke am Oberanger, am Rossmarkt und am Unteren Anger geprüft - mit Hilfe von aktuellen und historischen Planunterlagen, Ergebnissen von Baugrund-Untersuchungen und der Auswertung früherer Grabungen.

Der archäologische Kataster

In einem archäologischen Kataster werden positive und negative Flächen ausgewiesen. Positiv (rot) werden Flächen gekennzeichnet, in denen mit erhaltenen älteren Kulturschichten und Siedlungsspuren zu rechnen ist. Negativ (grün) werden Flächen gekennzeichnet, in denen die Kulturschichten durch tiefgreifende Baumaßnahmen vollkommen zerstört wurden, etwa durch Tiefgaragen, mehrstöckige Unterkellerungen oder größere Versorgungstrassen. Positiv kartierte Flächen können parzellengenau dargestellt, relevante Untersuchungsareale in Fläche und Tiefe ausgewiesen werden. In der Münchner Altstadt wurden von den bisher geprüften Flurstücken 54 Prozent negativ kartiert.

Eine wichtige Serviceleistung

Der Kataster ist eine wichtige Serviceleistung für Bauherrinnen und Bauherren, Planerinnen und Planer. Denn er hilft, Verzögerungen durch überraschend auftretende archäologische Funde zu vermeiden. Gleichwohl ist ein denkmalrechtliches Erlaubnisverfahren mit detaillierter Fachprüfung in allen Bereichen der Altstadt erforderlich - egal, ob es sich um ein privates, kommunales oder staatliches Bauvorhaben handelt, und ob die jeweilige Fläche positiv oder negativ kartiert ist. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 089 233-23283 oder unter der E-Mail-Adresse
plan.ha4-denkmal-werbung@muenchen.de.

Die Vorteile des Katasters im Überblick

  • Für Planungsbüros, Bauherrinnen und Bauherren: keine Verzögerungen bei Baumaßnahmen durch überraschend auftretende archäologische Funde; frühzeitige Planungs-, Termin- und Kostensicherheit
  • Für die Untere Denkmalschutzbehörde: erhebliche Beschleunigung des denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahrens
  • Für Versorgungsunternehmen: Planungs-, Termin- und Kostensicherheit beim Ausbau des Fernwärme- und Kanalnetzes
  • Für alle: neue wertvolle Erkenntnisse zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Siedlungsgeschichte Münchens

Beispiele für bedeutsame Funde

Vor dem Jahr 2000 gab es bei Bodeneingriffen nur wenige archäologische Untersuchungen. So wurden weite Teile der unterirdischen Stadtgeschichte unerkannt vernichtet. In den letzten Jahren brachten Untersuchungen jedoch zahlreiche interessante Funde zu Tage, so zum Beispiel:

  • Westenrieder Straße 10/12: Reste der Münchner Stadtmauer unter Kriegsschutt
  • Färbergraben: mittelalterliche Versuchsöfen einer Stofffärberei des Mangmeisters Hanns Spät (um 1480)
  • Schrammerstraße: Latrine aus dem 13. Jahrhundert
  • Marienhof: vielfältige Funde - die Grabungen sind weiter unten auf dieser Seite dokumentiert.
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Rot: Mit erhaltenen älteren Kulturschichten und Siedlungsspuren ist zu rechnen.

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
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