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Archäologie in der Münchner Altstadt


Ausgrabungen am Marienhof

Die Archäologische Staatssammlung, "Projekt Stadtarchäologie", stellt erstmals Funde aus den Ausgrabungen am Marienhof in Münchner Schaufenstern aus.

  • 11. September bis 23. November 2017: Frische Fische! Der hölzerne Fischkasten, Ende 13. Jahrhundert, ist im Schaufenster des MVG-Kundencenters im Zwischengeschoss des Marienplatzes zu bewundern.
  • 19. September bis 9. Oktober 2017: Neue Schuhe! Drei Lederschuhe aus dem 12. Jahrhundert sind im Schaufenster des Schuhhauses Tretter, Weinstraße 9, zu besichtigen.
  • Laufend: Die Präsentation "3 aus 45.000" im Pavillon der Deutschen Bahn zur zweiten Stammstrecke am Marienhof ist bis zum Ende der Bauarbeiten zu besichtigen.
  • 28. November 2017, 19.30 Uhr: Die Ausgrabungen am Marienhof 2011/12: Schaufenster in Münchens Vergangenheit - Vortrag von Dr. Christian Behrer, Büro für Denkmalpflege, Regensburg, im Saal des Münchner Stadtmuseums
  • ab 29. November 2017: Ausstellung der Funde vom Marienhof im Münchner Stadtmuseum, Sankt-Jakobs-Platz 1, Foyer 2. Stock
Positiv-Negativ-Kartierung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Archäologische Kartierung: Ein Service für Bauherren und Planer

Die gesamte Münchner Altstadt ist - in ihren baulichen Grenzen bis um 1800 - im Bayerischen Denkmal-Atlas als Bodendenkmal verzeichnet. Um das denkmalrechtliche Erlaubnisverfahren zu beschleunigen und Planungssicherheit für Bauherren zu schaffen, lässt die Stadt München einen archäologischen Stadtkataster erstellen.

Dadurch ergeben sich auch wertvolle neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte.

84 Prozent der Altstadt bereits untersucht

Seit 2001 lässt die Untere Denkmalschutzbehörde die Kartierung von einem Mittelalter-Archäologen erstellen. Bis Herbst 2017 wurden 774 der 920 innerstädtischen Flurstücke untersucht - das sind 84 Prozent der gesamten Altstadt. Bisher untersucht wurden der Altstadtkern, das Hacken- und Angerviertel sowie Teile des Graggenauer Viertels. Bis 2020 folgen die restlichen Bereiche. Derzeit werden die Flurstücke im Kreuzviertel nördlich der Maxburgstraße und Löwengrube geprüft - mit Hilfe von aktuellen und historischen Planunterlagen, Ergebnissen von Baugrund-Untersuchungen und der Auswertung früherer Grabungen.

Der archäologische Kataster

In einem archäologischen Kataster werden positive und negative Flächen ausgewiesen.Rot (positiv) werden Flächen gekennzeichnet, in denen mit erhaltenen älteren Kulturschichten und Siedlungsspuren zu rechnen ist. Dunkelgrün werden alle Flächen ausgewiesen, in denen unter der modernen Bebauung noch Schachtanlagen (Brunnen und Latrinen) erhalten blieben, die teilweise bis zu sechs Meter in den geologischen Untergrund reichen. Negativ (hellgrün) werden Flächen gekennzeichnet, in denen sowohl die Kulturschichten als auch Schachtanlagen durch tiefgreifende Baumaßnahmen vollkommen zerstört wurden, etwa durch Tiefgaragen, mehrstöckige Unterkellerungen oder größere Versorgungstrassen. Positiv kartierte Flächen können parzellengenau dargestellt, relevante Untersuchungsareale in Fläche und Tiefe ausgewiesen werden. In der Münchner Altstadt wurden von den bisher geprüften Flurstücken 54 Prozent negativ kartiert.

Eine wichtige Serviceleistung

Der Kataster ist eine wichtige Serviceleistung für Bauherrinnen und Bauherren, Planerinnen und Planer. Denn er hilft, Verzögerungen durch überraschend auftretende archäologische Funde zu vermeiden. Gleichwohl ist ein denkmalrechtliches Erlaubnisverfahren mit detaillierter Fachprüfung in allen Bereichen der Altstadt erforderlich - gleich, ob es sich um ein privates, kommunales oder staatliches Bauvorhaben handelt, und ob die jeweilige Fläche positiv oder negativ kartiert ist. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 089 233-23283 oder unter der E-Mail-Adresse
plan.ha4-denkmal-werbung@muenchen.de.

Die Vorteile des Katasters im Überblick

  • Für Planungsbüros, Bauherrinnen und Bauherren: keine Verzögerungen bei Baumaßnahmen durch überraschend auftretende archäologische Funde; frühzeitige Planungs-, Termin- und Kostensicherheit
  • Für die Untere Denkmalschutzbehörde: erhebliche Beschleunigung des denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahrens
  • Für Versorgungsunternehmen: Planungs-, Termin- und Kostensicherheit beim Ausbau des Fernwärme- und Kanalnetzes
  • Für alle: neue wertvolle Erkenntnisse zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Siedlungsgeschichte Münchens

Beispiele für bedeutsame Funde

Vor dem Jahr 2000 gab es bei Bodeneingriffen nur wenige archäologische Untersuchungen. So wurden weite Teile der unterirdischen Stadtgeschichte unerkannt vernichtet. In den letzten Jahren brachten Untersuchungen jedoch zahlreiche interessante Funde zu Tage, so zum Beispiel:

  • Westenrieder Straße 10/12: Reste der Münchner Stadtmauer unter Kriegsschutt
  • Färbergraben: mittelalterliche Versuchsöfen einer Stofffärberei des Mangmeisters Hanns Spät (um 1480)
  • Schrammerstraße: Latrine aus dem 13. Jahrhundert
  • Marienhof: vielfältige Funde - die Grabungen sind oben auf dieser Seite dokumentiert.
  • Residenz: Grab aus der späten Bronzezeit (1350 - 1200 v. Chr.)
  • Weinstraße 6: Latrine der Fremdenherberge und Gaststätte des Wolfgang Wenig von 1521
  • Maximilianstraße 6-8: Stadtmauer aus der Zeit um 1300 mit vorgelagerter Zwingermauer des späten 15. Jahrhunderts
Positiv-Negativ-Kartierung Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Rot: Mit erhaltenen älteren Kulturschichten und Siedlungsspuren ist zu rechnen.

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Denkmalschutz und Werbeanlagen - Technik

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