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Feuerwehrzufahrten


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Zugänge, Zufahrten und Aufstellflächen für die Feuerwehr

Bei Gebäuden wird besonderes Gewicht auf die Brandbekämpfung und die Rettung von Menschen gelegt. Daher schreibt die Bayerische Bauordnung vor, dass immer mindestens zwei von einander unabhängige Rettungswege vorhanden sein müssen. Einer davon kann eine Stelle sein, die von der Feuerwehr erreicht wird.

Rettungswege

Jede Nutzungseinheit wie Wohnung, Praxis oder ähnliches muss über zwei, von einander unabhängige Rettungswege verfügen, damit bei Ausfall eines Rettungsweges die Rettung noch über den zweiten erfolgen kann.
Der erste Rettungsweg erfolgt grundsätzlich über den notwendigen Treppenraum. Der zweite kann eine weitere notwendige Treppe oder eine für die Rettungsgeräte der Feuerwehr erreichbare Stelle sein.

Brüstungshöhe bis 8 m über Gelände

Liegt die Oberkante der Brüstung der zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen bis zu 8,00 m über der Geländeoberfläche, setzt die Feuerwehr in der Regel tragbare Leitern ein. Hier genügen möglichst gerade verlaufende Zugänge für den Transport der Leiter. Um den Zeitaufwand in vertretbaren Grenzen zu halten, darf der Transportweg für die Leitern 50 m nicht überschreiten (gemessen von der öffentlichen Verkehrsfläche, von einer vorgesehenen Feuerwehrzufahrt oder einer Bewegungsfläche für Feuerwehrfahrzeuge).
Die gleiche Entfernung ist auch für die Gebäudezugänge anzusetzen, da sonst kein rechtzeitiger Löschangriff möglich wird und auch notwendige Rettungsmaßnahmen über die Treppenräume verzögert werden.

Brüstungshöhe über 8 m über Gelände

Bei Gebäuden, bei denen der Fußboden des obersten, möglichen Aufenthaltsraumes höchstens 22 m über dem Gelände liegt, setzt die Feuerwehr Hubrettungsfahrzeuge (Drehleitern) ein. Für diese sind besondere Zufahrtswege und Aufstellflächen erforderlich.

Wie diese Zufahrtswege und Aufstellflächen auszubilden sind, ist den „Richtlinien über Flächen für die Feuerwehr“ zu entnehmen (veröffentlicht im Allg. Ministerialblatt Nr. 25/1998)
Weitere Details sind in der DIN 14090 geregelt.
Die dort festgelegten Maße sind zwingend einzuhalten, da die Normung und Herstellung der Drehleitern hierauf zurückgreift.

Hinweis zu Feuerwehraufstellflächen auf öffentlichem Grund:

Liegen die Feuerwehraufstellflächen auf öffentlichem Verkehrsgrund, sind in der Eingabeplanung die dort vorhandenen Kfz- Stellplätze, Oberleitungen, Straßenbegrünung, etc. darzustellen. Die Darstellung der betroffenen öffentlichen Fläche kann auch anhand einer Fotodokumentation erfolgen. Sind Feuerwehraufstellflächen auf öffentlichem Grund vorgesehen, ist sicherzustellen, dass diese dort dauerhaft und uneingeschränkt nutzbar sind. Das bedeutet, sie liegen nicht im Bereich von öffentlichen Parkzonen und die Anleiterbarkeit wird nicht durch Bäume, einer Straßenrandbegrünung, Oberleitungen oder Ähnlichem behindert. Der öffentliche Gehweg ist auch bei ausreichender Breite in der Regel nicht als Feuerwehraufstellfläche zulässig, da vom Baureferat  - Straßenbau nicht verbindlich zugesichert werden kann, den Bereich dauerhaft von Einbauten wie Schaltkästen, Fahrradabstellanlagen oder dergleichen freizuhalten.

Sofern die uneingeschränkte Nutzung der Feuerwehraufstellflächen auf öffentlichem Grund nicht möglich ist, müssen diese auf privatem Grund liegen oder der 2. Rettungsweg ist anderweitig nachzuweisen.

Ob eine Feuerwehraufstellfläche auf öffentlichem Grund möglich ist, muss eigenverantwortlich von der Entwurfsverfasserin oder dem Entwurfsverfasser im Vorfeld des BSN bzw. des Bauantrags geklärt werden. Unter Umständen sind Umplanungen notwendig.

Hochhäuser, Sonderbauten

Liegt der Fußboden des obersten Aufenthaltsraumes über 22 m über dem Gelände, gelten die besonderen Vorschriften für Hochhäuser. Für Sonderbauten können weitergehende Anforderungen gestellt werden.

Kennzeichnung und Siegelung der Zufahrt

Grundstückseinfahrten, die auch für die Feuerwehr erforderlich sind, müssen ordnungsgemäß gekennzeichnet werden.

Die Schilder (DIN 4066 - weißer Grund, rote Umrandung, schwarze Aufschrift „Feuerwehrzufahrt“, Größe 594 mm x 210 mm) sind rechts neben den Zufahrten an den Grundstücksgrenzen in einer Höhe von 2,2 m Unterkante bis 2,5 m Oberkante anzubringen.
Die Schilder müssen amtlich gekennzeichnet werden. Erst die Siegelung machen die Schilder zu Verkehrszeichen. Dadurch wird den Verkehrsteilnehmern das Halten und Parken in und vor den Feuerwehrzufahrten gemäß § 12 STVO untersagt.
Siegeln kann die Branddirektion aber nur dann, wenn die Feuerwehrzufahrt in allen Teilen ordnungsgemäß angelegt wurde.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Servicezentrum

Blumenstraße 19
80331 München

Fax:
089 233-22790