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Spielplätze auf privatem Grund


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Spielplätze, die genügend Platz zum Klettern, Toben, Rutschen oder Schwingen bieten, sind für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern ein wesentlicher Baustein. Beim Spielen trainieren Kinder Motorik, Gleichgewichtssinn, Koordination und Sozialverhalten. Ein Kinderspielbereich, integriert in eine ansprechend gestaltete Freifläche bietet Aufenthaltsqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Damit kann ein generationenübergreifender Treffpunkt geschaffen werden. Die wichtigsten baurechtlichen Grundlagen und einige Gestaltungshinweise, die bei der Planung von Kinderspielplätzen auf privatem Grund wichtig sind, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wann muss ein Spielplatz errichtet werden?

Die Bayerische Bauordnung (BayBO) schreibt vor, dass bei  Wohngebäuden mit mehr als drei  Wohnungen ein Kinderspielplatz mit Spielgeräten auf dem Grundstück oder in unmittelbarer Nähe errichtet werden muss. Auch bei bestehenden Gebäuden kann die Bauaufsichtsbehörde die Herstellung eines Kinderspielplatzes fordern. Die Lokalbaukommission als zuständige Bauaufsichtsbehörde für die Stadt München fordert dies in der Regel dann, wenn zum Beispiel durch einen nachträglichen Dachgeschossausbau zusätzliche Wohnungen geschaffen werden. Hat jede Wohnung einen eigenen Gartenanteil, wie bei einer Reihenhausanlage, kann auf einen gemeinsamen Kinderspielplatz verzichtet werden.
Wohnen aktuell keine Familien im Haus, ist trotzdem ein Kinderspielplatz anzulegen und zu pflegen. Nur wenn bereits ein Spielplatz zur Verfügung steht, ist ein Haus attraktiv für wohnungssuchende Familien und Paare, die eine Familie gründen möchten.

Wie groß muss ein Kinderspielplatz sein?

Die Mindestgröße eines Kinderspielplatzes richtet sich nach der Gesamtwohnfläche. Je 25 m²  Wohnfläche sind mindestens 1,5 m² Spielplatzfläche herzustellen. Dabei darf eine Mindestgröße von 60 m² nicht unterschritten werden.

Welche Mindestausstattung muss ein Kinderspielplatz haben?

Zu einem Spielplatz mit 60 m² gehört mindestens ein Spielsandbereich mit
4 m², ein fest installiertes Spielgerät und eine Sitzbank. Je größer der Spielplatz, desto mehr Bedarf gibt es an Sandfläche, Spielgeräten und Sitzbänken.

Was sollte bei der Planung eines Kinderspielplatzes beachtet werden?
Lage des Spielplatzes

Der Kinderspielplatz muss gefahrlos und nach Möglichkeit barrierefrei erreichbar sein. Der  Weg zwischen Wohnungen und Spielplatz darf nicht über öffentliche Verkehrswege führen. Er soll in einem ruhigen, vom Verkehr abgewandten zentralen Bereich liegen, möglichst nicht im Vorgarten. Es wird empfohlen, zu Mülltonnen, Abluftöffnungen und sonstigen Schächten einer Tiefgarage einen Abstand von mindestens 4 m einzuhalten. Der Spielplatz soll von möglichst vielen Wohnungen aus einsehbar sein, damit ältere Kinder alleine, aber im Blickfeld der Eltern spielen können.

Spielgerät  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Kriterien für Spielgeräte:

sie sind für Kinder bis fünf Jahre geeignet, es werden möglichst viele unterschiedliche Spielgeräte angeboten: zum Schwingen, Schaukeln, Wippen oder Klettern, im Sicherheitsbereich von Spielgeräten, z.B. unter Schaukeln, befindet sich ein ausreichender Fallschutz, die Spielgeräte bestehen aus langlebigen Materialien,
Kontaktflächen aus Stahl sind nur bedingt geeignet, da sie sich im Sommer stark aufheizen und im Winter stark abkühlen. Rutschflächen von Metallrutschen dürfen daher nicht nach Süden ausgerichtet sein.
Holzdecks sollten wegen der Splittergefahr vermieden werden, TÜV-Prüfsiegel oder das CS-Zeichen bürgen für Qualität. 

Eine gute Planung der Außenanlagen berücksichtigt zudem folgendes:

der Spielplatz ist in die Gesamtaußenanlage räumlich integriert, Bäume und Sträucher spenden Schatten, Hecken in Labyrinth-Form laden zum Spielen ein, Giftpflanzen wie zum Beispiel Pfaffenhütchen, Seidelbast, Stechpalme oder Goldregen befinden sich nicht im Bereich des Spielplatzes, es gibt Hügel, Nischen und eine Rasenfläche für freies Spiel, es werden Sonnen- und Schattenbereiche angeboten, es stehen ausreichend Sitzgelegenheiten und Abfallbehälter bereit, Zäune um einen behüteten Bereich haben keine Spitzen oder sonstige Verletzungsrisiken.

Instandhaltung und Pflege

Kinderspielplätze müssen instand gehalten werden, damit sie dauerhaft und ohne Gefahr benutzbar sind. Die Geräte sind regelmäßig zu prüfen und zu warten. Spielsand muss immer wieder gereinigt oder ausgewechselt werden. Empfohlen wir der Turnus, der bei öffentlichen Spielplätzen angewandt wird:

  • Reinigung / Austausch von Sand:
    jährlicher Austausch des Spielsandes,
     
  • Austausch von Fallschutzsand
    unter Spielgeräten alle fünf Jahre,
  • oberflächliche Reinigung des Sandes mit einem Rechen
    je nach Verschmutzungsgrad täglich bis mehrmals wöchentlich.
     
  • Sicherheitskontrollen an den Spielgeräten:
    wöchentlich eine Sicht- und Funktionskontrolle,
    monatlich eine Verschleißkontrolle
    jährlich eine Hauptinspektion.

Rechtsgrundlagen

Art. 3 Abs. 1 BayBO
Art. 7 Abs. 2 BayBO
§ 5 der Gestaltungs- und Begrünungssatzung in Verbindung mit der
DIN 18034 „Spielplätze und Freiräume zum Spielen“

Einzelne Spielgeräte und damit eine Vielfalt an Formen und Farben zu einem Spielbereich zu arrangieren, ist die Entwurfsleistung von Garten- und Landschaftsarchitekten. Auch wenn der Spielwert im Vordergrund steht, gute Spielplätze vermitteln eine gestalterische Unaufgeregtheit und machen sie damit zu einem Bestandteil der Freiflächengestaltung des gesamten Anwesens. Spielflächen sind schutzbedürftige Freiräume, die vom öffentlichen Straßenraum abgeschirmt sein müssen. Daraus entsteht Aufenthaltsqualität für alle Generationen. Direkte Blickbeziehungen aus Wohnräumen bzw. Balkonen erleichtern sowohl eine Beaufsichtigung durch die Eltern und ermöglichen zusätzlich eine Art Sozialkontrolle durch die Nachbarschaft.
Spielareale werden dann als natürlich empfunden und gerne genutzt, wenn sie qualitätvoll in die Gesamtkonzeption aller Freiflächen eingebunden sind. Dazu eignen sich abwechslungsreiche Bodenbeläge und Anpflanzungen die ein jahreszeitlich wechselndes Farbenspiel zeigen. Ein schattenspendender Laubbaum gehört in Nähe der Spielflächen immer dazu.
Die bloße Verteilung einzelner Spielelemente in einer Rasenfläche lädt nicht zum Spielen ein.
Ein Spielplatz ist so interessant zu gestalten, dass Kinder dort gern hingehen und mit Freude spielen.
Manche futuristisch anmutenden Spielgeräte in Edelstahl erwecken eher den Eindruck einer Kunstansammlung, als eines durchdachten und abwechslungsreichen Spielangebots. Ohne Schatten heizen sich Spielgeräte in Edelstahl im Sommer oft so auf, dass sie nicht benutzbar sind.
Die Qualität eines Spielplatzes zeigt sich auch darin, ob auch die Bedürfnisse von Eltern bzw. Personen, die die Kinder beim Spielen beaufsichtigen, berücksichtigt sind.
Schwächen bei der Wahl der Materialien sowie bei der Gestaltung von Sitzmöglichkeiten werden durch Erwachsene besonders deutlich wahrgenommen. Auch wirken solche Bereiche schnell ungepflegt. Dabei soll es ein einladender Ort für alle Generationen sein.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Servicezentrum

Blumenstraße 19
80331 München