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München und die Isar


Die innerstädtische Isar  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Rahmenplanung für den innerstädtischen Isarraum

Die Isar ist ein wesentliches Element der Münchner Stadtlandschaft. Nach der Renaturierung des südlichen Abschnitts hat die Stadt einen Rahmenplan für den innerstädtischen Bereich zwischen der Reichenbach- und Prinzregentenbrücke erstellen lassen. Dieser enthält Leitlinien, Handlungsfelder und Vorschläge für eine bessere Aufenthaltsqualität und andere Ziele.

In der Rahmenplanung wird ein besonderes Augenmerk auf die Promenaden, Brücken, Inseln sowie die Flächen um das Deutsche Museum und die Kirchen St. Lukas und St. Maximilian gelegt. Es gibt auch Vorschläge für mehr Zugänge zum Wasser, bessere Durchwegungen, den Schutz naturnaher Bereiche, für Gastronomie und temporäre Veranstaltungen. Erstellt haben den Plan die Büros für Landschafts- und Stadtplanung Mahl Gebhard Konzepte (München) und Yellow Z (Berlin).

Kurzfristig umsetzbar wäre - mit Rücksicht auf den Naturschutz - die behutsame Auslichtung des Gehölzunterwuchses zur Verbesserung der Sichtbeziehungen. Eine verkehrliche Untersuchung soll die Spielräume insbesondere für die Bereiche um die Ludwigsbrücke und die westliche Promenade an der großen Isar ausloten. Mittelfristig könnten neue Standorte für Gastronomie und Toiletten sowie Stufenanlagen und Flussbalkone am westlichen Ufer Gestalt annehmen. Die Umgestaltung von Freiflächen der Museumsinsel und eine durchgängige Wegeführung sind aufgrund der Masterplanung des Deutschen Museums erst längerfristig möglich.

Der innerstädtische Isarraum

In dem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt teilt sich der Fluss in die naturnahe Kleine Isar und die urbaner geprägte Große Isar. Der Bereich mit seinen Inseln, Wegen, Kaianlagen und Grünflächen ist belebt und beliebt, aber auch sehr sensibel. Ein behutsames Vorgehen ist deshalb nötig.

2012 hatte der Stadtrat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung mit der Rahmenplanung beauftragt. Als Einstieg fand im August 2013 ein Workshop im Alpinen Museum statt, der von der Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard (mahl gebhard konzepte Landschaftsarchitekten, München) und dem Architekten Professor Michael Koch (yellow z urbanism architecture, Berlin) geleitet wurde. Unterteilt in vier Arbeitsgruppen, diskutierten Stadträtinnen und Stadträte, Fachleute aus den Referaten und Behörden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksausschüsse, des Münchner Forums, der Urbanauten, des Gasteigs, der anliegenden Museen und Kirchengemeinden sowie von Umweltverbänden intensiv über Handlungsfelder und Maßnahmen für den innerstädtischen Isarraum.

Am 5. Februar 2014 wurden die Ergebnisse des Workshops im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung bekannt gegeben. Sie wurden weiter ausgearbeitet und bildeten die Grundlage für die Rahmenplanung für den innerstädtischen Isarraum, die der Stadtrat 2015 beschlossen hat.

Historie

Vom Wildfluss zur Begradigung

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war die Isar ein typisch alpiner Wildfluss mit ausgedehnten Kies- und Sandbänken und einem sich stetig verlagernden Flussbett. Die Schneeschmelze in den Bergen und starke Sommerregen ließen "die Reißende", wie sie die Kelten nannten, jedoch regelmäßig anschwellen und über die Ufer treten. Tieferliegende Stadtteile, wie die Isarvorstadt, das Lehel und die Au, wurden immer wieder überflutet. Deshalb wurde die Isar ab Mitte des 19. Jahrhunderts in München begradigt und in ein enges Korsett gezwängt: Sie bekam Deiche, ein 145 Meter breites Hochwasserbett, Ufermauern, Wehranlagen und einen Werkkanal zur Stromerzeugung. Der Bau des Sylvensteinspeichers 1959 brachte Nachteile für Flora und Fauna mit sich.

Der Isar-Plan

In den 1980er Jahren wurde der Ruf nach mehr Naturnähe laut. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung entwickelte daraufhin Perspektiven für die Zukunft der Münchner Isarlandschaft zwischen Großhesselohe und der nördlichen Stadtgrenze und stellte sie dem Stadtrat 1988 unter dem Begriff "Isar-Plan" vor. Im Zuge eines zu verbessernden Hochwasserschutzes sollte die gestaltende Kraft des Flusses stärker sichtbar gemacht sowie Erholungsmöglichkeiten, Ökologie, Naturnähe, Zugänglichkeit und Qualität des Wassers verbessert werden.
Für das Renaturierungsprojekt schlug der Stadtrat 1988 eine Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern vor. Seit 1995 kümmert sich eine Arbeitsgruppe aus den städtischen Referaten und dem staatlichen Wasserwirtschaftsamt München um den südlichen Isarabschnitt und das Renaturierungsprojekt. Alle Planungen und Entscheidungen wurden unter Einbindung der Bürgerschaft, Verbänden und politischen Gremien diskutiert und umgesetzt: Von 2000 bis 2011 wurde der acht Kilometer lange Isarabschnitt zwischen der Wehranlage Großhesselohe und der Corneliusbrücke aus seinem Korsett befreit, um

  • einen besseren Schutz vor Hochwasser,
  • mehr Naturnähe in der Flusslandschaft und
  • mehr Erholungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

Das kanalisierte Flussbett wurde aufgeweitet, die Ufer abgeflacht und naturnah umgestaltet. Die Bäume auf den Deichen blieben soweit wie möglich erhalten. Nach elf Jahren Bauzeit konnten die Ziele verwirklicht werden.

Der Isar-Plan war ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt des Freistaats Bayern und der Landeshauptstadt München. Die Gesamtkosten von 35 Millionen Euro trug zu 55 Prozent der Freistaat und zu 45 Prozent die Stadt.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-24219