Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Baumschutzmaßnahmen


Vermeiden Sie jeden unnötigen Eingriff in den schützenswerten Baumbestand!

Oft werden Beeinträchtigungen an Bäumen, die z.B. durch Wurzelverletzungen infolge von Bodenverdichtung und Abgrabung hervorgerufen werden, erst Jahre nach dem Eingriff sichtbar - zum Beispiel durch Absterben der Krone, kümmerlichen Austrieb oder vollständiges Absterben des Baumes.

Sind Eingriffe nicht zu vermeiden, so können baumerhaltende und schadensbegrenzende Maßnahmen auf der Grundlage der anerkannten Regeln der Technik angewandt werden.
Folgende Richtlinien sind hier maßgeblich: ZTV Baum (zu erwerben bei der "Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V."), RAS-LP 4 (zu erwerben beim "FGSV-Verlag"), DIN 18920 (zu erwerben beim "Beuth Verlag"). Wenden Sie sich dazu an eine anerkannte Fachfirma des Garten- und Landschaftsbaus.

Der vollständige und dauerhaft unversehrte Erhalt eines Baumes im ober- und unterirdischen Bereich ist in der Regel nur dann gewährleistet, wenn Eingriffe in einem Abstand von mindestens 1,5 Meter von der Kronentraufe durchgeführt werden.

Diese baumerhaltenden Maßnahmen werden bei einem Baugenehmigungsverfahren in den Genehmigungsbescheid als Auflage mit aufgenommen.

Wurzelvorhang  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Wurzelschutzmaßnahmen

Unter Wurzelschutz versteht man Maßnahmen zum Schutz des gesamten Wurzelbereiches.

Baumschutzzaun

Primärer Schutz ist durch den Baumschutzzaun gegeben, der in der Regel im Abstand von mindestens 1,5 Meter von der Kronentraufe aufzustellen ist. Kann dieser Abstand baubedingt nicht eingehalten werden, so ist mit Schäden im Wurzelbereich zu rechnen. Diese sind durch Schadensbegrenzungsmaßnahmen, wie z.B. Wurzelvorhang zu minimieren.
Der Schutzbereich innerhalb des Zaunes ist von jeglichem Lagern von Baumaterialien, Befahren und Abgrabungen etc. freizuhalten

Wurzelvorhang

Der Wurzelvorhang ist eine Maßnahme, um bei Abgrabungen im Wurzelbereich das Austrocknen, Beschädigen und Absterben der zu erhaltenden Wurzeln zu verhindern und die Neubildung von Wurzeln zu fördern. Er ist möglichst eine Vegetationsperiode vor Baubeginn herzustellen, damit er bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend durchwurzelt ist. Das Ausheben des Bodens in etwa 30 cm Abstand von der zukünftigen Baugrube muss in Handarbeit erfolgen. Entsprechend dem Wurzelverlust kann ein Kronenauslichtungsschnitt erforderlich sein. Der Wurzelvorhang ist so auszubilden, dass sämtliche eingebrachten Materialien nach Beendigung des Bauvorhabens im Erdreich verbleiben können.

Grundsätzlich ist alles daran zu setzen, Wurzeln unversehrt zu erhalten. Dies ist vor allem für die Wurzeln unbedingt erforderlich, die die langfristige Standsicherheit des Baumes gewährleisten müssen. Dies sind alle Wurzeln ab einem Durchmesser von 2 cm. Daher sind, abhängig von der Art und der Größe des Baumes, auch hier Mindestabstände einzuhalten.

Die fachgerechte Ausführung des Wurzelvorhangs sollte im Eigeninteresse nur durch eine anerkannte Fachfirma des Garten- und Landschaftsbaus vorgenommen werden.

Regelungen zu Arbeiten im Wurzelbereich und zur Behandlung von Wurzelschäden enthält die DIN 18920, in der auch auf zusätzliche Hinweise und grafische Darstellungen in der Richtlinie RAS-LP 4 verwiesen werden (siehe oben).

Auf der Internetseite der "Ständigen Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag"  können Sie die grundsätzlich erforderlichen Maßnahmen zum Thema Baumschutz und Bauen einsehen.

Schutz und Schadensbegrenzung im Kronenbereich

Auch hier gilt: Schadensbegrenzende Maßnahmen kommen nur in Frage, wenn der Schutz des Baumes nicht möglich ist (Vermeidung ist besser als Schadensbegrenzung!)

Wie bei den Wurzelschutzmaßnahmen ist auch der Schutz der Baumkrone durch einen Baumschutzzaun wichtig, der in der Regel im Abstand von mindestens 1,5 Meter von der Kronentraufe aufzustellen ist.
Kann dieser Abstand baukörper- oder bauablaufbedingt nicht eingehalten werden, so ist der Eingriff in die Krone auf der Grundlage der anerkannten Regeln der Technik (ZTV Baum [zu erwerben bei der "Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V."], RAS-LP 4 [zu erwerben beim "FGSV-Verlag"], DIN 18920 [zu erwerben beim "Beuth Verlag"]) vorzunehmen.
Und auch diese Eingriffe sollten nur durch anerkannte Fachfirma des Garten- und Landschaftsbaus vorgenommen werden.

Grundsätzlich gilt:
Sämtliche nachfolgend beschriebenen Maßnahmen sind als Sondermaßnahmen zu betrachten, die nur unter dem Gesichtspunkt des Konfliktes zwischen Baumaßnahme und Baumerhalt durchzuführen ist. Selbstverständlich stellen diese Maßnahmen, je nach Umfang, einen Eingriff in das Erscheinungsbild und die Lebenserwartung des Baumes dar. Deshalb sind Schnittmaßnahmen an alten Bäumen nur in begründeten Fällen zulässig. Sind Eingriffe unvermeidlich, sollten sie unter Berücksichtigung eines weitgehend arttypischen Habitus  (natürlichen Erscheinungsbild) und der Erfordernisse des Baumes erfolgen. Und auch diese Eingriffe sollten nur durch anerkannte Fachfirma des Garten- und Landschaftsbaus  vorgenommen werden.

Einkürzungen von Kronenteilen

Sind durch den Baukörper selber oder durch Baumaschinen (z.B. bei der Erstellung eines technischen Verbaus) unvermeidbare Schäden im Kronenbereich des Baumes zu erwarten, kann eine Einkürzung von einzelnen Kronenteilen sinnvoll und erforderlich sein. Der Umfang der möglichen Einkürzung ist insbesondere von der Baumart und vom Habitus (natürliches Erscheinungsbild) abhängig.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-25869
Postanschrift:

Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz
Blumenstr. 28b
80331 München

Öffnungszeiten:

Persönliche Beratung im Servicezentrum
Montag bis Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag 13.30 bis 16.00 Uhr

Telefonische Beratung
Montag bis Donnerstag 9.00 bis 16.00 Uhr
Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr