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Häufige Fragen (FAQ) zum Baumschutz


    Ersatzpflanzung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

    Muss ich für einen gefällten Baum einen Ersatzbaum pflanzen?

    Grundsätzlich ja, wenn nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde dafür ausreichend Platz besteht!

    Um auch langfristig den Baumbestand in München sichern zu können, wird eine Fällungsgenehmigung grundsätzlich mit der Auflage einer langfristig zu erhaltenden Ersatzpflanzung (standortgerechter Baum mit einem Mindeststammumfang von 18 bis 20 Zentimeter) erteilt. Wir empfehlen dabei grundsätzlich standortheimische Arten.

    Um später Probleme wie große Verschattung oder Beeinträchtigung von benachbarten Gehölzen zu vermeiden, raten wir Ihnen, sich schon bei Pflanzung des Ersatzbaumes eingehend mit seiner späteren Größe auseinanderzusetzen.

    Für Ersatzpflanzungen werden von der Unteren Naturschutzbehörde die Wuchsklassen I und II in Betracht gezogen. Die Art des standortgerechten Ersatzbaumes wählt der Antragsteller innerhalb der Wuchsklassen selbst. Die Untere Naturschutzbehörde gibt jedoch Empfehlungen für geeignete Baumarten ab. Ist nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde auf dem Grundstück in ausreichendem Maße Baum- und Gehölzbestand vorhanden, kann auch die Ersatzpflanzungsauflage hinsichtlich Anzahl oder Größe reduziert oder sogar darauf verzichtet werden.

    Was bedeuten Pflanzqualität und Wuchsklassen?

    Die Pflanzqualität bei Bäumen (zum Beispiel Stammumfang 18 bis 20 oder 20 bis 25 Zentimeter) beschreibt die Größe, in der der Baum gepflanzt werden soll.

    Die Wuchsklasse oder Wuchsordnung beschreibt dabei die Größe, die der ausgewachsene Baum erreichen kann:

    • Die Wuchsklasse I umfasst große Bäume, die größer als 20 Meter werden können.
    • Die Wuchsklasse II umfasst mittelgroße Bäume, die zwischen zehn und 20 Meter erreichen.

    Näheres über die verschiedenen Baumarten und ihre Zuordnung zu Wuchsklassen erfahren Sie in Kürze auf der Formularseite.

    Warum kann ich keinen Obstbaum als Ersatz pflanzen?

    Obstbäume können grundsätzlich nicht als Ersatzbäume anerkannt werden, da sie in der Regel eine wesentlich geringere Lebensdauer als Laub- und Nadelgehölze haben und vorrangig aus Ertragsgründen gepflanzt werden.

    Sinkt der Ertrag, sollen sie oftmals wieder entfernt werden. Sie haben außerdem ein vergleichsweise geringeres Kronenvolumen und dadurch nicht dieselbe Wohlfahrtswirkung wie Laub- und Nadelbäume. Die intensive wirtschaftliche Nutzung macht bei Obstbäumen Schnittmaßnahmen notwendig, die Lebensdauer und Aussehen nachhaltig beeinflussen.

    Was muss ich beachten, wenn ich meinen Baum „zuschneiden“ möchte?

    Grundsätzlich gilt: Genehmigungspflichtig sind Rückschnittmaßnahmen (Baumveränderung), wenn an geschützten Gehölzen Eingriffe vorgenommen werden, die das charakteristische Aussehen verändern (zum Beispiel starke Kronenreduzierung, Kappung, einseitige Aufastung), das weitere Wachstum behindern oder das Gehölz in seiner Gesundheit schädigen können.

    Genehmigungsfrei sind geringfügige Rückschnitte im Feinastbereich (Äste bis zu drei Zentimeter Durchmesser) bis maximal 15 Prozent des Gesamtkronenvolumens. In diesem Umfang dürfen Schnittmaßnahmen nur alle drei Jahre ohne Genehmigung wiederholt werden.

    Entnahme von Totholz ist im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers genehmigungsfrei.

    Äste oder Wurzeln vom Nachbarbaum ragen in mein Grundstück ...

    ... darf ich sie einfach abschneiden?

    Grundsätzlich gilt: Die Baumschutzverordnung gilt unabhängig von eventuell bestehenden nachbar­rechtlichen Ansprüchen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) beziehungsweise dessen Ausführungsgesetz (AGBGB).

    Äste von geschützten Bäumen, die über die Grundstücksgrenze ragen, darf man ohne baumschutzrechtliche Erlaubnis abschneiden, wenn diese Maßnahme nicht zu einer so genannten Baumveränderung führt. Erlaubnisfrei nach der Baumschutzverordnung sind Schnittmaßnahmen im Feinastbereich (Äste mit maximal drei Zentimeter Durchmesser) bis maximal 15 Prozent des Gesamtkronenvolumens in dreijährigem Abstand. Keinesfalls erlaubt ist ein einseitiges Aufasten des Nachbarbaumes, da dann die Statik des Baumes in Frage gestellt wäre!

    Wurzeln eines geschützten Baumes, die vom Nachbargrundstück her eingedrungen sind, darf der Eigentümer an der Grundstücksgrenze nicht einfach abschneiden, wenn dadurch der Baum in seiner Standsicherheit beeinträchtigt oder absehbar geschädigt wäre. Dies wäre ein Verstoß gegen die Baumschutzverordnung!

    Ihr Plattenbelag ist durch Wurzeldruck uneben geworden? Ein Mauerwerk wird durch Wurzeldruck schief gedrückt? Hier gibt es auch bauliche Möglichkeiten, trotz der vorhandenen Baumwurzeln wieder zu begradigen. Bitte erkundigen Sie sich bei entsprechenden Baufachfirmen.

    Unabhängig von den Inhalten der Baumschutzverordnung sind natürlich immer auch die privatrechtlichen Bestimmungen zu beachten, insbesondere im Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (AGBGB).

    Bitte beachten Sie: Die Untere Naturschutzbehörde vollzieht mit der Baumschutzverordnung öffentliches Recht und kann zum privaten Nachbarrecht keine verbindlichen Auskünfte geben.

    Welche Abstände zum Nachbarn müssen eingehalten werden?

    Nachbarrechtliche Abstandsvorschriften nach dem Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (AGBGB) gelten für Bäume, Sträucher und Hecken. Andere Pflanzen (zum Beispiel Sonnenblumen, Rittersporn) brauchen grundsätzlich keinen Grenzabstand einhalten.

    Der erforderliche Grenzabstand richtet sich nach der Höhe des Gehölzes. Ist es bis zu zwei Meter hoch, so beträgt der notwendige Abstand mindestens 50 Zentimeter von der Grenze. Ist es höher als zwei Meter oder soll es höher als zwei Meter werden, so muss es auch mindestens zwei Meter von der Grenze entfernt gepflanzt sein.

    Die Ansprüche unterliegen der Verjährungsfrist von fünf Jahren. Diese beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Verletzung der Abstandsvorschriften erkennbar war (vgl. AGBGB).

    Bitte beachten Sie: Die Untere Naturschutzbehörde vollzieht mit der Baumschutzverordnung nur öffentliches Recht und kann zum privaten Nachbarrecht keine verbindlichen Auskünfte geben.

    Wo erhalte ich eine Liste über anerkannte Fachfirmen ...

    ... für die Begutachtung von Bäumen und Informationen, welche Firmen meinen Baum fällen oder Schnittmaßnahmen vornehmen können?

    Informationen über anerkannte Fachfirmen erhalten Sie in der folgenden Linkliste:

    Was ist, wenn von meinem Baum eine unmittelbare Gefahr ausgeht?

    Wenn von Ihrem Baum eine unmittelbare, offensichtliche Gefahr ausgeht (zum Beispiel eine plötzliche Hebung des Wurzeltellers, die plötzliche Neigung des Baumes), handelt es sich um einen so genannten Gefahrenbaum. Auch von angebrochenen Starkästen kann eine erhebliche Gefahr ausgehen, die sofort beseitigt werden muss.

    Haben Sie vorher einen Antrag gestellt, so stellt die Fachgutachterin/der Fachgutachter der Unteren Naturschutzbehörde in der Regel vor Ort eine Bescheinigung aus, die Ihnen eine sofortige Maßnahme ermöglicht.

    Unabhängig von einem Antrag kann ein Gefahrenbaum jedoch auch ohne vorherige Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde gefällt oder stärkere Äste im Gefahrenfall entnommen werden. In diesen Fällen sind aussagekräftiges Fotomaterial (Gesamtansicht des Baumes, Foto von der Krone gegen den Himmel, Schadbild beziehungsweise Beeinträchtigung), eine schriftliche Bestätigung einer Fachfirma und eine sofortige Anzeige der Maßnahme bei der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich.

    Informationen über anerkannte Fachfirmen erhalten Sie in der Linkliste weiter oben.

    Insbesondere im Winter kommt es bei sehr starken Schneefällen oder Eisregen immer wieder zu Schneebruch bei Bäumen. Auch dann kann bei Vorliegen einer akuten Gefahr (Ausbruchgefahr eines großen Teiles der Krone, Abbruch dickerer Starkäste, plötzlicher Schrägstand) der Baum ganz oder die ausbruchgefährdeten Äste entfernt werden. Auch in diesem Falle sind aussagekräftiges Fotomaterial, eine schriftliche Bestätigung einer Fachfirma und eine sofortige Anzeige der Maßnahme bei der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich.

    Die Untere Naturschutzbehörde prüft bei Gefahrenbaumfällungen nur noch die Möglichkeit einer Ersatzpflanzung auf dem Grundstück.

    Was ist, wenn meine Fichte vom Borkenkäfer befallen ist?

    Eine Fichte, die n a c h w e i s l i c h vom Borkenkäfer befallen ist, sollte grundsätzlich baldmöglichst gefällt und entrindet werden, damit der Schädling nicht auf weitere Bäume übergehen kann. Sie m u s s umgehend gefällt werden, wenn sie in einem erklärten Borkenkäfer-Gefährdungs- und Befallsgebiet steht.

    Die vom Kreisverwaltungsreferat erklärten Borkenkäfer-Gefährdungs- und Befallsgebiete befinden sich in den Stadtbezirken Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach und Allach-Untermenzing (siehe Allgemeinverfügung KVR mit Übersichtskarten betroffener Gebiete).

    Der Baum kann ohne vorherige Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde gefällt werden. In diesen Fällen sind

    • eine schriftliche Bestätigung einer Fachfirma und
    • aussagekräftiges Fotomaterial (Gesamtansicht des Baumes, Foto von der Krone gegen den Himmel, Schadbild bzw. Beeinträchtigung) und
    • eine sofortige Anzeige der Gefahrenbaumfällung bei der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich.

    Die Untere Naturschutzbehörde prüft hier nur noch die Möglichkeit einer Ersatzpflanzung auf dem Grundstück.

    Hat der Borkenkäfer einen Nachbarbaum befallen und Sie fürchten um Ihren Fichtenbestand? Dies ist rein privatrechtlich zu klären. Die Stadt München hat derzeit keine rechtliche Möglichkeit, die Beseitigung von befallenen Bäumen behördlich anzuordnen. A u s n a h m e : Die Fichte steht in einem Borkenkäfer-Gefährdungs- und Befallsgebiet gemäß der Allgemeinverfügung des KVR.

    Ein Baum auf öffentlichem Grund ist krank oder droht sogar umzufallen ...

    ... an wen kann ich mich wenden?

    Bei Bäumen auf öffentlichem Grund ist bei der Stadtverwaltung München das Baureferat, Abteilung Gartenbau zuständig. Das Baureferat plant, baut und pflegt öffentliche Grünanlagen, Naherholungsgebiete, Kinderspielplätze, Kleingartenanlagen und Friedhöfe und kümmert sich um alle Straßenbäume.

    Was bedeutet Lichtraumprofil?

    Gehölze, die über den Gehweg, den Radweg oder die Straße wachsen, müssen Sie regelmäßig zurückschneiden. Bitte achten Sie darauf, dass der Gehweg bis zu einer Höhe von 2,50 Meter und die Fahrbahn bis zu einer Höhe von 4,50 Meter frei passierbar sein müssen.

    Das Baureferat Gartenbau überprüft im Rahmen der Straßenzustandskontrollen durch ihre Straßenbauaufseher die Einhaltung des Lichtraumprofils. Im Faltblatt "Straßenreinigung“ wird auf diese Verpflichtung hingewiesen.

    Gibt es eine jahreszeitliche Einschränkung zum Schneiden von Gehölzen?

    Ja! Während der Brutzeit (1. März bis 30. September) ist es aus Gründen des Artenschutzes nicht erlaubt, Gehölze, in denen Vögel brüten, zu entfernen oder zu beschneiden. Näheres erfahren Sie hier:

    Immer noch Fragen?

    Dann geben Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde gerne Auskunft.

    Den Kontakt finden Sie weiter unten.

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Referat für Stadtplanung und Bauordnung
    Abt. 5 Naturschutz

    Blumenstraße 28b
    80331 München

    Fax:
    089 233-25869
    Postanschrift:

    Landeshauptstadt München
    Referat für Stadtplanung und Bauordnung
    Abt. 5 Naturschutz
    Blumenstr. 28b
    80331 München

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