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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Welche Bäume sind geschützt?


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Die Baumschutzverordnung

In München schützt die "Baumschutzverordnung" Bäume, die einen Stammumfang von 80 cm und mehr haben (in 1m über dem Boden gemessen). Mehrstämmige Bäume unterliegen der Baumschutzverordnung, sofern 1 Stamm einen Stammumfang von mindestens 40 cm hat und alle Stämme in der Addition einen Stammumfang von mindestens 80 cm aufweisen.

Die Baumschutzverordnung gilt nicht für Hecken, die als lebende Einfriedungen dienen und durch regelmäßigen Schnitt in Form gehalten werden, sowie Obstgehölze, mit Ausnahme folgender Arten: Walnuss, Holzbirne, Holzapfel, Vogelkirsche, Holunder und Hasel. Der Geltungsbereich der Baumschutzverordnung umfasst die im Zusammenhang bebauten Bereiche im Stadtgebiet der Landeshauptstadt München und ist im Übersichtsplan der Verordnung festgelegt.

In Landschaftsschutzgebieten, die insbesondere im Außenbereich gemäß § 35 BauGB liegen, schützt die Landschaftsschutzverordnung alle Gehölze, d.h. auch kleinere Bäume und Sträucher.

Warum Baumschutz?

Das Ziel der Baumschutzverordnung liegt im Erhalt einer angemessenen innerstädtischen Durchgrünung und damit in der Sicherung der positiven Wirkungen von Bäumen für das Stadtbild, das Stadtklima sowie den Arten- und Biotopschutz.

Das Ziel der Landschaftsschutzverordnung ist weiter gefasst, bzgl. des Schutzes von Gehölzen jedoch sinngemäß übertragbar.

Fällen von Einzelbäumen und Genehmigung von Rückschnittmaßnahmen außerhalb des Baugenehmigungsverfahrens

Ist die Fällung eines geschützten Baumes, z.B. wegen der Gefährdung der Verkehrssicherheit oder aufgrund einer Krankheit erforderlich, ist ein Fällungsantrag an die Untere Naturschutzbehörde zu richten. Genehmigungspflichtig sind auch Rückschnittmaßnahmen, die über den normalen Pflegeschnitt hinausgehen und den typischen Habitus des Baumes verändern.

Die Gutachter der Unteren Naturschutzbehörde überprüfen vor Ort, ob der Fällungsgrund vorliegt, bzw. der Grund die Baumveränderung rechtfertigt und die Genehmigung erteilt werden kann.

Sollte eine akute Umsturzgefahr bestehen, die sich z.B. durch Anheben des Wurzeltellers, Risse im Erdreich oder plötzliche Schräglage darstellt, kann die Fällung ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen. In diesem Fall ist jedoch sofort eine schriftliche Bestätigung einer Fachfirma erforderlich, in der insbesondere der Fällungsgrund, der Fälltermin sowie Bildmaterial enthalten sein sollte.

Die EG-Vogelschutzrichtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz schützen bis auf wenige Ausnahmen alle europäischen Vogelarten einschließlich ihrer Nist- und Brutstätten. Das bedeutet, dass ein Baum nicht gefällt werden darf, solange ein Vogel darin brütet. Die Brutzeit fällt in der Regel in den Zeitraum von Mitte März bis Mitte Juli.
Sollten sich in den zur Fällung anstehenden Bäumen Höhlen befinden, die von Fledermäusen oder Höhlenbrütern bewohnt werden, ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz auch dieser Lebensraum der streng geschützten Tiere zu erhalten.

In begründeten Einzelfällen kann auch hier bei der Regierung von Oberbayern ein Antrag auf Befreiung gestellt werden.

Verhältnis Baumschutz – Baurecht

Bei der Planung von Baumaßnahmen ist auf den vorhandenen Baumbestand Rücksicht zu nehmen, das heißt, im Baugenehmigungsverfahren ist das Maß und die Art und Weise der Bebauung auf einen mit den Zielsetzungen des Naturschutzes zu vereinbarenden Umfang abzustimmen.

Für eine vertiefende Beratung stehen die Teams der Baubehörde und der Unteren Naturschutzbehörde gern zur Verfügung.

Baumbestandsplan

Wenn durch ein Bauvorhaben schützenswerter Baumbestand betroffen sein kann, ist mit den Bauantragsunterlagen ein Baumbestandsplan vorzulegen. Darin sind alle ein- und mehrstämmigen Bäume mit einem Stammumfang von 40 cm und mehr darzustellen.

Baumschutzmaßnahmen während der Bauzeit

Voraussetzung für einen sicheren Schutz der Bäume während der Bauzeit ist eine sorgfältige Durchführung und Beachtung der Baumschutzmaßnahmen, die präzise in der Baugenehmigung als Auflagen aufgeführt sind. Hier sind beispielhaft Baumschutzzäune zu nennen, die zur Abgrenzung des Baumschutzbereichs dienen, der für jegliches Lagern, Befahren und Abgraben tabu ist. Oft werden Beeinträchtigungen an Bäumen, die z.B. durch Wurzelverletzungen infolge von Bodenverdichtung und Abgrabung hervorgerufen werden, erst Jahre nach dem Eingriff sichtbar – durch Absterben der Krone, kümmerlichen Austrieb oder vollständiges Absterben des ganzen Baumes.

Nur wenn die Ansprüche der Bäume respektiert und berücksichtigt werden, können diese ihre positiven Funktionen voll erfüllen, die insbesondere in der Großstadt von unbestritten großer Bedeutung sind.

Ersatzpflanzungen

Um auch langfristig den Baumbestand in München sichern zu können, wird eine Fällungserlaubnis grundsätzlich unter der Auflage einer langfristig zu erhaltenden Ersatzpflanzung erteilt. Auf die Forderung nach Ersatzpflanzung kann ausnahmsweise verzichtet werden, wenn auf dem Grundstück auch nach der Fällung noch ausreichend Baumbestand vorhanden ist.

Vorsicht Bußgeld!

Bei Verstößen gegen die Baumschutzverordnung ist mit einem Bußgeld zu rechnen, das je nach Schwere des Eingriffs bis zu 50.000 Euro betragen kann.

Nicht nur deshalb: Bitte beachten Sie die Baumschutzverordnung – im Interesse einer langfristig gut durchgrünten Stadt. Diese Kurzinformation kann nicht abschließend auf alle Gesichtspunkte eingehen. Wenn Sie noch weitere Fragen haben, beraten Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde gerne.
 

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz

Blumenstraße 28b
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