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Münchner Stadtbiotopkartierung


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Ist nur das ein Biotop?

Lebensräume für seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten

Wer kennt nicht die glänzenden Augen eines stolzen Gartenbesitzers, wenn er von den frisch geschlüpften Fröschen, den über die Wasseroberfläche schwebenden Libellen und den in verschiedensten Farben leuchtenden Teichrosen seines "Biotops" vorschwärmt. Solch ein künstlich geschaffener Teich ist umgangssprachlich der Inbegriff eines Biotops.

Biotope können sehr vielfältig sein!

Das Wort "Biotop" bedeutet - aus dem Griechischen übersetzt (Bios = Leben, Topos = Ort) - nichts anderes als Lebensraum. Es handelt sich um einen Landschaftsausschnitt, in dem Umweltbedingungen herrschen, die eine Grundlage für bestimmte Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren bieten. Charakteristische Lebensräume sind zum Beispiel bunte Magerwiesen auf Kiesflächen, Hecken, feuchte Wiesen, brachliegende Äcker und unter vielen anderen auch der Weiher - diese längst nicht vollständige Auflistung gibt einen Eindruck von der Vielfältigkeit der innerstädtischen Biotope.

Was ist eine Biotopkartierung?

In den vergangenen Jahrzehnten ist unsere Landschaft einem starken Wandel unterlegen. Die Ausdehnung der Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen und die intensivere Nutzung der Flächen durch den Menschen haben Natur und Landschaft nachhaltig verändert. Dies gilt ganz besonders in dicht besiedelten Bereichen wie Großstädten. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind naturnahe Flächen wie Niedermoorwiesen oder Mager- und Trockenstandorte sowie Waldgebiete und Wasserflächen und ihre Uferbestände. Gerade diese Flächen, die alle in der Stadt München noch vorhanden sind, stellen wichtige Lebensräume und Rückzugsgebiete für seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten dar.

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© Landeshauptstadt München

Biotopkartierung - Erfassen und Beschreiben städtischer Biotope

Die erste Münchner Stadtbiotopkartierung wurde in den Jahren 1981-1983 durchgeführt und 1998-2000 überarbeitet.

Es lassen sich grundsätzlich zwei große Gruppen von Stadtbiotopen unterscheiden:

  • Reste der ursprünglichen Naturlandschaft, z.B. Auwaldbestände, und
  • historische Kulturlandschaften, z.B. Heideflächen, entstanden durch zum Teil Jahrhunderte lange Schafbeweidung.

Die Nutzung der Landschaft durch den Menschen haben dazu geführt, dass völlig neue Lebensräume entstanden sind, die sich vielfach zu Ersatzstandorten für Tiere und Pflanzen entwickelt haben, weil deren ursprünglicher Lebensraum weitgehend zerstört wurde. Dazu gehören zum Beispiel Arten der ehemaligen Wildflusslandschaft Isar. Zu den erhaltenswerten Biotopen gehören daher auch Kiesgruben oder Bahnflächen, aber auch verwilderte Gärten.

2004 wurden 563 Biotope mit einer Gesamtfläche von 3207,1 ha erfasst; dies entspricht einer Fläche von etwa 10,3% des Stadtgebiets.

Besonders wertvolle Biotope können die Grundlage zur Ausweisung von geschützten Naturschutzgebieten, Landschaftsbestandteilen, Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmalen darstellen. Diese Vorschriften finden Sie im Münchner Stadtrecht. Die Biotopkartierung liefert der Unteren Naturschutzbehörde und Planungsbüros wichtige Informationen für Planungen und zur Beurteilung von Vorhaben.

Darüber hinaus gibt es gesetzlich geschützte Biotope, die nicht zerstört oder anderweitig erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden dürfen (§ 30 Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG).


Folgen der Biotopkartierung für den/die Grundstücksbesitzer/in

Die Erfassung von wertvollen Biotopen im Rahmen der Biotopkartierung ist eine rein fachliche Untersuchung ohne unmittelbare rechtliche Verbindlichkeit, das heißt, es wird lediglich festgestellt, dass eine Fläche ökologisch gesehen sehr wertvoll ist.

Rechtliche Einschränkungen können sich allerdings ergeben aus

  • Schutzgebietsverordnungen (Münchner Stadtrecht)
  • bestehenden Gesetzen, z.B. § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes- BNatSchG, der bestimmte Biotoptypen unter besonderen Schutz stellt

Diese Einschränkungen gelten aber für alle Flächen, auch für solche, die nicht ausdrücklich als Biotop kartiert sind.

Lagepläne mit dem genauen Umgriff der Biotopfläche und mit dem Geltungsbereich von betroffenen Schutzgebietsverordnungen können Sie beim Vermessungsamt der Stadt München-Kundenzentrum (Blumenstraße 28b Zi. 564) käuflich erwerben.
Die Biotopbeschreibung kann bei der Unteren Naturschutzbehörde nach telefonischer eingesehen werden.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-25869
Postanschrift:

Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz
Blumenstr. 28b
80331 München

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