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Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) in München


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Europäisches Naturschutzrecht

Mit der Vogelschutzrichtlinie von 1979 und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) von 1992 hat die Europäische Union für alle Mitgliedstaaten verbindliches europäisches Naturschutzrecht erlassen. Ziel der Richtlinien ist, das ebenso vielfältige wie unersetzliche Naturerbe Europas zu sichern.

Ein zusammenhängendes ökologisches Netz besonders wertvoller Gebiete ("Natura 2000") soll geschaffen werden. Beide Richtlinien wurden 1998 bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes und des Bayerischen Naturschutzgesetzes in nationales beziehungsweise Landesrecht umgesetzt.

Flächen, die aufgrund ihrer Wertigkeit als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden sollen, waren durch die Mitgliedstaaten vorzuschlagen. Auch die Bundesrepublik Deutschland war aufgefordert, anhand einheitlich festgelegter Kriterien eine Liste der Gebiete vorzulegen, die Teil des europäischen Netzes Natura 2000 werden sollen.

Im März 2000 konnten interessierte oder betroffene Bürgerinnen und Bürger in einem so genannten Dialogverfahren ihre Anregungen oder Einwendungen zu den Gebietsvorschlägen Bayerns bei der Bayerischen Staatsregierung einbringen. Nach Meldung der Vorschläge an die EU-Kommission im Jahre 2001 wurden die Gebietsvorschläge jedoch als flächenmäßig zu gering für einen europäischen Biotopverbund erachtet. Aus diesem Grund wurde eine Nachmeldung weiterer Flächen erforderlich, um die Biotopvernetzung europaweit zu vervollständigen und die Meldung von Natura-2000-Gebieten abzuschließen.

Für die Nachmeldung wurde in Bayern im Sommer 2004 wiederum ein Dialogverfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Das Stadtgebiet München war von den Nachmeldungen jedoch nicht betroffen.

Nach dem letzten Dialogverfahren umfasst die Natura-2000-Gesamtfläche in Bayern zirka 797.000 Hektar, dies entspricht 11,3 Prozent der Landesfläche. Innerhalb der Landeshauptstadt München sind sechs FFH-Gebiete gemeldet, die zum Teil auch über München hinausreichen.

Durch die FFH-Richtlinie soll die biologische Vielfalt Europas bewahrt werden, indem natürliche Lebensräume und bedrohte Arten geschützt werden. Allgemein gilt ein so genanntes Verschlechterungsverbot in den gemeldeten FFH-Gebieten. Nutzungen durch den Menschen werden dadurch jedoch nicht ausgeschlossen; viele Lebensraumtypen oder Arten sind sogar auf regelmäßige Nutzung oder Pflegemaßnahmen angewiesen. Nutzungsänderungen sind zulässig, soweit sie sich nicht erheblich oder nachhaltig auf die Erhaltungsziele auswirken.

Nach der FFH-Richtlinie soll in den gemeldeten Gebieten der "günstige Erhaltungszustand" erhalten oder wiederhergestellt werden. Dazu formulieren die Naturschutzbehörden derzeit die Erhaltungsziele auf Basis der in den Standart-Datenbögen genannten Schutzgüter gebietsbezogen aus.

Ferner sind die FFH-Gebiete durch weitere geeignete Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel Unterschutzstellungen zusätzlich abzusichern.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hält bayernweite Informationen zu allen gemeldeten FFH- und Vogelschutzgebieten bereit.

Ausführliche Informationen können Sie auch der Broschüre zur FFH- und Vogelschutz-Richtlinie "Fragen und Antworten Lebensräume und Arten" entnehmen. Weiterhin sind auch die Broschüren "Fragen und Antworten Land- und Forstwirtschaft" und "Rechtsgrundlagen" erhältlich. Diese Broschüren des Umweltministeriums sind bei den Gemeinden, Städten, Landratsämtern und Regierungen kostenlos erhältlich und können auch heruntergeladen oder bestellt werden.

Liste der FFH-Gebiete in der Landeshauptstadt München

Isarauen von Unterföhring bis Landshut

(EU-Gebietsnummer 7537-301)

Großräumig zusammenhängende dealpine Flussauenlandschaft als eine der bedeutsamsten Verbundachsen an Biotopflächen zwischen Alpen und Donau mit großflächigen Auenlebensräumen

Oberes Isartal

(EU-Gebietsnummer 8034-371)

Etwa 100 Kilometer langer Oberlauf eines großteils unregulierten Alpenflusses mit Umlagerungsstrecken; großflächigstes Schotterbank-Umlagerungssystem Deutschlands mit allen für Kalkgeschiebeflüsse typischen Lebensgemeinschaften und Entwicklungsstufen; großflächige auf Flussschotter wachsende Kiefernwälder und naturnahe Hangwälder mit Nagelfluhfelsen. Weitere Informationen finden Sie auch im Faltblatt "Naturschutz im Oberen Isartal".

Gräben und Niedermoorreste im Dachauer Moos

(EU-Gebietsnummer 7734-301)

Moorwald und Streuwiesenreste des Dachauer Mooses sowie Grundwasser-beeinflusste Gräben mit begleitenden Gehölz- und Hochstaudensäumen sowie einem der größten bekannten Vorkommen der Helmazurjungfer, einer seltenen Libellenart

Allacher Forst und Angerlohe

(EU-Gebietsnummer 7734-302)

Großflächigster Rest an Lohwäldern (Eichen-Hainbuchenwald) im Naturraum Münchner Ebene; beste Repräsentanz von Eichen-Hainbuchen- und Wärme liebenden Eichenwäldern; Reste von ehemaligen Hutewäldern (beweidete Wälder) und der Allacher Steppe

Heideflächen und Lohwälder nördlich von München

(EU-Gebietsnummer 7735-371)

Landkreisübergreifende Reste der Münchner Heidelandschaften mit den bei weitem großflächigsten Kalkmagerrasen südlich der Donau sowie Eichen-Hainbuchen-Wald-Beständen. Die als Niederterrassenschotterheiden bezeichneten Flächen weisen eine einmalige Mischung kontinentaler, mediterraner und alpiner Arten auf.

Die von Schafen beweidete größte zusammenhängende Heidefläche der Münchener Schotterebene, die Fröttmaninger Heide, liegt im Münchner Stadtgebiet und setzt sich aus Extensivwiesen, Altgrasbeständen und Sukzessionsflächen zusammen. Sie stellt einen großen Lebensraum der Wechselkröte dar. 

Nymphenburger Park mit Allee und Kapuzinerhölzl

(EU-Gebietsnummer 7834-301)

Reste der Lohwälder (Eichen-Hainbuchenwald) der Münchner Ebene; Kapuzinerhölzl und Kanalböschungen mit Halbtrockenrasen; strukturreiche Parkanlagen / Altholzbestände; großes Vorkommen des Eremiten, einem seltenen, Totholz bewohnenden Käfer.

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz

Blumenstraße 28b
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