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Naturschutz und Bauen


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Naturschutz im Bauantragsverfahren

München ist eine der schönsten, jedoch auch eine der am stärksten bebauten Städte Deutschlands. Damit kommt dem Baumschutz eine besondere Bedeutung zu.

Bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen sollte der vorhandene Baumbestand soweit wie möglich erhalten bleiben oder Ersatz geschaffen werden. Ebenso sind die Chancen zu nutzen, die Freiraumsituation zu verbessern.

Bereits im Jahr 1976 wurde daher eine Baumschutzverordnung (BaumschV) erlassen. Ziel ist, die innerstädtische Durchgrünung Münchens auf Dauer zu erhalten. Bäume spenden Schatten, bieten Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere und verbessern das Kleinklima und die Luftqualität für uns alle. Gesunde und leistungsfähige Bäume können unter optimalen Bedingungen bis zu 70% des Staubs aus der Stadtluft filtern und täglich ca. 6.000 Liter Sauerstoff produzieren.

Baumschutz

Bereits im Jahr 1976 wurde daher eine Baumschutzverordnung (BaumschV) erlassen. Ziel ist, die innerstädtische Durchgrünung Münchens auf Dauer zu erhalten. Bäume spenden Schatten, bieten Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere und verbessern das Kleinklima und die Luftqualität für uns alle. Gesunde und leistungsfähige Bäume können unter optimalen Bedingungen bis zu 70% des Staubs aus der Stadtluft filtern und täglich ca. 6.000 Liter Sauerstoff produzieren.

Die Münchner Baumschutzverordnung schützt folgende Bäume

  • Alle Laub- und Nadelbäume mit einem Stammumfang von 80 cm und mehr, gemessen in 1 m Höhe über dem Boden sowie mehrstämmige Bäume, wenn ein Stamm einen Stammumfang von mindestens 40 cm hat und die Summe aller Stämme mindestens 80 cm ergibt.
  • Ausgenommen von der BaumschutzV sind Hecken, die als lebende Einfriedungen dienen und durch regelmäßigen Schnitt in Form gehalten werden, sowie Obstgehölze, mit Ausnahme folgender Arten: Walnuss, Holzbirne, Holzapfel, Vogelkirsche, Holunder und Hasel.
  • Ersatzbäume (auch mit geringerem Stammumfang), die für entfernte geschützte Bäume festgesetzt und gepflanzt wurden.

Geltungsbereich der Baumschutzverordnung im Stadtgebiet

Sie gilt in im Zusammenhang bebauten Bereichen. Maßgeblich ist die Umgriffskarte (Anlage zur BaumschutzV), die während den Öffnungszeiten im Beratungszentrum der LBK eingesehen werden kann.

Baumbestandserklärung und Baumbestandsplan

Bei Neubau, Anbau, Neuerrichtung von Stellplätzen  - also bei allen Maßnahmen, bei denen ein vorhandener Baum betroffen sein könnte  - müssen Angaben darüber gemacht werden, ob geschützter Baumbestand vorhanden ist und ob eine Erlaubnis zur Fällung von Bäumen beantragt wird. Dies gilt auch für innere Umbauten, wenn z. B. durch die Baustelleneinrichtung Baumbestand gefährdet sein könnte.
Ist geschützter Baumbestand vorhanden, sind Baumbestandspläne mit dem Bauantrag vorzulegen. Die naturschutzrechtliche Genehmigung wird zusammen mit der Baugenehmigung erteilt.

Prüfung durch die Untere Naturschutzbehörde

Der vorhandene Baumbestand soll soweit wie möglich erhalten bleiben. Planung und Bauausführung sind darauf auszurichten. Wenn dies nicht möglich ist, muss in der Regel Ersatz geschaffen werden.
Die Gutachterinnen und Gutachter der Unteren Naturschutzbehörde prüfen vor Ort, ob die Darstellungen im Plan den Baumbestand korrekt wiedergeben und ob ein ausreichender Grund für die Erteilung einer Fällgenehmigung vorliegt. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, den Fällungsantrag durch einen privaten Fachgutachter zu stellen und begründen zu lassen. Zusätzlich wird die Situation vor Ort von einem Beauftragten des örtlichen Bezirksausschusses beurteilt, der gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde innerhalb einer Frist von bis zu sechs Wochen eine Empfehlung abgibt.
Die Untere Naturschutzbehörde entscheidet über den Fällungsantrag, ob als Ausgleich eine Ersatzpflanzung erforderlich und aufgrund der räumlichen Gegebenheiten möglich und zumutbar ist.
Für den verbleibenden Baumbestand werden Schutzmaßnahmen für die Bauzeit festgelegt. Das Ergebnis wird im Baugenehmigungsverfahren in den Baugenehmigungsbescheid aufgenommen.

Untere Naturschutzbehörde

Ersatzpflanzung - Ausgleichszahlung

Die Genehmigung zur Fällung eines Baumes kann mit der Auflage einer Ersatzpflanzung bzw. Ausgleichszahlung verbunden werden. Bei Fällungsgenehmigungen im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens werden Ersatzpflanzungen mit einem Stammumfang von mindestens 20  - 25 cm gefordert.

Sofern aufgrund der Bebauung kein Platz für Ersatzpflanzungen vorhanden ist, wird in der Regel eine Ausgleichszahlung verlangt. Die Ausgleichszahlung pro Baum beträgt derzeit 750 Euro und wird zweckgebunden zur Pflanzung von Bäumen im Straßenraum oder öffentlichen Grünanlagen der Stadt München verwendet.

Baumschutzmaßnahmen während der Bauzeit

Oft werden die Schäden an Bäumen, die z. B. durch Wurzelverletzungen hervorgerufen werden, erst Jahre nach dem Eingriff sichtbar (Absterben der Krone, kümmerlichen Austrieb oder vollständiges Absterben des Baumes). Grund sind häufig Bodenverdichtungen und Abgrabungen während der Bauzeit. Daher sind die vorhandenen Bäume mit besonderer Sorgfalt zu schützen und die entsprechenden Auflagen aus der Baugenehmigung zu beachten.

Artenschutz und Bauen

Bei Baumaßnahmen sind auch die Vorschriften zum Schutz bedrohter Tierarten zu beachten. Dies betrifft insbesondere den Schutz von Nestern und Brutstätten, die durch die Baumaßnahmen beschädigt werden können. Die Verantwortung dabei liegt bei der Bauherrin bzw. dem Bauherrn. Eine Prüfung im Baugenehmigungsverfahren findet in der Regel nicht statt.

Nach den Artenschutzgesetzen wird unterschieden in: Allgemeiner Artenschutz und Besonderer Artenschutz.

Neben dem allgemeinen und besonderen Artenschutz ist bei Planung und Auswahl der Materialien auch darauf zu achten, dass Vögel nicht unnötig gefährdet werden. So bedeuten große Glasflächen regelmäßig eine Gefahr für fliegende Vögel. Schon bei der Planung sollten Glasscheiben gewählt werden, die zum Beispiel mit flächigen Markierungen Spiegelungen und Reflexionen mindern. Mehr dazu auf den Internetseiten des Landesbundes für Vogelschutz  - LBV.

Freiflächengestaltung

Die Pflicht zur Gestaltung der Freiflächen ist in einer Satzung der Stadt München geregelt:  Die "Satzung der Landeshauptstadt München über die Gestaltung und Ausstattung der unbebauten Flächen der bebauten Grundstücke und über die Begrünung baulicher Anlagen (Gestaltungs- und BegrünungsS)", kurz Freiflächengestaltungssatzung genannt. Die Satzung hat das Ziel, eine angemessene Durchgrünung und Gestaltung der Baugrundstücke sicherzustellen und zu fördern. Sie gilt im gesamten Stadtgebiet für die unbebauten und bebauten Grundstücke und für die äußere Gestaltung baulicher Anlagen. Sie ist auf Vorhaben anzuwenden, für die ein Bauantrag gestellt wird sowie bei Freistellungsverfahren.

Nach der Satzung sind die nicht überbauten Flächen eines Grundstücks zu begrünen und mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Darüber hinaus gibt es Festlegungen zur Dach- und Fassadenbegrünung sowie zur Herstellung von Kinderspielplätzen. Dabei sind die baulichen Anlagen und Wege auf das notwendige Minimum zu beschränken.

Die Einhaltung der Anforderungen ist anhand eines Plans darzustellen, der mit dem Bauantrag vorgelegt wird. Zur Vereinfachung fordert die LBK die Vorlage nur bei Vorhaben ab vier Wohneinheiten auf dem Grundstück sowie bei gewerblichen Vorhaben. Ab vier Wohneinheiten ist nach den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung ein Kinderspielplatz herzustellen.
Freiflächengestaltungspläne sind nach fachlich anerkannten Regeln auszuarbeiten. Daher sollten unbedingt Fachleute damit beauftragt werden. Der Plan ist zusammen mit dem Bauantrag einzureichen.

Information zur Freiflächengestaltung

Bauen im Landschaftsschutzgebiet

Beim Bauen im Landschaftsschutzgebiet ist der besondere Schutzstatus zu beachten.
Die LandschaftsschutzV verbietet es, "insbesondere Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, den Naturgenuss zu beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu verunstalten." Was konkret erlaubnispflichtig ist, wird in der Landschaftsschutzgebietsverordnung näher beschrieben.

Hinweis:
Im Gegensatz zur BaumschutzV, der nur Gehölze ab einem bestimmten Stammumfang unterliegen, sind in Landschaftsschutzgebieten alle Gehölze geschützt. Bei baulichen Anlagen im Landschaftsschutzgebiet wird die landschaftsschutzrechtliche Erlaubnis im Rahmen der Baugenehmigung erteilt.

Landschaftsschutzgebiete in München

Bauen im Außenbereich nach §35 BauGB

Bei der Beurteilung eines Bauvorhabens nach § 35 BauGB „Bauen im Außenbereich“ ist die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung anzuwenden:
Stellt ein Vorhaben einen Eingriff in Natur und Landschaft gemäß § 14 Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) dar, ist die Verursacherin bzw. der Verursacher nach § 15 BNatschG dazu verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen, sowie unvermeidbare Beeinträchtigungen spätestens bis zur Fertigstellung des Bauvorhabens durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege (Ausgleichsmaßnahmen) auszugleichen oder zu ersetzen (Ersatzmaßnahme).

Eingriffs- und Ausgleichsflächenplanung

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-25869
Postanschrift:

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Blumenstr. 28b
80331 München

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