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Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz


Übergang vom Hartelholz zur Panzerwiese  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

280 Hektar im Münchner Norden

Das Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz im Münchner Stadtteil Milbertshofen liegt innerhalb einer landesweit bedeutsamen Heidelandschaft der nördlichen Münchner Schotterebene.

Zusammen mit der bis in den Landkreis München reichenden Fröttmaninger Heide, dem Mallertshofer Holz und der Garchinger Heide stellt die Panzerwiese mit dem Hartelholz heute noch ein großräumiges Relikt der ursprünglich weit ausgedehnten Münchner Heidelandschaft dar.

Das 280 Hektar große Gebiet wurde bis 1990 militärisch genutzt. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung konnte der für den Münchner Norden charakteristische Landschaftsraum mit seinen landesweit bedeutsamen Magerrasen als Naturschutzgebiet dauerhaft geschützt werden. Die Erhaltung, Stärkung und Zusammenführung mit den oben genannten Teilgebieten war vorrangiges Ziel der Naturschutzgebietsausweisung.

Beim Hartelholz handelt es sich um eine natürliche Waldentwicklung zum Eichen-Kiefernwald auf dem ursprünglichen Heidestandort, der allerdings teilweise von standortfremden Fichtenaufforstungen durchsetzt ist. Die enge Verzahnung von lichten Waldteilen beziehungsweise offenen Flächen und Waldsäumen mit wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten führten auf engstem Raum zu einer außerordentlich großen Arten- und Lebensraumvielfalt.

Das Naturschutzgebiet ist auch im Rahmen der FFH-Richtlinie für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Im Ballungsraum München, einem auch durch Erholungsdruck stark belasteten Raum, ist es erforderlich, die wenigen noch verbleibenden, besonders naturschutzwürdigen Flächen besonders rücksichtsvoll zu nutzen - das heißt, sie mehr noch als in anderen Bereichen vor nachhaltiger Störung und Zerstörung zu bewahren.

Zur Erreichung dieses Schutzziels enthält die Naturschutzgebietsverordnung auch Verbote hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, des Freilaufenlassens von Hunden und des Radfahrens außerhalb dafür vorgesehener Wege. Diese Regelungen wurden jedoch so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet noch gegeben ist.

Entstehung

Die Voraussetzung für die Entstehung der Heidelandschaft waren die flachgründigen Böden, die durch einen nacheiszeitlichen Schwemmkegel des Isargletschers, der so genannten Garchinger Schotterzunge, entstanden sind.

Auf dem kalkreichen, aber ansonsten nährstoffarmen Untergrund entwickelte sich vor etwa 10.000 Jahren eine Heidelandschaft mit ihren typischen Wäldern und Grasheiden (Magerrasen), die bis in das 19. Jahrhundert das Erscheinungsbild des Münchner Nordens zwischen München und Freising wesentlich prägte.

Bei den Heideflächen im Münchner Norden handelt es sich um Grasheiden auf kalkreichem Untergrund im Gegensatz zu den norddeutschen Heiden, die auf bodensauren Sandstandorten wachsen. Im Gegensatz zu den bewaldeten Bereichen des Hartelholzes wurde die auf nährstoffarmen, flachgründigen Böden ohnehin langsam voranschreitende natürliche Waldentwicklung auf den heute noch offenen Heideflächen der Panzerwiese durch Beweidung verhindert.

Tier- und Pflanzenarten

Die Kalkmagerrasen weisen eine besondere, an nährstoffarme Böden gebundene Artenzusammensetzung auf. Diese "mageren" Standortbedingungen sind allgemein im Rückgang begriffen und werden durch die intensive Bodennutzung der Landwirtschaft und Bebauung nach und nach verdrängt. Hier kommen sowohl kontinentale Pflanzenarten osteuropäischer Herkunft (Weißes Fingerkraut, Regensburger Ginster), Arten aus dem Mittelmeerraum (Hügel-Meister, Kugelblume) sowie alpine Arten (Silberdistel, Fransenenzian) nebeneinander vor, die alle an diese "mageren" Böden und extremen klimatischen Standortbedingungen offener, ungeschützter Lagen angepasst sind und hier gemeinsame Rückzugsgebiete gefunden haben.

Es wurden insgesamt 178 Pflanzenarten gefunden, von denen 23 in der Roten Liste aufgeführt sind, also stark bis sehr stark gefährdet sind. Neben dem Vorkommen gefährdeter Wirbeltierarten (Vögel wie Rebhuhn oder Steinschmätzer sowie Wechselkröte, Laubfrosch, Zauneidechse) wurden bei den Wirbellosen 20 Rote-Liste-Arten nachgewiesen (Tagfalter, Heuschrecken, Libellen, Schnecken, Käfer).

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