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Naturschutzgebiet Schwarzhölzl


Das Schwarzhölzl  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

100 Hektar in Feldmoching

Das etwa 100 Hektar große Schwarzhölzl liegt an der nördlichen Stadtgrenze im Stadtteil Feldmoching. Es repräsentiert mit seinen vier Einzelflächen einen Querschnitt durch mehrere Typen der Reste des ehemals riesigen Moorgebietes am Nordrand der Münchner Schotterebene im Übergangsbereich zum Dachauer Moos.

Der Hauptteil des eigentlichen Schwarzhölzls ist mit einem alten, teils lichten Moorwald aus Schwarzkiefern bestockt.

Durch die Grundwasserabsenkungen im letzten Jahrhundert hat das großflächige Moor seinen ursprünglichen Charakter weitgehend verloren. Es sind jedoch an einigen Stellen noch Moorwaldreste mit typischen Tier- und Pflanzenarten vorhanden, die erhalten werden sollen. Seit 1. Januar 1994 ist das Schwarzhölzl als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Naturschutzgebiet ist zusammen mit der Angerlohe und ihrem Vorfeld im Rahmen der FFH-Richtlinie (FFH = Flora-Fauna-Habitat) für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Um die wertvollen Flächen dauerhaft erhalten zu können, enthält die Naturschutzgebietsverordnung Regelungen hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, Reitens, Radfahrens und des Betretens.

Diese Regelungen sind jedoch so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit des Schwarzhölzls und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet noch gegeben ist.

Entstehung des Niedermoorgebietes um das Schwarzhölzl

Während der Eiszeiten wurden die feinkörnigen und schlecht wasserdurchlässigen Böden aus dem Tertiär mit bis zu zirka 20 Meter mächtigen Schichten aus weitgehend kalkhaltigen Flussschottern überdeckt. Auf der kaum wasserdurchlässigen Tertiärschicht (Flinz) staute sich das Niederschlagswasser und bildete einen ausgedehnten Grundwasserkörper. Durch die verschiedenen Neigungen beziehungsweise Gefälle der beiden unterschiedlichen Schichten kam es zu großflächigen Grundwasseraustritten, welche die Entstehung riesiger Quellmoore (Niedermoore) zur Folge hatten. Auf seinem Weg durch die darüber liegenden Kalkschotter konnte sich das Wasser mit Kalk sättigen, weshalb die Moore kalkreich sind. Auf diese Weise wurden die Grundvoraussetzungen für eine nährstoffarme, kalkliebende Niedermoorvegetation geschaffen.

Seit etwa einem Jahrhundert wurde der Grundwasserspiegel durch die fortschreitenden Entwässerungsmaßnahmen allerdings immer weiter gesenkt. Der letzte besonders gravierende Eingriff in die Grundwasserverhältnisse erfolgte mit dem Bau der Regattastrecke. Auch die Nutzung (Torfstich, Landwirtschaft) hat zu einer mechanischen Veränderung der Böden und deren Nährstoffhaushalt geführt.

Wiese  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Tier- und Pflanzenarten

Das Schwarzhölzl wird auch heute noch von verschiedenen Bächen und Gräben eingerahmt und durchzogen. Der ursprüngliche Kiefernmoorwald ist jedoch seit der Grundwasserabsenkung durch den Bau der Ruderregattastrecke in seiner typischen Baumartenzusammensetzung stark in Umwandlung begriffen. Als wertvolle Pflanzengesellschaft bodennasser, nährstoffarmer Standorte sind die Reste der Pfeifengrasstreuwiesen und andere Niedermoorreste besonders hervorzuheben. Trotz der starken Beanspruchung durch Erholungssuchende hat der Wald immer noch eine große Bedeutung als Brutgebiet für Vögel. So sind hier unter anderem der Buntspecht, der Erlenzeisig, der Mäusebussard, der Pirol und die Waldohreule beheimatet.

Die Teiche im Süden und im Nordosten sind bedeutende Laichgewässer für Erdkröte und Grasfrosch. In ihnen finden sich auch Arten wie die Krebsschere, eine in Oberbayern sehr seltene Wasserpflanze.

Als typischer Unterwuchs offener Bereiche der Niedermoorstandorte und lichter Kiefernmoorwälder auf nährstoffarmen Standorten sind die noch vorhandenen Reste der Pfeifengrasstreuwiesen besonders hervorzuheben. Sie beherbergen eine Fülle seltener Pflanzenarten.

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