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Domagkpark - ehemalige Funkkaserne


Grafiti Funkkaserne  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Das neue Stadtquartier im Norden Schwabings

Kaserne, Flüchtlingszentrum, Künstlerkolonie, Partylocation, Polizeistandort – die Nutzungsgeschichte des Areals an der Domagkstraße im Münchner Norden ist vielfältig. Seit Anfang 2013 werden die baulichen Grundlagen für ein weiteres Kapitel geschaffen:

In dem neuen Stadtquartier entstehen bis 2018 etwa 1.800 Wohnungen, 500 Arbeitsplätze, ein Park und soziale Einrichtungen. 

Auf dem ehemaligen Militärgelände sind zahlreiche Freiflächen vorgesehen. Das Kernstück des 24 Hektar großen neuen Stadtviertels bilden ein großer Park mit prägenden alten Bäumen und ein zentraler Platz im Osten, an dem sich Läden und gastronomische Einrichtungen im Anschluss an die Endstation der neuen Tramlinie 23 befinden. Der Park gliedert das Gebiet in ein nördliches und ein südliches Wohnquartier, die unabhängig voneinander erschlossen sind. Unterschiedliche Haustypen versprechen eine abwechslungsreiche, familien- und kinderfreundliche Bebauung. Von den 1.800 Wohnungen werden 50 Prozent gefördert.

Des weiteren entstehen auf dem Gelände vier Kindertagesstätten, ein Haus für Kinder, Jugend und Familie, eine Grundschule, zwei Studentenwohnheime und andere soziale Einrichtungen. Alles ist über kurze Wege erreichbar.

Symbolische Scheckübergabe mit  Dr. Carsten Loll, Linklaters, Local Chair des ULI Germany in München, Prof. Christiane Thalgott, Stadtbaurätin München i.R., Mitglied der Jury des ULI Germany Award for Excellence und Mitglied des Advisory Board des ULI Germany sowie Stadtbaurätin Professorin Dr.(I) Elisabeth Merk am 11.10.2017; Foto Nagy/Presse- und Informationsamt  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Symbolische Scheckübergabe am 11. Oktober in München
© Michael Nagy / LHM

ULI Germany Award for Excellence 2017

Das neue Quartier „Domagkpark“ hat die Jury des Urban Land Instituts (ULI) überzeugt und den „ULI Germany Award for Excellence 2017“ gewonnen.

Nach der Bekanntgabe dieser Auszeichnung im April 2017 in Frankfurt am Main wurde der Preis, ein Scheck in Höhe von 10.000 Euro, an die Stadt München übergeben. Das Preisgeld kommt den  gemeinnützigen Organisationen, Domagkpark Genossenschaft e.G. und Domagkpark Verein e.V., zugute, die sich im Quartier „Domagkpark“ engagieren.

Mit dem "ULI Germany Award for Excellence 2017" werden auf nationaler Ebene zukunftsorientierte Immobilienprojekte und Stadtumbaumaßnahmen ausgezeichnet. Weitere Informationen  finden Sie hier.

Was bisher geschah

Nach dem Ende der militärischen Nutzung leitete die Landeshauptstadt München 1992 eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme für das Kasernengelände ein. Ein Strukturkonzept wurde erstellt und auf dessen Grundlage ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb ausgelobt, den 2002 die Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst sowie Topotek 1 Landschaftsarchitekten für sich entschieden. In die weitere Planung des Gebiets flossen Erfahrungen aus anderen Konversionen ehemaliger Militärflächen mit ein: So wurde entschieden, das gesamte Gebiet nicht in Teilabschnitten, sondern „in einem Guss“ zu überplanen. Ein Büro für solare und energetische Planungsberatung begleitete das Projekt. So konnten bereits frühzeitig die Weichen für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen gestellt werden. Der Bebauungsplan mit Grünordnung Nummer 1943b ist seit 30. August 2011 rechtsverbindlich.

Anfang 2012 ging der Entwurf des Büros Latz + Partner Landschaftsarchitekten aus Kranzberg als Sieger im Auswahlverfahren zur Gestaltung des Parks hervor. Die Umsetzung liegt in den Händen des Baureferats.

Für die Neugestaltung des Bauhausplatzes führte das Baureferat einen landschaftsplanerischen und künstlerischen Workshop durch. In der zweiten Phase des Workshops vergab das Preisgericht den ersten Preis an Burger Kühn Landschaftsarchitekten, München, mit Olaf Metzel, München. Die Realisierung des preisgekrönten Entwurfs beginnt Mitte 2018.

Ein Ort für Künstler

Der lange Planungsprozess ermöglichte vielfältige Zwischennutzungen: Das Gelände wurde im Laufe der Jahre zum Partyareal, eine Kolonie mit mehr als 300 Künstlerinnen und Künstlern entstand. Der Wunsch der Kunstschaffenden nach einem Fortbestand der Kolonie als „Cité des artistes“ konnte teilweise erfüllt werden: Zumindest eines der ehemaligen Kasernengebäude blieb als Kunsthof erhalten und ist seit Sommer 2011 nach aufwendiger Sanierung eine dauerhafte Einrichtung mit 101 Ateliers. Im neuen Wohngebiet entstehen weitere Räume für kulturelle Aktivitäten.

Gelände der Bundespolizei

Etwa ein Viertel der ehemaligen Kasernenfläche (8,7 Hektar) nimmt das Sicherheitsgelände der Bundespolizei ein. Diese nutzt die bestehenden, zum Teil denkmalgeschützten Gebäude rund um den so genannten "Ehrenhain" und die dazu gehörigen Sportflächen. Für die Nutzung durch die Bundespolizei wurde der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1943a aufgestellt.

Verkehrliche Erschließung

Die verkehrliche Erschließung erfolgt über zwei getrennte Straßenspangen nördlich und südlich des Parks. Die beiden Quartiere werden über den zentralen Park durch ein umfangreiches Fuß- und Radwegesystem miteinander verbunden.

1.Preis Wettbewerb Funkkaserne  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Der Siegerentwurf für den ersten Wohnbauabschnitt

Wohnen

Im Jahr 2013 begannen die Bauarbeiten für die ersten 420 Wohnungen am Frankfurter Ring, dem nördlichen Eingang zu dem neuen Stadtquartier. Dieser erste Wohnbauabschnitt wurde durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag realisiert, eine Wohnbebauung, die als Schutzwall gegen den Lärm ebenso funktioniert wie als einladendes Entrée ins Quartier.

Der Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbes stammt von dem Berliner Büro Léon Wohlhage Wernik mit Atelier Loidl,  Landschaftsarchitekten.

Die Grundstücke im Süden des Baugebietes wurden im Schwerpunkt an Wohnungsbaugenossenschaften und Baugemeinschaften vergeben, die im Sinne der Quartiersentwicklung ihre Bauvorhaben untereinander abstimmten.

Um der Siedlung eine eigene Identität und einen eigenen Gebietscharakter zu verleihen, wurde für die Umsetzung ein Gestaltungsleitfaden erarbeitet, der Grundstrukturen wie etwa ein Farbkonzept vorgibt. Der Leitfaden wurde in die Kaufverträge der Grundstücke aufgenommen und bildet die Grundlage für das Beratungsgremium zur Beurteilung der Bauvorhaben.

Perspektive Bauhaus Platz, MK 3: Palais Mai Architekten, München, mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten, Freising  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Der Entwurf von Palais Mai Architekten, München mit Grabner + Huber ...

Wettbewerb für Gebiet MK 3 entschieden

Im März 2015 wurde der Realisierungswettbewerb für das Baugebiet MK3 am Bauhausplatz entschieden: Der erste Preis ging an Palais Mai Architekten, München, mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten, Freising.

Die Quartiersplatz Gate Munich GmbH realisiert am Bauhausplatz Wohnungen sowie Gewerbe- und Dienstleistungsräume mit Gastronomie und Einzelhandel im Erdgeschoss. Das Baugebiet nimmt aufgrund seiner Lage zwischen dem zentralen Bauhausplatz und der Endhaltestelle der Trambahn 23 eine besondere Stellung ein.

Das Preisgericht vergab drei Preise. Den zweiten Preis erhielten Kern und Repper Architekten, Partnerschaft Blauwerk, München, mit michellerundschalk Landschaftsarchitektur, München. Der dritte Preis ging an Ortner & Ortner Baukunst, Berlin, mit Topotek1 Landschaftsarchitekten, Berlin.

2. Preis Perspektive Südosten  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Der Entwurf von Steidle Architekten mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten

Wettbewerb für Gebiet MK1 entschieden

Im Bauquartier MK 1 am Frankfurter Ring entstehen ein Hotel, eine Einzelhandelseinrichtung und Wohnungen. Mit der Entscheidung des Realisierungswettbewerbs sind die Weichen für die Entwicklung des Baufeldes gestellt.

Mit seiner exponierten Lage am nordwestlichen Eingang des Entwicklungsgebiets und am Quartiersplatz kommt der Bebauung eine besondere städtebauliche und architektonische Bedeutung zu. 2013 lobte die Munich Gate GmbH einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit acht Planungsteams aus. Das Preisgericht vergab am 22. November 2013 drei Preise:

1. Preis: Schultes Frank Architekten, Berlin, Lützow 7 Landschaftsarchitekten, Berlin
2. Preis: Steidle Architekten, München, Grabner + Huber Landschaftsarchitekten, Freising
3. Preis: Kern und Repper Architekten Partnerschaft Blauwerk, München, mit Micheller und Schalk Landschaftsarchitektur, München

Nach dem Wettbewerb unterzog die Ausloberin die Konzepte des ersten und zweiten Preisträgers einer Überarbeitung, aufgrund der hohen Qualität beider Arbeiten nahm die Jury aber keine Reihung vor. Die neue Eigentümerin München 1. Projekt GmbH & Co. KG realisiert nun den überarbeiteten Entwurf von Steidle Architekten mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten.

2. Preis Realisierung WA 0: prpm Architekten mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Realisierung 2. Preis: prpm Architekten, München mit Lex-Kerfers ...

Wettbewerb für Gebiet WA0 entschieden

Für das Bauquartier WA 0 am Frankfurter Ring ist der Wettbewerb entschieden. Im Juli 2014 hat die Jury drei Preise vergeben. Damit wurden die Weichen für die Entwicklung eines Teils des Geländes der ehemaligen Funkkaserne gestellt.

Die Demos Wohnbau GmbH plant am nordwestlichen Eingang, wo sich auch der Quartiersplatz befindet, Wohnhäuser mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss. Wegen der exponierten Lage lobte das Unternehmen einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit fünf Planungsteams aus. Das sind die Sieger:

  • 1. Preis: Goetz Castorph Architekten (München) mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten (Freising)
  • 2. Preis: prpm Architekten mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn
  • 3. Preis: Goergens Miklautz Architekten mit den Landschaftsarchitektinnen Claudia Ruf und Svea Erdmann, München

Nach dem Rückzug des ersten Preisträgers wird der überarbeitete zweite Preis vom Preisgericht positiv gewürdigt und dann realisiert.

Die Wohnbaugenossenschaft Wagnis  eG realisiert im Domagkpark mit ihrem Projekt WagnisArt 140 Wohnungen für unterschiedlichste Wohnformen, sowie Gemeinschaftsräume, Cafe, Werkstätten und Ateliers.

Dieses innovative Konzept wurde mit den Planungsbüros Bogevischs Büro Architekten und Stadtplaner Hable Architekten, Schindler Architekten und Auböck Kárász Landschaftsarchitekten entwickelt. Dafür erhielten sie 2016 den Deutschen Städtebaupreis.

Stand der Realisierung

Das neue Stadtquartier steht kurz vor der Fertigstellung. Bis 2020 werden die Straßen und öffentlichen Freiflächen einschließlich Bauhausplatz hergestellt und eine Evaluierung durchgeführt.

Bebauungsplan Funkkaserne Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Der Bebauungsplan für das Funkkasernen-Areal
Grafik: Stadt München

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München