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Kronprinz-Rupprecht-Kaserne


BMW erweitert Forschungs- und Innovationszentrum nochmals

Auf den Flächen der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne sowie einem Teil des ehemaligen Virginia-Depots soll das BMW Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) nochmals nach Norden erweitert werden ("FIZ Nord Nord").

Hierzu wird der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1939d aufgestellt sowie der Flächennutzungsplan mit integrierter Landschaftsplanung im Parallelverfahren geändert (die Flächennutzungsplanänderung beschränkt sich dabei auf den Bereich östlich der Schleißheimer Straße). Von 21. Oktober bis 22. November 2016 fand die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit statt.

Rückblick: Nachbarschaftsdialog zu FIZ Future

Am 30. November 2015 hat der 4. Nachbarschafts- und Eigentümerdialog zur Erweiterung des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) von BMW stattgefunden: Bürgerinnen und Bürger konnten sich über den aktuellen Stand des Masterplans informieren, wie er dem Stadtrat im ersten Quartal 2016 bekannt gegeben wird.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite www.fizfuture.de.

Die BMW Group hatte in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München einen städtebaulichen und grünplanerischen Ideenwettbewerb ausgelobt. Der Siegerentwurf des Büros Henn wurde im September 2014 der Öffentlichkeit präsentiert und zum städtebaulichen Masterplan weiterentwickelt.

Die BMW Group hat das letzte, zirka 26 Hektar große Teilgrundstück der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne erworben. Auf den neuen Flächen sollen mittel- und langfristig weitere Verwaltungs-, Forschungs- und Werkstatteinrichtungen, Prüfstände und Designstudios sowie Infrastrukturen entstehen. In einer umfänglichen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden in bislang drei Nachbarschafts- und Eigentümerdialogen Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger sowie der Eigentümerinnen und Eigentümer für die Entwicklung des FIZ Future aufgenommen.

Vereinzelt sind noch Spuren der militärischen Nutzung zu finden.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Spuren der militärischen Nutzung sind noch zu finden. (Foto: E. Beierle)

Das Projekt

Die ehemalige Kronprinz-Rupprecht-Kaserne und das benachbarte Virginia-Depot gehören zu den freigegebenen Militärflächen, die die Stadt München einer neuen Nutzung zuführt: Das 59 Hektar große Areal im Münchner Norden wird zum Forschungs- und Bildungsstandort. Die BMW Group will dort ihr Forschungs- und Innovationszentrum erweitern.

Außerdem soll ein Gymnasium entstehen.

Das Planungsgebiet liegt beidseitig der Schleißheimer Straße in unmittelbarer Nachbarschaft des Forschungs- und Innovationszentrums von BMW (FIZ). Südöstlich davon befindet sich an der Knorrstraße die U-Bahn-Haltestelle "Am Hart". Das Gelände wird im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik und der Landeshauptstadt als "Vertrags-SEM" entwickelt. Die Ziele einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme können auf diese Weise verfolgt werden, ohne dass die Stadt München die Flächen erwirbt.

Forschungs- und Innovationszentrum von BMW

Das Forschungs- und Innovationszentrum, kurz FIZ, bildet das technische Herzstück der BMW Group. Östlich der Schleißheimer Straße finden wesentliche Teile der Forschung und Entwicklung statt. Um seinen Standort im Münchner Norden langfristig zu festigen und auszubauen, hat das Unternehmen das letzte, etwa 26 Hektar große Teilstück der ehemaligen Kasernenfläche im Norden des bestehenden FIZ erworben und für deren Entwicklung einen städtebaulichen Masterplan entwickelt. Als Grundlage lobte die BMW Group in enger Abstimmung mit der Stadt einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus, der im September 2014 entschieden wurde. Bei drei Nachbarschaftsdialogen konnten die Bürgerinnen und Bürger Anregungen geben. Diese wurden in den weiteren Planungsprozess integriert. Konkret soll das FIZ langfristig mit weiteren Verwaltungs-, Forschungs- und Werkstatteinrichtungen, Prüfständen, Designstudios und Infrastrukturen ausgebaut werden.

Gymnasium mit Sport-Schwerpunkt

Westlich der Knorrstraße wird auf einer drei Hektar großen Teilfläche der ehemaligen Kaserne das Gymnasium München-Nord mit Sport-Schwerpunkt entstehen. Als Partnerschule des Leistungssports soll sie besondere Fördermöglichkeiten für den sportlichen Nachwuchs bieten.

Deshalb sind neben dem neuen Schulgebäude eine Sporthalle, eine Zuschauertribüne und Freisportflächen vorgesehen. Den Realisierungswettbewerb haben H4a Gessert + Randecker Architekten aus Stuttgart mit Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten aus Eichstätt im September 2012 für sich entschieden. Die vierzügige Schule für 900 bis 1100 Schülerinnen und Schüler soll 2016/17 den Betrieb aufnehmen.

Weitere Nutzungen

Westlich der Schleißheimer Straße soll ein Gewerbegebiet entstehen, das von der Nähe zum FIZ profitieren könnte. Eine weitere Teilfläche soll dem sonst mit Sporteinrichtungen eher unterversorgten Münchner Norden zugute kommen und Vereinen zur Verfügung stehen.

Im nordöstlichen Teil des Virginia-Depots kommt das Technische Hilfswerk in einer umgenutzten Halle unter. Außerdem entsteht dort der Neubau für eine Kanalbetriebsstation der Münchner Stadtentwässerung nach dem Siegerentwurf eines Realisierungswettbewerbs.

Naturschutz

Besonders auf dem ehemaligen Virginia-Depot gibt es eine reichhaltige Flora und Fauna: Die Biotope mit Arten wie der seltenen Heideschnecke oder dem gefransten Enzian bleiben erhalten und werden durch Ausgleichsflächen ergänzt. So entsteht ein 20 Hektar großer Lebensraum aus Magerrasen und anderen Lebensgemeinschaften auf Trockenstandorten. Für Mauersegler, Dohlen und andere Vögel, die in den als Lager und Speicher genutzten Bunkern des Depots brüteten, wurden in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz zwei Dohlentürme mit Nistplätzen errichtet. Erst danach wurden die Bunker abgerissen.

Stand der Planung

Die Entwicklung des Areals begann 1992 mit vorbereitenden Untersuchungen. 2003 fasste der Stadtrat einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 1939 und beschloss ein Strukturkonzept. Dieses sah eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe und Freizeit vor. Als die BMW Group Interesse signalisierte, ihr Forschungszentrum zu erweitern, wurde der Wohnungsbau auf andere Kasernenflächen verlagert. Zwei Bebauungspläne wurden zur Rechtskraft gebracht: die Nord-Erweiterung des FIZ (Bebauungsplan 1939a) und der Nordosten des ehemaligen Virginia-Depots mit THW und Münchner Stadtentwässerung (1939b). Beide Bebauungspläne traten 2009 in Kraft. Den Beschluss für das Gymnasium fasste der Stadtrat 2008, 2011 wurde das Strukturkonzept entsprechend geändert. Auf dieser Grundlage wurde der Bebauungsplan 1939c im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Er ist am 20. Dezember 2013 in Kraft getreten.

Historie

Die Kronprinz-Rupprecht-Kaserne wurde zwischen 1958 und 1962 errichtet und bis 1994 von der Bundeswehr genutzt. Sie entstand auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Heeresverpflegungsamts - eine zwischen 1936 und 1940 errichtete Depotanlage, die das amerikanische Militär später in das Alabama- und das Virginia-Depot aufteilte. Beide Depots wurden nach US-Bundesstaaten benannt. Das Virginia-Depot wurde 2001 frei.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München