Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Kronprinz-Rupprecht-Kaserne und Virginia-Depot


Luftbild: Kronprinz-Rupprecht-Kaserne und Virginia Depot  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Luftbild: Kronprinz-Rupprecht-Kaserne und Viginia-Depot
© LHM

Das Projekt

Die ehemalige Kronprinz-Rupprecht-Kaserne und das benachbarte Virginia-Depot gehören zu den freigegebenen Militärflächen, die die Stadt München einer neuen Nutzung zuführt: Das 59 Hektar große Areal im Münchner Norden wird zum Forschungs-, Gewerbe- und Bildungsstandort.

Das Planungsgebiet liegt beidseitig der Schleißheimer Straße in unmittelbarer Nachbarschaft des Forschungs- und Innovationszentrums von BMW (FIZ). Südöstlich davon befindet sich an der Knorrstraße die U-Bahn-Haltestelle "Am Hart". Das Gelände wird im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Landeshauptstadt München als "Vertrags-SEM" entwickelt. Die Ziele einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) können auf diese Weise verfolgt werden, ohne dass die Stadt München die Flächen erwirbt.

Stand der Planung

Die Entwicklung des Areals begann 1992 mit vorbereitenden Untersuchungen. 2003 fasste der Stadtrat einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 1939 und beschloss ein Strukturkonzept. Dieses sah eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe und Freizeit vor. Als die BMW Group Interesse signalisierte, ihr Forschungszentrum zu erweitern, wurde der Wohnungsbau auf andere Kasernenflächen verlagert. Drei Bebauungspläne wurden bislang zur Rechtskraft gebracht: Die Bebauungspläne für die Nord-Erweiterung des FIZ (Bebauungsplan 1939a) und für den Nordosten des ehemaligen Virginia-Depots mit Technischem Hilfswerk (THW) und Münchner Stadtentwässerung (1939b) traten 2009 in Kraft. Den Beschluss für das Gymnasium fasste der Stadtrat 2008, 2011 wurde das Strukturkonzept entsprechend geändert. Auf dieser Grundlage wurde der Bebauungsplan 1939c im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Er ist am 20. Dezember 2013 in Kraft getreten. Derzeit befindet sich der Bebauungsplan für das "FIZ Nord Nord" 1939d und das Virginia-Depot 1939e in Aufstellung.

Historie

Die Kronprinz-Rupprecht-Kaserne wurde zwischen 1958 und 1962 errichtet und bis 1994 von der Bundeswehr genutzt. Sie entstand auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Heeresverpflegungsamtes - eine zwischen 1936 und 1940 errichtete Depotanlage, die das amerikanische Militär später in das Alabama- und das Virginia-Depot aufteilte. Beide Depots wurden nach US-Bundesstaaten benannt. Das Virginia-Depot wurde 2001 frei.

Lageplan: Kronprinz-Rupprecht-Kaserne  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Lageplan: FIZ und Kronprinz-Rupprecht-Kaserne
© Henn München / BMW

Forschungs- und Innovationszentrum von BMW

Die BMW Group möchte ihr Forschungs- und Innovationszentrum nochmals nach Norden erweitern ("FIZ Nord Nord"). Hierzu wird der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1939d aufgestellt und der Flächennutzungsplan mit integrierter Landschaftsplanung im Parallelverfahren geändert.

Das Forschungs- und Innovationszentrum, kurz FIZ, bildet das technische Herzstück der BMW Group. Östlich der Schleißheimer Straße finden wesentliche Teile der Forschung und Entwicklung statt. Um seinen Standort im Münchner Norden langfristig zu festigen und auszubauen, hatte das Unternehmen zunächst das letzte, etwa 26 Hektar große Teilstück der ehemaligen Kasernenfläche im Norden des bestehenden FIZ erworben und für deren Entwicklung einen städtebaulichen Masterplan entwickelt. Als Grundlage lobte die BMW Group in enger Abstimmung mit der Stadt einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb aus, der im September 2014 zugunsten von Henn Architekten, München, mit Topotek 1, Berlin, entschieden wurde. Daraus wurde ein Masterplan entwickelt. Bei vier Nachbarschaftsdialogen konnten die Bürgerinnen und Bürger Anregungen geben. Diese wurden in den weiteren Planungsprozess integriert. Konkret soll das FIZ langfristig mit weiteren Verwaltungs-, Forschungs- und Werkstatteinrichtungen, Prüfständen, Designstudios und Infrastrukturen ausgebaut werden.

Ansicht: Gymnasium  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Ansicht des neuen Gymnasiums
© LHM

Gymnasium mit Sport-Schwerpunkt

Westlich der Knorrstraße entstand auf einer drei Hektar großen Teilfläche der ehemaligen Kaserne das Gymnasium München-Nord mit Sport-Schwerpunkt. Als Partnerschule des Leistungssports bietet sie besondere Fördermöglichkeiten für den sportlichen Nachwuchs.

Deshalb gibt es neben dem neuen Schulgebäude eine Sporthalle, eine Zuschauertribüne und Freisportflächen. Den Realisierungswettbewerb haben H4a Gessert + Randecker Architekten aus Stuttgart mit Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten aus Eichstätt im September 2012 für sich entschieden. Die vierzügige Schule für 900 bis 1100 Schülerinnen und Schüler hat 2016 den Betrieb aufgenommen. Derzeit ist die Erweiterung des Gymnasiums München-Nord in Planung.

Virginia-Depot

Auf dem ehemaligen Virginia-Depot befinden sich derzeit Gewerbenutzungen sowie wertvolle Biotop- und Ausgleichsflächen. Für den südöstlichen Teilbereich ist ein Schul- und Gewerbestandort geplant.

Die Flächen westlich der Schleißheimer Straße sollen für höherwertiges Gewerbe und ein berufliches Schulzentrum mit dem Schwerpunkt KFZ-Berufe entwickelt werden. Die Nähe zu bestehenden Automotive-Unternehmen soll Synergieeffekte möglich machen. Eine weitere Teilfläche soll dem sonst mit Sporteinrichtungen eher unterversorgten Münchner Norden zugute kommen und Vereinen zur Verfügung stehen. Hierfür befindet sich der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1939e derzeit in Aufstellung.

Im nordöstlichen Teil des Virginia-Depots entstanden eine neue Kanalbetriebsstation der Münchner Stadtentwässerung sowie ein Standort für das Technische Hilfswerk nach dem Siegerentwurf eines Realisierungswettbewerbs.

Naturschutz

Besonders auf dem ehemaligen Virginia-Depot gibt es eine reichhaltige Flora und Fauna: Die Biotope mit Arten wie der seltenen Heideschnecke oder dem gefransten Enzian bleiben erhalten und werden durch Ausgleichsflächen ergänzt. So entsteht ein 20 Hektar großer Lebensraum aus Magerrasen und anderen Lebensgemeinschaften auf Trockenstandorten. Für Mauersegler, Dohlen und andere Vögel, die in den als Lager und Speicher genutzten Bunkern des Depots brüteten, wurden in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz zwei Dohlentürme mit Nistplätzen errichtet. Erst danach wurden die Bunker abgerissen.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München