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Langfristige Siedlungsentwicklung


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Das Projekt

München ist eine wachsende Stadt und wird es auch bleiben: Die jüngste Bevölkerungsprognose sagt bis 2030 einen Zuwachs von 230.000 Menschen auf 1,723 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner voraus. Doch die Flächen für den Wohnungsbau werden immer knapper. Deshalb hat die Stadt München das Projekt "Langfristige Siedlungsentwicklung" ins Leben gerufen.

Als Folge des Zuzugs wird es absehbar einen Wohnungsengpass geben, besonders beim öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die langfristige Siedlungsentwicklung (LaSie) will deshalb neue Flächen für Wohnungen identifizieren und eine mögliche bauliche Entwicklung in die Wege leiten. 2009 hat die Stadt München drei Gutachten zur Entwicklung der Strategien Verdichtung, Umstrukturierung und Entwicklung am Stadtrand in Auftrag gegeben, um Wachstumspotenziale innerhalb der Stadtgrenzen sowie eine verträgliche Außenentwicklung zu untersuchen. Die Auswirkungen wurden mittlerweile evualiert - mit positivem Ergebnis:

LaSie zeigt Wirkung

Der von LaSie angestoßene Prozess zeigt Wirkung: Von 2013 bis 2015 wurde Baurecht für etwa 15.000 Wohneinheiten geschaffen, mehr als  24.000 Wohneinheiten wurden genehmigt. Außerdem hat LaSie zu einem Paradigmenwechsel beigetragen: Die Auseinandersetzung mit der deutlich wachsenden Stadtbevölkerung und einem erkennbaren Mangel an verfügbaren Entwicklungsflächen hat die Frage nach verträglichen baulichen Dichten in den Mittelpunkt gerückt und zu einem Bewusstseinswandel bei allen betroffenen Akteuren geführt. Bei vielen Neubauprojekten haben sich die Eckdaten im Laufe des Planungsprozesses verändert - es sind deutlich höhere Baudichten zu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt ein erster Statusbericht, der am 6. Juli 2016 im Stadtrat vorgestellt wurde.

Die drei Strategien: Stand der Umsetzung

Drei Gutachterteams haben Strategien zur Gewinnung von Wohnflächen untersucht: die qualifizierte Verdichtung von Wohngebieten, einen Mix aus Wohnen und Gewerbe durch Umstrukturierung von Gewerbeflächen sowie die Möglichkeit einer Siedlungsentwicklung am Stadtrand. Ihre Auswirkungen wurden wie folgt evaluiert:

Icon für die LaSie Strategie Verdichtung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

1. Qualifizierte Verdichtung

Die Nachverdichtung von Siedlungen aus den 1950er bis 1980er Jahren bietet das größte Potenzial, um in München neuen Wohnraum zu gewinnen. Sie machen ein Viertel aller Wohngebiete aus. Durch diese Strategie wurde und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich eine erhebliche Anzahl an Wohnungen generiert.

Eine Nachverdichtung muss immer auch soziale Belange und Freiraumqualitäten berücksichtigen. In Gebieten mit Gartenstadtcharakter soll die Wohnbauentwicklung mit Hilfe einer "blockweisen Betrachtung" gesteuert werden. Dazu sollen in mehreren Testgebieten Instrumente wie Rahmenplanungen erarbeitet werden, um die städtebauliche Qualität zu sichern. Ziel ist es, Qualitäten wie Einzelhausbebauung, wertvolle Baumbestände und zusammenhängende private Freifläche zum einen zu erhalten und zum anderen in Bereichen mit Verdichtungspotenzial behutsam fortzuentwickeln.

Icon für die LaSie Strategie Umstrukturierung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2. Umstrukturierung

Die Umstrukturierung von Gewerbegebieten in gewerblich genutzte Gebiete mit Wohnen wurde seit dem Start von LaSie nur eingeschränkt praktiziert. Die Erfahrungen seit 2013 zeigen, dass Wohnungen, die punktuell in Gewerbegebiete eingebracht werden, das Gewerbe fast komplett verdrängen können.

Großes Umstrukturierungspotenzial liegt jedoch in der Umwandlung von bestehendem Baurecht für Bürostandorte in Baurecht für Wohnstandorte. Dazu ist ein Bauleitplanverfahren nötig. Geeignete Flächen und Bebauungspläne sind jedoch begrenzt - und daher nicht von langfristiger Bedeutung.

Icon für die LaSie Strategie Siedlungsentwicklung am Stadtrand  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

3. Siedlungsentwicklung am Stadtrand

Im Münchner Nordosten liegen die letzten großen zusammenhängenden Flächen, die noch bebaut werden können. Das Gebiet ist deshalb ein wesentlicher Baustein von LaSie. Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme wurden eingeleitet, ein Strukturkonzept wird erstellt.

Das Siedlungswachstum hat dazu geführt, dass innerhalb der Stadtgrenzen Münchens auch in Randlagen nur noch wenige Entwicklungsflächen zur Verfügung stehen. Daher werden Entwicklungen außerhalb bebauter Bereichen notwendig sein. Gleichzeitig sind die Freiräume am Stadtrand ein wichtiger Ausgleichs- und Naherholungsraum mit wertvollen Natur- und Landschaftsräumen. Im Münchner Nordosten wird es vor Einstieg in die Bauleitplanung einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit geben.

Langfristige Freiraumentwicklung

Die Konzeption zur langfristigen Freiraumentwicklung "Freiraum M 2030" hat die Sicherung und Entwicklung von Freiräumen und deren Qualitäten auch im Stadtgebiet zum Ziel.

Im Hinblick auf die zunehmenden Flächenkonkurrenzen und Herausforderungen, den Mangel an Entwicklungsflächen im Stadtgebiet und die Frage nach einer verträglichen baulichen Dichte wird der Freiraumentwicklung in Zukunft ein noch größerer Stellenwert als bisher beizumessen sein.

Langfristige Regionalentwicklung

Die Regionalentwicklung soll im Rahmen der langfristigen Siedlungsentwicklung weiter vertieft werden. Dazu sollen Projekte auf regionaler Ebene unter aktiver Beteiligung der Landeshauptstadt München initiiert werden.

Da auch die Region stetig wächst, soll die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden verstärkt werden.

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Weiteres Vorgehen

Zur Fortführung von LaSie steht in den Bereichen Mobilität, Freiraumplanung, Infrastruktur und Naturschutz weitere Grundlagenarbeit an. So wird das Referat für Stadtplanung und Bauordnung integrierte Strukturkonzepte erarbeiten, die auch Aspekte der Verkehrs- und Grünplanung enthalten.

Themen wie soziale Infrastruktur (insbesondere Versorgung mit Schulen und Kindertagesstätten), Grün- und Freiflächenversorgung und Nahversorgung werden dabei berücksichtigt. Zur Sicherstellung einer konfliktfreien und städtebaulich verträglichen Entwicklung sollen die Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung synchronisiert werden. Bei der Erstellung wird die Landeshauptstadt München mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen breiten Dialog treten. Die integrierten Strukturkonzepte sollen einen verlässlichen Rahmen bilden wenn es darum geht, ob und in welchem Maß bestimmte Gebiete für eine Nachverdichtung geeignet sind. Als erste Prototypen wurden Bereiche in Moosach und Fürstenried ausgewählt.

Meilensteine und nächste Schritte

10/2009: Grundsatzbeschluss und Beauftragung von drei Strategiegutachten
01/2012: Bekanntgabe der Ergebnisse im Stadtrat
02/2012: Diskussion der Ergebnisse bei Zukunftskongress
07/2013: Stadtratsbeschluss zur Umsetzung konkreter Projekte
07/2016: Bekanntgabe eines ersten Statusberichts im Stadtrat
2017: Dokumentation umgesetzter und in Planung befindlicher LaSie-Projekte
2017: Durchführung eines zweiten Zukunftskongresses

Kontakt

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Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-26410