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Langfristige Siedlungsentwicklung (LaSie)


Zweiter Zukunftskongress am 8. November 2017 in München

München wächst. Das Bevölkerungswachstum stellt die Landeshauptstadt vor große Herausforderungen. Mit welchen Strategien kann diesem Wachstum begegnet werden? Mit welchen Planungsinstrumenten kann der Bau neuer, qualitätvoller Wohnungen forciert und das vorhandene Potentiale zeitnah und sozial gerecht entwickelt werden?

Zu diesen Fragestellungen diskutieren nationale und internationale Expertinnen und Experten am Mittwoch, 8. November, in Münchens Alter Kongresshalle. Im Fokus stehen regionale und gesamtstädtische Strategien sowie Beispiele zu den Themen Nachverdichtung, Umstrukturierung und Siedlungsentwicklung am Stadtrand.

Ziel dieses Fachkongresses der Landeshauptstadt München ist es, gemeinsam vorhandene Planungswerkzeuge weiterzuentwickeln und Strategien zu finden, um dem Wachstum in München gerecht zu werden.

Interessierte finden hier in Kürze einen Link zur Anmeldung.

Symbolbild zur Langfristigen Siedlungsentwicklung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Das Projekt LaSie: Drei Strategien für neue Wohnbauflächen

Mit dem Projekt „Langfristige Siedlungsentwicklung“ (LaSie) sucht die Landeshauptstadt München Antworten auf den absehbaren Engpass bei Wohnbauflächen. Das Konzept wurde gutachterlich untersucht und evaluiert.

München ist eine wachsende Stadt und wird es auch bleiben: Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht von 1,85 Millionen Münchnerinnen und Münchnern bis 2035 aus. Um diesem Zuzug gewachsen zu sein, müssen jährlich 8.500 Wohnungen fertiggestellt werden. Wenn die Wohnungsbauaktivitäten nicht gesteigert werden, wird es einen Engpass geben, besonders beim öffentlich geförderten Wohnungsbau. LaSie will deshalb neue Flächen für Wohnungen identifizieren und eine mögliche bauliche Entwicklung in die Wege leiten. Nachverdichtung, Umstrukturierung und Entwicklung am Stadtrand: Diese drei Strategien wurden gutachterlich untersucht, um Wachstumspotenziale innerhalb der Stadtgrenzen sowie eine verträgliche Außenentwicklung zu untersuchen. Die Auswirkungen wurden mittlerweile evaluiert - mit positivem Ergebnis:

LaSie zeigt Wirkung!

LaSie hat dazu beigetragen, in Auseinandersetzung mit der deutlich wachsenden Stadtbevölkerung und dem erkennbaren Mangel an verfügbaren Entwicklungsflächen die Frage nach verträglichen baulichen Dichten in den Mittelpunkt zu rücken. Dies hat zu einem Bewusstseinswandel bei allen betroffenen Akteurinnen und Akteuren geführt. Bei vielen Neubauprojekten haben sich die Eckdaten im Laufe des Planungsprozesses verändert - es sind deutlich höhere Baudichten zu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt ein erster Statusbericht, der am 6. Juli 2016 im Stadtrat vorgestellt wurde.

Die drei Strategien: Stand der Umsetzung

Die qualifizierte Verdichtung von Wohngebieten, die Umstrukturierung von Gewerbe- in Wohnflächen sowie die Möglichkeit einer Siedlungsentwicklung am Stadtrand: Diese drei Strategien zur Gewinnung von Wohnflächen wurden 2009 im Auftrag der Stadt gutachterlich bearbeitet. 2016 wurden ihre Auswirkungen wie folgt evaluiert:

Icon für die LaSie Strategie Verdichtung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

1. Qualifizierte Verdichtung

Die qualifizierte Nachverdichtung von Wohnsiedlungen der 1950er- bis 1980er-Jahre bietet ein großes Potenzial, um in München neuen Wohnraum zu gewinnen. Sie machen ein Viertel aller Wohngebiete aus. Durch die Strategie der Nachverdichtung wurde und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich eine erhebliche Anzahl an Wohnungen generiert.

Nachverdichtung hat verschiedenste Gesichter. Aufstockungen, Hinterhofbebauungen, Baulückenschließungen – bei all diesen Vorhaben müssen verkehrliche Erfordernisse, soziale Belange und Freiraumqualitäten besonders berücksichtigt werden.

Ein besonderer Fall sind die Gebiete mit Gartenstadtcharakter. Hier soll die Wohnbauentwicklung mit Hilfe einer "blockweisen Betrachtung" gesteuert werden. Dazu sollen in mehreren Testgebieten Instrumente wie Rahmenplanungen erarbeitet werden, um die vorhandene städtebauliche Qualität zu sichern. Ziel ist es, Qualitäten wie Einzelhausbebauung, wertvolle Baumbestände und zusammenhängende private Freifläche zum einen zu erhalten und zum anderen in Bereichen mit Verdichtungspotenzial behutsam fortzuentwickeln.

Icon für die LaSie Strategie Umstrukturierung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

2. Umstrukturierung

Großes Umstrukturierungspotenzial für Wohnbauentwicklungen lag in den vergangenen Jahren in der Umwandlung ehemaliger Infrastruktur- und Versorgungsflächen (Bahnflächen, Flughafen, Messe, Kasernenflächen, und anderen). Diese Flächenreserven sind heute zu einem erheblichen Maß bereits umgesetzt. Nun gilt es, gemischt genutzte Gebiete zu entwickeln.

Eine große Chance findet sich in der Umwandlung gewerblich genutzter Flächen in Wohnbauflächen. Durch die Verlagerung von Gewerbebetrieben oder die Entwicklung von extensiv genutzten Einzelhandelsflächen konnten und können neue Wohnbauflächen erschlossen werden. Diese werden in einer dicht bebauten Stadt wie München immer rarer. Gemischt genutzte Flächen aus Wohnen und Gewerbebetrieben rücken damit in den Fokus. Hier muss jedoch dafür Sorge getragen werden, dass punktuell eingestreute Wohnungen das Gewerbe nicht aus emmissionsrechtlichen Gründen verdrängen. Dies wäre ohne Ausweisung von gewerblichen Ausweichstandorten nicht mit dem Ziel einer ausreichenden Gewerbeflächenversorgung vereinbar, wie es das Gewerbeflächenentwicklungsprogramm regelt. In Fortführung der Strategie Umstrukturierung gilt es also, zukünftige Areale zu entwickeln, auf denen ein verträgliches Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe stattfindet.

Icon für die LaSie Strategie Siedlungsentwicklung am Stadtrand  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

3. Siedlungsentwicklung am Stadtrand

Ein weiterer wichtiger LaSie-Baustein ist die städtebauliche Entwicklung des Stadtrands, zum Beispiel im Bereich des Münchner Nordostens. Hier befinden sich große zusammenhängende Flächen, die nicht bebaut sind. Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme wurden eingeleitet, ein Strukturkonzept wird erstellt.

Das Siedlungswachstum hat dazu geführt, dass innerhalb des bereits bebauten Bereichs der Stadt nur noch wenige Entwicklungsflächen zur Verfügung stehen. Daher werden Entwicklungen auch in der Peripherie zunehmend wichtiger. Gleichzeitig sind die Freiräume am Stadtrand ein bedeutender Ausgleichs- und Naherholungsraum mit wertvollen Natur- und Landschaftsräumen. Diese Belange gilt es zu würdigen und in Einklang zu bringen. Auch die Abstimmung und Kooperation mit den Nachbargemeinden ist dabei wichtig.

Die Einbeziehung der Öffentlichkeit ist ein wichtiger Teil dieser Planungsprozesse. Es gibt verschiedenste Formate, die zu einer Diskussion einladen sollen. So wurde im März und April 2017 ein fünfwöchiges Dialogforum im Münchner Nordosten abgehalten. Dabei ging es um die Herausforderungen, die mit dem Weiterbauen der Stadt verknüpft sind: den Bau von Straßen, ÖPNV-Anschlüssen, Schulen, Freizeitmöglichkeiten und vielem mehr. Denn in den Bereichen am Stadtrand kann selten auf bestehende Strukturen zurückgegriffen werden. Hier gilt es, einen neuen lebenswerten Stadtteil mit eigener Identität entstehen zu lassen.

Ergänzende Strategien

Es gibt weitere Strategien, die die langfristige Siedlungsentwicklung ergänzen. Diese sind:

Langfristige Freiraumentwicklung

Die Konzeption zur langfristigen Freiraumentwicklung "Freiraum M 2030" hat die Sicherung und Entwicklung von Freiräumen und deren Qualitäten auch im Stadtgebiet zum Ziel.

Langfristige Siedlungsentwicklung kann nicht ohne die entsprechenden Freiraumentwicklungen gedacht werden. Je mehr Menschen in einer Stadt leben, desto mehr Menschen suchen auch die Möglichkeit, sich in ihrer Umgebung zu erholen, Sport zu treiben, den Spielplatz zu nutzen oder auf einer Decke im Park ein Buch zu lesen. Von Parks bis zu Dachgärten, von Straßen bis zu kulturellen Zwischennutzungen - das alles kann Freiraum sein, egal ob es grün ist oder nicht.

Im Hinblick auf die zunehmenden Flächenkonkurrenzen und Herausforderungen, den Mangel an Entwicklungsflächen im Stadtgebiet und die Frage nach einer verträglichen baulichen Dichte wird der Freiraumentwicklung in Zukunft ein noch größerer Stellenwert als bisher beizumessen sein.

Langfristige Regionalentwicklung

Die Regionalentwicklung soll im Rahmen der Langfristigen Siedlungsentwicklung weiter vertieft werden. Dazu sollen Projekte auf regionaler Ebene unter aktiver Beteiligung der Landeshauptstadt München initiiert werden.

Die Region München wächst im gleichen Maße, in Relation zu den bestehenden Siedlungen, teilweise stärker als die Landeshauptstadt. Die Themen, die es im Münchner Umland zu bewältigen gilt, sind dieselben, die in der Stadt diskutiert werden. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam die Bemühungen zur Gestaltung des Wachstums zu verstärken und die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden weiter zu vertiefen.

Weiteres Vorgehen

LaSie und die entwickelten Strategien werden fortwährend weiter konkretisiert und räumlich umgesetzt. Der Stadtrat hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Juli 2016 beauftragt, weitere integrierte Strukturkonzepte zu erarbeiten, die Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumentwicklung eng miteinander verzahnen.

Auch Themen wie die Versorgung mit Schulen, Kindertagesstätten und Einzelhandel werden dabei berücksichtigt. Zur Sicherstellung einer konfliktfreien und städtebaulich verträglichen Entwicklung werden die Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung zeitlich aufeinander abgestimmt, die Bürgerinnen und Bürgern in einen Dialog eingebunden.

Die integrierten Strukturkonzepte sollen einen verlässlichen Rahmen bilden, wenn es darum geht, ob und in welchem Maß bestimmte Gebiete für Wohnbauentwicklung geeignet sind.

Meilensteine und nächste Schritte

10/2009: Grundsatzbeschluss und Beauftragung von drei Strategiegutachten
01/2012: Bekanntgabe der Ergebnisse im Stadtrat
02/2012: Diskussion der Ergebnisse bei erstem Zukunftskongress
07/2013: Stadtratsbeschluss zur Umsetzung konkreter Projekte
07/2016: Bekanntgabe eines ersten Statusberichts im Stadtrat
8.11.2017: Zweiter Zukunftskongress

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-26410