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FAQ - häufige Fragen und Antworten zu Ludwigsfeld


    Wo befindet sich die Siedlung und wie groß ist das Planungsgebiet?

    Die Siedlung Ludwigsfeld liegt im 24. Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl. Für das 32 Hektar große Areal der bestehenden Siedlung sowie im Osten und Süden angrenzende Flächen wurde eine grobe Strukturskizze erstellt.

    Was ist geplant?

    Die Siedlung Ludwigsfeld soll städtebaulich verträglich verdichtet und im östlich und südlich angrenzenden Bereich erweitert werden. Im Zuge der Entwicklung soll die Versorgung der bestehenden Siedlung mit sozialen Einrichtungen, Bildungs- und Sportinfrastruktur sowie Nahversorgungsläden verbessert werden. Außerdem soll eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr geschaffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der problematischen Parkplatzsituation innerhalb der Siedlung und dem notwendigen Ausbau der Karlsfelder Straße.

    Wie ist die Siedlung aktuell bebaut?

    Aktuell besteht die Siedlung aus 36 zwei- bis dreigeschossigen Gebäudezeilen mit zirka 660 Wohneinheiten und einer Gesamtwohnfläche von rund 29.000 Quadratmetern. Die durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 43 Quadratmeter. Neben der Wohnnutzung gibt es 15 Gewerbeeinheiten mit einer Gesamtnutzfläche von rund 1.150 Quadratmetern. Darunter befinden sich unter anderem das Sportheim des TSV Ludwigsfeld sowie jeweils ein Versammlungsraum für die ukrainisch-orthodoxe Kirchengemeinde und die Interessengemeinschaft Ludwigsfeld (IGLU). Südlich der Karlsfelder Straße befindet sich die Erzengel-Michael-Kirche. Am östlichen und südlichen Rand der Siedlung wurden ab Ende der 1990er Jahre Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut. Hier befinden sich zwei weitere Kirchen, die georgisch-orthodoxe und die katholische Kirche. Diese Flächen sind nicht Teil der Nachverdichtungsuntersuchungen, die im Zuge des Strukturkonzepts erstellt werden. Bei der Planung wird großer Wert auf hochwertige Übergänge zwischen den vorhandenen Häusern und der neu hinzukommenden Bebauung gelegt.

    Ist schon klar, wie viele Wohnungen gebaut werden?

    Konkrete Festlegungen, beispielsweise wie viele Wohnungen gebaut werden könnten, gibt es noch nicht. Diese so genannten Eckdaten werden im nächsten Schritt mit der Entwicklung des Strukturkonzepts erarbeitet. Es gibt lediglich erste Zahlen, wie viele Wohnungen aus verkehrsplanerischer Sicht im Maximalfall möglich wären. Bei der Ermittlung der tatsächlichen Wohnungszahl kommen jedoch zahlreiche weitere Aspekte hinzu, die abgewogen werden müssen. Dazu gehören beispielsweise das städtebauliche Erscheinungsbild der Siedlung, Grün- und Abstandsflächen zwischen den Gebäuden, der Schutz des Baumbestandes und vorhandener Pflanzen- und Tierarten, Einschränkungen durch Lärmbelastung sowie Bereiche, die frei bleiben müssen, um Kaltluft hindurchströmen zu lassen. All diese Aspekte werden im Rahmen der weiteren Planung geprüft, um zu sehen, wie viele Wohnungen in der Siedlung selbst und wie viele auf den angrenzenden Flächen in einer verträglichen Weise errichtet werden können. Auf Basis dieser Untersuchungen gibt der Stadtrat die weitere Richtung für eine künftige Entwicklung und Erweiterung der Siedlung vor.

    Was sind die nächsten Schritte? Wie kann ich mich informieren und beteiligen?

    • Schon vor den weiteren vertiefenden Untersuchungen und der Entwicklung des Strukturkonzepts werden die Bürgerinnen und Bürger in einer ersten Beteiligung in den Prozess einbezogen: Vertreterinnen und Vertreter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung und der Eigentümer stellten eine grobe Strukturskizze bei vier Rundgängen durch die Siedlung vor und nahmen das Ortswissen und die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Die Spaziergänge fanden am 29. August sowie am 5., 20. und 21. September statt. Am 17. Oktober wurden die Erkenntnisse aus den Rundgängen und allgemeine Informationen zum Projekt bei einer Informations- und Dialogveranstaltung vorgestellt und diskutiert.
    • Auf dieser Basis werden ab Herbst 2019 die planerischen Eckdaten erarbeitet; die Bürgerinnen und Bürger werden erneut in den Prozess eingebunden. Danach wird der Stadtrat über das Strukturkonzept entscheiden. Anschließend ist ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb mit Beteiligung der Bürgerschaft geplant.
    • Es folgt ein Bebauungsplanverfahren mit frühzeitiger und formeller Bürgerbeteiligung.

    Ist die Nachverdichtung und Erweiterung der Siedlung bereits beschlossene Sache?

    Nein. Der im Juli 2019 gefasste Grundsatzbeschluss des Stadtrats gibt dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung den Auftrag, die Öffentlichkeit zu beteiligen und alle notwendigen Untersuchungen und Prüfungen vorzunehmen. Auf Basis der bisher unternommenen Voruntersuchungen wird von einer grundsätzlichen Eignung des Gebiets für eine Bebauung beziehungsweise Verdichtung ausgegangen, zumal diese auch Vorteile für die Versorgung der Bestandssiedlung mit sich bringen würde. Ob und in welchem Umfang hier tatsächlich Wohnungen entstehen, wird erst im Rahmen weiterer Stadtratsbefassungen, zu den Eckdaten und später zum Bebauungsplan, Schritt für Schritt entschieden.

    Welche Rolle spielen der Erhalt der Bäume und der Umweltschutz bei der Planung?

    Das Siedlungsgebiet verfügt über einen hohen Anteil an Grünflächen und Biotopstrukturen. Die teilweise dichten Gehölzbestände geben dem Bereich einen landschaftlichen Charakter. Bei der Planung für eine Weiterentwicklung des Gebiets sind sowohl die Belange des Natur- und Artenschutzes als auch der Erholungsfunktion und eines attraktiven Wegenetzes (insbesondere Fuß- und Radwege) zu beachten. Die Siedlung ist mit dem Schwabenbächl, dem Würmkanal und der anschließenden Landschaft als Teil eines landschaftlichen Erholungsraums zu sehen. Da der Bereich erstmals vor 80 Jahren bebaut und ab den 1950er Jahren als Wohngebiet weiter bebaut wurde, stammen die meisten gebietsprägenden Bäume aus dieser Zeit. Das Gebiet der Strukturskizze befindet sich teilweise im Umgriff der Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München. Die prägende Baumkulisse der bestehenden Siedlung Ludwigsfeld soll möglichst erhalten werden, ebenso die Grünstrukturen der Fläche um die Baracke und im Bereich des Sportplatzes. Weiterhin ist auf eine ausreichende Biotopvernetzung zu achten.

    Wie wird der hinzukommenden Verkehrsbelastung begegnet?

    Bei der Planung soll darauf geachtet werden, dass möglichst wenig zusätzlicher Autoverkehr entsteht. Stattdessen müssen Angebote für eine verbesserte Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gefunden werden. Außerdem sollen Sharing-Modelle gefördert werden. Planungen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hinsichtlich der Einrichtung beziehungsweise Ausweitung von Ring- und Expressbuslinien sollten in die Überlegungen mit einbezogen werden. Außerdem könnte mit einer guten Anbindung an das Radnetz auf die verkehrlichen Belastungen reagiert werden. Die Parkplatzsituation ist ein besonders wichtiger Aspekt bei den Überlegungen für die Siedlung Ludwigsfeld. Für den heute bereits bestehenden Mangel an Autoparkplätzen sollen im Zuge der Planungen Lösungen gefunden werden.

    Was geschieht mit den Überresten des Außenlagers Dachau-Allach?

    1943 wurde im Bereich der heutigen Siedlung Ludwigsfeld das Außenlager Dachau-Allach des Konzentrationslagers Dachau angelegt, das im Laufe der Jahre 1943/44 mehrfach erweitert wurde und von dem noch ein heute denkmalgeschütztes Gebäude erhalten ist. Ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Spuren sowie die Schaffung eines Gedenkorts werden bei den weiteren Planungen berücksichtigt.

    Weitere Informationen zum Erinnerungsort „Ehemaliges KZ-Außenlager Allach” sowie zur Machbarkeitsstudie zu einem Dokumentationsort finden Sie hier.

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Referat für Stadtplanung und Bauordnung
    Bereich - Langfristige Siedlungsentwicklung Strukturkonzepte

    Blumenstraße 31
    80331 München