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Münchner Norden


Umgriff Entwicklungsgebiet Feldmoching-Ludwigsfeld, Luftbild  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Umgriff Planungsgebiet, Luftbild. Zum Vergrößern bitte anklicken.
© LHM

Stadtentwicklung für Feldmoching - Ludwigsfeld

Der Stadtrat hat am 22. Juli 2020 in der Vollversammlung die Einleitung einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) für den Münchner Norden beschlossen. Auf einer Fläche von zirka 900 Hektar rund um Feldmoching sowie nördlich der Fasanerie soll ein neues Stadtquartier entstehen.

Der kooperative Ansatz wird im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen fortgesetzt. Alle Akteure, insbesondere Grundstückseigentümer*innen, werden frühzeitig beteiligt und eng in die weiteren Überlegungen miteinbezogen. Besonders die konstruktive Fortsetzung der agrarstrukturellen Untersuchung ist dabei ein wichtiger Baustein.

Der Grundsatzbeschluss der Vollversammlung vom 27. Juni 2018, mit dem der Stadtrat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung mit der Erarbeitung eines kooperativen Stadtentwicklungsmodells für Feldmoching-Ludwigsfeld beauftragt hat, wird aufgehoben. Die damals beschlossene und am 11. Juli 2018 in Kraft getretene Vorkaufssatzung gilt weiterhin fort.

Eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) ist ein in §§ 165 ff. des Baugesetzbuchs (BauGB) geregeltes Instrument der Stadtentwicklung. Ziel ist es, für das Entwicklungsgebiet eine am Allgemeinwohl orientierte Planung mit der notwendigen Infrastruktur wie Erschließung, Kindertagesstätten, Schulen und Grünflächen als Gesamtmaßnahme zügig durchführen und umsetzen zu können. Vor der förmlichen Festlegung des städtebaulichen Entwicklungsbereichs sind vorbereitende Untersuchungen durchzuführen oder zu veranlassen, um entsprechende Beurteilungsgrundlagen zu erhalten.

Erst auf dieser Grundlage entscheidet der Stadtrat dann über eine etwaige förmliche Festlegung einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme.

Agrargutachten für den Münchner Norden

Bei den Plänen für die städtebauliche Weiterentwicklung des Münchner Nordens soll vor allem eines im Vordergrund stehen: Kooperation. Mit den Feldmochinger*innen und speziell auch mit den örtlichen Landwirt*innen, die im 24. Stadtbezirk mehr als 1.000 Hektar Land bewirtschaften. 440 Hektar davon befinden sich im Umgriff des städtebaulichen Untersuchungsgebiets .

Um die Interessen der Landwirt*innen gebührend berücksichtigen zu können, hat der Stadtrat die Erstellung eines Agrargutachtens beschlossen. Das Ergebnis dieser Bestandsaufnahme liegt nun vor. 15 Landwirtschafts- und 14 Gartenbaubetriebe sowie eine Imkerei haben mitgemacht.

Landwirtschaft mit Zukunft

Ein paar wichtige Ergebnisse in Kürze: Unter den im Münchner Norden geernteten Produkten ist neben den wichtigsten Kulturen Getreide, Mais, Kartoffeln und Raps ein vergleichsweise hoher Anteil Feldgemüse, der etwa zur Hälfte direkt im Stadtgebiet verkauft wird. Die meisten Landwirt*innen und Gärtner*innen bewirtschaften kein eigenes, sondern gepachtetes Land. Nahezu alle Betriebe wollen auch in den kommenden Jahren weitermachen. Die Umstellung auf ökologischen Landbau oder Tätigkeiten in der Landschaftspflege sind bisher noch skeptisch betrachtete Einkommensbereiche. Viele Landwirt*innen treibt die Sorge um, dass eine anderweitige Nutzung der Flächen die Existenz ihres Betriebs gefährdet.

Das nun vorliegende Papier knüpft an frühere agrarstrukturelle Erhebungen aus den 1980er-Jahren sowie langjährige Kooperationsprojekte mit der Landwirtschaft an. Es soll der Anfang sein für eine ganze Reihe von Gutachten zur Landwirtschaft in München. Der Stadtrat hat eine Fortsetzung bereits im Grundsatz beschlossen, und auch die Gutachter*innen halten dies für sinnvoll.

Die Bearbeitung der Agrarstrukturuntersuchung erfolgte im Jahr 2020 durch die BBV Landsiedlung GmbH mit Sitz in München. Daneben wurde es fachlich und ideell begleitet von den Fachstellen der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und vom zuständigen Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Kern ist eine Befragung der Betriebe

Das Gutachten erfasst und bewertet die Anforderungen und Herausforderungen für Landwirtschaft und Gartenbau, es formuliert einen Vorschlag für ein Zukunftskonzept. Es geht darum, wie viel Fläche die Landwirt*innen künftig benötigen und wofür. Dabei werden aktuelle Themen der großstadtnahen Landwirtschaft erörtert, wie z.B. Direktvermarktung, Ökolandbau, Bereitstellung spezieller weiterer Dienstleistungen, etwa zur Landschaftspflege.

Kern der Untersuchung ist eine Befragung der ortsansässigen Betriebe, die einen umfassenden und repräsentativen Überblick über deren betrieblichen Status und die Zukunftsplanungen gibt. Dank der Unterstützung v.a. vom Bayerischen Bauernverband und Heimatboden e.V. nahmen die allermeisten Betriebe im Gebiet an der freiwilligen und anonymen Befragung teil und trugen dazu bei, ein stichhaltiges Gesamtbild zu erzielen.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München