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Variante 1: Die Perlenkette


Variante 1: Quartiere als Perlenkette  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Entwicklungsachse entlang der S8

Dieser Vorschlag orientiert sich deutlich an den bestehenden Siedlungsstrukturen – östlich des Hüllgrabens bleibt der freie Landschaftsraum in seiner ganzen Weite erhalten. Hier liegen die neuen Siedlungen vorrangig entlang der S-Bahnlinie.

Wie drei Perlen einer Kette sind die neuen Quartiere in dieser Variante entlang der in einen Tunnel verlegten S8 aufgereiht. Die Variante 1 erweitert die bestehenden Dorfkerne Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen zu drei eigenständigen Quartieren, die durch Grünkorridore verbunden werden. Durch den S8-Tunnel wachsen die Quartiere beiderseits der Bahn wieder zusammen. Nach Osten hin markiert der Hüllgraben die räumliche Grenze zur freien Landschaft, dem Münchner Grüngürtel.

Für die Planerinnen und Planer waren die gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelten Leitsätze wichtige Zielvorgaben. Einer der Leitsätze für den Münchner Nordosten lautet „Adressen Nordost“ und nimmt Bezug darauf, dass neue Nutzungen Rücksicht auf den bisherigen Charakter der Quartiere nehmen sollen. Bestehende Identitäten sichern und Vielfalt ermöglichen ist auch ein Ziel, das mit dem Leitsatz der „Nordost-Collagen“ erreicht werden soll.

Die Variante der Perlenkette nimmt Bezug auf das historische Siedlungsmuster der Dörfer und interpretiert dieses vor dem Hintergrund der räumlichen Verbindung zum Flughafen neu. Die neuen Siedlungsgebiete rücken im Sinne einer starken Verdichtung entsprechend nah an den Bestand heran. Die historischen Dorfkerne sollen dabei aufgewertet werden – unter anderem durch kulturelle Nutzungen. Da man den Hüllgraben als natürliche Grenze festlegt, bietet diese Variante im Vergleich zu den anderen Varianten weniger Spielraum bei der Siedlungsentwicklung.

Enge Anbindung an Bogenhausen

Gemäß dem Leitsatz „(Nah)mobil“ wird beim Verkehr der Schwerpunkt auf den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs gelegt. Durch die mögliche Verlängerung der U4 wird östlich der S8 ein neu entstehender Stadtteil erschlossen. Rund um eine mögliche neue Haltestelle nördlich von Englschalking entsteht ein neues Quartierszentrum mit Wohnen, Einkaufsmöglichkeiten, Büros und Gastronomie. Ob die U-Bahnstation realisiert werden kann, ist von der Einwohnerdichte im Umfeld abhängig.

Zusätzlich verbindet eine neue Tram oder Buslinie parallel zur S8 die neuen Quartiere von Nord nach Süd. Wichtiger Teil des Konzepts in dieser Variante ist die enge Anbindung der neuen Stadtteile an die bestehenden Siedlungsbereiche in Bogenhausen. Nahversorgungszentren liegen an den drei S-Bahn-Haltepunkten und ermöglichen durch den viergleisigen Ausbau der S8 in Tunnellage einen neuen und barrierefreien Austausch der bislang getrennten Quartiere.

Wer auf das Auto angewiesen ist, erreicht die neuen Siedlungsgebiete auch über neue Achsen im Norden und im Süden, deren Verlauf vorrangig in den neu geplanten Siedlungsflächen liegen wird. Die bestehenden Wohngebiete bleiben dadurch so weit wie möglich von zusätzlichem Autoverkehr verschont. Lediglich im südlichen Bereich verläuft die Trasse über die Rennbahnstraße entlang bestehender Bebauung. Die Kreuzung an der Riemer Straße wird entsprechend ausgebaut. Nach Westen stehen durch die Tunnellage der S8 ebenerdige Straßenverbindungen zur Verfügung.

Freie Landschaft östlich des Hüllgrabens

Durch die konzentrierte Anordnung der neuen Siedlungen entlang der S8 bleiben die Flächen östlich des Hüllgrabens mit den Flächen der Galopprenn- und Trainingsbahn frei von zusätzlicher Bebauung. Mit direkter Verbindung zum Riemer Landschaftspark entlang des Hüllgrabens bis ins Erdinger Moos bleibt ein weiter Landschaftsraum erhalten. Ein hoher Erholungs- und Freizeitwert entsteht durch die Integration des Pferdesports, zusätzliche Sportangebote und einen Badesee nordöstlich von Johanneskirchen. Der weitläufige Landschaftsraum ist auch für den Biotop- und Artenschutz äußerst wertvoll. Die Grünzone bietet sich als vielseitig nutzbares Naherholungsziel für die Region an.

Im Sinne des Leitsatzes „Lokal ist nachhaltig“ soll die charakteristische landwirtschaftliche Nutzung mit Grünland und Gartenbau als Kultur und Bildungsträger ausgebaut werden. Im nördlichen Bereich ist weiterhin Ackerbau möglich.

Checkliste

Siedlung & Versorgung

  • Einwohnerpotenzial von ca. 27.500 und ca. 9.500 Arbeitsplätze
  • enge Verknüpfung mit Bestand, kleinteilige Bebauung im Umfeld der historischen Dorfkerne
  • urbanes Wohnen im Bereich der neuen Zentren
  • kleinteilige Bebauung im Umfeld der historischen Dorfkerne
  • hohes Arbeitsplatzpotenzial in Englschalking
  • drei eigenständige Quartiere mit eigenen Zentren
  • großes Quartierszentrum nordöstlich von Englschalking

Landschaft, Freizeit & Erholung

  • weitläufige Landschaft bleibt östlich des Hüllgrabens und entlang des Bahndamms erhalten
  • Olympiareitanlage, Galopprennbahn und Trainingsbahn werden wichtiger Bestandteil der Landschaft
  • bestehende Grünverbindungen werden ausgebaut
  • Option auf einen Badesee im Norden
  • Sportflächen und Kleingärten an den östlichen Ortsrändern
  • Erholungsangebote vermitteln Gefühl für „Leben am ländlich geprägten Stadtrand“

Natur & Landwirtschaft

  • großer Anteil an wertvollen Bäumen, Biotopen und Ausgleichsflächen bleibt erhalten
  • Hüllgraben wird renaturiert, Erlebbarkeit gestärkt
  • charakteristische Weite bleibt erhalten
  • ackerbauliche Nutzung konzentriert sich im Norden
  • Grünland, Landschaftspflege und Gemüsebau sind Schwerpunkte der Landwirtschaft

Verkehr

  • großer Teil neuer Siedlungen wird von bestehender S-Bahn erschlossen
  • mögliche Verlängerung der U4 mit einer neuen Haltestelle östlich der S8
  • Bus oder Tram bieten neue Nord-Süd-Verbindung
  • Autoverkehr hauptsächlich über Nord-Süd-Achse im neuen Siedlungsgebiet
  • Ausbau Kreuzung Rennbahnstraße/Riemer Straße
  • nördliche Anbindung an den Autobahnzubringer M3

Kultur & Sachgüter

  • durch die Grünbereiche bleiben die Freistellung der Dorfkerne und bedeutende Blickbeziehungen erlebbar
  • heutige Gestalt der Salzstraße wird überformt
  • Gut Riem bleibt unverändert erhalten

Gewerbe

  • klassisches Gewerbe aus dem Bestand im Süden und an der Bahn
  • Büros im Bereich der möglichen S- und U-Bahnhaltepunkte

Bildung und Sport

  • fünf neue Grundschulen und zwei weiterführende Schulen
  • Sportflächen in den neuen Grünzügen

Regionale Einbindung

  • unzerschnittene großzügige Freiräume als Stadtrand
  • stärkt die beiden Achsen entlang der Bahnlinie
  • neue Siedlungsgebiete vor allem über den Schatzbogen und den Zubringer zur M3 eng mit der Region verbunden
  • übergeordnete Erschließungsachsen nach Osten sind nicht vorgesehen
Die drei Varianten für den Münchner Nordosten Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Die drei Varianten

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Variante 1: Perlenkette

Kartendarstellung der Variante 1 Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Variante 1

Kontakt

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München