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Nordhaide


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Das Projekt

Am nördlichen Stadtrand von München sind auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz "Panzerwiese" rund 2.500 Wohnungen für 6.500 Menschen entstanden. Der neue Stadtteil liegt an einer Heidelandschaft und hat einen großen Wohnwert. Es gibt vielfältige Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten, Betreuungs- und Einkaufsangebote.

Beispiele herausragender Architektur prägen das Quartier, etwa das Dominikuszentrum.

1994 hat die Stadt München die Panzerwiese von der Bundesrepublik erworben. Damit wurde erstmals in München ein Gebiet unter den rechtlichen und planerischen Prämissen einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme umgestaltet. Das neue Quartier entstand auf rund 30 Hektar Fläche im Südwesten der 200 Hektar großen Panzerwiese, einer europaweit einmaligen Primärheide von herausragendem ökologischem Wert.  Im Jahr 2011 wurde das Quartier fertiggestellt.

Planungskonzept

Grundlage der Planung war das Ergebnis eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerbs. Der Siegerentwurf der Augsburger Architekten Hans Engel und Prof. Herbert Jötten mit der Landschaftsarchitektin Prof. Bü Prechter aus Nürtingen schlug eine Zeilenbebauung vor, die die Heidelandschaft tief in das Quartier hineinführt und Sichtbeziehungen schafft. Die vorwiegend dreigeschossige Bebauung mit den siebengeschossigen Hochpunkten nimmt die unterschiedlichen Gebäudehöhen der Umgebung auf und gliedert ganz selbstverständlich die Baustruktur. Das neue Quartier ergänzt die vorhandene Bebauung, gibt dem gesamten Stadtteil einen markanten urbanen Impuls und schließt mit einem klaren Ortsrand zur Haide ab. Die Heidelandschaft mit den grünen Angerflächen im Quartier, den Spielplätzen und Bewohnergärten bildet das zentrale Element des Grünkonzepts.

Zusätzlich zu den 1.955 Wohnungen wurden 545 Appartements für Studierende errichtet. Darüber hinaus sind eine Grundschule mit Tagesheim und Hort, Kindertageseinrichtungen, offene Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, ein Bewohnerzentrum und das katholische Dominikuszentrum mit Caritas-Zentrum entstanden. Ein Schulzentrum mit einer Berufsoberschule, einer Fachoberschule und einer Fachakademie für Heilpädagogik wird derzeit gebaut. Die neue Siedlung hat erheblich zur Stabilisierung des Wohnstandorts im Münchner Norden beigetragen und aufgrund der sehr guten Ausstattung mit Infrastruktur und Spielmöglichkeiten einen großen Zuzug von Familien bewirkt.

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb

  • 1993 ausgelobt
  • Sieger: Arbeitsgemeinschaft Hans Engel und Prof. Herbert Jötten, Augsburg, mit der Landschaftsarchitektin Prof. Bü Prechter, Nürtingen
Grünplan  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Quartier der kurzen Wege

Die Diagonale

Über der U-Bahntrasse durchzieht ein besonderer Grünzug das Wohngebiet: die Diagonale. Entlang dieser 500 Meter langen geschwungenen Allee zwischen Dominikusplatz und Nordhaideplatz eröffnen sechs Westentaschenparks ein umfangreiches Spiel- und Aufenthaltsangebot. Die Endpunkte der Diagonale werden durch das Dominikuszentrum und das Einkaufszentrum "Mira" am U-Bahnhof Dülferstraße markiert. Von hier aus ist die Innenstadt in 15 Minuten zu erreichen. Das autofreie Infrastrukturband der Diagonale und ein ergänzendes Wegesystem geben den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, ihre täglichen Erledigungen auf kurzen und sicheren Wegen zu tätigen.

Öffentlicher Raum

Die Erschließungsanger und die Diagonale schaffen eine differenzierte Abfolge öffentlicher Räume. Die unterschiedlich gestalteten Plätze und Infrastruktureinrichtungen fördern das nachbarschaftliche Gemeinschaftsleben über alle Generationen hinweg. Der öffentliche Raum wird zu einem Ort der Begegnung und des Aufenthalts. Seine hohe Akzeptanz fördert die Identifikation mit dem Gebiet und sorgt für eine Belebung, die das Gefühl der Sicherheit vermittelt. Dies bestätigen die Bewohnerinnen und Bewohner in der Filmdokumentation „Die Nordhaide – Leben in einem neuen Stadtviertel“.

Qualitätvolle Architektur

Architektonisch herausragende Einzelbauten wie das Dominikuszentrum (Meck Architekten, München, mit Burger Landschaftsarchitekten, München), die Studentenwohnanlage (Bogevischs Buero Hofmann Ritzer Architekten, München, mit Keller Landschaftsarchitekten, München) und die Grundschule (Felix Schürmann Ellen Dettiger Architekten, München, mit Landschaftsarchitekten Stötzer+Neher GmbH, Sindelfingen) setzen im Quartier Akzente. Besonderer Wert wurde auf eine umweltfreundliche und energieeffiziente Bauweise gelegt. Zudem spielten von Beginn an Aspekte geschlechtergerechter Planung eine wichtige Rolle.

Chronologie

Bis 1990 Truppenübungsplatz
29. Januar 1992 Grundsatzbeschluss
3. Juni 1992 Einleitungsbeschluss für eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme
1993 bis 1995 Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb
15. Dezember 1994 Beurkundung des Kaufvertrags mit der Bundesrepublik Deutschland
1994 bis 2001 Bebauungsplanung
1998 bis 2011 Bebauung

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München