Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona
zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Neues Leben auf dem PaketPost-Areal


      Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Urbane Gasse mit Blick auf die Türme, links die Paketposthalle
    © Herzog & de Meuron/LHM

    Das Projekt

    Auf einem Gewerbeareal im Süden Neuhausens soll ein neues, unverwechselbares Stadtquartier mit rund 1.100 Wohnungen sowie Büros für 3.000 Arbeitsplätze entstehen. Im Mittelpunkt steht die jetzt noch als Briefverteilzentrum genutzte Paketposthalle, deren kühn geschwungene Konstruktion als öffentlicher Treffpunkt und als Kulturzentrum genutzt werden soll.

    Flankiert werden soll das einst als Güterbahnhof genutzte Bauwerk, das Ende der 1960er Jahre die weltweit größte freitragende Betonfertighalle war, von zwei Hochhaus-Türmen, die wie der gesamte Masterplan für das Gelände vom Architekturbüro Herzog & de Meuron stammen. Sie „zitieren“ an ihren konkav gewölbten Seitenfassaden ganz bewusst den Bogen der Paketposthalle – nur eben in vertikaler Richtung. So sehen es die Planungen des Investors, der Büschl-Unternehmensgruppe, für das Areal an der Arnulfstraße auf Höhe Friedenheimer Brücke vor. Abschließende Entscheidungen sind noch nicht gefallen, das Projekt befindet sich in einer frühen Phase des Planungs- und Genehmigungsprozesses – zudem kommen erst noch die Münchner*innen zu Wort.

    Wie hoch die Türme genau werden, wie die Halle konkret genutzt werden kann und wie ein lebenswertes Viertel aussehen könnte, können etwa 100 durch Zufallsauswahl gesuchte Bürger*innen im Herbst diskutieren. Die Ergebnisse dieses vom Stadtrat beschlossenen Bürger*innengutachtens fließen in die weiteren Planungen mit ein. Die Fernwirkung der Hochhäuser und damit die Auswirkung auf die Stadtsilhouette wird noch durch ein Gutachten untersucht.

    Die Planung für die Türme wurde aktuell noch weiterentwickelt: Die Architekten, die auch die Allianz-Arena im Münchner Norden sowie die Fünf Höfe in der Altstadt entworfen haben, haben zwei Schrägaufzüge an den Außenfassaden ergänzt und die Türme so gedreht, dass die filigrane Form besser zur Geltung kommt.

    Modell PaketPost-Areal Video abspielen
    Modell des PaketPost-Areals im PlanTreff in der Blumenstraße 31

    Das Modell

    Wer die Ausstellung des städtebaulichen Modells im PlanTreff in der Blumenstraße verpasst hat: Das nebenstehende Video beleuchtet das PaketPost-Areal in Miniaturform von allen Seiten. Die Präsentation endete am 29. Juli.

      Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Die Wölbung der Türme "zitiert" das Dach der Paketposthalle.
    © Herzog & de Meuron/LHM

    Das Besondere

    Das neue Quartier sticht architektonisch hervor – durch die (dann sanierte) Paketposthalle und die beiden Türme, in deren obersten Etagen Gastronomie, Kultur und eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform vorstellbar sind. Die überwiegend sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser, in deren Erdgeschossen Geschäfte und Gastronomie unterkommen sollen, stehen südlich, westlich und nördlich davon – dort befinden sich heute unter anderem die Werksparkplätze der Deutschen Post, die voraussichtlich bis 2023 die Flächen räumen will.

    Auch in den Türmen sollen neben Büros Wohnungen unterkommen - das gesamte Quartier wird nach den Grundsätzen der sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) geplant, die einen festen Anteil geförderter beziehungsweise bezahlbarer („preisgedämpfter“) Wohnungen garantiert. Die Gassen rund um die Gebäude werden autofrei konzipiert, der gesamte Anlieferverkehr soll unterirdisch ablaufen. Dort befinden sich auch die Parkplätze der Anwohner*innen.

    Das Viertel soll sich durch ein klares Bekenntnis zur Ökologie und Nachhaltigkeit auszeichnen. So sind beispielsweise Pergolen mit Photovoltaikanlagen auf den gemeinschaftlich nutzbaren, begrünten Dachflächen vorgesehen. Um die CO2-Belastung zu reduzieren, wird eine Holzhybridbauweise der beiden Hochhäuser geprüft. Die Pläne für die Paketposthalle, die als öffentlicher überdachter Platz Mittelpunkt des neuen Viertels werden soll, müssen erst noch weiter konkretisiert werden – unter anderem durch das Bürgergutachten.

      Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Die Halle soll überdachter Stadtplatz und Kulturzentrum werden.
    © Herzog & de Meuron/LHM

    Mitreden

    Eine solche Planung geht alle Münchner*innen an, die Beteiligung der Öffentlichkeit ist daher noch umfangreicher als üblich. Der Stadtrat hat im Januar 2021 beschlossen, ein Bürger*innengutachten zu organisieren. Dabei werden per Zufallsprinzip etwa 100 Bürger*innen ab 14 Jahren aus dem Melderegister gewählt, die in Gruppen mehrere Tage lang über verschiedene, das PaketPost-Areal betreffende Themen beraten und ihre Positionen einbringen. So soll dieser Querschnitt der gesamten Stadtbevölkerung Vorschläge zur weiteren Entwicklung erarbeiten.

    Diskussionsgrundlage für die Arbeit der Bürgergutachter*innen ist der Zwischenstand des überarbeiteten Masterplans, der dem Stadtrats-Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am 16. Juni vorgestellt wurde. Die „Planungszellen“ kommen im Herbst zusammen. Das Verfahren des Bürgergutachtens ist für die öffentliche Debatte wichtiger Planungsthemen besonders geeignet, da ein breites Spektrum unterschiedlicher Menschen mitreden kann. Zudem ermöglicht es eine konstruktive und kreative Auseinandersetzung mit dem Projekt - abseits eines reinen Ja-Nein-Schemas. Die Organisation durch ein unabhängiges Büro ist fester Bestandteil des Konzepts. Mögliche Diskussionsthemen könnten sein: die Nutzung der Freiflächen, der Erdgeschossbereiche sowie der Halle selbst oder auch die Architektur und Kubatur der Hochhäuser. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden veröffentlicht und fließen in die weiteren Planungen ein.

      Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Die begrünten Innenhöfe liegen im ersten Stock.
    © Herzog & de Meuron/LHM

    Planungsstand

    Das 8,7 Hektar große Grundstück gehört der Büschl Unternehmensgruppe, die Herzog & de Meuron mit der Entwicklung eines Masterplans beauftragt hat. Darin wird ein städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept für das Areal und ein Nutzungskonzept für die denkmalgeschützte Paketposthalle vorgeschlagen. Im Oktober 2019 hat der Stadtrats-Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung dem Masterplan für die Bebauung grundsätzlich zugestimmt und eine Überarbeitung beziehungsweise Weiterentwicklung angeregt. Dies ist inzwischen geschehen. Am 7. Juni 2021 wurde der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, am 16. Juni der Planungsausschuss des Stadtrats offiziell über den aktuellen Planungsstand informiert. Für den weiteren Planungsprozess bildet dann das Bürger*innengutachten einen wesentlichen Baustein. Es wird evaluiert, dem Stadtrat vorgelegt und schließlich zur Grundlage für die offizielle Beteiligung der Öffentlichkeit, die in einem Bebauungsplanverfahren Standard ist.

    Informationsabend zum Bürger*innengutachten

    Ein Masterplan für das Gelände des PaketPost-Areals liegt vor - aber welche Anregungen, welche Kritik und welche Wünsche haben die Münchner*innen bei der Planung des neuen Stadtquartiers im Süden Neuhausens? Das alles kam beim digitalen Auftakt- und Informationsabend zum Bürger*innengutachten zur Sprache, das am 1. Juli stattgefunden hat. Zu den Teilnehmerinnen zählte auch Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk.

    Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung.

    Organisator war das nexus Institut aus Berlin, das vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt wurde. Das Prinzip eines neutralen Ausrichters ist ein wesentlicher Bestandteil eines Bürger*innengutachtens. Das Institut hat unter bg-paketpost-areal.de einen eigenen Internetauftritt zum PaketPost-Areal erstellt.

    Chronologie

    1.7.2021: Infoveranstaltung und Auftakt Bürgergutachten
    16.6.2021: Vorstellung überarbeiteter Masterplan im Stadtrat
    8.6.2021: Vorstellung überarbeiteter Masterplan in der Stadtgestaltungskommission
    05/2021: Vergabe Durchführung Bürgergutachten
    04/2021: Bekanntgabe Bürgergutachten im Planungsausschuss
    01/2021: Vergabebeschluss für das Bürgergutachten durch den Stadtrat
    10/2019: Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan durch den Stadtrat
    07/2019: Vorstellung der Ergebnisse des Masterplans in der Öffentlichkeit durch den Investor
    07/2019: Vorstellung der Ergebnisse des Masterplans in der Stadtgestaltungskommission
    05/2019: Finale Präsentation des Masterplans im Begleitgremium
    01/2019: Begleitgremium mit Stadträt*innen; Bezirksausschuss und Stadtverwaltung
    01/2019: Information (PDF, 431 KB) der Öffentlichkeit, Vorstellung der Projektbeteiligten und des Verfahrens durch den Investor

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Referat für Stadtplanung und Bauordnung
    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Mitte (Stadtbezirk 3, 4 und 9)

    Blumenstraße 28b
    80331 München