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Fragen und Antworten zum PaketPost-Areal


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So könnte die Paketposthalle künftig von innen aussehen.
© Herzog & de Meuron/LHM

Wie hoch, wie dicht, wie teuer? Worüber diskutiert wird

Was genau soll auf dem Gelände entstehen?

Bislang gibt es nur einen Masterplan, der dem Stadtrat vorgestellt wurde, fest beschlossen ist also noch nichts. Wie das Quartier später genau aussieht, wird nicht zuletzt vom Ergebnis des Bürger*innengutachtens, aber auch von den anderen Öffentlichkeitsbeteiligungen abhängen. Die Pläne des Investors sehen rund um die Paketposthalle bis zu sechsgeschossige Bauten vor, die sich um Höfe gruppieren. Dazwischen verlaufen urbane Gassen – ohne Autoverkehr, dafür aber mit Bäumen und Bänken. In den Erdgeschossen könnten Geschäfte oder Gewerbebetriebe einziehen, auch Büros sind möglich. Die oberen Stockwerke sind vor allem für Wohnungen reserviert. Insgesamt sollen rund 1.100 Wohnungen entstehen sowie Büros für circa 3.000 Arbeitsplätze. In dem Gebäudetrakt an der Arnulfstraße könnten soziale Einrichtungen unterkommen. Insgesamt sind im Gebiet sechs Kindertagesstätten vorgesehen. Die beiden Hochhäuser sollen südwestlich der Paketposthalle stehen. Sie sind in den oberen Etagen ebenfalls als Wohnungen ausgelegt, es gibt aber auch Büro-Etagen und Platz für ein Hotel. Im obersten Stock des östlichen Turms könnte eine öffentliche Aussichtsetage Platz finden.

Was passiert mit der Paketposthalle selbst?

Ganz klar ist das noch nicht, auch hier können die Münchner*innen noch mitreden. Bislang ist geplant, die derzeit noch als Briefverteilzentrum genutzte Halle ebenerdig als Freiraum für die Allgemeinheit zu öffnen. Räume für Kultur könnten eine Etage tiefer Platz finden, die Halle soll unterbaut werden. In jedem Fall wird das bemerkenswerte denkmalgeschützte Bauwerk, in dem einst auf 15 Gleisen Pakete verladen wurden, auf Dauer erhalten werden. Das ingenieurstechnisch anspruchsvolle Dach stammt von Helmut Bomhard, für die Gestaltung waren die Architekten Rudolf Rosenfeld, Herbert Zettel und Ulrich Finsterwalder zuständig.

Warum muss es gar so dicht bebaut sein?

München verfügt nur noch über wenige freie Flächen, allzu verschwenderisch sollte man also mit den verbliebenen nicht umgehen. Denn den Zuzug einfach aufhalten kann die Stadt nicht. Sie versucht aber, das Wachstum verträglich und im Sinne des Allgemeinwohls zu managen, damit München im Gleichgewicht bleibt. Um vor allem die Mieten nicht immer noch weiter ansteigen zu lassen, benötigt die Stadt neue Wohnungen, und die wiederum brauchen Platz. Die sehr gute Anbindung des Paketpostareals an den öffentlichen Nahverkehr ermöglicht auch bei hoher Dichte eine verträgliche Abwicklung des Verkehrs.

Dichte hat aber auch viele Vorteile. Sie bedeutet Urbanität und damit ein attraktives Umfeld mit vielen Geschäften, Gastronomie und Kulturangeboten, das in einem dünn besiedelten Quartier nicht möglich wäre. Zudem können in einem solchen urbanen Umfeld prinzipiell Wege verkürzt und Pkw-Verkehr reduziert werden. Außerdem kann ein besseres Angebot an Kitas, Schulen und Sozialeinrichtungen in unmittelbarer Nähe geschaffen werden. Aber natürlich sind dadurch ausreichend Freiflächen für die Menschen umso wichtiger. Darum bemüht sich das Referat für Stadtplanung und Bauordnung intensiv. Die Nutzung der Freiflächen war auch Thema beim Bürger*innengutachten.

Passen die Hochhäuser in die Silhouette der Stadt?

Diese Frage gilt es noch zu klären, unter anderem mit Hilfe des Bürger*innengutachtens. Zudem wird derzeit eine umfassende Studie erstellt, um die Auswirkungen auf das Stadtbild von verschiedenen Standorten aus zu prüfen. In der Hochhausstudie, die aktuell fortgeschrieben wird, wurde das Grundstück als geeigneter Standort für höhere Bauten ausgemacht. Prinzipiell besteht rund um das Areal nahe der breiten Bahnschneise keine klassische Silhouette, wie sie etwa die Türme der Altstadt oder auch Kirchen und Dächer der Altbauviertel bieten. Nichtsdestotrotz muss natürlich an jeder Adresse sorgsam mit dem Stadtbild umgegangen werden. Gut gestaltete Hochhäuser können eine Bereicherung sein.

Was oft kritisiert wird: Die Bauten werden vom Nymphenburger Schlossrondell aus zu sehen sein – wie übrigens auch der Olympiaturm oder das Uptown-Hochhaus in Moosach. Das Rondell bildet aber entgegen einer weit verbreiteten Meinung keine klassische Sichtachse. Sichtachsen sind architektonisch gestaltete oder städtebauliche „Durchblicke“, die ebenerdig verlaufen und oft auf ein markantes Ziel zuführen: die Maximilianstraße mit dem Maximilianeum beispielsweise. Derartige Architekturschöpfungen gilt es natürlich nicht zu verstellen. Hochhäuser sind naturgemäß auch aus größerer Entfernung zu sehen, vor allem natürlich oberhalb der Dächer. Die von Herzog & de Meuron entworfenen Bauten sollen laut dem Entwurf des Masterplans 155 Meter hoch werden, abgeleitet aus der Dimension der Paketposthalle mit etwa 150 Meter Spannweite. Wie hoch sie später tatsächlich werden, ist aber noch nicht fix. Zum Vergleich: Das Uptown-Hochhaus am Georg-Brauchle-Ring ist 146 Meter hoch, der Olympiaturm 291 Meter. Die Türme der Frauenkirche erreichen knapp 99 Meter. Der Kölner Dom dagegen ist mit 157 Metern etwas höher als der Masterplan für die Hochhäuser an der Paketposthalle vorschlägt, das Ulmer Münster erreicht sogar 161 Meter.

Entstehen dort vor allem Büros und Luxuswohnungen?

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung achtet streng darauf, dass eine ausreichende Zahl an bezahlbaren Wohnungen entsteht. Dafür steht das Prinzip der sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN), das immer zur Anwendung kommt, wenn die Stadt über Bebauungspläne neues Baurecht schafft. Es sieht vor, Investoren an den Kosten für Schulen, soziale Einrichtungen und die Verkehrsanbindung zu beteiligen und günstigen Wohnraum zu schaffen.

Wie geht es weiter?

Bis Ende des Jahres 2021/Anfang 2022 soll das Bürger*innengutachten abgeschlossen sein, dessen Vergabe die Vollversammlung des Stadtrats am 27. Januar 2021 beschlossen hat. An den Planungszellen, die in der ersten Oktoberhälfte 2021 zusammenkamen, haben gut 100 zufällig aus dem Melderegister ausgewählte Münchner*innen ab 14 Jahren mitgewirkt. Die Ergebnisse fließen in die weiteren Planungen mit ein. Im Rahmen des Bürger*innengutachtens gibt es auch Veranstaltungen mit Anwohnenden und Interessenverbänden. Nach Vorliegen der Ergebnisse des Bürger*innengutachtens ist im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens die weitere Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Der Bebauungsplan wird frühestens im Jahr 2023 fertig.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Mitte (Stadtbezirk 3, 4 und 9)

Blumenstraße 28b
80331 München