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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Ein Wohn- und Geschäftsviertel vor spektakulärer Kulisse


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Ein urbanes Zentrum im Münchner Westen: das PaketPost-Areal.
© Herzog & de Meuron/LHM

Der Masterplan

Auf dem Areal um die denkmalgeschützte Paketposthalle zwischen der Arnulf- und Wilhelm-Hale-Straße soll ein lebendiges und urbanes Quartier entstehen. Neben rund 1.100 Wohnungen, Büros mit 3.000 Arbeitsplätzen und Flächen für den Einzelhandel und Hotels sind kulturelle und soziale Einrichtungen geplant.

Im Auftrag der Eigentümerin des Areals, der Büschl-Gruppe, entwickelte das renommierte Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron einen Masterplan, der die Paketposthalle zum identitätsstiftenden Zentrum des neuen Quartiers macht. Die mehr als zwei Fußballfelder große Halle soll zum überdachten, frei zugänglichen Stadtplatz und Kulturzentrum werden. Westlich der Halle sind zwei Hochhäuser geplant, die als spannender städtebaulicher Akzent die neue Bedeutung der Halle betonen. Die beiden elegant geschwungenen Türme orientieren sich in Form und Größe an dem gebogenen Hallendach. Komplettiert wird das neue Quartier durch in einer Blockstruktur angeordnete Hofgebäude. Zwischen diesen überwiegend sechsgeschossigen Neubauten bilden sich Gassen, die Wege- und Sichtbeziehungen zur Halle ermöglichen und die autofrei geplant sind. Cafés, Restaurants und Läden in den Erdgeschossen sollen die Gassen beleben und zu urbanen Aufenthaltsorten machen. In den Obergeschossen der Hofgebäude sind Wohnungen vorgesehen. Durch die Vielfalt unterschiedlicher Nutzungen soll ein vitales und buntes Quartier entstehen, das durch das Zusammenspiel des historischen Baudenkmals mit den zukunftsweisenden Hochhäusern einzigartig ist.

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Das Gelände liegt nordwestlich der Friedenheimer Brücke.
© Herzog & de Meuron/LHM

Die Türme

In den Erdgeschosszonen und den obersten Geschossen der Hochhäuser werden – wie in der Hochhausstudie gefordert – öffentliche Nutzungen geplant, beispielsweise gastronomischer oder kultureller Art. Zwei markant geschwungene Schrägaufzüge an der Außenfassade führen direkt zu den obersten Geschossen der Türme, so dass die öffentliche Zugänglichkeit unmittelbar im Stadtbild sichtbar wird. In den übrigen Stockwerken sollen Wohnungen, Hotelbereiche und Büros entstehen.

Die Fernwirkung der Hochhäuser und ihre Auswirkungen auf die Stadtsilhouette – im Masterplan eine Höhe von 155 Metern vorgeschlagen – werden aktuell in einer sogenannten Stadtbildverträglichkeitsuntersuchung geprüft. Hier werden die Sichtbarkeit und die Erscheinungsform der Türme für verschiedene Sichtachsen und Perspektiven untersucht.

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Die Halle erhält ein Untergeschoss mit Veranstaltungssälen (Masterplan 2019).
© Herzog & de Meuron/LHM

Die Halle

Das denkmalgeschützte Bauwerk aus dem Jahr 1969 ist das Herz des neuen Quartiers. Die 124 mal 147 Meter große Halle soll zu einem neuen Lebensmittelpunkt für Anwohner*innen und Beschäftigte im Quartier und über dessen Grenzen hinaus werden. Der vielseitig nutzbare, öffentliche Freiraum soll so gestaltet werden, dass kuratierte, temporäre Veranstaltungen verschiedenster Art wie Kultur- und Sportveranstaltungen, Märkte oder Feste möglich sind.

Mit der Freifläche unter dem gewölbten, freitragenden Dach der Paketposthalle bekommt München einen einzigartigen und spannenden neuen Stadtraum. Der zentrale Bereich der bis zu 30 Meter hohen Halle soll unverbaut und weitestgehend offen gestaltet werden, das filigrane, gebogene Betontragwerk der Konstruktion soll sichtbar bleiben.

Während die Halle oberirdisch in ihre ursprüngliche Gestalt zurückgeführt wird, ist unterirdisch etwas komplett Neues geplant: Die Halle soll komplett unterbaut werden, so dass neue Räume, beispielsweise für einen Konzertsaal, für Kongresse und Versammlungen sowie für Kultur- und Eventflächen entstehen. Das neue Untergeschoss soll über Zugangsbereiche an den Längsseiten der Halle und über Lichtgräben mit der Erdgeschossebene verbunden werden.

Bei der Weiterentwicklung der Masterplanung soll auch darauf geachtet werden, dass die Halle aus verschiedenen Richtungen sichtbar bleibt.

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Die Innenhöfe sind begrünt und liegen im ersten Stock.
© Herzog & de Meuron/LHM

Öffentlicher Raum ohne Autos

Das PaketPost-Areal ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, die S-Bahnstation Hirschgarten ist fußläufig erreichbar, zudem gibt es Tram- und Buslinien. Daher ist es naheliegend, dass der Verkehr überwiegend durch öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr sowie durch neue Mobilitätsangebote abgewickelt werden soll.

Die kompakte, dichte Bebauungsstruktur des Quartiers orientiert sich bewusst an den räumlichen Maßstäben des Fußverkehrs. Oberirdisch sollen ausschließlich Fuß- und Radwege entstehen. Der gesamte motorisierte Verkehr – also Pkw, Lkw und Busse – soll unter die Erde verlagert werden und über eine dreigeschossige Tiefgarage in das Quartier gelangen. Über ein Mobilitätskonzept sollen das Verkehrsaufkommen und der Stellplatzbedarf auf ein Minimum zu reduziert werden.

Für den Radverkehr sind Wege bis zur Halle mit Anschlüssen zum Hirschgarten, der Wilhelm-Hale-Straße und Arnulfstraße sowie gut erreichbare Fahrradabstellplätze geplant. Eine direkte Verbindung an den Bahnsteig des S-Bahnhofs Hirschgarten über einen Fußgängersteg wird aktuell geprüft.

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In den Gassen soll urbanes Leben herrschen.
© Herzog & de Meuron/LHM

Urbanes Leben und Arbeiten

Das kompakte, nutzungsgemischte Quartier mit seinen kurzen Wegen bietet ideale Voraussetzungen für zukunftsorientiertes urbanes Leben und Arbeiten. Alle Neubauten werden nach den Grundsätzen der sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) geplant, die einen festen Anteil geförderter beziehungsweise bezahlbarer („preisgedämpfter“) Wohnungen garantiert. Neben den Wohnungen und Büros sind sechs Kindertageseinrichtungen geplant. Zudem wird überlegt, eine Pflegeeinrichtung und einen Nachbarschaftstreff im neuen Quartier anzusiedeln.

Die gewerblichen Nutzungen und der Einzelhandel sollen auf den Bedarf abgestimmt und vielfältig sein, auch kleinteilige Handwerks- und Manufaktur-Konzepte sind vorgesehen. Die öffentliche Nutzung der Paketposthalle sowie in den unteren und oberen Geschossen der Hochhäuser beleben das Quartier zusätzlich und bringen einen Mehrwert für die gesamte Stadt mit sich.

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Die urbanen Gassen sind autofrei.
© Herzog & de Meuron/LHM

Plätze, Promenaden und Passagen

Als Hauptzugang zur Paketposthalle soll westlich der Halle ein von den Architekten als „Square“ bezeichneter Platz entstehen, der den Zugang zur Halle markiert und die Architektur des Denkmals erlebbar macht. Als zentraler Bereich im neuen Quartier soll er zudem zum Verweilen einladen. Die Hochhäuser an der westlichen Ecke der Halle formen ein „Tor“, das den Übergang von dem zweiten „Square“, dem Stadtplatz Birketweg / Wilhelm-Hale-Straße, zum direkten Vorplatz der Halle betont. Die beiden „Squares“ sind als autofreie, versiegelte Plätze mit Baumgruppen konzipiert. Südlich der Halle verbindet die sogenannte Promenade den Hirschgarten im Westen mit der Postwiese im Osten. Die Promenade soll ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und von Fuß- und Radverkehr genutzt werden. Der Fußverkehr vom S-Bahnhof erreicht das PaketPost-Areal über den südlichen Quartierseingang am Birketweg. Dort soll ein attraktiver Auftakt zum Quartier entstehen, der sich mit den östlich angrenzenden Grünflächen vernetzt.

Die 15 Meter breiten, öffentlich zugänglichen Gassen zwischen den Wohnbauten sollen unterschiedlich bepflanzt werden. Es sind mittige Baum- und Grünbereiche mit Sitzgelegenheiten vorgesehen. Zusätzliche Passagen sollen fußläufige Querverbindungen durch die Blöcke schaffen. Die Dachflächen der Wohnhäuser sind als gemeinschaftlich genutzte Freiflächen mit Aufenthalts-, Rasen- und Pflanzflächen sowie Photovoltaik-Pergolen geplant. Die Blockinnenbereichen sind als erhöhte Gartenhöfe auf der Ebene des ersten Obergeschosses vorgesehen, die den Bewohner*innen Platz für Spielflächen und Erholung bieten.

Die Gestaltung der Freiflächen ist aufgrund der hohen Dichte der Bebauung samt Unterbauung und der zu erwartenden Verschattung eine große Herausforderung. Die Freiflächen sollen daher besonders qualitätvoll gestaltet werden und gut durchdachte Möglichkeiten für eine multifunktionale Nutzung bieten. Viele auch größere Bäume sowie Dach- und Fassadenbegrünung sollen für ein angenehmes Stadtklima sorgen.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Das Viertel soll sich durch ein klares Bekenntnis zur Ökologie und Nachhaltigkeit auszeichnen. Dies soll sich im gesamten Planungs- und Bauprozess des PaketPost-Areals widerspiegeln – beginnend bei der städtebaulichen und freiraumplanerischen Grundkonzeption bis hin zur Realisierung der Gebäude und Freianlagen. Das Energiekonzept sieht den Einsatz innovativer Techniken und regenerativer Energieträger, wie die Solarenergienutzung, vor. Für die beiden Hochhäuser wird eine Holzhybridbauweise geprüft.

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Die Paketposthalle muss saniert werden.
© LHM

Masterplan-Verfahren

Das Masterplan-Verfahren fand von Januar 2019 bis Mai 2019 statt und wurde von einem Gremium begleitet, das sich aus dem Investor, Stadträt*innen, dem Bezirksausschuss, der Stadtverwaltung und externen Planer*innen zusammensetzte. Die Ergebnisse der Masterplanung wurden im Juli 2019 dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Aufstellungsbeschluss vom Oktober 2019 wurde gefordert, die Masterplanung zu prüfen und weiterzuentwickeln. Zudem wurden die Architekten beauftragt, das Masterplan-Verfahren durch eine Dokumentation der Zwischenergebnisse und des Planungsprozesses für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Im Frühjahr 2020 wurden die frühzeitige Behördenbeteiligung sowie ein schriftliches Scoping-Verfahren durchgeführt und anschließend die notwendigen Gutachten beauftragt. Die Ergebnisse dieser Abstimmungen und Prüfungen flossen in die Überarbeitung des Masterplans ein.

Der aktuelle Zwischenstand wurde am 7. Juni dem Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, am 16. Juni dem Planungsausschuss des Stadtrats vorgestellt. Das Ergebnis der Masterplanung – die auch die Erkenntnisse des Bürger*innengutachtens berücksichtigen wird – bildet die Grundlage für das Bebauungsplanverfahren. Nach dem Bebauungsplanverfahren folgen Realisierungswettbewerbe für die einzelnen Gebäude und Freiflächen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Am 15. Januar 2019 fand die erste öffentliche Informationsveranstaltung der Büschl-Unternehmensgruppe statt. Dabei wurden die Beteiligten und die Ziele für die Nachnutzung des Areals vorgestellt. Am 24. Juli 2019 wurden die Ergebnisse der Masterplanung der Öffentlichkeit präsentiert.

Wegen der großen Bedeutung des Projekts für die Stadt München wird ein Bürger*innengutachten organisiert, das am 1. Juli mit einer Informations- und Auftaktveranstaltung gestartet ist. Der überarbeitete Masterplan dient als Grundlage für das Bürger*innengutachten.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Mitte (Stadtbezirk 3, 4 und 9)

Blumenstraße 28b
80331 München