Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Prinz-Eugen-Park


Visualisierung Prinz-Eugen-Park  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Visualisierung des Prinz-Eugen-Parks
© GSP Architekten

Das Projekt

Die ehemalige Prinz-Eugen-Kaserne im Münchner Osten ist eine von mehreren freigegebenen Militärflächen, die die Stadt München städtebaulich entwickelt. Auf dem 30 Hektar großen Gelände entsteht seit 2017 ein neues Quartier mit etwa 1.800 Wohnungen. Rund 480 Wohnungen sind als Ökologische Mustersiedlung geplant.

In der Ökologischen Mustersiedlung wird der Rohstoff Holz eine besondere Rolle spielen.

Das Planungsgebiet liegt in Oberföhring und ist fünf Kilometer vom Münchner Stadtzentrum entfernt. Die Stadt hat das Gelände 2005 erworben und 2008 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis erhielt die Bürogemeinschaft GSP Architekten mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, beide aus München. Das Leitbild der Münchner Stadtentwicklung "kompakt, grün, urban" spiegelt sich klar in ihrem Entwurf wider.

Planungskonzept

Der Siegerentwurf sieht zur Cosimastraße hin eine viergeschossige, urbane Bebauung mit zurückgesetztem Dachgeschoss vor. Im rückwärtigen Bereich liegen sogenannte Cluster mit vielfältigen Wohnformen für unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsschichten - verdichtete Flachbauten, Reihenhäuser, Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser. Das Zentrum des neuen Wohngebiets bildet ein lebendiger Quartiersplatz mit Läden und Gastronomie. 50 Prozent der Wohnungen entstehen im geförderten Wohnungsbau. 

Konsortium

Das Besondere am Prinz-Eugen-Park ist, dass sich die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag mit Genossenschaften, Baugemeinschaften und freien Bauträgern zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben und auf dem Areal Wohnanlagen und soziale Einrichtungen errichten werden. Die israelitische Kultusgemeinde ist mit dem Projekt „Seniorenwohnen“ dabei.

Weitere Nutzungen

Entlang der Cosimastraße ist ein Nahbereichszentrum mit zirka 5.000 Quadratmetern Geschossfläche für Handels- und Dienstleistungsflächen vorgesehen. Hinzu kommen Kindergärten, eine Grundschule und ein Bürgerhaus mit einem Altenservicezentrum und Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Schwimmhalle der Kaserne, die eine wichtige Rolle im örtlichen Sport- und Vereinsleben spielt, ist erhalten geblieben. Sie wurde 1976 errichtet und verfügt über einen in München einmaligen "Tauchtopf" mit Hebebühne zum Tauchtraining. Die anderen Sportanlagen wurden abgetragen.

Grün- und Freiräume

Wertvolle Biotope, alte Bäume und Wiesen verleihen dem Gelände schon heute einen parkähnlichen Charakter. Die Identität des Ortes wurde daher zum Ausgangspunkt der Planung gemacht: Das neue Quartier wird in eine Parklandschaft eingebettet, durch die sich ein Netz aus Fuß- und Radwegen spannt. Innerhalb der öffentlichen Grünflächen sollen vielfältige Freiräume für alle Altersgruppen entstehen. Der alte Baumbestand bleibt so weit wie möglich erhalten.

Erschließung

Zwei von West nach Ost verlaufende Stichstraßen und eine Nord-Süd-Spange verbinden das Wohngebiet mit der Cosimastraße. So soll Durchgangsverkehr vermieden werden. Alle Baufelder werden durch Tiefgaragen erschlossen. Um die Auswirkungen der Planung auf die Umgebung aufzuzeigen, gab die Stadt ein Verkehrsgutachten in Auftrag.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Areal liegt inmitten eines voll entwickelten und gewachsenen städtischen Umfelds. Deshalb hatte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung von Beginn an ein hohes Interesse an einer aktiven Mitwirkung der Anwohnerschaft am Planungsgeschehen. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit fand in einer erweiterten Form statt. Im Juli 2010 konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Anregungen bei einem ganztägigen Workshop einbringen. Hinzu kamen Informations- und Diskussionsveranstaltungen zum Thema Verkehr 2011 und 2012. Zum Start der Umsetzungsphase organisierte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung in Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, die auf sechs der 16 Baugebiete insgesamt rund 630 Wohnungen realisiert, im Oktober 2014 einen öffentlichen Workshop. Am 1. Dezember 2014 informierte die Gewofag über den weiteren Sachstand der Quartiersentwicklung. Nach Abschluss des Realisierungswettbewerbs für die Gewofag-Wohnanlagen sind weitere Veranstaltungen geplant.

Stand der Planung

Der Entwurf von GSP Architekten aus dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb bildet die Grundlage für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nummer 2016, der im April 2013 in Kraft trat.

Visualisierung des Maria-Nindl-Platzes  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Visualisierung WA 11 (Atelier 5 Architekten)
© Atelier 5

Quartiersleben am Maria-Nindl-Platz

Die Genossenschaft Wogeno München eG plant am Maria-Nindl-Platz rund 83 Wohnungen mit einem differenzierten Wohnungsangebot. Den Quartiersplatz beleben ein Café und kleine Läden. Auch die Mobilitätsstation mit komplettem Zweiradservice ist hier untergebracht. Neben den vielfältigen Wohnangeboten wird damit auch ein Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben des neuen Quartiers geleistet.

Ökologische Mustersiedlung

Zentrales Thema, dem sich die Stadtplanung in Zukunft stellen muss, ist der schonende Umgang mit Umwelt und Energie im Sinne eines ökologischen Siedlungsbaus. Deshalb soll ein Teilbereich des Prinz-Eugen-Parks mit zirka 490 Wohnungen nach einem Stadtratsbeschluss zu einer Ökologischen Mustersiedlung in Holzbauweise werden.

Chronologie

2005: Kauf des Geländes durch die Stadt
2008: Auslobung eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerbs
29.11.2011: Diskussionsveranstaltung zum Verkehrskonzept: Protokoll (PDF, 306 KB)
12/2012: Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 2016
10.4.2013: Inkrafttreten des Bebauungsplans
11.10.2013: Entscheidung im Realisierungswettbewerb für den Neubau von vier Grundschulen
10.10.2014: Werkstattgespräch zur Quartiersentwicklung: Dokumentation (PDF, 1496 KB)
12/2014: Umsetzung des Verkehrskonzeptes
5/2015: Entscheidung im Realisierungswettbewerb für 460 Gewofag-Wohnungen
5/2016: Entscheidung im Realisierungswettbewerb für das Baugebiet WA11 (Ost)
9/2016: Entscheidung im Realisierungswettbewerb für das Baugebiet WA6

Historie

Die Prinz-Eugen-Kaserne wurde ab 1934 als Lohengrin-Kaserne errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen US-Truppen die Gebäude und richteten dort auch eine Unterkunft für Displaced Persons ein. Von 1956 bis April 2009 nutzte die Bundeswehr die Kaserne mit ihren 35 Gebäuden und 18 unterirdischen Schutzräumen als Pionierschule. Als sich der Umzug der Pionierschule nach Ingolstadt abzeichnete, ergriff die Stadt München die Chance, das Areal zu kaufen und dort ein Quartier zu entwickeln, um dringend benötigten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Militärflächen übernahm der Bund als vormaliger Grundstückseigentümer den Abbruch der bestehenden Gebäude und die Entsorgung der Altlasten.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München