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Dornier-Gelände in Neuaubing


Rund 320 neue Wohnungen

Auf dem ehemaligen Dornier-Gelände Süd in Neuaubing soll auf 6,5 Hektar ein neues Quartier mit rund 320 Wohnungen, Freiflächen und Infrastruktur entstehen. Ein Wettbewerb wurde ausgelobt, dessen Ergebnis die Grundlage für die weitere Planung bildet.

Am 28. Januar 2015 hat der Stadtrat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt, die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens und die Änderung des Flächennutzungsplans in die Wege zu leiten. Ziel ist es, das Verfahren bis Ende 2016 abzuschließen, so dass ab 2018 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Quartier ziehen können.

An dem einstufigen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb nahmen acht ausgewählte Teams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung teil. Drei Preise wurden vergeben.

Ideenwettbewerb

1. Preis

Zeitler Blaimberger Architekten mit Brandhoff Voss Landschaftsarchitekten, beide München

2. Preis

Pesch + Partner Architekten, Stuttgart, mit Landschaftsarchitekt Johannes Rentsch, Büro Pesch + Partner

3. Preis

Robert Meyer Architekten, München, mit Irene Burkhardt Landschaftsarchitekten, München

Auslober

Wohnbau Aubing GmbH & Co. KG, eine Projektgesellschaft der HI Wohnbau GmbH, München, in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München 

Details

Lage

Das Planungsgebiet mit einer Fläche von zirka 6,5 Hektar liegt im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied, zwischen Trimburgstraße, Am Gleisdreieck, Voglerstraße und Leisaustraße.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem Dornier-Gelände wurden seit 1934 Flugzeuge produziert. Nach der Schließung der Flugzeugwerke im Jahr 1995 wurde das Gelände in einen Gewerbepark ("Sirius Business Park") umgewandelt, der bis heute Bestand hat. Dabei wurden die ehemaligen Werksanlagen auf dem Nordteil größtenteils erhalten. Der Südteil, der im Rahmen des Wettbewerbs überplant werden soll, wird derzeit weitestgehend als Parkplatz für den nördlich gelegenen Gewerbepark genutzt. Des weiteren befinden sich hier vorwiegend Grün- und Brachflächen. Aufgrund der oben dargestellten Nutzung des Planungsgebiets wird die Chance gesehen, den Parkplatz in einem mehrgeschossigen Parkhaus im Norden zusammenzufassen, um auf den frei werdenden und den weiteren größtenteils brachliegenden Flächen neuen Wohnraum zu schaffen. Da der Bedarf an Wohnraum in München nach wie vor sehr hoch ist und die Fläche dafür geeignet ist, soll hier eine städtebaulich verträgliche, funktionelle und nachhaltige Wohnbebauung entwickelt werden. Angesichts der anspruchsvollen Planungsaufgabe zur Entwicklung des Gebiets, der bestehenden gewerblichen Nutzung einerseits und der kleinteiligen Bestandswohnbebauung andererseits wurde ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb ausgelobt, um eine optimale und qualifizierte Lösung zu finden. Das Ergebnis des Wettbewerbs soll für den erforderlichen Bebauungsplan eine fundierte Basis bilden.

Planungsziele

  • Ein qualitativ hochwertiger Wohnstandort in kompakter, flächenschonender Bauweise und mit abwechslungsreichen Wohnformen im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung soll entstehen.
  • Entwickelt werden soll neuer Wohnraum mit zirka 320 Wohnungen für rund 750 Einwohner und Einwohnerinnen, inklusive des 30-Prozent-Anteils geförderter Wohnungsbau.
  • Zur Versorgung des Gebiets und der Umgebung mit der erforderlichen sozialen Infrastruktur ist eine Kindertageseinrichtung geplant.
  • Im Planungsgebiet sollen attraktive, ausreichend dimensionierte, öffentliche und private Grün-und Freiflächen bereitgestellt werden.
  • Die vorhandenen Stellplätze für die gewerbliche Nutzung sollen im Norden des Planungsgebietes in einem mehrgeschossigen Parkhaus mit zirka 500 Stellplätzen untergebracht werden. Die Parkgarage fungiert gleichzeitig als Lärmschutzmaßnahme für die entstehende Wohnbebauung.
  • Eine Verkehrsanbindung des Gebiets von Nordosten wird zur Entlastung der bestehenden und neuen Wohnbereiche vom Gewerbeverkehr erfolgen.

Würdigung des Preisgerichts

„Der Entwurf reagiert sehr stark auf örtliche Gegebenheiten. Das fünfgeschossige Parkhaus im Norden des Baugebiets stellt einen Schallschutzriegel zu dem angrenzenden nördlichen Gewerbegebiet dar. Auf der Ostseite ist die durchgängige Wohnbebauung geeignet, den Gewerbelärm der östlich gelegenen Metro abzuhalten. Am Ende des Gebiets wurde die Kita angesiedelt, die sich zu dem großzügigen Grünzug im Süden orientiert. Die verdichtete vier- bis sechsgeschossige Bebauung im südwestlichen Teil des Gebäudewinkels wird durch Punkthäuser gebildet. Den Ortsrand an der südlichen Grundstücksgrenze bilden zwei- und dreigeschossige Reihenhäuser. Sie nehmen die Maßstäblichkeit der Siedlung in Gräfelfing auf. Die vorgegebene Erschließung über das Gleisdreieck im Nordosten, die Trimburgstraße im Nordwesten und die Voglerstraße im Südwesten nützt optimal die freien Erschließungskapazitäten, die durch das vorliegende Gutachten vorgegeben wurden. Eine völlige Entlastung der Trimburgstraße durch eine Zufahrt der Besucherstellplätze und der westlichen Tiefgarage über eine Tordurchfahrt vom Gleisdreieck würde eine Verkehrsentlastung der bestehenden Siedlung bedeuten. Die im südlichen Bereich des Parkhauses angebrachte Erschließung mit Besucherstellplätzen ist von der Lage richtig, erfordert aber eine anspruchsvolle Gestaltung. Wünschenswert wären eventuell erdgeschossige Anbauten an das Parkhaus, die zum Spielen und Verweilen sowie für Freizeitsport genutzt werden können. Die Optik der südlichen Parkhauswand muss ebenfalls dem Anspruch des Quartierentrees standhalten. Die insgesamt drei Tiefgaragen werden durch relativ kurze Wege an die öffentliche Straße angebunden. Die Tiefgaragen liegen sehr günstig größtenteils unter den Gebäuden und sorgen für kurze Gehstrecken von den Autos zu den Wohnungen. Im Geviert bilden Wohnwege mit Feuerwehrzufahrten die fußläufige Erschließung. Die Tiefgarage für die Einfamilienhäuser an der Voglerstraße wirkt überinstrumentiert und sollte überarbeitet werden! Durch die Schaffung einer großzügigen offenen Freifläche mit Anbindung an die Siedlung im Westen und der Biotopfläche im Osten partizipieren die neuen Bewohner und Nachbarn gleichermaßen. Sowohl ökologische Belange als auch Freiraumqualität wurden optimal berücksichtigt. Die Anordnung der Punkthäuser ermöglicht Blickbeziehungen aus allen Wohnungen auf die Grünflächen. Die durchgängige Grünverbindung bildet die städtebauliche Zäsur zwischen dem kleinteiligen Ortsrand von Gräfelfing und der neuen dichteren städtischen Wohnbebauung.“

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht empfiehlt mit großer Mehrheit, den Entwurf des ersten Preises zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebiets zu machen. Die in der schriftlichen Beurteilung enthaltenen Hinweise sollen dabei Beachtung finden.

Preisgerichtssitzung

25. Februar 2014, Vorsitz: Prof. Ludwig Wappner

Koordination

Böhm Glaab Sandler Mittertrainer

Ansichten des Siegerentwurfs

Lageplan Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Lageplan

Perspektivische Skizze Blick nach Osten entlang der Punkthäuser Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Perspektivische Skizze Blick nach Osten entlang der Punkthäuser

Perspektivische Skizze Blick nach Nord-Osten auf Punkthäuser Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Perspektivische Skizze Blick nach Nord-Osten auf Punkthäuser

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-24217