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Friedrich-Creuzer-Straße


Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Planungswettbewerb

1. Preis

Riegler Riewe Architekten, Graz, yellow z Stadtplanung, Berlin, und lad landschaftsarchitektur Diekmann, Hannover

Auslober

Demos Wohnbau GmbH

Weitere Preise

2. Preis
Lorber + Paul Architekten, Köln, mit club L 94 Landschaftsarchitekten, Köln

3. Preis
Rapp + Rapp, Amsterdam/Berlin, mit Bureau B+B stedebouw en landschapsarchitectuur, Amsterdam

Details

Lage

Das Planungsgebiet befindet sich an der Nahtstelle zwischen Trudering und Neuperlach und hat eine Fläche von 12,8 Hektar.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem Areal soll ein neues Wohngebiet mit zirka 1.300 Wohnungen, den notwendigen sozialen Einrichtungen, Versorgungsnutzungen sowie Grün- und Freiflächen entstehen.

Mit der Planung soll der Siedlungsrand zum Truderinger Wald sowie der Übergang zwischen der kleinteiligen Bebauung Truderings und der großformatigen Bebauung Neuperlachs städtebaulich und landschaftsplanerisch qualitätvoll definiert werden.

Um diese Ziele zu erreichen, lobten die Demos Wohnbau GmbH und die Park Immobilien Projektentwicklungs- und Planungs GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Büschl Unternehmensgruppe, in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München einen nichtoffenen Planungswettbewerb in zwei Bearbeitungsphasen aus.

Vor Beginn des Wettbewerbs fand eine Bürgerinformationsveranstaltung statt, deren Anregungen und Erkenntnisse Teil der Auslobung wurden. Anschließend wurde die erste Bearbeitungsphase mit 19 ausgewählten Büros im Oktober 2014 gestartet. In dieser Phase wurden zunächst Leitideen und grundlegende Konzepte entwickelt. Die zehn geeignetsten Konzepte wurden dann vom Preisgericht für die zweite Bearbeitungsphase ausgewählt, in der ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Entwurf für das Gesamtquartier erarbeitet werden sollte.
Zu Beginn der zweiten Bearbeitungsphase fand zudem ein kooperatives Kolloquium statt, bei dem die ausgewählten Teilnehmer dem Preisgericht jeweils ihren Konzeptentwurf der ersten Bearbeitungsphase vorstellten und mit dem Preisgericht die weitere Bearbeitung erörterten.

Das Wettbewerbsverfahren wurde im Mai 2015 mit der Wahl einer Preisgruppe aus drei Arbeiten abgeschlossen. Im Juli 2015 hat ein Auswahlgremium die Überarbeitung der Arbeiten beurteilt und eine Reihung der Preisträger vorgenommen.

Würdigung des Auswahlgremiums

„Die Reduzierungen im baulichen Volumen und die noch stärkere Anpassung der baulichen Konzeption an die örtlichen Bedingungen in der Überarbeitung haben bei dieser Arbeit zu einer erheblichen Klärung der Baustrukturen und der örtlichen Einbindung geführt. Die Baufelder sind aus den zunächst formalen Zwängen mit den speziellen Bauformen, zu angenehm dimensionierten und im besten Sinne gewöhnlichen Wohnblöcken mit grünen Innenhöfen geworden.

Besonders qualitätsvoll ist aber vor allem der zentrale Grünraum, die öffentliche Parkanlage, die voraussichtlich alle Erwartungen und Anforderungen übernehmen kann, die sich mit dem neuen Wohnquartier verbinden.

Die beiden großen Baufelder, die sich an den Grünraum anschließen, basieren auf einem erkennbar soliden Grundraster mit klar definierten Wohnblöcken und räumlich gefassten Straßenräumen. Gleichzeitig führen Öffnungen in den Blockstrukturen zu einer differenzierten Anpassung an die bestehenden Wohngebiete. So wird im Norden über eine Spur von kleinteiligen Baukörpern ein selbstverständlicher Straßenraum ausgewiesen – überzeugend in dieser einfachen Maßnahme. Allerdings sollte dieser Straßenraum auch nur die Erschließung für die Anwohner übernehmen und nicht – wie in der Planung angedeutet – im Verkehrsnetz mehr leisten müssen. Die Einfahrten in die Tiefgaragen lassen hier eine andere Vorstellung vermuten.

Die eigentliche Vernetzung leistet die Straße am Park, die von den Verfassern als Promenade bezeichnet wird. Die Formulierung erweckt das Bild eines sehr lebendigen Boulevards. Da kein durchgängiger Besatz mit Läden und Gastronomie zu erwarten ist, wird aus der Promenade vermutlich eine Parkstraße – ein wenig höher liegend als der angrenzende Park, mit schönen, zur Südsonne ausgerichteten Aufenthaltsbereichen – und einer Adresse zum Wohnen: Ein wenig anders, aber ein nicht minder angenehmes Bild für diese schöne und repräsentative Allee.

Die Nutzungsverteilung innerhalb der hier vorgegebenen Baufelder ist generell noch zu finden, das betrifft auch die Lage der Kindergärten und ihre mögliche Einbindung in die Wohngebäude. Eines ist jedoch schon sicher: Der Nahversorger kann nicht in dem hohen Gebäude im Erdgeschoss untergebracht werden.

Das Freiraumkonzept besticht durch ein ausgewogenes Verhältnis von klaren urbanen Strukturen und einem offenen, großzügigen Landschaftsbezug mit kurzen Wegen. Der weite und vielfältig nutzbare Park ist der große freiraumplanerische Pluspunkt des urban aufgefassten Quartiers. Auch lautes Jugendspiel findet hier seinen angemessenen Raum. Der Park wird optimal in Szene gesetzt durch eine breite, urbane Schwelle und dem Park angeschlossene Kindertageseinrichtungen.

Ein Wermutstropfen ist die Inanspruchnahme des südlichen Grünkorridors durch die Erschließungsstraße, die daher mit besonderem freiraumplanerischen Gespür weiterentwickelt werden muss.
Die Qualität der gut geschnittenen Straßenräume ist bestimmt von der dichten Überstellung mit Bäumen. In der weiteren Differenzierung müssen die Straßen ansprechende räumliche Aufenthaltsqualitäten entwickeln und so das Potential der großen Breite ausschöpfen.

Die offenen Tiefgaragenzufahrten blockieren die Kommunikationsfuge zwischen privaten und öffentlichen Freiräumen und sind in die Gebäude zu integrieren.

Den Verfassern ist in der Summe eine sehr gute Weiterentwicklung des städtebaulichen Entwurfs gelungen – mit schönen von Alleebäumen geprägten Straßenräumen, die an der richtigen Stelle in die freiere Anpflanzung des Parks übergehen (im Westen), mit gut proportionierten Wohnhöfen und Nachbarschaften.
Die sehr geschlossene Bebauung an der Karl-Marx-Straße gefällt nicht allen. Die zunächst ganz entspannte Anbindung der Erschließung an das örtliche Straßennetz ist wieder und immer noch ein Problem. Unbedingt vermieden werden sollte, dass gerade dieses Selbstverständnis zu einem erhöhten verkehrlichen Aufkommen in diesem Wohngebiet führt. Hier muss eine Differenzierung eine Eindeutigkeit in der Benutzung bringen."

Empfehlung des Auswahlgremiums

„Das Auswahlgremium stellt fest, dass sich die drei prämierten Wettbewerbsbeiträge in der Überarbeitung deutlich verbessert und in ihren städtebaulichen Daten angenähert haben. Die Qualität der Beiträge hat die Diskussion beflügelt und die Mehrheitsfindung wesentlich vereinfacht.

Das Auswahlgremium empfiehlt, den Beitrag des Büros Riegler Riewe mit yellow Z und lad Landschaftsarchitektur den weiteren Planungen für das Quartier zugrunde zu legen.“

Preisgericht

21. Mai 2015

Auswahlgremium

21. Juli 2015

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Ost (Stadtbezirk 13 und 16)

Blumenstraße 28b
80331 München