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Kreativquartier an der Dachauer Straße


Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb

1. Preis: Teleinternetcafe, Berlin, mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Berlin

3. Preis: Laux Architekten, München, mit Nowak Landschaftsarchitekten, München

3. Preis: Trojan Trojan + Partner Architekten, Darmstadt, mit WGF Objekt Landschaftsarchitekten, Nürnberg

4. Preis: Jan Foerster, Teamwerk Architekten, München, mit Michael Hinnenthal und Daniel Schaar, Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin: Landeshauptstadt München, vertreten durch das Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Details

Lage

Zwischen Dachauer Straße, Schwere-Reiter-Straße, Lothstraße und Infantriestraße.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Die Landeshauptstadt München, der Freistaat Bayern und die Stadtwerke München sind im Besitz einer insgesamt zirka 20 Hektar großen Fläche etwa 2,5 Kilometer nordwestlich der Münchner Altstadt, im näheren Umfeld des Olympiaparks. Das ursprünglich militärisch genutzte Areal ist heute überwiegend nicht oder nur unzureichend genutzt.

Im Nordteil des Gebiets hat sich eine rege Kunst- und Kulturszene angesiedelt, die dem Ort eine eigenständige Prägung verleiht. Zwei denkmalgeschützte Hallenbauten, von denen eine vorübergehend mit kulturellen Nutzungen belegt war, stehen derzeit leer. An der Dachauer Straße befinden sich genutzte denkmalgeschützte Wohngebäude. In den vergangenen Jahren gab es bereits mehrere Ansätze, Teilbereiche des Areals zu überplanen. Nach dem Freiwerden weiterer Flächen ergibt sich nun die Chance, eine zusammenhängende Planung für das gesamte Quartier nordöstlich der Dachauer Straße, zwischen Schwere-Reiter-Straße und Lothstraße, zu erstellen.

Das bislang weitgehend unzugängliche Gebiet soll ein urbanes Quartier werden mit zirka 900 Wohnungen und sozialer Infrastruktur, Büroflächen, Einzelhandel und Bildungseinrichtungen. Aufgrund der Möglichkeit, die denkmalgeschützten Hallen mit verschiedenen gewerblichen, kreativwirtschaftlichen oder kulturellen Nutzungen zu belegen, kann ein Quartier mit besonderer Identität und Bedeutung für die gesamte Stadt entstehen. So kann in räumlicher Ergänzung zum Standort der Hochschule München und zu angrenzenden kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen ein wichtiger Baustein für die künftige Entwicklung des Wissens-, Kultur und Wirtschaftsstandortes München geschaffen werden. Vom geplanten Kreativquartier in und um die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle sollen Impulse auf das Gesamtquartier ausgehen und damit ein urbanes, vernetztes Stadtquartier entstehen. Dabei sollen Wohnen und Arbeiten, Kunst und Wissen gemeinsam entwickelt werden und sich gegenseitig stärken, ein Leben in urbaner Gemeinschaft soll entstehen. Es wird ein innovativer Planungsansatz gesucht, der in der Lage ist, spezifisch auf den Ort zu reagieren und die Potentiale und Synergieeffekte, die aus der geplanten Mischung entstehen, für eine urbane Gesamtstruktur zu nutzen, die sich prozesshaft ergänzt. Hierbei spielen auch zeitliche und räumliche Entwicklungsabschnitte eine Rolle.

Würdigung des Preisgerichts

„Der Entwurf löst die städtebauliche Aufgabenstellung durch die Gliederung des Gebiets in vier miteinander vernetzte Quartiere, die unabhängig voneinander entwickelt werden können. Er zeigt ein breit gefächertes und vielfältiges Wohnangebot, eine differenzierte Gebäudetypologie, hohe Freiraumqualitäten und eine gute Durchlässigkeit zwischen den Quartieren. Die geforderten Geschossflächen für Wohnen und Arbeiten sowie die übrigen städtebaulichen Kennwerte werden mit Ausnahme der geforderten Stellplatzzahl erreicht.

Das Quartier „Kreativ-Labor“kombiniert Arbeiten und Wohnen bei gleichzeitiger Erhaltung der Bestandsstrukturen. Dieser Bereich ist flexibel gegenüber weiteren kulturellen Entwicklungen. Das Quartier „Kreativ-Feld“ erhält im Norden die Bestandsstrukturen und schafft im Neubau ein Wohnquartier sowie Schul- und Kitaversorgung inklusive Freiflächen. Der „Kreativ-Park“ als zentrale Freiraumfläche verbindet Dachauer- und Heßstraße und bindet die denkmalgeschützten Hallen ein. Damit werden die Hallen auch vom Stadtraum aus erlebbar. Der Schalleintrag von der Dachauer Straße in das Quartier wird als vertretbar eingeschätzt. Die „Kreativ-Plattform“ im Süden passt die Universitätsgebäude hervorragend in den Gesamtentwurf ein und schafft Offenheit zu dem nördlich angrenzenden Quartier.

Das Energiekonzept ist zu überprüfen. Die differenzierte Höhenentwicklung der Baukörper ermöglicht Schwerpunktsetzungen entlang der Dachauer Straße ebenso wie am Berührungspunkt der Heßstraße mit dem zentralen Park. Die Arbeit nimmt die Qualität des jetzt Existierenden auf und nimmt sie zum Ausgangspunkt der Entwicklung eines Kreativquartiers. Sie gibt Antwort auf Bestehendes und entwickelt dies schlüssig weiter.
Die Freiräume der “Kreativwerkstadt“ sind roh und mutig. Sie verkörpern eine offene Atmosphäre, die in einer organischen Entwicklung, sukzessiver Aneignung und einer spezifischen Materialität zum Ausdruck kommt. Die zentrale Grünfläche öffnet das Gebiet zur Dachauer Straße und lockt damit die Kulturhallen aus der zweiten Reihe. Der Park wirkt großzügig und unterstützt die Bildung von einzelnen Quartieren mit sehr unterschiedlichem Charakter. Überzeugend sind auch die Freiräume des Kreativlabors. Das Konzept nimmt hier die bestehenden öffentlichen Räume auf. Punktuelle Interventionen stärken strategische öffentliche Orte, eröffnen Zugang für neue Nutzungen und verleihen dem Gebiet einen Charakter, an dem München in Zukunft wachsen kann. Für die bereits bestehende kulturelle Nutzung im Bestand bietet dieser Entwurf die besten Möglichkeiten, Vorhandenes weiter zu entwickeln und auf kommende Entwicklungen zu reagieren. Der Entwurf zeigt sich als Vision für ein zukunftsweisendes Wohnquartier, das zugleich flexibel auf zukünftige Entwicklungen antworten kann, und enthält ein hohes Potenzial und eine gute Grundlage für eine abschnittsweise bauliche Umsetzung.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit weiteren Planungsleistungen gemäß der Auslobung zu beauftragen. Die in der schriftlichen Beurteilung genannten Anregungen sollen dabei Beachtung finden.“

Preisgerichtssitzung

11. Mai 2012

Koordination

Böhm Glaab Sandler Mittertrainer

Ansichten des Siegerentwurfs

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1. Preis Modellfoto

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1. Preis Visualisierung

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Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-24213