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Messestadt Riem - vierter Bauabschnitt


Realisierungswettbewerb

1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Grassinger Emrich Architekten, München, mit Tobias de la Ossa Architekten, München, und Prof. Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekt, München

2. Preis: Dressler Mayerhofer Rössler Architekten, München, mit Ver.de Landschaftsarchitektur, Freising

3. Preis: Léon Wohlhage Wernik, Gesellschaft von Architekten, Berlin, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin

Ausloberin: Gewofag Grundstücksgesellschaft mbH

Details

Lage

Die beiden Baugebiete liegen im vierten Bauabschnitt Wohnen der Messestadt Riem im 15. Stadtbezirk Trudering- Riem, südlich des Edinburghplatzes.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Die Wohnbebauung im Südwesten der Messestadt Riem bildet den vierten Bauabschnitt der Wohngebiete. Es entstehen etwa 200 Wohnungen sowie eine Kinderkrippe. Die Maßnahme umfasst insgesamt zirka 20.000 Quadratmeter Geschossfläche sowie die zugehörigen Freiflächen.

Die Bebauung bildet von Norden, von der zentralen Achse der Messestadt kommend, den Auftakt des vierten Bauabschnitts. Gewünscht sind qualitätvolle Gebäude mit ansprechenden Fassaden, die der Lage am Platz und dem Eingang zum Stadtquartier gerecht werden. Die Wohnungen werden im geförderten Mietwohnungsbau nach den städtischen Förderprogrammen KomPro/A und KomPro/B errichtet. Die Gebäude sollen dem Energiestandard des KfW-Effizienzhauses 70 (EnEV 2009) entsprechen.

Wichtige Aufgabenstellung im Wettbewerb ist auch die Gestaltung der Freiräume.

Die neue Wohnanlage soll zu einem attraktiven Baustein der Messestadt Riem werden. Die Neubauten sollen sich in den Gesamtcharakter des Stadtquartiers einfügen, gleichzeitig aber ein möglichst hohes Maß an Eigenständigkeit entwickeln und Identifikationsmöglichkeiten bieten. Die Gestaltung von Gebäuden und Freibereichen soll dazu beitragen, dass das Wettbewerbsgebiet mit seinen geförderten Wohnungen zu einem gut integrierten Teil des Quartiers wird. Dafür ist insbesondere auch ein Maximum an Wohn- und Aufenthaltsqualität für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner wichtig.

Das Wohnungsangebot soll den Bedürfnissen unterschiedlicher sozialer Gruppen, Haushaltstypen, Lebensphasen, Generationen und Lebensstile entsprechen. Hierzu tragen beispielsweise nutzungsneutrale Räume, ein „grünes Zimmer“ als Garten, Terrassen oder Balkone, Nischen für häusliche Eigen- oder Erwerbsarbeit, vielfältig nutzbare Gemeinschaftsbereiche wie beispielsweise Musikübungsräume sowie einladende Erschließungsflächen und kommunikationsfördernde Eingangszonen bei. Der differenzierten Gestaltung der Freibereiche kommt besondere Bedeutung zu.

Wichtig ist die Gestaltung der Fassade zum Edinburghplatz, die den Auftakt und Hauptzugang für den gesamten vierten Bauabschnitt bildet. Die Bebauung soll einen positiven Beitrag zur Gestaltung des Edinburghplatzes leisten, die Platzfront soll eine attraktive Adresse werden.

Der Wettbewerb wurde als Planungswettbewerb in Form eines nicht offenen Wettbewerbs mit vorgeschaltetem offenen Bewerbungsverfahren ausgelobt.

Würdigung des Preisgerichts

„Das zentrale Thema des Entwurfs ist die Schaffung einer urbanen Gestalt nach außen und einer starken Öffnung der Fassaden nach innen zum grünen Hof. Den Verfassern gelingt es durch geschickte Grundrissanordnung (mittels Laubengängen und Gemeinschaftsterrassen ab dem dritten Obergeschoss), den Innenhof von Zufahrts- und Aufstellflächen der Feuerwehr freizuhalten. Dies schafft die Möglichkeit eines naturnahen Grünraums mit hoher Aufenthaltsqualität.

Die Gebäude sind großteils von außen erschlossen und barrierefrei mit dem Hof verbunden. An diesen großzügigen durchgesteckten Eingangsbereichen liegen erdgeschossig die Fahrrad-, Kinderwagen- und Müllräume. Die weitgehende Freihaltung des Innenhofs von Unterbauung ermöglicht eine gute Grünausstattung mit Großbäumen.

Zentrales Thema des Freiraums ist der lockere Baumhain als grüne Mitte, dessen Ausarbeitung eine spannende und erlebnisreiche Nutzungsqualität für alle Altersstufen verspricht. Der Innenraum ist über durchgesteckte Treppenhäuser sehr gut an die umgebenden öffentlichen Räume und die Erschließungszonen der Häuser angebunden. Die Grundrisse sind für den geförderten Wohnungsbau adäquat und lassen eine sinnvolle Belegung und Nutzung erwarten. Sie reagieren in ihrer Orientierung richtig auf den städtebaulichen Kontext und bieten mit angemessenen Raumtiefen eine gute Belichtung.

Die zweigeschossige Kinderkrippe ist auf der Nordseite des WA 12 untergebracht. Besonders positiv hervorzuheben ist ihre ebenerdige Erreichbarkeit vom Edinburghplatz aus. Der anschließende Spielbereich leitet mittels einer grünen Böschung zum Innenhof über und ist sehr gut nutzbar.

Die im konstruktiven Aufwand angemessenen geputzten Lochfassaden erhalten durch unterschiedliche, schräg einspringende Fensterelemente eine wohltuende Varianz und Lebendigkeit und schaffen für die Wohnungen zusätzliche Orientierung und Freiraumbezüge.

Zum Innenhof wird eine umlaufende Balkonzone vorgeschlagen, welche zum Teil über die ganze Fassadenhöhe ein Gerüst als „grünes Zimmer“ auch auf der Nordseite der Gebäude anbietet. Dieses beinhaltet neben den privaten Freisitzen auch Elemente des Sonnen- und Sichtschutzes aus vorgesetzten Holzlamellen. Konzeptionell zwar konsequent, wird die Qualität der angebotenen Nordbalkone jedoch kritisch diskutiert. Insgesamt erscheint die Innenfassade etwas willkürlich und wird in ihrer Umsetzung zu konkretisieren sein.“

Preisgerichtssitzung

2. Oktober 2012

Koordination

Böhm Glaab Sandler Mittertrainer

Kontakt

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

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80331 München

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089 233-24215