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Entwicklungscampus Königinstraße


Wettbewerb

Realisierungswettbewerb Nano-Institut mit städtebaulichem und landschaftsplanerischem Ideenteil


1. Preis Städtebau und 1. Preis Nano-Institut: kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten mit Landespflege AW Faust, Berlin
2. Preis Städtebau und Anerkennung Nano-Institut: JSWD Architekten mit Club L94, Köln
2. Preis Nano-Institut: Obermeyer Planen + Beraten, München, mit Pola Landschaftsarchitekten, Berlin
3. Preis Städtebau und 4. Preis Nano-Institut: 03 Architekten mit Plan 4, München, und Ver.de Landschaftsarchitektur, Freising
4. Preis Städtebau und 3. Preis Nano-Institut: Bizer Architekten mit Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart

Auslober: Freistaat Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt München 2 und der Ludwig-Maximilians-Universität München

Details

Lage

Das Wettbewerbsgebiet liegt im Stadtbezirk Maxvorstadt an der Königinstraße westlich des Englischen Gartens.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Der Wissenschafts- und Hochschulstandort München soll im internationalen Wettbewerb langfristig gesichert und positiv weiterentwickelt werden. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst beabsichtigt, im Rahmen des Programms zur Energiewende in Bayern sowie im Rahmen der Exzellenzinitiative für das eingerichtete Forschungscluster „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM), ein neues Institutsgebäude auf dem Gelände der Tierärztlichen Fakultät zu errichten. Die Standortsuche für das neue Gebäude und die derzeit unzureichende Unterbringung der Fakultät für Physik an verschiedenen Standorten hat zu der Entscheidung geführt, einen „Entwicklungscampus Königinstraße“ auf dem Gelände der heutigen Tierärztlichen Fakultät unmittelbar westlich des Englischen Gartens anzustreben, auf dem schwerpunktmäßig die Physik-Fakultät konzentriert wird. Langfristig sollen auf diesem Standort auch weitere Fakultäten untergebracht werden. Ein im Rahmen des Wettbewerbs aufzustellendes Gesamtkonzept soll als Masterplan die Entwicklungspotenziale hierfür aufzeigen.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Der Entwurf schafft auf überzeugende Weise eine Gestaltung, die es versteht, auf den Kontext der Königinstraße mittels klug gesetzter Baukörper zu reagieren. Gleichzeitig gelingt das Kunststück, die Isarhangkante erlebbar und großzügig neu zu interpretieren und so den großen grünen Freiraum des Englischen Gartens spürbar zu machen. Den Auftakt markiert ein an der Königinstraße situierter Baukörper, der die öffentlichen Nutzungen, wie Cafeteria und Bibliothek, beherbergt. Dazwischen bis zum neuen Nano- Institutsgebäude spannen sich grüne Terrassenstufen, die sich durch die klar gesetzten Freiräume der darunter liegenden Bebauung auch visuell mit dem Englischen Garten verbinden. Diese größere Durchlässigkeit wird durch einen knapp bemessenen Abstand zum Englischen Garten im unteren Bereich erreicht. Das Nano-Institutsgebäude artikuliert sich zur Königinstraße mit einem eigenen Platz, dem Belvedere, der mittels einer größeren Freitreppe zum unteren Niveau des Campus vermittelt. Dort befindet sich auch eine Öffnung zum Park in Form von grünen Sitzinseln zum Schwabinger Bach. An der Königinstraße entsteht so ein durchaus urbanes Vorfeld, welches sich mit dem unteren Niveau des Campus und des Parks vernetzt. Die Kita ergänzt städtebaulich sinnvoll das Grenzgebäude und erhält ein eigenes Vorfeld. Die komplette Erschließung erfolgt über die Veterinärstraße, die so auch zur zentralen inneren Erschließung und zum öffentlichen Raum des Campus führt. Die weiteren Institutsgebäude sind unspektakulär, aber schön und präzise gesetzt. Sie öffnen sich mit den jeweiligen Foyers zum öffentlichen Raum und lassen so auch Kommunikation erwarten. Das Seminargebäude an der Königinstraße reagiert sowohl auf den Schlangenbrunnenplatz als auch auf den inneren Campusplatz. Die Anordnung der viergeschossigen Baukörper ist klar und so dimensioniert, dass sie im Sinne eines Gesamtkonzeptes flexibel auf neue Anforderungen der Institute reagieren kann. Insgesamt ist hier ein Konzept entwickelt, das zurückhaltend und differenziert auf die besonderen Bedingungen des Ortes reagiert, die Blickbeziehung zur Ludwigskirche erhält und dennoch mit eigenständigen, schönen gestalterischen Interventionen arbeitet. Lediglich auf das historische Eingangsportal wird kein Bezug genommen. Die gewünschte Geschossfläche wird nicht ganz erreicht, erscheint aber im Gesamtkonzept möglich. Gleiches gilt für den barrierefreien Zugang des Gesamtareals.

Nano-Institut

Das Nano-Gebäude fügt sich in die Perspektive der Königinstraße auch im ersten Bauabschnitt gut ein. Allerdings stellt sich die Frage, wie das Motiv des Belvederes und die visuelle Öffnung zum Park in dieser Bauphase erlebbar gemacht werden kann. Das Gebäude selbst tritt in moderner Formensprache als Institutsgebäude auf und vermittelt dies sowohl durch die nach oben hin schmäler werdenden, horizontalen Öffnungen und die Gliederung der Fassade mittels eines sich auch auf Fußgängerniveau teils öffnenden, transparenten Sockels. Die Materialität der Fassadenkonzeption überzeugt nicht. Die Organisation der Funktionsbereiche ist gut organisiert und erfüllt die technischen Vorgaben. Das untere und das obere Foyer nehmen jeweils Bezug zum Belvedere und zum Park. Die Anordnung des Konferenzsaales mit Bezug zur Königinstraße wird positiv beurteilt. Dies unterstreicht auch den kommunikativen Charakter des Gebäudeentwurfs. Das neue Institut erhält eine klare Adresse an der Königinstraße. Insgesamt liegt eine schlüssige Arbeit vor, die durch einen klaren Städtebau und ein kompaktes, gut organisiertes Institutsgebäude überzeugt.

Energie

Ein kompakter Baukörper und optimierter Fensterflächenanteil ergänzen das innovative Energiekonzept. Dieses umfasst das gesamte Areal und sieht das Nano-Institut als ersten Baustein eines auf regenerativen Energien und innovativen Technologien basierenden, energetischen Gesamtkonzeptes. Die vertikale technische Erschließung und Anbindung der Laborflächen an die Technikflächen im vierten Obergeschoss ist durch eine beidseitige Anbindung gut gelöst. Die Tageslichtnutzung über die Fassade ist durch tief sitzende Fenster nicht optimal, jedoch wird die innenliegende Kommunikationszone mit angeschlossenen Treppen über ein Oberlicht natürlich belichtet.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, den mit dem ersten Preis für die Teilaufgabe städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenteil sowie den mit dem ersten Preis für die Teilaufgabe Realisierungswettbewerb Nano-Institut ausgezeichneten Entwurf der weiteren Planung zugrunde zu legen. Die kritischen Anmerkungen im Beurteilungstext sind in der weiteren Bearbeitung zu berücksichtigen.“

Preisgerichtssitzung

24. und 25. Januar 2013

Koordination

Staatliches Bauamt München 2, Abteilung L2

Ansichten des Siegerentwurfs

Landschaftsplan Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Landschaftsplan

Perspektive Nano-Institut Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Perspektive Nano-Institut

Rendering Terrasse zum Englischen Garten Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Rendering Terrasse zum Englischen Garten

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München

Fax:
089 233-24213