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Historischer Ortskern von Ramersdorf


Sanierungsgebiet Innsbrucker Ring / Baumkirchner Straße

Für die Neuordnung des historischen Ortskerns von Ramersdorf hat ein städtebaulicher, landschaftsplanerischer und verkehrlicher Realisierungswettbewerb stattgefunden. Der Ortskern ist Teil des Sanierungsgebiets Innsbrucker Ring / Baumkirchner Straße, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung von 2011 und die Beiträge der Planungsgruppe flossen in die Auslobung ein.

Realisierungswettbewerb

1. Preis: Goergens Miklautz Architekten, München, mit Claudia Ruf und Svea Erdmann Landschaftsarchitektinnen, München, und Hans Billiger Verkehrsplanung, Stuttgart
2. Preis: Carsten März, Architekt und Stadtplaner, Machleidt GmbH, Berlin, mit AW Faust, Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin, und Bodo Fuhrmann, Verkehrsplanung
3. Preis: Mirjam Niemeyer, Architektin, und Tommi Mäkynen, Architekt, Helsinki Zürich Office GmbH, Zürich, mit Emmanuel Tsolakis, Landschaftsarchitekt, Cadrage Landschaftsarchitekten GmbH, und Michael Angelsberger, Verkehrsplanung, München

Ausloberin: Landeshauptstadt München (Referat für Stadtplanung und Bauordnung)

Details

Lage

Das Wettbewerbsgebiet umfasst den historischen Ortskern von Ramersdorf im Stadtbezirk 16 Ramersdorf - Perlach im Münchner Osten. Das Gebiet liegt innerhalb des Mittleren Rings unmittelbar am Anschlussknoten der A8 München-Salzburg und wird im Norden durch die Kirchseeoner Straße, im Südosten durch den Innsbrucker Ring, im Südwesten durch die Stephanskirchener Straße und den westlichen Ast der Rosenheimer Straße begrenzt. Das Wettbewerbsgebiet hat eine Größe von zirka zwölf Hektar.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Aufgabenstellung ist die Belebung, Neuordnung und Weiterentwicklung des historischen Ortskerns von Ramersdorf unter Abwägung der verschiedenen konträren Interessen. Ziel ist die Wiedergewinnung der räumlichen Qualitäten durch Neuorganisation der Verkehrsführung, nutzungsstrukturelle Ergänzungen, Vernetzung mit der Umgebung und Schaffung qualitativer Freiflächen für die Ansprüche verschiedener Nutzergruppen.

Wettbewerbsverfahren und Öffentlichkeitsbeteiligung

Am 22. September 2010 wurde die Durchführung eines Wettbewerbs vom Stadtrat beschlossen. In einem ersten Schritt erfolgte die Öffentlichkeitsbeteiligung. Im Rahmen der am 9. April 2011 durchgeführten Veranstaltung wurden die vorgestellten Planungsziele kontrovers diskutiert. Zur weiteren kontinuierlichen Beteiligung und um die Auslobung des Wettbewerbs unter Einbeziehung der Belange im Gebiet vorzubereiten, wurde eine feste Planungsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der von der Neuordnung Betroffenen gebildet.

Der Wettbewerb wurde als begrenzt offenes, kooperatives Verfahren mit einem Zwischenkolloquium mit zehn Teilnehmern ausgelobt. Dem vorgeschaltet war ein Bewerbungsverfahren. Ziel war die Entwicklung von Bebauungs-, Freiraum und Verkehrskonzepten als Grundlage für die folgenden Umsetzungsschritte.

Würdigung Preisgericht (Auszüge)

"Der Entwurf entwickelt für die Rosenheimer Straße eine neue, die städtebauliche Qualität fördernde Linienführung. Durch den Schwenk nördlich der Herrenchiemseestraße nach Westen erhält der Vorbereich der Kirche eine dem Ort angemessene Ruhe und gestalterische Aufwertung. Die historische Bedeutung des Pilgerweges wird dadurch deutlich gestärkt.

Südlich der Herrenchiemseestraße verschwenkt die Rosenheimer Straße nach Osten und schafft zur Mustersiedlung einen größeren Abstand, der für einen Lärmschutzwall genutzt wird. Dieser bemerkenswerte Einsatz einer stadträumlich verträglichen Lärmschutzmaßnahme wird besonders gewürdigt, allerdings stellt sich die Frage, ob der gleiche Effekt mit geringerem Aufwand erreicht werden könnte.

Im Kreuzungsbereich von Kirchseeoner Straße und Innsbrucker Ring komprimiert der Entwurf in angemessener Dimension den Grünzug zugunsten eines verbesserten Lärmschutzes für den Freiraum.

Der Bereich rings um die Kirche erfährt eine behutsame und maßvolle Fortschreibung. Das neue Pfarrheim entwickelt zusammen mit dem Pfarrgarten und dem Benefiziatenhaus eine hochwertige Mitte für Ramersdorf. Die Lage des Versorgungszentrums ist gut gewählt. (...) Die großzügige Freiraumvernetzung der bestehenden und neu ausformulierten Grünzüge wird begrüßt, wenngleich im Süden auf Grund von Verlärmung und fehlender Anbindung eine Nutzung nahezu ausgeschlossen ist: Dieser Freiraum wird verschenkt. (...)

Sehr schön hingegen wird der Pilgerweg, gesäumt von einer Lindenallee, in den Ort hineingeführt und seiner historischen Bedeutung entsprechend in der Aribonenstraße fortgeführt. Auch aus denkmalfachlicher Sicht wird der neu geschaffene Wallfahrtsweg, der sich ganz selbstverständlich entwickelt, besonders gewürdigt. Zusammen mit seiner angemessenen Grüneinbindung und seiner platzartigen Aufweitung vor dem Torhaus der Kirche stärkt er das Ensemble Ramersdorf. Entlang des Weges ergibt sich eine interessante Blickbeziehung auf den Ortskern.(...)

Die geschwungene Führung der Rosenheimer Straße reagiert auf unterschiedliche Anforderungen im Norden und Süden des Planungsgebietes. Die interne Straßenführung ist plausibel und funktionsfähig. Allerdings bleibt die Detailerschließung einiger Gebäude, insbesondere im Süden, unklar.

Insgesamt offeriert der Entwurf mit der Lage der neuen Rosenheimer Straße eine kluge Strategie für eine behutsame und qualitätvolle Neuordnung des Ortskerns von Ramersdorf. Die städtebauliche Struktur kann in Summe jedoch nicht überzeugen und zeigt Defizite in Bezug auf die baulichen und räumlichen Qualitäten."

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht empfiehlt der Ausloberin einstimmig, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Wettbewerbsarbeit mit der weiteren Planung zu beauftragen. Hierbei sollen die schriftlichen Beurteilungen der Jury berücksichtigt werden.

Preisgerichtssitzung

25. Oktober 2013

Koordination

Büro Bartenbach & David mit Dragomir Stadtplanung

Ansichten des Siegerentwurfs

Lageplan - Konzept Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Übersichtsplan

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtsanierung
und Wohnungsbau

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-28078