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Paul-Gerhardt-Allee: Baugebiet WA1


Realisierungswettbewerb

1.Preis

Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern, München, mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München

Weitere Preise

  • 2. Preis: Anne Hangebruch, Berlin, und Mark Ammann, Zürich, mit Fritschi Landschaftsarchitekten, Schweiz
  • 3. Preis: ARCHiTEKTUR: ZWiNGEL/DiLG, München, mit Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Auslober

Dr. Hendrik Schlune, München

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der „Zentralen Bahnflächen München“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll hier ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen. Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA1. Der Auslober Dr. Hendrik Schlune möchte im zirka 5.200 Quadratmeter großen Allgemeinen Wohngebiet (WA) geförderten Mietwohnungsbau, eine Kindertageseinrichtung und einen Kinder-, Familien- und Nachbarschaftstreff mit einer Geschossfläche von insgesamt 6.000 Quadratmetern realisieren.

Mit der Lage des Wettbewerbsgrundstücks am Eingang des Quartiers und seinen öffentlichkeitswirksamen Nutzungen kommt seiner Bebauung eine ganz besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Um für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, lobte Dr. Schlune in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München den vorliegenden Wettbewerb aus.

Würdigung des Preisgerichts

„Die städtebauliche Konzeption greift die Idee der polygonalen offenen Höfe in der Paul-Gerhardt-Allee sehr gekonnt auf und formuliert korrespondierend zum gegenüberliegenden Sondergebiet einen qualitätsvollen Quartiersauftakt.

Das Ensemble aus drei kraftvollen Häusern bietet differenzierte und richtig zugeordnete Freiräume sowie eine schlüssige Vernetzung mit der Umgebung. Durch die Aufweitung der Eingangssituation im Norden entsteht eine stadträumliche markante Setzung, die eine eindeutige Adresse für das Nachbarschaftszentrum und die Wohnungszugänge bildet. Das Wohngebäude im Südosten wird von dem gut zonierten Aufenthaltsbereich im Osten erschlossen. Die Qualität des Hofes wird geprägt durch die frei geformten, aufeinander reagierenden Haustypen, die sich zum Hof hin abtreppen und gemeinschaftliche Dachgärten anbieten sowie eine gute Belichtung und Besonnung aufweisen.

Die Kita ist im Bezug auf die Freiflächen grundsätzlich richtig situiert. Die dreigeschossige Ausbildung der Kindertagesstätte entspricht nur in Teilbereichen den Vorgaben der Auslobung. Die Gruppenräume im Erdgeschoss sind überwiegend nicht gänzlich zur Freifläche orientiert. Aufgrund betrieblicher Erfordernisse sollte die Küche im Erdgeschoss situiert sein und nicht im zweiten Obergeschoss. Die Lage und Größe des Treppenhauses für die darüber liegenden Wohnungen erscheint in ihrer derzeitigen Lage verbesserungswürdig im Hinblick auf notwendige Anpassungen der Kita.

Beim Nachbarschaftszentrum ist die Geschossfläche unnötig überschritten. Die Aufteilung der Räume in zwei Gebäudeteile, die durch einen öffentlichen Durchgang getrennt sind, ist für den Betrieb ungeeignet. Die Räume sollten in einem zusammenhängenden Gebäudeteil liegen. Die Wohnungsgrundrisse sind insbesondere im südöstlichen Baukörper systematisch als Zwei- und Dreispänner organisiert und versprechen eine gute Wohnqualität. Im nördlichen Gebäude werden ebenfalls Spännertypen vorgeschlagen, wobei einzelne Grundrisszuschnitte noch nicht überzeugen können.

Die Eingangsbereiche der erfreulich gut belichteten Treppenhäuser sind auf das Notwendigste minimiert. Die Wohnflächen sind wohl aufgrund der prismatischen Baukörperformen zum Teil überschritten. Kleine Wohnungen werden wenige angeboten. Die mindestens zweiseitige Belichtung der Wohnungen schafft guten Wohnwert. Sanitärräume und Flursituationen sind nicht optimal gelöst, ebenso Details der Barrierefreiheit. Die architektonische Qualität des Ensembles besticht durch eine klare Zonierung der Fassade mit einem Sockelgeschoss, das die Zugänge zu den öffentlichen Nutzungen mit Sichtbeton akzentuiert, und im übrigen Klinkerriemchen auf Massivmauerwerk vorschlägt. Damit entsteht eine kraftvolle Sichtmauerwerksfassade mit feinen Details zur Betonung der Geschossdecke und der Fensterrahmung.

Sowohl die Lochfassade nach Norden als auch die Hoffassade mit Loggien und Balkonen versprechen eine eigenständige sympathische Anmutung. Insgesamt bietet dieser Entwurf eine gute Grundlage für einen qualitätsvollen Stadtbaustein am Eingang zur Paul-Gerhardt-Allee.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit den ausgelobten Planungsleistungen zu beauftragen. Dabei sollen die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise beachtet werden.“

Preisgerichtssitzung

23. September

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Ansichten des Siegerentwurfs

Lageplan Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Lageplan

Grafik: Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern

Perspektive vom Quartiersplatz Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Perspektive

Grafik: Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München