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Paul-Gerhardt-Allee: Baugebiet WA4


Realisierungswettbewerb

1. Preis

Hierl Architekten, München, mit Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH, München

Weitere Preise

  • 2. Preis: Steidle Architekten, München, mit Liebald und Aufermann Landschaftsarchitekten und Stadtplaner

  • 3. Preis: Goergens Miklautz Partner Architekten und Stadtplaner, München

Ausloberin

INDUWO Wohnungsbau GmbH (DEMOS)

Details

Lage

Im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Neben frei finanzierbarem Eigentumswohnungsbau soll auch geförderter Wohnungsbau im München Modell Eigentum und EOF entstehen. Die Schaffung hoher Wohn- und Freiraumqualität in den Höfen, der städtebauliche Übergang zu den öffentlichen Straßen- und Freiräumen, der Umgang mit Lärmimmissionen und der Brandrettung in Gebäude und Freiraumplanung stellten wesentliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe dar. Besonderes Augenmerk war auf die Entwicklung von Grundrissen zu legen, die einen hohen Wohnwert versprechen sollen. Die Ausloberin suchte über diesen Realisierungswettbewerb überzeugende Konzepte für die architektonisch und freiraumgestalterisch anspruchsvolle Bauaufgabe.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Aus der Befassung mit der großen städtebaulichen Dichte entwickeln die Verfasser die tragende Leitidee des ,Grünen Zimmers' als eine in Westen, Süden und Osten vorgelagerte, umlaufende, nutzbare Fassadenschicht. Dies führt zu einem gestalterischen und architektonischen Alleinstellungsmerkmal, das dem besonderen Ort und der Funktion dieses zentralen Stadtbausteins eine wohltuende Prägnanz verleiht. Die städtebauliche Setzung, die dem Bebauungsplan entspricht, interpretiert die Spielräume in der Ausgestaltung der Höhenentwicklung stimmig, wobei die öffentlichen Räume (Zentraler Park, Quartiersplatz, Anger) jeweils durch eine Überhöhung markant begrenzt werden. Zum Quartiersplatz werden folgerichtig im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen angeboten, die die wünschenswerte Urbanität an dieser Stelle fördern sollen.

Im Blockinneren etablieren die Verfasser einen schwebenden Brückenbau, der großzügig angehoben und elegant an die Erschließungskerne Nord und Süd angedockt wird, wodurch visuelle und funktionelle Freiraumbezüge erhalten bleiben und der großzügige Hof zusammenhängend erfahrbar ist. Die Erschließung der Gebäudeeinheiten erfolgt konsequent vom öffentlichen Raum aus über großzügige durchgesteckte Treppenhäuser, sodass eine gute Auffindbarkeit gegeben ist und eine gute Adressbildung garantiert werden kann.

Die vorgesehenen, im Maßstab passend dimensionierten Hofdurchgänge sind sparsam gesetzt, reagieren aber räumlich gut auf die Außenraumbezüge. Die Wohnungsgrundrisse der Drei- bis Vierspännertypen sind kompakt organisiert, weisen eine hohe Varianz auf und bilden den geforderten Wohnungsschlüssel weitgehend ab. Die Erweiterung der Grundrisse durch die vorgelagerten nutzbaren ,Grünen Zimmer' steigert den Wohnwert der Wohnungen. Gleichzeitig gewinnen die hier ausgebildeten Fassaden an Individualität und Plastizität. Das durchlaufende gleichmaßstäbliche Fassadenraster lässt gerade die Nordfassade in der etwas monotonen Anmutung problematisch erscheinen.

Einzelne Grundrisstypen erfüllen nicht ganz die Fördervoraussetzungen gemäß EOF. Bei den Einzelwohnflächen der EOF-Mietwohnungen sind kleinere Überschreitungen der zulässigen Wohnflächenobergrenzen erkennbar. Die anteilig zu einem Viertel auf die Wohnfläche anzurechnenden Flächen der sogenannten Grünen Zimmer als den Wohnungen vorgelagerte, jeweils durchgehende Balkonzone ist konzeptbedingt oft unverhältnismäßig groß zur Innenwohnfläche der EOF-Mietwohnungen.

Der Innenhof wird als durchlaufende Einheit begriffen. Felder mit unterschiedlichen Nutzungen reihen sich facettenartig nebeneinander an. Spielwiesen, Grabeland und Baumhaine finden hier Platz. Der wettergeschützte Raum unter der Gebäudebrücke wird als Treffpunkt für Spiel und Sport vorgeschlagen, baulich ergänzt durch einen Gemeinschaftsraum als Nachbarschaftstreff. Umlaufend reihen sich private Mietergärten an die erdgeschossigen Wohnungen, die großen Pufferzonen minimieren den Hofraum deutlich. Ein Dachgarten auf der Gebäudebrücke ergänzt das gemeinschaftliche Freiraumangebot. Die konsequente öffentliche Nutzung nach Westen zum Angela-Molitoris-Platz wird ausdrücklich begrüßt.

Das Preisgericht versteht den Freiraum als Mosaik, das auf unterschiedliche Situationen reagieren kann. Allerdings wird hier die Klarheit, Konsequenz und Experimentierfreudigkeit, die in der Architektur zu finden ist, noch vermisst. Aneigenbarkeit und Überraschungsmoment würden auch hier begrüßt.

Die für den Lärmschutz kritische Südfassade weist eine ausreichende Gliederung auf. Durch das Grüne Zimmer werden Außenwohnbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität angeboten. Gegebenenfalls ist die Tiefgaragenzu- und ausfahrt für einem ausreichenden Schallschutz der Nachbarschaft zu verschieben.

Das Preisgericht lobt einen innovativen gestalterisch souveränen Beitrag, der einen hohen Wohnwert mit einer nachhaltigen Bauweise verbindet. Aufgrund der zweiten Fassadenschicht entsteht eine deutliche Geschossflächenüberschreitung, die in dieser Größenordnung hinsichtlich der Umsetzbarkeit zu überprüfen wäre.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit bei einem Nachweis der Realisierbarkeit unter Berücksichtigung der im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise – insbesondere auch hinsichtlich der Freiraumplanung – mit der weiteren Bearbeitung des Projekts zu beauftragen.“

Preisgerichtssitzung

18. Oktober 2019

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Pläne und Visualisierungen des Siegerentwurfs

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Perspektive

Lageplan Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Lageplan

Erdgeschoss Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Erdgeschoss

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk West (Stadtbezirk 10, 20, 21 und 23)

Blumenstraße 28b
80331 München