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Paul-Gerhardt-Allee: Baugebiet WA6


Realisierungswettbewerb

1. Preis

Meck Architekten, München, mit studio B Landschaftsarchitektur, München

Weitere Preise

2. Preis
PRPM Architekten, München, mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

3. Preis
Reinhart + Partner Architekten, München, mit Nowak + Partner Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

BLV Objekt Pasing GmbH (Objektgesellschaft der Baywobau GmbH mit Münchner Grund)

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück ist Teil des Entwicklungsgebietes Paul-Gerhardt-Allee im Westen Münchens im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Gebiet Paul-Gerhardt-Allee wiederum ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen.

Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA 6. Die BLV Objekt Pasing GmbH, eine Objektgesellschaft der Baywobau Immobilien AG und der Münchner Grund Immobilien Bauträger AG, möchte hier Wohnungen mit einer Gesamtgeschossfläche von 16.000 Quadratmetern realisieren. Mit der Lage des Wettbewerbsgrundstücks am internen Platz und an einer öffentlichen Grünfläche des neuen Quartiers kommt seiner Bebauung eine ganz besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Um für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, lobte die BLV Objekt Pasing GmbH in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München den Realisierungswettbewerb aus.

Würdigung des Preisgerichts

„Die besondere Qualität der Arbeit liegt in der klugen Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts. Das Prinzip der Höhenstaffelung als quartierprägendes Gestaltungsmerkmal wird in der dreidimensionalen Gliederung der Baumasse fortgeschrieben.

Mit kleinen Verschiebungen der Grundrisse gelingt es den Architekten, ein plastisches Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu formen. Die ineinander verschachtelten Häuser sind sowohl als eine individuelle Einheit, als auch als ein Teil des Ganzen zu lesen. Dies wird das Gefühl der Identifikation der Bürger mit ihrem Wohnort langfristig unterstützen.

Durch die horizontale Staffelung werden die Fassaden zur Straße hin harmonisch rhythmisiert und der öffentliche Raum stark aufgewertet. Folgerichtig befinden sich die Hauseingänge an den Vor- beziehungsweise Rücksprüngen der Gebäude und sind daher aus der Perspektive der Fußgänger leicht auffindbar.

Alle Eingangsbereiche sind aufwändig und liebevoll gestaltet. Diese Sorgfalt und damit verbundene räumliche Qualität findet sich in den Wohnungsgrundrissen wieder.

Hervorzuheben sind die Anbindung an den Freiraum und die diskrete Anordnung der Freibereiche in den Obergeschossen. Die Zugänge zu den gemeinschaftlichen Dachflächen beziehungsweise deren Gestaltung ist nicht besonders dargestellt.

Die Arbeit besticht auch in der Freianlagenplanung durch ihre eigenständige Gestaltsprache und die klare Zonierung der Freiflächen in sinnvoll dimensionierte private Gärten und einen spannungsvoll gestalteten, großzügigen Innenhof zur gemeinsamen Nutzung.

Die Erschließung überzeugt in Form von gut proportionierten parkseitigen Zugängen zu den Punkthäusern und einladenden Durchgängen in den Innenhof.

Die vollflächige Ausführung der Wegeflächen im Hof als wassergebundene Decke ist hinsichtlich ihrer Eignung als Feuerwehrzufahrt zu überprüfen.

Die schwungvoll organische Gestaltung schafft durch Geländemodellierungen gute Standortbedingungen für Bäume im unterbauten Innenhof und zugleich vielfältig nutzbare Teilräume.

Die disziplinierte Gestaltung der Fassaden und die Wahl der natürlichen Materialien signalisieren ein zeitloses Erscheinungsbild und sichern dauerhafte Schönheit der Gebäude. Der wohnliche Charakter und die attraktive Atmosphäre des Gebäudeensembles und der Freiräume könnte ein Leitbild für die Weiterentwicklung des Quartiers sein.

Auf § 14 (3) der Satzung (zu öffnende Fenster nur hinter Vorbauten zulässig) wird nicht ausreichend reagiert. Die Forderung des Bebauungsplans nach einer gegliederten Fassade entlang der Berduxstraße ist umgesetzt.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, den mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwurf unter Berücksichtigung der genannten Anregungen und Kriterien als Grundlage für die weitere Planung und Entwicklung zu verwenden.“

Preisgerichtssitzung

30. Juni 2015

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Stadtplanung

Blumenstraße 28b
80331 München