zum Seitenanfang
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Bürokomplex an der Richard-Strauss-Straße


Planungswettbewerb

Im 13. Stadtbezirk Bogenhausen entsteht auf dem ehemaligen Siemens-Areal an der Richard-Strauss-Straße eine neue Zentrale für die Bayerische Versorgungskammer. Der Bürokomplex wird auf Basis des Entwurfs des Berliner Architekturbüros David Chipperfield Architects zusammen mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin, realisiert.

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) beabsichtigt, ihr neues Headquarter zu entwickeln. In diesem sollen die bisherigen Münchner Standorte an der Denninger Straße und Arabellastraße zusammengefasst und zusätzliche Flächen für den mittelfristig zu erwartenden, deutlichen Anstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen werden. Aktuell ist das Wettbewerbsgebiet noch mit sechs verbundenen, leerstehenden Bürogebäuden bebaut und durch einen zirka zwei Meter hohen Stabgitterzaun eingezäunt, der die Durchlässigkeit zum und vom Denninger Anger vollständig unterbindet.

Das Wettbewerbsareal in der Nähe der Hochhäuser am Arabellapark und des HVB-Towers als bestehendes Baudenkmal ist städtebaulich sehr bedeutend. Aufgabe war, einen qualitätsvollen Entwurf für einen Verwaltungsstandort zu entwickeln, der moderne Büro- und Arbeitswelten ermöglicht und im Kontext mit der Umgebung am Mittleren Ring eine städtebauliche Dominante zulässt.

Lage

13. Stadtbezirk Bogenhausen, Richard-Strauss-Straße

Nutzung

Neubau Bürokomplex - Zentrale für die Bayerische Versorgungskammer

Größe

Wettbewerbsgebiet: 2,04 Hektar

1. Preis

David Chipperfield Architects, Berlin
Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin

Weitere Preise

  • 2. Preis: Hadi Teherani Architects, Hamburg
    Bruun & Möllers Garten- und Landschaftsarchitektur, Hamburg
  • 3. Preis: Steidle Architekten, München
    grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner, Freising
  • Anerkennung: Max Dudler, Berlin
    TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin
  • Anerkennung: Müller Reimann Architekten, Berlin
    Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich/Berlin

Auslober

STRABAG Real Estate GmbH, München

Planungswettbewerb

Die STRABAG Real Estate GmbH sowie die Grundstückseigentümerin, die RS 76 OHG, vertreten durch die Bayerische Versorgungskammer, haben in enger Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München einen Planungswettbewerb unter Berücksichtigung der besonderen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Anforderungen der Umgebungsbebauung durchgeführt.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

Die Arbeit überzeugt durch die Klarheit des Konzeptes, das mit nur drei Baukörpern – einem Scheibenhaus und zwei darüber hinausragenden Turmhäusern – das Grundstück optimal ausnutzt. Die Grundstücksfläche wird oberirdisch nur bis zu einem Drittel überbaut, so dass der Denninger Anger mit zwei grünen Trittsteinen zur Straße hin ergänzt und erweitert werden kann. Die Einbindung und Sichtbarmachung der vorhandenen Parkkulisse gelingt über das einladend wirkende Gebäudetor, die durch diese stadträumlich gerahmt und hervorgehoben wird. Die schlüssig komponierten Freiraumelemente gegenüber den beiden Haupteingängen schaffen zwei gut auffindbare Eingangssituationen.

Auch die im Gebäude untergebrachte Rampe der Tiefgarageneinfahrt und gut organisierte Andienung des Hauses tragen zur Großzügigkeit des Raumeindrucks bei. Durch die gewählte Baukörperkonfiguration entwickelt sich eine selbstverständliche Anbindung des vorhandenen U-Bahn-Aufgangs. Von den drei Baukörpern erreicht die Scheibe 13 Geschosse und zirka 52 Meter Höhe, die zwei Türme mit 16 und 27 Geschosse und damit zirka 60 Meter beziehungsweise 98 Meter Höhe. Diese drei Volumen korrespondieren mit ihren Büroflächen in den einzelnen Geschossen in ausgesprochen einfacher und funktionaler Art.

Die Flächen in den drei Baukörpern lassen sich damit je nach Bedarf zusammenschließen oder trennen, ohne dass dabei besondere Umbauten notwendig wären. Dies gibt dem Bauherrn die Möglichkeit, den Flächenzuwachs für das eigene Unternehmen langfristig ohne größeren Aufwand zu organisieren. Der funktionale Zusammenhang der Flächen im Gebäude ist sehr positiv. Bei der Anordnung der Sonderflächen, der angebotenen Fassade und Flächeneffizienz weicht der Entwurf von den Vorgaben ab und erreicht noch nicht die Anforderungen.

Die Gebäudekonfiguration lässt alle Büroräume ohne Einschränkung am Tageslicht liegen und gewährt ihnen einen schönen Ausblick. In der Landschaftsarchitektur erscheint die Ausformulierung der zwischen Stadt- und Parkseite vermittelnden Lichtungen als Rasen- beziehungsweise Tennenfläche der jeweiligen Zuordnung hin angemessen. Im Durchschreiten des Tores wird der Übertritt in den Park auf selbstverständliche Weise inszeniert. Die Nutzung der Dachflächen als Dachgarten mit intensiver Begrünung wird durchwegs positiv bewertet. Anders die Ausgestaltung der Kita-Freifläche im Bereich der Böschung, die von einigen als nicht überzeugen bewertet wird.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihr klares unspektakuläres Konzept, die einfachen perfekt funktionierenden Grundrissformen und die gewählte Holzhybrid-Bauweise. Mit dieser Konstruktion zeigen sich die Verfasser auf der Höhe der Zeit – sowohl im Hinblick auf klimaschonendes Bauen als auch im Hinblick auf eine behagliche Arbeitswelt. Das gewählte Konzept lässt eine langfristige Nutzung und Dauerhaftigkeit des Bürokomplexes erwarten.

Empfehlung des Preisgerichts

„Nach Abschluss der Diskussion empfahl die Jury einstimmig die Arbeit von David Chipperfield Architects, Berlin mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes zu machen.“

Preisgerichtssitzung

29. März 2019

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Pläne und Visualisierungen des Siegerentwurfs

Ansicht Richard-Strauss-Straße Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Ansicht Richard-Strauss-Straße

Weg zum Park Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Weg zum Park

Lageplan Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Lageplan