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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Neues Wohnquartier an der Truderinger Straße


Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb

1. Preis

03 Architekten, München, mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

Weitere Preise

  • 2. Preis: Palais Mai, München, mit grabner huber lipp Landschaftsarchitekten, Freising
  • 3. Preis: Steidle Architekten, München, mit Nowak Landschaftsarchitekten, München
  • Anerkennung: Bruno Krucker und Katharina Leuschner, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich
  • Anerkennung: Hilmer Sattler Architekten, München, mit Mahl Gebhard Konzepte, München

Ausloberin

Park Immobilien Projekt Truderinger Straße GmbH & Co. KG, Grünwald

Lage

Das Wettbewerbsgebiet liegt im 14. Stadtbezirk Berg am Laim. Es wird im Norden durch die Truderinger Straße, im Westen durch den Schwanhildenweg und eine Biotopfläche, im Osten durch die Roßsteinstraße und im Süden durch den ehemaligen Rosenheimer Bahndamm begrenzt.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf der zirka sechs Hektar großen unbebauten Fläche soll ein qualitätsvolles neues Wohnquartier mit Erholungsflächen und Kindertageseinrichtungen den Stadtteil ergänzen. Einbezogen in diese Wohnbauentwicklung ist der Freiraum des Hachinger Bachs, der derzeit verrohrt verläuft und zukünftig offengelegt wird. Das Grundstück befindet sich im Eigentum einer Eigentümergemeinschaft, der die Ausloberin künftig zur Hälfte angehören wird. Die andere Hälfte befindet sich weiterhin im Privatbesitz einer Eigentümerfamilie.

Eine besondere Herausforderung der Planung lag darin, ein schlüssiges städtebauliches und landschaftsplanerisches Gesamtkonzept zu entwerfen, das zugleich im Anschluss an den Wettbewerb eine Aufteilung in zwei eigenständige, real geteilte Areale ermöglicht. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Grundstücks wurden in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung geklärt. Um für die anspruchsvolle Planungsaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, wurde in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt München ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb gemäß Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW) 2013 ausgelobt. Basis für die Planungen im Wettbewerb ist ein Aufstellungs- und Eckdatenbeschluss der Landeshauptstadt München. Vor dem Start des Wettbewerbs wurde für die Anwohnerinnen und Anwohner eine Beteiligungsveranstaltung angeboten, deren Ergebnisse ebenfalls in die Wettbewerbsauslobung eingeflossen sind. Nach Abschluss des Wettbewerbs soll das Ergebnis in einen Bebauungsplan überführt werden.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Die Verfasser gehen mit einer hohen städtebaulichen Dichte einfühlsam auf den Ort ein. Unter dem Thema 'Feld zwischen Feldern' wird ein maßstäblich dimensioniertes wohlproportioniertes urbanes Quartier entworfen.

An der Truderinger Straße sind die Gebäude orthogonal angeordnet, zum Hachinger Bach bewegt gestaltet und nach Osten und Westen mit einer öffnenden Geste ausgestattet. So wird differenziert und angemessen auf die jeweils vorgefundene räumliche und freiräumliche Nachbarschaft reagiert. Mit einer durchgehend viergeschossigen Bebauung wird an der Truderinger Straße eine geschickte Antwort auf die gegenüberliegende Eisenbahnersiedlung gefunden.

Aus Rhythmus und Höhe der Bestandsbebauung werden fünf Quartiersbausteine entwickelt. Die Quartiersmitte liegt an der richtigen Stelle vis a vis des kleinen Vorplatzes an der Eisenbahnersiedlung und führt mit trichterförmigem Raumzuschnitt bis hin zum Hachinger Bach. Drei weitere, in der Dimension etwas kleiner ausformulierte Fugen erschließen die übrigen Gebäude und gliedern das Quartier in gut dimensionierte Abschnitte. Sie dienen der Aneignung der Anwohner und bilden im Zusammenhang mit den grünen Höfen ein interessantes Freiraumangebot.

Die durchgehend viergeschossige Basisbebauung wird punktuell über alle Baufelder mit Hochpunkten ergänzt. An stadträumlich bedeutenden Stellen werden richtigerweise noch kräftigere Akzente gesetzt. Das 15-geschossige Hochhaus im Westen liegt stadträumlich gut am Umlenkpunkt des Hachinger Baches; ein etwas niedrigerer Hochpunkt unterstreicht den Eingang zur Quartiersmitte. Geschickt werden diese städtebaulichen Gliederungselemente genutzt, um die Dachflächen zu aktivieren und von rückliegenden Gebäuden einen visuellen Bezug zum Grünzug herzustellen.

Die Bebauungsstruktur schafft lärmberuhigte Hofbereiche. Der Lärmschutz an der Truderinger Straße kann technisch gelöst werden. Insgesamt lobt das Preisgericht einen wertvollen Beitrag, der zeigt, wie auf einfache aber einprägsame Weise ein Feld in die bestehenden Felder eingefügt werden kann, ohne an dieser Stelle fremd zu wirken.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt, das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Projekt zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes zu machen. Die in der schriftlichen Beurteilung enthaltenen Hinweise sollen dabei Beachtung finden. Zudem empfiehlt das Preisgericht, die Preisträger bei den Realisierungsplanungen zu beteiligen.“

Preisgerichtssitzung

27. April 2018

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Pläne und Visualisierungen des Siegerentwurfs

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Lageplan

Grafik: 03 Architekten, München mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

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Perspektive

Grafik: 03 Architekten, München mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

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Perspektive: Blick vom Hachinger Bach

Grafik: 03 Architekten, München mit realgrün Landschaftsarchitekten, München