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Hochhäuser in München


Die Bavaria Towers an der A94  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die Bavaria Towers an der A94
© Michael Nagy, LHM

Fortschreibung der Hochhausstudie

Wie soll mit Hochhäusern im Münchner Stadtgebiet umgegangen werden? Um darauf eine Antwort zu geben, wurden bislang zwei Hochhausstudien erarbeitet – 1977 und 1995. Nach einem Stadtratsauftrag arbeitet das Münchner Büro 03 Architekten nun an einer Fortschreibung der Studien.

Am 19. November 2019 stellten Stadtbaurätin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk und Prof. Andreas Garkisch von 03 Architekten die Ergebnisse der bisherigen Bearbeitung in der Kommission für Stadtgestaltung vor. Nach Kenntnisnahme durch den Stadtrat ist für 2020 ein öffentlicher Informations- und Diskussionsprozess geplant.

Hintergrund

Viele der in der Studie von 1995 vorgeschlagenen Standorte wurden inzwischen realisiert und die Rahmenbedingungen für Hochhausprojekte haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Immer weniger bebaubare Flächen, steigende Einwohnerzahlen, neue Nutzungskonzepte, neue Möglichkeiten in der Bautechnik und die aktuellen wirtschaftlichen Voraussetzungen für Projektentwicklungen machten eine Weiterentwicklung der Hochhausstudie nötig. Am 7. März 2018 hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung den Auftrag dafür gegeben.

Ziele

Die Fortschreibung der Studie soll dazu beitragen, die Position der Landeshauptstadt München im Umgang mit Hochhäusern vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zu klären und für Hochhausprojekte aktuelle Beurteilungsgrundlagen zu erhalten. Dabei sollte nicht nur überprüft werden, ob und wo es Bereiche gibt, die für eine gezielte Weiterentwicklung mit Hochhäusern besonders geeignet sind, sondern auch, welche Bereiche von Hochhausentwicklungen freigehalten werden sollen.

Inhalt

Der Entwurf der neuen Hochhausstudie steht in der Kontinuität der „Münchner Linie“, das heißt für einen Ausgleich zwischen dem Bewahren des traditionellen Stadtbildes und der Förderung von zeitgemäßem Bauen an geeigneten Standorten. Die Studie entwickelt eine neue Methodik zur Beurteilung von Hochhausprojekten, indem sie Möglichkeitsräume aufzeigt und die Planung von Hochhäusern mit konkreten Anforderungen und Qualitätskriterien verknüpft. Der vorliegende Entwurf definiert keine exakt positionierten Standorte für Hochpunkte und kann nicht als vorweggenommene Machbarkeitsstudie für Einzelprojekte verstanden werden.

Bausteine

Der sogenannte Zonenplan trifft für das gesamte Stadtgebiet Aussagen dazu, wo sich bauliche Überhöhungen in unterschiedlichen Höhenkategorien umsetzen ließen. Der Plan wird flankiert durch eine ausdifferenzierte Zusammenstellung von Kriterien, die sich an Akteure aus Verwaltung und Planung richten und zur Sicherung der architektonischen und stadträumlichen Qualitäten Münchens beitragen sollen. Die gestalterischen Kriterien betreffen zum Beispiel den Bezug zum Maßstab der Umgebung oder zum öffentlichen Raum. Zudem wurden programmatische und technische Anforderungen formuliert, etwa zu öffentlicher Zugänglichkeit, Nutzungsmischung und nachhaltiger Bauweise. Für die Umsetzung für Hochhausprojekte wird ein klar strukturierter Planungsprozess vorgeschlagen, in dem definiert wird, in welchem Planungsschritt welche Anforderungen zu erfüllen sind.

Kernaussagen

Die Verfasser der Studie messen dem bestehenden Stadtbild einen hohen Wert zu und sehen für weite Teile den Erhalt und die Stärkung der Traufe oder nur eine moderate Akzentuierung vor. Dennoch werden Hochhäuser als selbstverständlicher Bestandteil der Stadt betrachtet. Tatsächlich hat München schon einen großen Bestand an hohen Häusern - allein in der Kategorie über 40 Meter sind es über 200. Aus Sicht der Gutachter sind Hochhäuser ein wichtiges städtebauliches Gestaltungsmittel und am richtigen Standort und unter Beachtung der formulierten Qualitätsanforderungen ein Gewinn für das Stadtbild. Die Studie arbeitet nicht mit einer grundsätzlichen Höhenbegrenzung für Hochhäuser auf 100 Meter, sondern schlägt einen differenzierten Ansatz mit unterschiedlichen Höhenkategorien vor, um Denk- und Gestaltungsspielräume nicht grundsätzlich einzuschränken. Die Verfasser der Studie sehen nur für wenige Bereiche Zonen für stadtbildprägende Hochhäuser mit einer Höhe von über 80 Metern für geeignet, etwa entlang der Bahngleise zwischen Hauptbahnhof und Pasing, im Gewerbeband entlang dem DB-Nordring sowie in den Gewerbegebieten am östlichen Stadteingang.

Zum Thema Wohnungsbau führen die Verfasser aus, dass das Hochhaus in der Regel mit höheren technischen Baukosten verbunden ist. Daher werden Potenziale für den preisgünstigen Wohnungsbau, nur mit moderater Höhenentwicklung gesehen. Der große Bedarf an kostengünstigen Wohnraum wird nicht zu einem entscheidenden Anteil durch Wohnhochhäuser gelöst werden.

Nächste Schritte

2020 werden die Ergebnisse dem Stadtrat präsentiert. Anschließend ist ein Informations- und Diskussionsprozess mit der Bürgerschaft und Fachleuten geplant. Erst auf dieser Basis wird der Stadtrat entscheiden, wie mit den Ergebnissen der neuen Hochhausstudie umgegangen wird.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung

Blumenstraße 31
80331 München