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Hochhäuser in München


Aktuelles: Beteiligung und Diskussion

Hochhäuser fallen auf – nicht nur in der Stadtsilhouette, sondern auch in der gesellschaftlichen Diskussion. In der Ausstellung "Hoch hinaus?" mit einer Mitmachstation und weiteren Formaten werden unterschiedliche Perspektiven auf diesen Bautypus beleuchtet. Die digitale Gesprächsreihe "Hoch hinaus?" ging am 19. Januar 2021 zu Ende.

Die nächsten Termine

  • Ausstellung "Hoch hinaus?" im PlanTreff mit Mitmachstation
    Pandemiebedingt vorerst geschlossen
    Der Ausstellungszeitraum wird verschoben.

  • BDAtalk
    Seit 15. Dezember
    Im Debattenmagazin des Bundes Deutscher Architekten können Interessierte zur Frage "Neue Hochhäuser für München?" Stellung nehmen.
    Zur Website

Mehr Infos unter muenchen.de/hochhinaus

Luftbild Schwabinger Tor  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Schwabinger Tor
© Gina Bolle

Fortschreibung der Hochhausstudie

Wie soll mit Hochhäusern im Münchner Stadtgebiet umgegangen werden? Um darauf eine Antwort zu geben, wurden bislang zwei Hochhausstudien erarbeitet – 1977 und 1995. Aktuell wird an einer Fortschreibung der Studien gearbeitet.

Grundlage der Neuauflage bildet das Gutachten des Münchner Büros 03 Architekten, das dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am 5. Februar 2020 vorgestellt wurde. Die Empfehlungen und Vorschläge aus diesem Entwurf der Hochhausstudie werden nun in einem Informations- und Beteiligungsprozess mit der Bürgerschaft und Fachleuten diskutiert.

Hintergrund

Viele der in der Studie von 1995 vorgeschlagenen Standorte wurden inzwischen realisiert und die Rahmenbedingungen für Hochhausprojekte haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Immer weniger bebaubare Flächen, steigende Einwohnerzahlen, neue Nutzungskonzepte, neue Möglichkeiten in der Bautechnik und die aktuellen wirtschaftlichen Voraussetzungen für Projektentwicklungen machten eine Weiterentwicklung der Hochhausstudie nötig. Am 7. März 2018 hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung den Auftrag dafür gegeben.

Ziele

Die Fortschreibung der Studie soll dazu beitragen, die Position der Landeshauptstadt München im Umgang mit Hochhäusern vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zu klären und für Hochhausprojekte aktuelle Beurteilungsgrundlagen zu erhalten. Dabei sollte nicht nur überprüft werden, ob und wo es Bereiche gibt, die für eine gezielte Weiterentwicklung mit Hochhäusern besonders geeignet sind, sondern auch, welche Bereiche von Hochhausentwicklungen freigehalten werden sollen.

Inhalt

Der Entwurf der neuen Hochhausstudie steht in der Kontinuität der „Münchner Linie“, das heißt für einen Ausgleich zwischen dem Bewahren des traditionellen Stadtbildes und der Förderung von zeitgemäßem Bauen an geeigneten Standorten. Die Studie entwickelt eine neue Methodik zur Beurteilung von Hochhausprojekten, indem sie Möglichkeitsräume aufzeigt und die Planung von Hochhäusern mit konkreten Anforderungen und Qualitätskriterien verknüpft. Der vorliegende Entwurf definiert keine exakt positionierten Standorte für Hochpunkte und kann nicht als vorweggenommene Machbarkeitsstudie für Einzelprojekte verstanden werden.

Bausteine

Der sogenannte Zonenplan trifft für das gesamte Stadtgebiet Aussagen dazu, wo sich bauliche Überhöhungen in unterschiedlichen Höhenkategorien umsetzen ließen. Der Plan wird flankiert durch eine ausdifferenzierte Zusammenstellung von Kriterien, die sich an Akteure aus Verwaltung und Planung richten und zur Sicherung der architektonischen und stadträumlichen Qualitäten Münchens beitragen sollen. Die gestalterischen Kriterien betreffen zum Beispiel den Bezug zum Maßstab der Umgebung oder zum öffentlichen Raum. Zudem wurden programmatische und technische Anforderungen formuliert, etwa zu öffentlicher Zugänglichkeit, Nutzungsmischung und nachhaltiger Bauweise. Für die Umsetzung für Hochhausprojekte wird ein klar strukturierter Planungsprozess vorgeschlagen, in dem definiert wird, in welchem Planungsschritt welche Anforderungen zu erfüllen sind.

Kernaussagen

Die Verfasser der Studie messen dem bestehenden Stadtbild einen hohen Wert zu und sehen für weite Teile den Erhalt und die Stärkung der Traufe oder nur eine moderate Akzentuierung vor. Dennoch werden Hochhäuser als selbstverständlicher Bestandteil der Stadt betrachtet. Tatsächlich hat München schon einen großen Bestand an hohen Häusern - allein in der Kategorie über 40 Meter sind es über 200. Aus Sicht der Gutachter sind Hochhäuser ein wichtiges städtebauliches Gestaltungsmittel und am richtigen Standort und unter Beachtung der formulierten Qualitätsanforderungen ein Gewinn für das Stadtbild. Die Studie arbeitet nicht mit einer grundsätzlichen Höhenbegrenzung für Hochhäuser auf 100 Meter, sondern schlägt einen differenzierten Ansatz mit unterschiedlichen Höhenkategorien vor, um Denk- und Gestaltungsspielräume nicht grundsätzlich einzuschränken. Die Verfasser der Studie sehen nur für wenige Bereiche Zonen für stadtbildprägende Hochhäuser mit einer Höhe von über 80 Metern für geeignet, etwa entlang der Bahngleise zwischen Hauptbahnhof und Pasing, im Gewerbeband entlang dem DB-Nordring sowie in den Gewerbegebieten am östlichen Stadteingang.

Zum Thema Wohnungsbau führen die Verfasser aus, dass das Hochhaus in der Regel mit höheren technischen Baukosten verbunden ist. Daher werden Potenziale für den preisgünstigen Wohnungsbau, nur mit moderater Höhenentwicklung gesehen. Der große Bedarf an kostengünstigen Wohnraum wird nicht zu einem entscheidenden Anteil durch Wohnhochhäuser gelöst werden.

Erarbeitungsprozess

Das Büro 03 Architekten hat den Entwurf der Hochhausstudie als fachliches Gutachten zur Fortschreibung erstellt. Nach einer Behandlung in der Kommission für Stadtgestaltung im November 2019 und der Kenntnisnahme durch den Stadtrat im Februar 2020 wurde das Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt einen Beteiligungs und Diskussionsprozess mit Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, zur Beteiligung der Bezirksausschüsse und zur Einbindung von Verbänden, Fachleuten bzw. -gremien durchzuführen. Erst auf dieser Basis wird der Stadtrat entscheiden, wie mit den Ergebnissen der neuen Hochhausstudie umgegangen wird.

Die Hochhausstudien von 1977 und 1995

Für München sind bisher zwei Hochhausstudien erarbeitet worden - 1977 und 1995. Sie definieren den Umgang mit dieser besonderen Bauform im Stadtgebiet im Sinne einer „Münchner Linie“.

Unter "Münchner Linie" ist zu verstehen, dass schützenswerte Bereiche in ihrem Charakter erhalten und frei von Hochhäusern bleiben. Gleichzeitig erlauben die Studien eine Weiterentwicklung der Stadt durch den Vorschlag geeigneter Standorte für den Bau höherer Gebäude.

Untersuchung Hochhausstandorte (Detlef Schreiber, 1977)

Die Studie weist als Ergebnis "Schutz- und Untersuchungsbereiche" aus. Schutzbereiche sind zum Beispiel die Altstadt, Dorfkerne, Hangkanten, der Übergang zu bestimmten Grünflächen und ganz allgemein Siedlungen oder Gebiete mit besonderem Charakter, in denen höhere Gebäude eine starke Veränderung der gewachsenen Baustruktur bedeuten würden. In den Untersuchungsbereichen ist eine höhere Bebauung nur nach einer genauen Prüfung zulässig.

Hochhäuser im Rahmen der Strukturverdichtung (Professor Ferdinand Stracke) und Fortschreibung der Hochhausstudie (Detlef Schreiber, 1995)

Die Ergebnisse der ersten Untersuchung wurden 1995 konkretisiert und um aktuelle Aspekte ergänzt. Die neue Hochhausstudie besteht aus zwei sich ergänzenden Teilen:

Der erste Teil der Studie von Professor Ferdinand Stracke versteht Hochhäuser als eine Möglichkeit, städtische Bereiche flächensparend zu verdichten. In der Ergebniskarte gibt es zwei Arten von Flächen: Die einen als mögliche Standorte für Hochhäuser, die anderen als potenzielle Flächen für eine generelle Verdichtung über eine kompakte, dichtere Bebauung, die das Profil der Umgebung nicht beziehungsweise nur geringfügig überschreitet.

Der zweite Teil der Studie von Detlef Schreiber ergänzt die Strukturverdichtung um ein Höhenentwicklungskonzept für die Gesamtstadt unter stadtgestalterischen Gesichtspunkten. Neben vereinzelten Hochhäusern als Quartiers- oder Stadtzeichen wird für einige Stadtbereiche eine straßenbegleitende Anhebung der Traufhöhe vorgeschlagen. Die unterschiedlichen Stadträume erhalten so eine eigene Qualität, eine klare Gliederung und neue Sichtbeziehungen untereinander. Die Studie wurde am 9. April 1997 vom Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung als Grundlage zur Beurteilung von städtebaulichen Planungen und Einzelplanungen empfohlen.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung

Blumenstraße 31
80331 München