Top
Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Zentrenkonzept


Die Perlacher Einkaufspassagen (Pep)  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Michael Nagy / LHM

Starke, wohnortnahe Zentren für lebendige Stadtteile

Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aktivitäten finden nicht nur in der Münchner Innenstadt, sondern auch in den einzelnen Stadtteilen statt. Diese „polyzentrale Versorgungsstruktur“ für Waren, Dienstleistungen sowie soziale und kulturelle Angebote ist im Zentrenkonzept der Landeshauptstadt München geregelt.

Weil sich der Handel und die Bevölkerungsstruktur dynamisch verändern, hat der Stadtrat am 20. März 2019 beschlossen, das Zentrenkonzept fortzuschreiben. Das Zentrenkonzept ist ein wesentliches Element der Stadtentwicklungsplanung. Es enthält strategische Leitlinien, einen gesamtstädtischen Plan und Ziele, die regelmäßig an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Das Konzept basiert auf der Grundannahme, dass lebendige und attraktive Stadtteile starke Zentren mit wohnortnahen Versorgungseinrichtungen brauchen, die in das Siedlungsgefüge integriert werden. Dem Handel als Impulsgeber kommt dabei eine besondere Rolle zu. Die polyzentrale Grundstruktur wird als eine große Qualität Münchens gesehen, die gesichert und weiter ausgebaut werden soll.

Zuletzt war das Zentrenkonzept 2009 fortgeschrieben worden. Mit dem neuen Stadtratsbeschluss werden die Umsetzung der letzten Fortschreibung und die aktuellen Rahmenbedingungen dargestellt. Dabei wird deutlich, dass der Online-Handel großen Druck auf die Entwicklung des stationären Handels ausübt und sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Stadtgestalt haben kann. Wichtige Ziele der Fortschreibung bleiben der Erhalt und die Weiterentwicklung der polyzentralen Zentrenstruktur. Außerdem soll eine aktuelle Einzelhandelsdatenerhebung beauftragt werden.

Im Vorfeld der Fortschreibung fand ein fachlicher Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen, des Einzelhandels, von Handelsverbänden und -kammern statt. Darüber hinaus hatten die Handelsverbände und -kammern die Möglichkeit, schriftliche Stellungnahmen abzugeben. Die Bezirksausschüsse wurden bei zwei Veranstaltungen über die Inhalte informiert. Die Anmerkungen flossen in den Stadtratsbeschluss ein.

Bestandserhebung für den Einzelhandel 2012

In München sinkt die Zahl kleinteiliger Fachgeschäfte, während Discounter, Verbraucher- und Supermärkte deutliche Zuwächse verzeichnen können. Zu dieser und anderen Erkenntnissen kommt eine Erhebung, die das Dortmunder Büro Stadt + Handel im Jahr 2012 im gesamten Stadtgebiet durchgeführt hat.

Die Ergebnisse sind am 2. Oktober 2013 in der Vollversammlung des Stadtrats bekannt gegeben worden und sollen nun die Grundlage für die Evaluierung und Weiterentwicklung des Zentrenkonzeptes bilden.

Für die Erhebung wurden zirka 16.000 Einrichtungen des Einzelhandels, Serviceangebote einzelhandelsnaher Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe sowie Leerstände in den zentralen Standorten aller 25 Stadtbezirke erhoben. Allein im Einzelhandel wurden 8.100 Betriebe mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 1,67 Millionen Quadratmetern erfasst. Von 2004 bis 2012 stieg die Gesamtverkaufsfläche um 127.000 Quadratmeter an, was jedoch von dem starken Einwohnerwachstum in München überlagert wird. In den Branchen Nahrungs- und Genussmittel sowie Sport und Freizeit gab es ein überdurchschnittliches Wachstum.

In den einzelnen Stadtbezirken gestalten sich die Veränderungsprozesse unterschiedlich. Tendenziell geht die Verkaufsfläche in verdichteten Gebieten zurück oder stagniert, während sie in weniger verdichteten Stadtbezirken ansteigt. Die Durchschnittsgröße eines Einzelhandelsbetriebs stieg 2012 auf 206 Quadratmeter an, was im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nach wie vor eher gering ist. Im Sinken begriffen sind Zahl und Marktanteil von kleinteiligen, zur Vielfalt beitragenden Fachgeschäften, während Discounter, Super- und Verbrauchermärkte deutliche Zuwächse in Anzahl und Größe verzeichnen konnten. In der Struktur der Münchner Nahversorgung zeichnen sich somit Veränderungen ab.

Im Jahr 2009 hatte der Stadtrat das aus den Leitlinien des Stadtentwicklungskonzeptes "Perspektive München" entwickelte und fortgeschriebene Zentrenkonzept mit dem Schwerpunkt Nahversorgung beschlossen und das Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt, die Einzelhandelsdaten turnusmäßig zu aktualisieren. Unter finanzieller Beteiligung des Referats für Arbeit und Wirtschaft wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung das Dortmunder Büro Stadt + Handel mit der Erhebung beauftragt. Auf der Grundlage der aktualisierten Datenlage kann das Zentrenkonzept strategisch weiterentwickelt werden.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-26410