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Studie "Älter werden in München"


Älterer Herr auf dem Fahrrad  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Stadt München erforscht die Generation 55plus

München gilt zwar als "junge" Stadt, doch genau wie in anderen Teilen Deutschlands nimmt die Zahl hochbetagter Menschen deutlich zu. Dieser Trend stellt die Entwicklung der Stadt und ihrer Viertel vor neue Herausforderungen, für die frühzeitig Antworten gefunden werden müssen.

Um die Weichen für eine altersfreundliche Stadtentwicklung zu stellen, hat die Stadt München die Generation 55plus erforscht.

"Älter werden" als wichtiges Thema der Stadtentwicklung

Lebten 2011 etwa 108.000 Menschen über 75 Jahre in der Landeshauptstadt, so werden es 2030 bereits knapp 150.000 sein. Gründe sind die steigende Lebenserwartung und das Nachwachsen geburtenstarker Jahrgänge. Vermutlich wird sich die künftige Generation der Älteren deutlich von der heutigen unterscheiden: Lebensstile und -lagen differenzieren sich immer mehr aus, es wird mehr Ältere mit Migrationshintergrund geben. Das Armutsrisiko nimmt zu, zugleich müssen mehr ältere Menschen als heute ohne familiäre Netzwerke auskommen. Positiv ist, dass ältere Menschen im Durchschnitt länger gesund, mobiler und freizeitorientierter sind. Die Folge sind sich wandelnde, sehr vielfältige Ansprüche an den Stadtraum und die Stadtgesellschaft. Betroffen sind nahezu alle städtischen Ressorts und eine Vielzahl verschiedener Akteure.

Anliegen und Themen der Studie

Um herauszufinden, was diese Trends konkret für München bedeuten und wie darauf reagiert werden muss, hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Hauptziel war abzuschätzen, welche Ansprüche die heutigen und zukünftigen Seniorinnen und Senioren an die Stadt und ihr Stadtviertel haben, wie ihre Lebensumstände sind und wie sie in die Zukunft blicken. Die Erkenntnisse sollten Aufschluss geben über wichtige Handlungsfelder für die Stadt- und Sozialplanung und die unterschiedlichen Bereiche der Stadtverwaltung.

Betrachtet wurden verschiedene Themenfelder, wie "Wohnen und Wohnsituation", "Wohnumfeld und Stadtviertel", "Nachbarschaft und eigene Lebenslage", "Mobilität", "Freizeit", "gesellschaftliches Engagement", "Gesundheit" sowie "Beratung, Unterstützung und Pflege".

Mit der Bearbeitung wurde das Institut für Stadtplanung und Sozialforschung Weeber + Partner in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Generationen der Fachhochschule St. Gallen beauftragt.

Untersuchung verschiedener Quartierstypen

Besonderheit der Studie war die teilräumliche Analyse. Betrachtet wurden ausgewählte Untersuchungsgebiete, die exemplarisch für fünf verschiedene Quartierstypen in München stehen: Teile von Sendling und Schwabing als typische Gründerzeitgebiete, Teile von Ramersdorf und Laim/Kleinhadern (Siedlungen der 1920er bis 1950er Jahre), Teile der Lerchenau und Neuperlachs (Großwohnsiedlungen), ein Teil Obermenzings und das Wohngebiet westlich des Ostparks (Einzel- und Reihenhausgebiete) sowie die Messestadt Riem, der Ackermannbogen und die Zentralen Bahnflächen als Neubaugebiete der vergangenen Jahre.

Haushaltsbefragung als Kern der Studie

Bei der Studie kam ein Mix aus verschiedenen Methoden zum Einsatz. Kern war eine schriftliche Befragung: Dazu wurden im Herbst 2013 knapp 10.000 stichprobenartig ausgewählte Haushalte angeschrieben, in denen mindestens eine Person zwischen 55 und 75 Jahre alt war. Die Teilnahme war freiwillig, die Auswertung erfolgte anonymisiert. Der Rücklauf war mit 28 Prozent für eine schriftliche Befragung sehr hoch, insbesondere vor dem Hintergrund des umfangreichen Fragebogens mit mehr als 100 Fragen zu verschiedenen Aspekten des Älterwerdens.

Ergänzt wurde die Befragung durch Interviews mit Expertinnen und Experten, Seniorinnen und Senioren. Außerdem fanden Quartiersforen und Zielgruppenforen (zum Beispiel mit Alleinlebenden oder älteren Migrantinnen und Migranten) statt. Hinzu kamen Stadtteilspaziergänge und Aktionen im öffentlichen Raum.

Ergebnisse liegen vor

Als Ergebnis liegt nun ein genaueres Bild von den Wünschen, Bedürfnissen und Sorgen der jungen und zukünftigen Seniorengeneration vor. Zu allen wichtigen Themen gibt es Erkenntnisse, aus denen sich Handlungsempfehlungen ergeben. Von zentraler Bedeutung sind teilräumliche Aspekte mit direkten Bezügen zu baulichen, demografischen oder sozialen Strukturen vor Ort. Außerdem lassen sich Aussagen zu verschiedenen Gruppen Älterer treffen.

Die Handlungsbedarfe stellen sich innerhalb der Stadt sehr unterschiedlich dar. In Gründerzeitgebieten sind die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Altern andere als in Einzel- und Reihenhausgebieten. Jeder Teilbereich der Stadt hat andere Potenziale und Handlungserfordernisse. Und auch die Gruppe der Älteren setzt sich bunt zusammen, ist geprägt von unterschiedlichen Vorstellungen sowie Ressourcen.

Weitere Schritte

Die Erkenntnisse sollen in die verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung einfließen und einen wichtigen Beitrag zur Erstellung und Überarbeitung entsprechender Konzepte und zur Umsetzung von Planungen und Maßnahmen leisten.

Im ersten Halbjahr 2016 wird die Stadtverwaltung dem Stadtrat einen Beschluss vorlegen, in dem dargelegt wird, wie die aus der Studie abgeleiteten Empfehlungen bewertet und in die fachliche Arbeit einfließen werden. Insbesondere sollen auch Aussagen dazu getroffen werden, wie die Stärkung der fach- und ämterübergreifenden Zusammenarbeit beim Thema „Älter werden“ erreicht und eine quartiersbezogene,  integrierte Seniorenpolitik in München gefördert und gestaltet werden kann.

Kontakt

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Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Bereich Soziale Grundsatzfragen, Infrastruktur und PERSPEKTIVE MÜNCHEN

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-26683