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Stadtökonomie


Figuren als Logo für die Erwerbstätigenprognose  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© LHM

Die Stadt als Wirtschaftsraum

Die Stadtökonomie ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Ansatz mit räumlichem Bezug, das heißt Stadtökonomie sieht die Stadt als Wirtschaftsraum.

Die in der Stadt ablaufenden wirtschaftlichen Prozesse (Arbeitsmarkt, Investitionen und Gewerbeentwicklung) werden unter Berücksichtigung der ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert und mit anderen Elementen der Stadt (Bevölkerung, Flächen) verknüpft. Daraus werden Strategien und Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung und Politik abgeleitet.

Kleinräumige Erwerbstätigenprognose für die Stadtbezirke

Auf Basis der städtischen Erwerbstätigenprognose hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung eine kleinräumige Erwerbstätigenprognose für die Stadtbezirke und Stadtbezirksteile bis zum Jahr 2030 erarbeitet.

Hierzu wurde ein neues Prognoseverfahren entwickelt und die Ergebnisse im Bericht „Erwerbstätige in München“ veröffentlicht. Neben der Prognose bis zum Jahr 2030 wurde auch die aktuelle Verteilung der Zahl der Erwerbstätigen innerhalb des Stadtgebietes als Ausgangsgröße abgeleitet, da hierfür keine statistischen Informationen vorliegen. Die Kenntnis für die räumliche Verteilung der Erwerbstätigen und deren Entwicklung ist insbesondere im Kontext der strategischen Stadtentwicklung, des Flächenmanagements und der Infrastrukturentwicklung von Bedeutung.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Traditionell gibt es eine Konzentration an Erwerbstätigen im stark verdichteten und durch wirtschaftliche Nutzungen geprägten Innenstadtbereich. Außerhalb der Innenstadt treten stadtweit vor allem große gewerblich und industriell genutzte Bereiche sowie bedeutende Bürostandorte hervor. Hervorzuheben sind hier insbesondere die Stadtbezirke Milbertshofen-Am Hart und Schwabing-Freimann.
  • Bis zum Jahr 2030 wird für alle Stadtbezirke eine Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen erwartet. Dabei werden einige Teilräume stärker wachsen als andere. Hinsichtlich der relativen Entwicklung wird mit einem Plus von 79 Prozent für Aubing-Lochhausen-Langwied das stärkste, mit zwei Prozent für Allach-Untermenzing dagegen das niedrigste Wachstum prognostiziert. Die größten absoluten Veränderungen werden für Schwabing-Freimann (+17.000), Altstadt-Lehel (+13.000) und Neuhausen-Nymphenburg (+12.000) erwartet.
  • Die Struktur der räumlichen Verteilung und Ballung der Erwerbstätigen wird sich trotz teils größeren Entwicklungsunterschieden in den Stadtbezirken nicht grundlegend ändern. Die beschriebene, besondere Bedeutung der Innenstadt, ergänzt um verschiedene Gewerbe-, Industrie- und Bürokomplexe, bleibt erhalten.

Erwerbstätigenprognose für München und die Region 14

Im Auftrag des Referats für Stadtplanung und Bauordnung und des Referats für Arbeit und Wirtschaft hat die Empirica AG 2015 eine Erwerbstätigenprognose für die Landeshauptstadt München und die Landkreise der Region 14 bis zum Jahr 2030 durchgeführt.

Erwerbstätigenprognosen werden in regelmäßigen Abständen (bisherige Studien 1986, 1993, 1999, 2005, 2011 und 2015) im Auftrag der Landeshauptstadt München durchgeführt. Sie sollen über die mögliche beziehungsweise realistische Entwicklung der Wirtschaftsstruktur, der Beschäftigung und der Flächenbedarfe in der Stadt und der Region München informieren. Die Studien sind notwendig, da entsprechende Prognosedaten zur Erwerbstätigkeit durch öffentliche Statistiken auf kommunaler oder regionaler Ebene nicht zur Verfügung stehen. Gerade die Vorausschau ist aber für die konzeptionelle Arbeit und Planungen der Stadtverwaltung von Bedeutung.

In den Untersuchungen wird bewusst die gesamte Region München in die Prognose mit einbezogen. Als verflochtener Wirtschaftsraum lässt sich die Entwicklung der einzelnen Teilräume der Stadt München und der Landkreise nicht voneinander trennen. Sowohl auf der Ebene der Unternehmen als auch auf der Ebene der Erwerbstätigen bestehen vielfältige Beziehungen in der Region, wie es sich beispielsweise auch an den intensiven Pendlerverflechtungen zeigt.

Prognose 2015

Die aktuelle Erwerbstätigenprognose für die Region München bis zum Jahr 2030 basiert auf den Beschäftigungsdaten zum Jahr 2014. Demnach arbeiten knapp 1,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte beziehungsweise insgesamt gut 1,7 Millionen Erwerbstätige in der Region München, drei Viertel davon in der Stadt und im Landkreis München. Mit der aktuellen Erwerbstätigenprognose wird die Entwicklung der Beschäftigten, und damit auch der Gewerbe- und Büroflächen bis 2030, dargestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse des 130 Seiten starken Berichts sind:

  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird in der Landeshauptstadt München und der Region weiter steigen, der Schwerpunkt der Zuwächse findet sich nach wie vor in den Dienstleistungsbranchen.
  • Der Region München wird ein Anstieg um rund 280.000 auf über 2 Millionen Erwerbstätige prognostiziert. Dies ist ein Plus von rund 16 Prozent. Für die Landeshauptstadt München rechnen die Gutachter mit einem Anstieg um circa 180.000 auf 1,2 Millionen Erwerbstätige (plus 18 Prozent).
  • Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben Hochqualifizierte und Beschäftigte mit Berufsausbildung, während nicht qualifizierte Arbeitskräfte immer weniger nachgefragt werden.
  • Die Region München entwickelt sich wirtschaftlich zunehmend wissens-, technologie- und dienstleistungsbasiert. Zielgerichtetes kommunales wie regionales Flächenmanagement, sowohl im Gewerbe- als auch im Wohnbau, wird vor diesem Hintergrund zu einem wesentlichen Thema.

Weitere Informationen

Vertiefende Informationen zum Thema finden Sie in den nachfolgenden Links:

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Bereich Bevölkerung, Wohnungsmarkt, Stadtökonomie

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-26683