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Moro-Arbeitsgemeinschaft Siedlungsentwicklung


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Die Arbeitsgemeinschaft

Der Raum München ist aufgrund seiner Wirtschaftskraft einem starken Entwicklungsdruck ausgesetzt. Die Nachfrage nach Bauland für Wohnen und Gewerbe steht in Konkurrenz zu einem sparsamen Umgang mit der Ressource Fläche.

Zwölf Kommunen und Landkreise haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Siedlungsentwicklung zusammengeschlossen, um Lösungen für den richtigen Umgang mit diesem Spannungsfeld zu finden.

Wie kann ein erfolgreicher Wirtschaftsraum mit hoher Lebensqualität seiner Bedeutung für die Wirtschaft langfristig gerecht werden und zugleich seine besonderen Standortqualitäten im Bezug auf Freiraum erhalten und entwickeln? Um diese Frage geht es der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Siedlungsentwicklung des Großraums München. Sie wurde 2003 gegründet, um am Wettbewerb „Modellvorhaben der Raumordnung - Nachhaltige Siedlungsflächenentwicklung“, kurz "Moro", des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung teilzunehmen. 2004 wurde die Arge assoziiertes Mitglied in dem bundesweiten Wettbewerb.

Durch den Moro-Schwerpunkt konnten bereits laufende Aktivitäten zur nachhaltigen Flächennutzung unter ein gemeinsames Dach gebracht und erweitert werden. Das geschieht innerhalb des Rahmens, der durch die Ziele des Bundesraumordnungsprogramms und des Bayerischen Landesentwicklungsprogramms vorgegeben wird.

Da die bisher angewandten Instrumente und Verfahren zur Siedlungssteuerung (Bauleitplanung und Regionalplanung) keinen zufriedenstellenden Erfolg brachten, verfolgt das Moro-Projekt einen induktiven Ansatz: Mehrere Umlandgemeinden und die Kernstadt München versuchen als Träger der Planungshoheit auf freiwilliger Basis eine engere Zusammenarbeit zu erreichen, die eine verstärkte Beachtung der Nachhaltigkeit bei der Flächennutzung bewirkt. Neben dem Austausch von "best practices" und der Einigung auf kommunale (flächensparende) Entwicklungsgrundsätze wird in allen Mitgliedskommunen ein detailliertes Flächenmonitoring für wichtig erachtet.

Durch messbare Kooperationserfolge sollen langfristig möglichst viele Umlandgemeinden von einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung überzeugt und zur Mitarbeit gewonnen werden.

Grundsätze der Moro-Kommunen

Nachhaltige Siedlungsentwicklung setzt die Kenntnis der kommunalen Flächenpotenziale und ihre kontinuierliche Aktualisierung voraus. Darauf aufbauend soll gelten:

  • Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung: Vor der Neuausweisung von Siedlungsflächen ist immer zu prüfen, ob es eine Alternative innerhalb der bestehenden Siedlungsfläche gibt.
  • Flächenrecycling geht vor Neuausweisung: Vor der Neuausweisung von Siedlungsflächen ist immer zu prüfen, ob nicht stattdessen brach gefallene Flächen genutzt werden können.
  • Bestandsverdichtung geht vor Neuausweisung: Vor der Neuausweisung von Siedlungsflächen ist immer zu prüfen, ob das geplante Vorhaben beziehungsweise die künftige Siedlungsentwicklung nicht durch Bestandsverdichtung realisiert werden könnte.
  • Die Siedlungsentwicklung soll möglichst flächensparend und kompakt erfolgen: Insbesondere in zentralen Lagen und um die Haltepunkte des leistungsfähigen schienengebundenen Öffentlichen Personennahverkehrs ist auf standortangepasste, ausreichende Dichte zu achten.
  • Beim Gewerbebau sind höhere Dichten anzustreben.
  • Die Entwicklung soll sich auf die Hauptorte konzentrieren.
  • Auf die Erhaltung und Vernetzung von Freiflächen, die für das Mikroklima wichtig sind, soll geachtet werden.
  • Auf eine möglichst zentrale wohnortnahe Verteilung des Einzelhandels ist zu achten. Neue Einzelhandelsgroßprojekte sollen sich am zu erarbeitenden regionalen Einzelhandelskonzept orientieren.
  • Die Siedlungsentwicklung ist frühzeitig mit den Nachbarkommunen abzustimmen - gegebenenfalls auch über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus, um harmonische Strukturen ohne vermeidbare Verkehrsbelastungen zu erreichen.

Themenspektrum

Die Arbeitsgemeinschaft Siedlungsentwicklung setzt ihre Arbeit auch nach dem offiziellen Moro-Abschluss 2006 fort. Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Regionale Bevölkerungsprognose und Konsequenzen für die Flächenpolitik in Kernstadt und Umland
  • Vorstellung der Ergebnisse des Bundeswettbewerbs „Fläche im Kreis“ mit Prüfung der Übertragbarkeit
  • Vorstellung weiterer "best practices" zum Flächenmanagement aus dem Großraum München
  • Gemeinsame Konsequenzen aus dem Flächenmonitoring
  • Vorstellung der Ergebnisse der Moro-Partnerregion Stuttgart mit Prüfung der Übertragbarkeit
  • Beratung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Bauamtsleiterinnen und Bauamtsleiter durch die Technischen Universität München und den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München hinsichtlich der Erfordernisse einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung und Standortqualitätenprüfung

Auszeichnung

2010 wurde die Moro-Arbeitsgemeinschaft Siedlungsentwicklung von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern im Rahmen der Initiative "Zukunft planen - Zukunft gestalten" beim Wettbewerb für innovative Strategien in der Siedlungsentwicklung ausgezeichnet. Damit ist die Arge für die Zukunftswerkstatt der Obersten Baubehörde qualifiziert, wo über die Vertiefung und Fördermöglichkeiten der erfolgreichen Projekte gesprochen wird.

Organisation

Die Mitgliedskommunen werden durch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vertreten, die Landeshauptstadt München durch die Stadtbaurätin. Die Arbeitsgemeinschaft Siedlungsentwicklung tagt drei bis vier Mal pro Jahr. In der Regel nehmen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister persönlich an den Sitzungen teil.

Die Arge hat eine Doppelspitze: Sprecher der Umlandkommunen ist der Oberhachinger Bürgermeister Stefan Schelle, Sprecherin der Stadt München ist Stadtbaurätin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk. Die Geschäftsführung liegt beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung München. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München entsendet einen Experten als Dauergast.

Arbeitsschwerpunkt Flächenmonitoring

In allen Mitgliedskommunen wurde ein Flächenmonitoring aufgebaut: Mit dieser auf Exceltabellen gestützten Grundlage kann die Flächenentwicklung jährlich mit festgelegten Indikatoren verfolgt werden. Dabei wird kein Benchmarking durchgeführt, aber allen lokalen Entscheidungsträgern vor Augen geführt, wie sich die Flächenbilanzen entwickeln. Es wird nun versucht, auf Grundlage dieses Ansatzes ein Flächenmonitoring für die ganze Region München einzuführen.

Weiterführende Links

Kontakt

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Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Bereich Regionales

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-23687
Postanschrift:

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Bereich Regionales
Blumenstr. 28b
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089 233-22933