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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Die nachhaltige Stadt - Themenbereich Klimaschutz


Symbolbild Energie  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Michael Nagy, LHM

Dreisprung für den Klimaschutz

Energiebedarf senken, Energieeffizienz steigern, erneuerbare Energien ausbauen: Der „energetische Dreisprung“ bestimmt das Handeln der Stadt nicht nur bei der Planung neuer Quartiere, sondern auch bei Sanierungen im Bestand. Denn der Städtebau nimmt für den Klimaschutz eine Schlüsselrolle ein. München will dabei Vorbild sein.

Bei neuen Quartieren setzt die Stadt auf eine angemessen dichte und kompakte Bauweise. Das spart Fläche, hält den Energiebedarf niedrig, vermeidet Verkehr und Abgase. München achtet auf den sparsamen Umgang mit allen Ressourcen, unterstützt den Holzbau und schafft Anreize, damit noch mehr Menschen und Firmen mit hohen energetischen Standards bauen. Die Kosten für die Haushalte hat die Stadt dabei im Blick.

Modernisierungen älterer Siedlungen gehen sozialverträglich vonstatten. Die Stadt setzt auf Aufklärung, bietet Beteiligungsangebote und Energiesparberatungen in Sanierungsgebieten an. Sie stellt mehr und mehr Energie aus regenerativen Quellen bereit. Energiegerechtigkeit ist soziale Gerechtigkeit!

Exkurs: Solarenergie auf dem Vormarsch

Bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Wohngebäudebestand der GWG und GEWOFAG mit Photovoltaik ausgerüstet sein. Damit übernehmen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften eine wichtige Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Auch die stadteigenen Gebäude sind mit der Baupflicht für Solaranlagen Vorbild: Derzeit sind vom Baureferat etwa 170 stadteigene Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 5,5 Megawatt Peak installiert. Weitere 70 Anlagen sind in Planung.

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IHKM: Übersicht der Handlungsfelder
© Sigl Affairs

113 Maßnahmen für den Klimaschutz

Egal ob Elektrofahrräder für Dienstwege, ein Veggie-Day in der Kantine, energieeffiziente Straßenlaternen oder energie- und ressourcenschonendes Bauen bei städtischen Gebäuden – die Landeshauptstadt München hat 2019 ein Paket aus 113 Maßnahmen geschnürt, um dem Klimawandel entschieden entgegenzutreten. Die Stadt möchte mit gutem Beispiel vorangehen und Vorbild für die Stadtgesellschaft sein. Sie stellt bis 2021 mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung, um in den Bereichen Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Privathaushalte jährlich 1,2 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Die Maßnahmen werden im Integrierten Handlungsprogramm Klimaschutz in München (IHKM) gebündelt, um referats- und themenübergreifend agieren zu können. Dadurch entstehen wichtige Synergien. Das Programm wird regelmäßig fortgeschrieben.

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Vorteile des Holzbaus auf einen Blick
© Sigl Affairs

Mit Ressourcen verantwortungsvoll umgehen

Nachhaltig bauen - Holz macht's möglich

Deutschlands größte zusammenhängende Holzbausiedlung steht im Prinz-Eugen-Park im Osten von München. 600 Wohnungen sind dort – mit Unterstützung der Stadt – in Holz- und Holzhybridbauweise entstanden. Mit Holz zu bauen, heißt nachhaltig zu bauen par excellence, denn der nachwachsende Rohstoff bindet CO2 und seine Herstellung ist im Vergleich zu anderen Baustoffen mit geringem Energieaufwand möglich. Deshalb etabliert die Landeshauptstadt München den modernen Holzbau und setzt neue Maßstäbe in puncto Klimaschutz.

Auch bei ihren Wohnungsbaugesellschaften, privaten Bauherren und Genossenschaften fördert die Stadt den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Das kommt auch dem sozialen Nachhaltigkeitsgedanken vieler Genossenschaften entgegen, die auf dem Münchner Wohnungsmarkt tätig sind.

Im Prinz-Eugen- Park hat die ökologische Mustersiedlung 13.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Sie ist deshalb Vorbild für weitere Holzbauprojekte, zum Beispiel im Kreativquartier.

Circular City – Zero Waste City

„Circular City“ und „Zero Waste City“ werden – das ist das ehrgeizige Ziel der Landeshauptstadt München. Sie möchte weg von einer linearen Wegwerfgesellschaft und hin zu einem nicht endenden Kreislauf, bei dem genutzte Wertstoffe wiederverwertet werden. Schon 1991 hat München den Gebrauch von Einwegprodukten auf öffentlichen Flächen verboten. Momentan arbeiten alle städtischen Referate an einem Gesamtkonzept mit dem Titel „Circular Economy Munich“. Darin sollen umfassende Strategien für eine zirkuläre Wirtschaft entwickelt werden. Diese fließen in die Stadtentwicklung, das Klimaschutzprogramm und in die Wirtschaftsentwicklung ein.

Aus alt wird neu – die Bayernkaserne

Bei der Entwicklung der ehemaligen Bayernkaserne geht München neue Wege: Auf der knapp 60 Hektar großen Fläche in Freimann soll eine Stadt der kurzen Wege mit bis zu 5.500 Wohnungen, Arbeitsplätzen, Kindertagesstätten, zwei Schulstandorten und viel Grün entstehen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Erdgeschosszonen, die mit sozialen Einrichtungen und fußläufig erreichbaren Geschäften belebt werden. Damit wird das Gelände ein mustergültiges „Urbanes Gebiet“: Seit 2017 gibt es diese Kategorie im Bauplanungsrecht. Nach dem Vorbild beliebter Innenstadtquartiere wie dem Lehel oder Schwabing erlaubt sie in städtischen Lagen höhere Dichten und breitere Nutzungsmischungen.

Entstehen soll ein Wohnort für alle, unabhängig von Alter, Herkunft und Bildung. Dafür mussten die ehemaligen Kasernengebäude weichen. Die Stadt setzt dabei auf Recycling und führt rund 600.000 Tonnen Bauschutt neuen Nutzungen zu: Sie werden vor Ort wiederaufbereitet und für den Straßenbau, als Substrat für Pflanzenerde und als Rohmaterial für neue Betonblöcke wiederverwendet. So entstehen aus den alten Trümmern direkt vor Ort neue Wohnungen. Als Partnerin im EUProjekt URGE (Circular Building Cities) testet die Stadt innovative Lösungen, um den Rohstoffverbrauch im Bausektor zu senken.

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Heizen und Stromerzeugung mit Erdwärme: So funktioniert Geothermie
© Sigl Affairs

Freiham – die energiegerechte Stadt

Freiham setzt in energetischer Hinsicht Standards: Der neue Stadtteil im Münchner Westen wurde städtebaulich dicht und kompakt geplant. Das spart Fläche, hält den Energiebedarf gering und vermeidet Verkehr und Emissionen durch kurze Wege. Kohlendioxidfreie Erdwärme aus knapp 3.000 Meter Tiefe und Sonnenenergie werden den Bedarf an Strom und Wärme decken. Viele ansprechende Grün- und Freiflächen machen Freiham zu einem attraktiven Wohngebiet mit hohem Erholungswert. Herzstück wird ein 58 Hektar großer Landschaftspark. Er wird über mit Fuß- und Radwegen durchzogene Grünfinger mit der Umgebung verbunden. Hinzu kommen Plätze, Grün- und Urban Gardening-Flächen in Vorgärten, auf Dachterrassen, in Höfen, im Sportpark und auf dem Schulcampus. Ein breites Spektrum an Wohnformen und viele verschiedene Einrichtungen sorgen für eine gute soziale Mischung.

Die benachbarte Siedlung Neuaubing wird in die Planungen einbezogen. Die Wohnblöcke aus den 1960er und 1970er Jahren werden energetisch saniert und über die Energiezentrale Freiham mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt. In den Jahren 2019 und 2020 betrug der Anteil der modernisierten Gebäude jeweils 3,6 Prozent des gesamten Bestandes. Smart Home-Elemente helfen dabei, den Energieverbrauch der Haushalte zu senken, etwa durch die Analyse von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Exkurs: Smarter Together

München wurde zusammen mit Lyon und Wien für das EU-Projekt „Smarter Together“ ausgewählt: In den letzten fünf Jahren flossen in das Sanierungsgebiet Aubing-Neuaubing-Westkreuz und in den benachbarten Stadtteil Freiham rund 20 Millionen Euro. Erprobt wurden intelligente und nachhaltige Lösungen, die das Leben einfacher machen – zum Beispiel intelligente Lichtmasten, Mobilitätsstationen oder Quartiersboxen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sozialverträglichen energetischen Sanierung von Wohngebäuden und der Steigerung des Energieanteils aus regenerativen Quellen. So wurde die Energiezentrale Freiham 2019 um einen Stromspeicher erweitert, der die Größe eines Schiffscontainers hat. Er stabilisiert das Stromnetz, erhöht den Ökostromanteil und ersetzt Batteriespeicher in Einzelgebäuden. Dezentrale Energieerzeuger, wie die Betreiber von Photovoltaikanlagen, können sich problemlos daran anschließen.

Exkurs: Energienutzungsplan

Der Energienutzungsplan analysiert den jetzigen und zukünftigen Energiebedarf aller Münchner Gebäude in einem neuartigen 3D-Modell. Er ist eine wichtige Planungsgrundlage für Energiesparmaßnahmen in Einzelgebäuden und Quartieren. Die Daten sind wichtig für die Erarbeitung von Integrierten Stadtentwicklungskonzepten, für vorbereitende Untersuchungen der Stadtsanierung, für Quartierskonzepte und das Sanierungsmanagement.

Sanieren für soziale Gerechtigkeit

Nachhaltiger Stadtumbau beginnt im Quartier. Heizen, kühlen und der Stromverbrauch stehen auf der Agenda, um die Energiewende in Bestandsgebieten voranzutreiben. In älteren Siedlungen muss sozialverträglich saniert werden, damit steigende Energiepreise kein Ungleichgewicht zwischen „Energiegewinnern“ in Neubaugebieten und „Energieverlierern“ in alten Gebäuden verursachen.

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften übernehmen hier eine Vorreiterrolle: So hat die GEWOFAG rund 36 Millionen Euro investiert, um die Wohn anlage „Max II“ in Neuhausen fit für die Zukunft zu machen. In vier Bauabschnitten wurden die 24 Gebäudezeilen mit 74 Hauseingängen – die meisten davon aus den 1950er und 60er Jahren – energetisch modernisiert. Im fünften und letzten Bauabschnitt sollen zusätzlich auch neue Wohnungen entstehen.

Ein gelungenes Ensemble aus Alt und Neu ist mit dem „Kegelhof“ auf der Insel zwischen Auer Mühlbach und Kegelhofbach in der Au entstanden. Wo früher vernachlässigte Gewerbebauten waren, hat die GWG aus einem modernisierten Altbau, einem Neubau und einem Innenhof eine ungewöhnliche Wohnanlage geschaffen, die teilweise noch von der alten Hofmauer umgeben ist. Soziale Nutzungen und Inklusion spielen dort eine wichtige Rolle.

Exkurs: Plus-Energie-Standard

„PlusEnergie“ bedeutet, dass ein Gebäude in seiner Bilanz mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Plus-Energie- oder Null-Energie-Häuser sind in der Bautechnik Passivhäusern ähnlich: Sie haben große Fensterflächen nach Süden, eine extrem gut gedämmte Gebäudehülle und automatische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Oft sind Plus-Energie-Häuser Passivhäuser mit zusätzlicher Solartechnik. Was nicht heißt, dass die lokale Wärme- und Stromgewinnung nicht auch mit anderen Mitteln, wie einem Mikro-Blockheizkraftwerk, erfolgen kann. Im Idealfall ist das Plus-Energie-Haus in der Lage, die selbst erzeugte Energie zu speichern, sodass sie zeitversetzt im Haus verbraucht werden kann.

Ein Standort mit Zukunft

Die Metropolregion München ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Vom ökonomischen Erfolg der Stadt profitieren alle. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen muss München attraktiv bleiben. Mit dem Gewerbeflächenentwicklungsprogramm erhalten wir die „Münchner Mischung“ aus Produktion, Handwerk, Dienstleistungen und Forschung in den unterschiedlichsten Branchen.

Damit die Landeshauptstadt ihre ehrgeizigen Ziele zur CO2-Einsparung erreichen kann, arbeitet sie mit den Münchner Wirtschaftsunternehmen, egal ob Großkonzern oder Startup, zusammen und legt zahlreiche Förderprogramme auf. Denn auch für viele Firmen ist Nachhaltigkeit mittlerweile eine wichtige Einkommensquelle und Teil der Unternehmenskultur.

Die Kooperation mit 15 Münchner Großkonzernen ist im „Klimapakt“ festgeschrieben. Bis 2021 wurden Einsparziele definiert. Der fachliche Austausch wird gefördert und innovative Neuerungen werden umgesetzt. Ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk, die Nutzung von Prozessund Umweltwärme bei einem Firmenneubau oder einfach nur Mehrwegtassen statt Pappbechern für die Mitarbeiter*innen – es wurden schon viele Maßnahmen realisiert. Mit Erfolg: Von Juli 2016 bis Ende 2017 sparten die beteiligten Unternehmen fast 50.000 Tonnen CO2 ein.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
PlanTreff - Plattform zur Stadtentwicklung

Blumenstraße 31
80331 München