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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Die nachhaltige Stadt - Themenbereich Stadtentwicklung


Eine Stadt ist auch durch ihre Dichte nachhaltig. Die Mischung aus Wohnen, Arbeit und Freizeit spart Fläche und Verkehr, wie hier im Glockenbachviertel.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© DobnerAngermann / Landeshauptstadt München

Dichte ist gut für die Ökobilanz

Stadtleben ist nachhaltig. In der Stadt werden alle Bedürfnisse des täglichen Lebens auf engem Raum erfüllt, das spart Ressourcen und Schadstoffe. Wer dort wohnt, arbeitet, einkauft und seine Freizeit gestaltet, setzt Pendlerströmen, Flächenverbrauch und der Zersiedelung der Landschaft etwas entgegen. Ja, Dichte ist gut für die Ökobilanz!

Das Zusammenleben in der Stadt ist aber auch intensiv und bringt Herausforderungen mit sich. Eine verantwortliche und integrierte Stadtentwicklungsplanung managt diese Herausforderungen und federt sie ab. Sie sorgt für einen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ausgleich. Wohnraum für alle Einkommensgruppen, viel Grün, ein starker öffentlicher Nahverkehr, gemischte Quartiere, die gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums, gute wirtschaftliche Bedingungen – all das und noch viel mehr gehört dazu.

Planung für die Stadt im Gleichgewicht

Eine Stadt fit für die nächsten Generationen zu machen heißt, sie weiterzuentwickeln. Wie soll München in 20 Jahren aussehen? Diese Frage diskutieren wir mit der Bürgerschaft und weiteren Akteuren. Ihre Ideen und Visionen fließen in den neuen Stadtentwicklungsplan 2040 ein, der den großen Rahmen für die räumliche Entwicklung Münchens vorgibt. Er ist ein zentraler Bestandteil der Stadtentwicklungskonzeption „Perspektive München“, die mit ihren Leitlinien, Konzepten und Maßnahmen den Ausgleich sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Belange zum Ziel hat und das Fundament einer nachhaltigen Stadt im Gleichgewicht bildet.

Exkurs: Leitlinie Ökologie

Ein Teil des Stadtentwicklungskonzeptes „Perspektive München“ ist die Leitlinie Ökologie. Sie gibt einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft vor. Flora und Fauna sollen geschützt, Energie soll gespart und Abfall vermieden werden. 2012 kamen mit dem Teil „Klimawandel und Klimaschutz“ die Handlungsfelder Energieversorgung, Gebäude, Stadtplanung und Mobilität, Landnutzung und Naturhaushalt sowie Nutzerverhalten, Lebensstile und Gesundheit hinzu.

Exkurs: Leitlinie Freiraum

Die langfristige Freiraumentwicklung Münchens soll gestärkt werden. Hierzu wird eine „Leitlinie Freiraum“ entwickelt, die – aufbauend auf dem Konzeptgutachten „Freiraum München 2030“ – Ziele, Strategien, Leitprojekte und Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung der Grün- und Freiräume in und um München in all ihren Dimensionen formuliert. Die Leitlinie wird derzeit referatsübergreifend und unter Einbindung relevanter Akteure erarbeitet. Sie thematisiert nicht nur Chancen und Synergien, sondern auch Hemmnisse und Zielkonflikte, die sich aus der Wachstumsdynamik ergeben. Ihr Ziel: die Veränderungen positiv mitgestalten.

Die Holzbausiedlung im Prinz-Eugen-Park  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Holzbausiedlung im Prinz-Eugen-Park
© Michael Nagy / Landeshauptstadt München

Nachhaltige Stadtplanung beginnt im Quartier!

Nachhaltige Stadtplanung beginnt im Quartier. Ein dichter Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sorgt für kurze Wege, vermeidet Verkehr und Emissionen. Eine barrierefreie Infrastruktur gehört ebenso zu einer nachhaltigen Planung wie die Anbindung an den ÖPNV, ein gutes Mobilitätskonzept, ausreichend Kindertagesstätten und Schulen sowie Grün und Orte der Begegnung im öffentlichen Raum. Verschiedene Förderprogramme stellen sicher, dass die „Münchner Mischung“ gewahrt bleibt und die Quartiere für Jung und Alt, Arm und Reich sowie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur lebenswert sind. Je mehr Akteure an einem Strang ziehen, desto besser wird das Ergebnis.

Exkurs: Bunt und urban - das Kreativquartier

Ein Beispiel für nachhaltige Quartiersplanung ist das Kreativquartier. Auf ehemaligen Kasernenflächen an der Dachauer Straße entsteht ein 20 Hektar großes spannendes Viertel, wo Wohnen und Arbeiten eng mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpft sind und ein Leben ohne Auto möglich ist. Für 2.000 Menschen sind 820 Wohnungen geplant, Teile davon gefördert. Das Besondere am Kreativquartier: Die vier Teilbereiche haben unterschiedliche Schwerpunkte und werden zeitlich versetzt entwickelt. Die lebendige Kunst- und Kulturszene, die sich dort angesiedelt hat, bleibt weitgehend erhalten und gibt dem Viertel eine besondere Identität.

Wohnraum für alle

München unternimmt große Anstrengungen, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Von 2016 bis 2021 fließen im größten kommunalen wohnungspolitischen Handlungsprogramm Deutschlands 870 Millionen Euro in die Schaffung und Sicherung bezahlbaren Wohnraums. Verschiedene Förderprogramme tragen zu einem vielfältigen Wohnungsangebot für breite Einkommensgruppen bei. Die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) stellt sicher, dass sich Planungsbegünstigte nicht nur an den Kosten und Lasten beteiligen, sondern auch geförderte Wohnungen  errichten. Hier wird es ebenso eine Neuauflage geben wie beim wohnungspolitischen Handlungsprogramm. Ihre eigenen Grundstücke vergibt die Landeshauptstadt München nur noch in Erbpacht. Im Konzeptionellen Mietwohnungsbau werden städtische Flächen zum Festpreis ausgeschrieben und mit Bindungen belegt.

Stadtteile zeitgemäß erneuern: Neuperlach

Nachhaltigkeit ist nicht nur bei der Planung von Neubauquartieren wichtig, sondern auch bei der Weiterentwicklung von Bestand. So zum Beispiel in Neuperlach: Als man vor mehr als 50 Jahren mit dem Bau der „Entlastungsstadt“ begann, war alles supermodern. Genau so wollte man damals leben – umgeben von Grün, gut mit dem Auto erreichbar, in modernen Wohnungen mit Blick auf die Alpen.

Doch inzwischen sind die Großwohnsiedlungen in die Jahre gekommen und einiges würde man heute anders machen. Hinzu kommen soziodemografische Herausforderungen, wie eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und ein großer Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund.

Deshalb wurden Teile von Neuperlach zum „Untersuchungsgebiet der Stadtsanierung“ und zum „Handlungsraum“ erklärt: In den kommenden Jahren werden Fördermittel fließen, um zum Beispiel Gebäude energetisch zu sanieren, Freiflächen zu verbessern, bezahlbaren Wohnraum und soziale, kulturelle, Bildungs- und Gesundheitsangebote zu schaffen. All das geschieht unter intensiver Mitwirkung der Neuperlacher*innen. Auftragnehmerin des mobilen Stadtteilmanagements ist die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS).

Ein Parlet im Westend wird im Sommer 2019 zu einem Treffpunkt für die Nachbarschaft  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Zwischennutzung mal anders: die Parklets im Westend 2019
© Michael Nagy / Landeshauptstadt München

Mehr Raum für Menschen

Münchens Parks, Plätze und Straßen gehören uns allen, sie sind ganz wesentlich für das städtische Leben. Doch der öffentliche Raum ist knapp und vielfältigen Ansprüchen ausgesetzt. Deshalb muss er geschickt genutzt und gerecht verteilt werden.

In München geschieht das auf mehreren Wegen: Ein Freiraumquartierskonzept soll dazu beitragen, die wertvollen, unverwechselbaren Freiräume der Innenstadt zu sichern und qualitätvoll weiterzuentwickeln. Als entschleunigende, identitätsstiftende, kühlende Zufluchtsorte, zum Verschnaufen und ohne Kommerz. Das historische Erbe wird dabei ebenso berücksichtigt wie die wichtige Bedeutung von Grün für
das städtische Klima.

Außerdem soll die Innenstadt mit dem Masterplan „Autofreie Altstadt“ mehr Aufenthaltsqualität bieten. Die Sendlinger Straße ist schon Fußgängerzone, weitere Straßen wie das Tal sollen folgen. Was alles möglich ist, wenn zeitweise keine Autos mehr fahren, zeigten 14 verkehrsberuhigte Sommerstraßen im Jahr 2020.

Exkurs: Pilotprojekt am Alpenplatz

Mehr Grün, mehr Begegnung und mehr Nachbarschaft in die Stadt bringen: Das war das Ziel der saisonalen Stadträume im Sommer 2019. Bei dem Pilotprojekt wurde der Alpenplatz in Giesing teilweise für den Auto- und Radverkehr gesperrt und ganz unkompliziert mit Freiluftmöbeln ausgestattet.

Verkehrswende jetzt!

Gut vernetzt, nachhaltig, platzsparend – so wird Münchens Mobilität der Zukunft sein. Mehr Menschen steigen vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel und andere umweltfreundliche Fahrzeuge um. Der begrenzte Straßenraum wird zugunsten von Zufußgehenden, Radfahrenden und eines starken ÖPNVs neu aufgeteilt – für mehr Aufenthaltsqualität, eine gerechtere Verteilung der Flächen und mehr Raum für soziale Begegnungen. Verschiedene Mobilitätsformen greifen optimal ineinander. Sharing wird eine weitaus größere Rolle spielen als heute. So sieht es der Mobilitätsplan vor, den die Landeshauptstadt im Dialog mit den Bürger*innen erstellt und der auch die Region mit einschließt.

Exkurs: Mobilitätskonzepte fürs Quartier

Bei der Planung des Domagkparks im Norden von Schwabing und des Prinz-Eugen-Parks im Osten der Stadt stand eine zukunftsweisende Mobilität von Anfang an im Fokus. Beide Quartiere sind stark von dem genossenschaftlichen Gedanken des Gemeinsam-Nutzens geprägt. Im Domagkpark gibt es zwei Mobilitätsstationen. Für den Einkauf um die Ecke stehen E-Lastenräder, für Ausflüge E-Roller und Leihräder bereit. Das spart Kosten und Sprit. Für weitere Distanzen gibt es Kleinwägen und Kombis. Der Domagkpark kooperiert mit unterschiedlichen Sharing-Anbietern und hat auch ein Online-Vermittlungssystem für Fahrgemeinschaften im Programm. Er war Vorbild für den Prinz-Eugen-Park, wo ebenfalls ein breit gefächertes Mobilitätsangebot für alle Haushalte entsteht. Damit das Privatauto entbehrlich wird.

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Der Autoverkehr ist für einen Großteil des Energieverbrauchs verantwortlich.

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Autobesitz je Haushalt in München und der Region

Es geht nur gemeinsam!

München und die Region sind ein gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum. Der starke Zuzug betrifft die ganze Metropolregion. Deshalb können wichtige Zukunftsaufgaben wie Wohnungsknappheit, überlastete Verkehrssysteme und Nutzungsdruck auf Freiräume nur gemeinsam bewältigt werden.

Die Landeshauptstadt München setzt auf eine kooperative Regionalplanung und bringt jedes Jahr viele Akteure bei der Regionalen Wohnungsbaukonferenz an einen Tisch. Bei der jüngsten Konferenz verständigte man sich darauf, dass die Landschaften und Erholungsräume der Region mit einer gemeinsamen Freiraumstrategie erhalten und weiterentwickelt werden sollen. Außerdem wird das Projekt „Region ist Solidarität“ weiter vorangetrieben. Es setzt sich für einen gerechten Ausgleich von Lasten und Nutzen zwischen den Kommunen ein, die von Wachstum und Entwicklung besonders profitieren, und jenen, für die es eher Herausforderungen als Vorteile bringt. Und mit dem „Interkommunalen Flächenerwerb“ soll eine bedarfsgerechtere Flächenvorsorge in der Metropolregion München möglich werden. Darüber hinaus wird es mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) ein Reallabor geben, um gemeinsam mit anderen Gemeinden die regionale Mobilität von morgen zu entwickeln und zu präsentieren. Letztlich waren sich alle einig: Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind die Voraussetzungen zur Gestaltung des Wachstums!

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
PlanTreff - Plattform zur Stadtentwicklung

Blumenstraße 31
80331 München