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Nahverkehrsplan


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Bus in der Innenstadt
Foto: Nagy / Stadt München
© Michael Nagy / LHM

Infrastruktur und Qualität im Öffentlichen Personennahverkehr

U-Bahn, Tram und Bus gehören zu den wichtigsten Fortbewegungsmitteln in München. Sie tragen maßgeblich zu einer stadtverträglichen Verkehrsbewältigung bei. Daher kommt dem weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) - insbesondere auch aufgrund des stetigen Einwohner- und Arbeitsplatzzuwachses - eine große Bedeutung zu.

Ein wichtiges Instrument für die Gestaltung des ÖPNV ist der Nahverkehrsplan. Ziel ist eine nachhaltige Verkehrsentwicklung.  

Der allgemeine ÖPNV umfasst die Verkehrsmittel U-Bahn, Straßenbahn und Stadtbus. Sie werden durch das städtische Verkehrsunternehmen Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG), einer Tochter der Stadtwerke München GmbH (SWM), betrieben. Der Nahverkehrsplan bindet das Verkehrsunternehmen zwar nicht unmittelbar, stellt jedoch einen Rahmen dar, innerhalb dessen das Verkehrsunternehmen die Linienverkehre gestalten kann. Während die Landeshauptstadt München Aufgabenträgerin für den allgemeinen ÖPNV ist, ist der Freistaat Bayern für den Schienenpersonennahverkehr (S-Bahn - und Regionalverkehr) zuständig.

Seit 1997 stellt die Landeshauptstadt München einen Nahverkehrsplan auf. Waren darin zunächst nur Aussagen für einen weiteren Infrastruktur-Ausbau enthalten, so wurden 2003 auch Festlegungen zu den Qualitätsstandards im ÖPNV mit aufgenommen. Damit kann die Stadt das Leistungsangebot des städtischen Verkehrsunternehmens unter der Prämisse einer ausreichenden Daseinsvorsorge qualitativ beurteilen. Darüber hinaus sind die Qualitätsstandards im Genehmigungsverfahren bei der Neu- und Wiedereinteilung von Linienkonzessionen durch die Regierung von Oberbayern zu berücksichtigen.

Am 30. September 2015 hat die Vollversammlung des Stadtrats eine Aktualisierung und Fortschreibung des seit 2003 geltenden Nahverkehrsplans beschlossen. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wurde damit beauftragt, zunächst den Teil „Qualitätsstandards“ zu aktualisieren. Darauf aufbauend soll anschließend der Teil „Infrastruktur“ überarbeitet werden. Die Arbeiten werden etwa drei Jahre dauern, so dass der neue Nahverkehrsplan dann voraussichtlich im Jahr 2018 vom Stadtrat beschlossen werden kann.

Grundlage für den Nahverkehrsplan ist das Bayerische ÖPNV-Gesetz, Artikel 13.

Inhalte des Nahverkehrsplans

Teil Infrastruktur

Der erste Teil des Nahverkehrsplans enthält die geplanten Infrastrukturvorhaben im Bereich U-Bahn, Straßenbahn und Bus sowie der Vollständigkeit halber Maßnahmen im Bereich der S-Bahn. Außerdem wird auf verschiedene optionale Maßnahmen hingewiesen, die sich noch in einem frühen Planungsstadium befinden.

Der Teil Qualitätsstandards gliedert sich in zwei Abschnitte

Qualitätsstandards Netz

Der erste Abschnitt des Teils "Qualitätsstandards" umfasst Angebots- und Bedienungsstandards der öffentlichen Verkehrsmittel im Sinne der Kundenfreundlichkeit. Es werden unter anderem Aussagen zu Taktzeiten, Einzugsbereichen der Haltestellen und maximalen Fahrzeugauslastungen in Abhängigkeit mit der Bevölkerungsdichte in den einzelnen Stadtbezirken getroffen.

Weitere kundenrelevante Qualitätsstandards

Der zweite Abschnitt des Teils "Qualitätsstandards" enthält Standards, die für die öffentliche Wahrnehmung wichtig sind, also in Bezug auf Fahrzeuge (Ausstattung, Sauberkeit, etc.), Personal (Kompetenz, etc.), Haltestellen (Barrierefreiheit, Ausstattung, Lage, etc.), Anschlüsse (geringe Wartezeit, etc.), Betriebs- und Servicequalität, Pünktlichkeit, Tarifgestaltung und andere Kriterien.

Zusammenspiel mit anderen Plänen

Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans sind auch die Zusammenhänge mit folgenden anderen verkehrlichen Fachplanungen zu berücksichtigen:

  • Regionaler Nahverkehrsplan (RNP) - siehe unten
  • Verkehrsentwicklungsplan (VEP) - ist ein wesentlicher Teil des Stadtentwicklungskonzeptes "Perspektive München"

Regionaler Nahverkehrsplan

Der Regionale Nahverkehrsplan (RNP) wird unter der Federführung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) erarbeitet und wurde 2012 zum zweiten Mal fortgeschrieben. Er zeigt Verknüpfungen und Schnittstellen zwischen den einzelnen lokalen Nahverkehrsplänen auf und trifft grundsätzliche Aussagen zur verkehrlichen Situation in der gesamten Region.

Ein Regionaler Nahverkehrsplan ist gesetzlich erforderlich, wenn zwischen mehreren Gebietskörperschaften (Städten, Gemeinden, Landkreisen) Verkehrsbeziehungen „in wesentlichem Umfang" bestehen. Im Verbundraum München ist das mit zirka 1,35 Millionen Pendlern, die täglich mit den Auto- oder der S-Bahn in beiden Richtungen die Münchner Stadtgrenze passieren, ganz klar der Fall.

Der RNP bildet das komplexe Verkehrsgeschehen im Ballungsraum München umfangreich ab und ist deshalb für die Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen, die Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie die Fahrgäste von Bedeutung. Er hat folgende Inhalte:

  • Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der Verkehrseinrichtungen
  • Prognose des zu erwartenden Verkehrsaufkommens
  • umfassende Zusammenstellung künftiger Projekte und Planungen
  • Entwicklung Zielvorstellungen und planerischen Verbesserungsmaßnahmen zur bestmöglichen Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs

Der Regionale Nahverkehrsplan wurde erstmals im Jahr 2002 erstellt und wird im Fünf-Jahres-Turnus fortgeschrieben. Grundlage ist das Bayerische ÖPNV-Gesetz, Artikel 6 (Absatz 1).

Kontakt

Landeshauptstadt München

Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797