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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt München


Bushaltestelle  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Bus in der Innenstadt
© Michael Nagy / LHM

Qualitätsstandards werden überprüft

U-Bahn, Bus und Tram sind das Rückgrat für die Mobilität der Münchner Bevölkerung. Sie tragen maßgeblich zu einer stadtverträglichen Verkehrsbewältigung bei. Daher kommt dem weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) eine entscheidende Bedeutung zu - nicht zuletzt wegen der steigenden Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen.

Ein zentrales Instrument für eine nachhaltige Gestaltung des ÖPNV ist der Nahverkehrsplan. Dieser wurde bis 2019 an die Herausforderungen der Zukunft, wie steigende Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen, angepasst und im Februar 2020 vom Stadtrat als Grundlage für die künftigen ÖPNV-Planungen beschlossen.

U-Bahn, Bus und Tram werden in Zukunft immer wichtiger werden für die Fortbewegung in der Stadt. Durch die Stärkung umweltfreundlicher Mobilitätsformen möchte die Landeshauptstadt ihr Ziel der Verkehrswende erreichen.

Der Nahverkehrsplan besteht in München aus drei Teilen:

  • Qualitätsstandards (Netz, Infrastruktur, kundenrelevante Standards, Szenarien)
  • Infrastruktur
  • Barrierefreiheit

Diese stehen bei der Weiterentwicklung im Fokus. In einem ersten Schritt hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung die Qualitätsstandards auf den Prüfstand gestellt und diese in einem Gutachten überarbeiten lassen.

Welche Kriterien wurden genau untersucht?

Aufbauend auf der aktuellen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte wurde die Gebietstypeneinteilung aktualisiert. Anschließend wurden unter anderem die folgenden Qualitätskriterien aktualisiert und bei den „Qualitätsstandards Netz“ eine Schwachstellenanalyse durchgeführt.

  • Taktzeiten
  • Einzugsbereiche von Haltestellen
  • maximale Fahrzeugauslastungen
  • Ausstattung und Sauberkeit der Fahrzeuge
  • Kompetenz des Personals
  • Lage von Haltestellen
  • Erreichbarkeit von Anschlüssen
  • Pünktlichkeit der Verkehrsmittel
  • Tarifgestaltung

Im Weiteren wurden Richtwertunterschreitungen und daraus Handlungsbedarf abgeleitet.

Drei Szenarien für den Nahverkehr in München im Jahr 2030  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Szenarien

Für die Überarbeitung der Qualitätsstandards wurden drei Zukunftsszenarien für das Jahr 2030 erstellt. Diese sind eine Prognose und geben die Rahmenbedingung für die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs vor.

Die Szenarien zeigen die Entwicklung folgender Nahverkehrsmittel: ÖPNV, wie Bus und Tram, Motorisierter Individualverkehr (MIV) wie Fahrgemeinschaften, Rad- und Fußverkehr, sowie restliche Verkehrsmittel. Die Steigerung der Fahrgäste wurde variiert. Aktuell liegt der Anteil der Wege, die durch öffentliche Verkehrsmittel zurückgelegt werden, bei 23 Prozent.

Szenario 1
Annahme: Der öffentliche Nahverkehr entwickelt sich unter den heutigen Gegebenheiten so weiter. Es ist nicht mit einem Anstieg zu rechnen.

Szenario 2
Annahme: Der öffentliche Nahverkehr steigt weiter an und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Sein Anteil liegt im Jahr 2030 bei 27 Prozent.

Szenario 3
Annahme: Bis 2030 erfolgen mindestens 30 Prozent der zurückgelegten Wege durch öffentliche Verkehrsmittel.

Szenario 2 und 3 gehen von einer weiteren Steigerung des Modal Split im ÖPNV aus, also dass sich der Anteil der Wege, die die Menschen mit dem ÖPNV zurücklegen, stärker erhöht.

Szenario 3 soll die Grundlage für die Weiterentwicklung sein

Das Szenario 3 wird dem Stadtrat zur weiteren Fortentwicklung des Nahverkehrs empfohlen. Diesem Szenario liegt eine Steigerung der Fahrgäste von 52 Prozent bis zum Jahr 2030 zugrunde.

Eine Erhöhung der Fahrgastzahlen lässt sich aber nur mit einem konsequenten Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur umsetzen.

Was sind die nächsten Schritte?

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung soll sich gemeinsam mit dem Baureferat und den Stadtwerken München (SWM) / Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit der erforderlichen Netz- und Infrastrukturentwicklung von U-Bahn, Tram und Bus inklusive Wende- und Abstellanlagen sowie Betriebshöfen befassen. Im einzelnen sollen die folgenden Pakete bearbeitet werden:

  • Bedarf und verkehrlicher Nutzen weiterer U-Bahn- und Tramstrecken identifizieren und berechnen.
  • Entwicklung eines Ausbauplans für den schienengebundenen ÖPNV.
  • Die kurzfristige Netzentwicklung von Bus und Tram neu in die Fortschreibung aufnehmen, um kurzfristige Engpässe zu beseitigen, die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Verkehrsmittel zu verbessern und die Qualitätsstandards zu erreichen.
  • ein Masterplan für die weitere barrierefreie Ausgestaltung des ÖPNV erarbeiten, da das Personenbeförderungsgesetz bis 2022 eine weitestgehend vollständige Barrierefreiheit vorsieht.

Öffentliche Beteiligung

Begleitend wird für die Bürgerinnen und Bürger ein Kommunikations- und Beteiligungsformat angeboten. Die Ergebnisse zur Netz- und Infrastrukturentwicklung sollen dem Stadtrat bis Ende 2022 vorgelegt werden.

Hintergrund

Der allgemeine ÖPNV umfasst die Verkehrsmittel U-Bahn, Straßenbahn, Metro- und Stadtbus. Sie werden durch das städtische Verkehrsunternehmen Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG), einer Tochter der Stadtwerke München GmbH (SWM), betrieben. Der Nahverkehrsplan bindet das Verkehrsunternehmen zwar nicht unmittelbar, stellt jedoch einen Rahmen für die Gestaltung der Linienverkehre dar. Grundlage für den Nahverkehrsplan ist das Bayerische ÖPNV-Gesetz, Artikel 13. Während die Landeshauptstadt München Aufgabenträgerin für den allgemeinen ÖPNV ist, ist der Freistaat Bayern für den Schienenpersonennahverkehr (S-Bahn - und Regionalverkehr) zuständig.

1997 hat die Landeshauptstadt München den ersten Nahverkehrsplan aufgestellt. Mit den im ersten Teil enthaltenen Festlegungen zu den Qualitätsstandards kann die Stadt das Leistungsangebot des städtischen Verkehrsunternehmens unter der Prämisse einer ausreichenden Daseinsvorsorge qualitativ beurteilen. Darüber hinaus sind die Qualitätsstandards im Genehmigungsverfahren bei der Neu- und Wiedereinteilung von Linienkonzessionen durch die Regierung von Oberbayern zu berücksichtigen. Der zweite Teil des Nahverkehrsplans enthält Aussagen für einen weiteren Infrastruktur-Ausbau. Im dritten Teil werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit aus der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes behandelt.

2015 hat der Stadtrat eine Aktualisierung und Fortschreibung des seit 2003 geltenden Nahverkehrsplans beschlossen. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wurde damit beauftragt, zunächst den Teil „Qualitätsstandards“ zu aktualisieren. Darauf aufbauend soll anschließend der Teil mit den Infrastrukturvorhaben überarbeitet werden. Zudem sind die geplanten Maßnahmen im S-Bahn-Bereich nachrichtlich dargestellt.

Zusammenspiel mit anderen Plänen

Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans sind auch die Zusammenhänge mit folgenden anderen verkehrlichen Fachplanungen zu berücksichtigen:

Kontakt

Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797