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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt München


Bushaltestelle  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Bus in der Innenstadt
© Michael Nagy / LHM

Qualitätsstandards für U-Bahn, Bus und Tram: Ihre Meinung ist gefragt!

Wie soll sich der öffentliche Nahverkehr in München weiterentwickeln? Was kann getan werden, damit das Fahren mit U-Bahn, Bus und Straßenbahn attraktiver und praktikabler wird? Das möchte die Landeshauptstadt München mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren - am Donnerstag, 6. Dezember, um 19 Uhr im Salesianum in Haidhausen (Eingang Sieboldstraße 13).

Der Nahverkehrsplan muss angepasst werden

U-Bahn, Bus und Tram gehören zu den wichtigsten Fortbewegungsmitteln in München. Sie tragen maßgeblich zu einer stadtverträglichen Verkehrsbewältigung bei. Daher kommt dem weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) eine große Bedeutung zu - nicht zuletzt wegen der steigenden Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen.

Ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Gestaltung des ÖPNV ist der Nahverkehrsplan. Der derzeit gültige Plan stammt von 2003 und muss dringend an die aktuellen Gegebenheiten und die Anforderungen der Zukunft angepasst werden. Denn U-Bahn, Bus und Tram werden auch übermorgen noch von großer Bedeutung sein!

Die Qualitätsstandards auf dem Prüfstand

In einem ersten Schritt hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung die Qualitätsstandards auf den Prüfstand gestellt und diese in einem Gutachten überarbeiten lassen. Dieses enthält Aussagen zu Taktzeiten, Einzugsbereichen von Haltestellen in Abhängigkeit der Bevölkerungsdichte im jeweiligen Gebiet und maximalen Fahrzeugauslastungen. Weitere Qualitätsstandards sind unter anderem die Ausstattung und Sauberkeit der Fahrzeuge, die Kompetenz des Personals, die Lage von Haltestellen, die Erreichbarkeit von Anschlüssen, die Pünktlichkeit der Verkehrsmittel und die Tarifgestaltung. Für die Überarbeitung der Qualitätsstandards wurden auch drei Zukunftsszenarien erstellt. Ein Szenario stellt die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs unter den heutigen Gegebenheiten dar. Die beiden anderen gehen von einer weiteren Steigerung des Modal Split im ÖPNV aus, also dass sich der Anteil der Wege, die die Menschen mit dem ÖPNV zurücklegen, stärker erhöht.

Reden Sie mit bei der Veranstaltung am 6. Dezember!

Die überarbeiteten Qualitätsstandards werden am 6. Dezember bei einer Veranstaltung im Salesianum (Eingang Sieboldstraße 13) vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr. Nach einer kurzen Einführung durch Arne Lorz, Leiter der Stadtentwicklungsplanung bei der Landeshauptstadt München, und Georg Dunkel, Leiter der Verkehrsplanung, wird Erik Meder, Projektleiter bei der Ingenieursgesellschaft Gevas Humberg & Partner, die gemeinsam mit der Ingenieurgruppe IVV Aachen das Gutachten erarbeitet hat, die Ergebnisse vorstellen. Anschließend haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Statements abzugeben. Die Anregungen fließen in den Endbericht des Gutachtens ein, der dem Stadtrat 2019 vorgelegt wird.

Bitte beachten: Die Räumlichkeiten sind nur über Treppenstufen erreichbar und daher nicht barrierefrei. Personen mit Mobilitätseinschränkungen können sich vorab per E-Mail (plan.nvp@muenchen.de) oder Telefon, (089) 233-24763, mit uns in Verbindung setzen. Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier. Es gibt nur wenige Parkplätze. Deshalb empfiehlt sich die Anreise mit dem ÖPNV:


Hintergrund

Der allgemeine ÖPNV umfasst die Verkehrsmittel U-Bahn, Straßenbahn, Metro- und Stadtbus. Sie werden durch das städtische Verkehrsunternehmen Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG), einer Tochter der Stadtwerke München GmbH (SWM), betrieben. Der Nahverkehrsplan bindet das Verkehrsunternehmen zwar nicht unmittelbar, stellt jedoch einen Rahmen für die Gestaltung der Linienverkehre dar. Grundlage für den Nahverkehrsplan ist das Bayerische ÖPNV-Gesetz, Artikel 13. Während die Landeshauptstadt München Aufgabenträgerin für den allgemeinen ÖPNV ist, ist der Freistaat Bayern für den Schienenpersonennahverkehr (S-Bahn - und Regionalverkehr) zuständig.

1997 hat die Landeshauptstadt München den ersten Nahverkehrsplan aufgestellt. Mit den im ersten Teil enthaltenen Festlegungen zu den Qualitätsstandards kann die Stadt das Leistungsangebot des städtischen Verkehrsunternehmens unter der Prämisse einer ausreichenden Daseinsvorsorge qualitativ beurteilen. Darüber hinaus sind die Qualitätsstandards im Genehmigungsverfahren bei der Neu- und Wiedereinteilung von Linienkonzessionen durch die Regierung von Oberbayern zu berücksichtigen. Der zweite Teil des Nahverkehrsplans enthält Aussagen für einen weiteren Infrastruktur-Ausbau. Im dritten Teil werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit aus der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes behandelt.

2015 hat der Stadtrat eine Aktualisierung und Fortschreibung des seit 2003 geltenden Nahverkehrsplans beschlossen. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wurde damit beauftragt, zunächst den Teil „Qualitätsstandards“ zu aktualisieren. Darauf aufbauend soll anschließend der Teil mit den Infrastrukturvorhaben überarbeitet werden. Zudem sind die geplanten Maßnahmen im S-Bahn-Bereich nachrichtlich dargestellt.

Nächste Schritte

Nach der Öffentlichkeitsveranstaltung am 6. Dezember 2018 werden die Bezirksausschüsse, Fahrgast- und Behindertenverbände sowie Kammern und Gewerkschaften angehört. Die Fortschreibung des Teils „Qualitätsstandards“ im Nahverkehrsplan soll Mitte 2019 dem Stadtrat vorgelegt werden.

Zusammenspiel mit anderen Plänen

Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans sind auch die Zusammenhänge mit folgenden anderen verkehrlichen Fachplanungen zu berücksichtigen:

  • Regionaler Nahverkehrsplan (RNP) - siehe unten
  • Verkehrsentwicklungsplan (VEP) - dieser ist ein wesentlicher Teil des Stadtentwicklungskonzeptes "Perspektive München"

Regionaler Nahverkehrsplan

Der Regionale Nahverkehrsplan (RNP) wird unter der Federführung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) erarbeitet und wurde 2012 zum zweiten Mal fortgeschrieben. Er zeigt Verknüpfungen und Schnittstellen zwischen den einzelnen lokalen Nahverkehrsplänen auf und trifft grundsätzliche Aussagen zur verkehrlichen Situation in der gesamten Region.

Ein Regionaler Nahverkehrsplan ist gesetzlich erforderlich, wenn zwischen mehreren Gebietskörperschaften (Städten, Gemeinden, Landkreisen) Verkehrsbeziehungen „in wesentlichem Umfang" bestehen. Im Verbundraum München ist das mit zirka 1,35 Millionen Pendlern, die täglich mit den Auto- oder der S-Bahn in beiden Richtungen die Münchner Stadtgrenze passieren, ganz klar der Fall.

Der RNP bildet das komplexe Verkehrsgeschehen im Ballungsraum München umfangreich ab und ist deshalb für die Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen, die Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie die Fahrgäste von Bedeutung. Er hat folgende Inhalte:

  • Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der Verkehrseinrichtungen
  • Prognose des zu erwartenden Verkehrsaufkommens
  • umfassende Zusammenstellung künftiger Projekte und Planungen
  • Entwicklung Zielvorstellungen und planerischen Verbesserungsmaßnahmen zur bestmöglichen Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs

Der Regionale Nahverkehrsplan wurde erstmals im Jahr 2002 erstellt und wird im Fünf-Jahres-Turnus fortgeschrieben. Grundlage ist das Bayerische ÖPNV-Gesetz, Artikel 6 (Absatz 1).

Kontakt

Landeshauptstadt München

Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797