Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

München im transeuropäischen Schienenverkehrsnetz


Symbolbild Europa  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Den Fernverkehr auf die Schiene verlagern

Mit der allgemeinen Verkehrszunahme innerhalb der Europäischen Union nimmt auch die Bedeutung der Eisenbahnstrecken für den grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr zu. Ihr Ausbau ist Voraussetzung, um den Fernverkehr von der Straße (und Luft) auf die Schiene zu verlagern.

Die Stadt München unterstützt entsprechende Vorstöße aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen.

Die Bedeutung des Wirtschaftsraums München als Europäische Metropolregion (EMM) wird in Zukunft auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, die europäischen Achsen zu ertüchtigen. Politisches Ziel für den Eisenbahnfernverkehr muss es daher sein, at­traktive Angebote für den Personen- und Güterverkehr zu schaffen, um den Straßen- und Luftverkehr - und damit die Umwelt - zu entlasten. Die Landeshauptstadt München begrüßt deshalb die Initiativen der Europäischen Union und engagiert sich in der Initiative "Magistrale für Europa".

Initiativen der Europäischen Union

Die Europäische Union fördert seit 1983 den Auf- und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TEN). Im Jahr 2005 hat sie aus 30 Projekten fünf Bahnprojekte ausge­wählt, deren rasche Realisierung sie für besonders vordringlich hält. Zwei Verkehrsachsen kreuzen sich in der Europäischen Metropolregion München und sollen zu hochleistungsfähigen Eisenbahnstrecken ausgebaut werden:

  • Berlin - München - Verona - Palermo
  • Paris - Stuttgart - München - Bratislava

Im Oktober 2013 hat die EU-Kommission eine neue europäische Infrastrukturpolitik vorgestellt. Zentraler Vorschlag ist ein Kernnetz mit neun Verkehrskorridoren. Sechs davon führen durch Deutschland. Die Landeshauptstadt München liegt - auch nach dieser Reform der Transeuropäischen Netze Verkehr durch die EU-Kommission - weiterhin an der Schnittstelle zweier Kernnetz-Korridore: dem skandinavisch-mediterranen Korridor von Oslo / Stockholm nach Palermo und dem Rhein-Donau-Korridor Straßburg / Mannheim - Bukarest / Constanta. Letzterer verbindet die Wirtschaftszentren Straßburg und Frankfurt über Süddeutschland mit Wien, Bratislava, Budapest und dem Schwarzen Meer; eine wichtige Abzweigung erstreckt sich von München über Prag und Zilina bis zur ukrainischen Grenze.

Für jeden Korridor wurden EU-Koordinatoren ernannt. Sie sollen den Dialog zwischen den Entscheidungsträgern erleichtern, um eine bessere zeitliche Abstimmung der Arbeiten und der Finanzierung zu ermöglichen. 

Magistrale für Europa

Die Magistrale für Europa ist der Eisenbahnkorridor, der Paris über Straßburg - München - Wien mit Budapest verbindet. Geografisch liegt dieser Korridor in der Mitte zwischen Nordsee und Mittelmeer und stellt eine zentrale West-Ost-Achse in Europa dar. In seinem Einzugsbereich in Frankreich, Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn leben 35 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner sowie 16 Millionen Beschäftigte.

Die Landeshauptstadt München ist seit vielen Jahren Mitglied in der Initiative „Magistrale für Europa“. Gemeinsam mit den anderen Städten, Regionen sowie Industrie- und Handelskammern entlang dieser Achse setzt sie sich für den durchgehenden Ausbau des Eisenbahnkorridors zu einer Hochleistungstrasse für den Personen- und Güterverkehr sowie für die optimale Verknüpfung mit dem öffentlichen Nah- und Regionalverkehr ein.

Der Ausbau ist auch eine wesentliche Voraussetzung für die rasche ökonomische, politische und kulturelle Integration von Ost- und Westeuropa. Vor diesem Hintergrund hat die "Magistrale für Europa" auch für die Europäische Metropolregion München (EMM) eine große Bedeutung. Das Thema wird im Rahmen der Arbeitsgruppe „Mobilität“ der EMM-Initiative behandelt.

Bundesverkehrswegeplan 2030

Der neue Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist am 3. August 2016 vom Bundeskabinett beschlossen worden. Er enthält auch einige Ausbaumaßnahmen des Verkehrsträgers Schiene. Die Landeshauptstadt München begrüßt die Aufnahme der folgenden wichtigen, auch vom Freistaat Bayern angemeldeten Projekte in den „vordringlichen Bedarf“ beziehungsweise den „vordringlichen Bedarf zur Engpassbeseitigung“:

  • Ausbaustrecke München - Mühldorf - Freilassing mit Truderinger Kurve, 2. Gleis Markt Schaben - Freilassing und durchgehender Elektrifizierung östlich von Markt Schwaben
  • Ausbaustrecke / Neubaustrecke München - Rosenheim - Kiefersfelden - Grenze Deutschland-Österreich mit Blockverdichtung München - Trudering - Grafing und zweigleisiger Neubaustrecke Grafing - Großkarolinenfeld - Brannenburg - Kiefersfelden - Grenze Deutschland-Österreich
  • Großknoten München (Projekt-Nr. K-005-V99), der allerdings erst im Nachgang zum BVWP voraussichtlich bis Ende 2016 bewertet wird

Mit diesen Maßnahmen können wesentliche Lücken in den TEN-Korridoren „Rhein - Donau“ („Magistrale für Europa“) und „Skandinavien - Mittelmeer“ (Brenner-Nordzulauf) weitgehend geschlossen werden.

Die Landeshauptstadt München setzt sich darüber hinaus weiterhin für den auch vom Freistaat Bayern für den BVWP angemeldeten viergleisigen Ausbau München Ost - Markt Schwaben ein, durch den unter anderem auch eine Verschwenkung der S-Bahn zur Messe München ermöglicht würde.

Konsequenzen für die Landeshauptstadt München

Für die Herausforderungen, die das prognostizierte Einwohner- und Beschäftigtenwachstum in der Landeshauptstadt und der Region München an die Siedlungsentwicklung stellen, ist der Ausbau der Transeuropäischen Netze zunächst einmal nachrangig. Hier spielen Maßnahmen zur Ertüchtigung des lokalen und regionalen Öffentlichen Verkehrs eine weitaus größere Rolle. Im Gegenteil könnte durch eine noch weiter verbesserte Einbindung der Kernstadt München in das transeuropäische Verkehrsnetz deren Attraktivität für Unternehmen und Investoren weiter steigen, sodass sich die Probleme auf dem Wohnungsmarkt und bei der Siedlungsentwicklung weiter verschärfen könnten.

Daher ist es umso wichtiger, die lokale und regionale Vernetzung der Knotenpunkte der weitmaschigen Transeuropäischen Netze innerhalb der Stadt und allen Teilen der (Metropol)region zu fördern, da sonst die Reisezeitersparnisse des Ausbaus Transeuropäischer Netze durch die zunehmenden Verkehrsprobleme in wachsenden Metropolräumen wieder zunichte gemacht werden. Zum Ausbau der transeuropäischen Schienennetze gehört daher komplementär zwingend ein Ausbau und eine Verbesserung der städtischen und regionalen ÖV-Anbindung. Aus diesem Grund betont die Arbeitsgruppe „Transeuropäische Netze“ des Eurocities-Mobilitätsforums auch immer wieder gegenüber der EU-Kommission die Wichtigkeit des Ausbaus und der Verbesserung der letzten Meile – vom TEN-Achsen-Knotenpunkt in die Region.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797