Top
Logo der Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Zweiter Stammstreckentunnel


Aktuell: Infozentrum zur zweiten Stammstrecke am Marienhof eröffnet

Mit dem Spatenstich zum Bau der zweiten Stammstrecke am 5. April 2017 wurde das Infozentrum am Marienhof für die interessierten Bürgerinnen und Bürger eröffnet. Die im März gestarteten Vorwegmaßnahmen laufen bis zum Beginn der Aushubarbeiten für den neuen Tunnel Anfang 2018 weiter. Planung und Betreuung der Maßnahme erfolgen durch die DB Netz AG und SWM.

Für die Dauer der Bauzeit der zweiten Stammstrecke ist seit 5. April 2017 durch die DB AG und den Freistaat Bayern ein Informationszentrum am Marienhof installiert. Mit der Einrichtung soll eine zentrale Informationsplattform für das Großprojekt geschaffen werden – mit einer multimedialen Ausstellung zum Bauvorhaben sowie Erläuterungen zum Nutzen des Projekts. Interessierte Bürgerinnen, Bürger und Passanten können sich dort sowohl über den aktuellen Planungsstand der Bautätigkeiten informieren als auch Fragen zum Vorhaben fachkundig beantworten lassen.

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Samstag, jeweils von 14 bis 20 Uhr
An Feiertagen bleibt das Infozentrum geschlossen.

Verlauf der zweiten Stammstrecke  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Geplanter Streckenverlauf (Grafik: DB)
© Deutsche Bahn

Voraussetzung für wesentliche Verbesserungen im S-Bahn-System

Der vom Freistaat und der Deutschen Bahn geplante zweite Stammstreckentunnel ist die Grundvoraussetzung für wesentliche Verbesserungen im S-Bahn-System. Aus Sicht der Landeshauptstadt München ist das Großprojekt für eine Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs dringend erforderlich.

Geplanter Streckenverlauf

Den Planungen zufolge soll der zweite Stammstreckentunnel auf nördlicher Seite parallel zur bestehenden S-Bahn-Stammstrecke verlaufen und in 35 bis 40 Meter Tiefe die Haltestellen Laim, Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof bedienen. Für den Abschnitt in Haidhausen (zwischen Maximilianeum und Ostbahnhof) wurde 2010 eine neue Trasse geplant, die südlich des Landtags verläuft, die Innere Wiener Straße quert und entlang der Kellerstraße unter dem Pariser Platz hindurch bis zum Orleansplatz führt. Der Haltepunkt Ostbahnhof soll unmittelbar unter dem bestehenden U-Bahnhof angesiedelt werden. Vom Mittelbahnsteig aus ist ein zentraler Aufgang mit Verbindung zur U-Bahn sowie ein östlicher Hauptaufgang zum Ostbahnhof vorgesehen.

Gründe für den Bau eines zweiten Stammstreckentunnels

  • Reduzierung der Störanfälligkeit des S-Bahn-Systems
  • Verbesserung der Betriebsqualität (Pünktlichkeit)
  • Kapazitätserhöhung für Taktverbesserungen
  • Verkehrliche Entlastung der bestehenden Stammstrecke
  • Schnelle Erreichbarkeit der zentralen Aufkommensschwerpunkte Hauptbahnhof und Marienplatz
  • Gewinn neuer Fahrgäste
  • Alternative zum Individualverkehr
  • Perspektive für die stark prosperierende Metropolregion München

Vergleich mit einem S-Bahn-Südring

Eine vergleichende Untersuchung zwischen einem S-Bahn-Südring und dem zweiten Stammstreckentunnel ergab, dass Ersterer keine gleichwertige Alternative darstellt. Der Nutzen-Kosten-Faktor des Südrings liegt unter 1 - das heißt, die Maßnahme ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll und kann somit nicht aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Der zweite Stammstreckentunnel würde mit knapp 50.000 Fahrgästen pro Tag deutlich größere Umsteigeeffekte vom Auto auf die Schiene erreichen als der S-Bahn-Südring (zirka 39.000 Fahrgäste pro Tag). Zudem wäre die Entlastung der bestehenden Stammstrecke durch einen zweiten Tunnel doppelt so hoch wie durch einen S-Bahn-Südring, so die Ergebnisse der Untersuchung.

Beschlusslage

Die Planungen zur zweiten Stammstrecke wurden im Stadtrat wiederholt, zuletzt mit Beschlüssen vom 1. Juni 2016 und 20. Juli 2016, nachdrücklich befürwortet. Nach übereinstimmender Auffassung des zuständigen Aufgabenträgers Freistaat Bayern, der Deutschen Bahn AG, der Landeshauptstadt München und der MVV GmbH ist die zweite Stammstrecke eine wesentliche Voraussetzung zur Ertüchtigung des S-Bahn-Systems sowie zur Weiterentwicklung des gesamten Schienenpersonenverkehrs in der Metropolregion München. Die zweite Stammstrecke ist ohne Alternative, um die wachsenden Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Umland verträglich abwickeln zu können. Sie stellt zudem eine wesentliche Voraussetzung für eine schnellere Anbindung des Münchner Flughafens dar.

Kosten und Finanzierung

Am 21. Dezember 2016 hat die Bayerische Staatsregierung gegenüber der Deutschen Bahn AG die Finanzierung rechtsverbindlich zugesichert. Die Gesamtkosten des Projekts betragen nach aktueller Kalkulation 3,18 Milliarden Euro, mit Risikozuschlag 3,85 Milliarden Euro. Der Finanzierungsvertrag zwischen Bund und Freistaat Bayern sieht vor, dass der Bund die förderfähigen Kosten in Höhe von 60 Prozent trägt. Der Freistaat Bayern übernimmt 40 Prozent. Im Interesse einer zügigen Realisierung wird der Freistaat Bayern die noch ausstehenden Bundesanteile vorfinanzieren.

Planfeststellungsbeschlüsse / Baurecht

Das Projekt ist in drei Planungsfeststellungsabschnitte unterteilt. Für den West-Abschnitt zwischen Laim und Karlsplatz wurde der Planfeststellungsbeschluss am 9. Juni 2015 erlassen, für den mittleren Abschnitt zwischen Karlsplatz und Isar am 24. August 2009 und für den Ost-Abschnitt am 25. April 2016. Beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof sind zum Teil noch Klagen anhängig.

Vorbereitende Maßnahmen

Als erste bauvorbereitende Maßnahmen werden zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 am Hauptbahnhof Fernwärmeleitungen verlegt. Weitere Leitungsverlegungen (Gas, Wasser, Fernkälte, Fernwärme, Abwasser, Telekommunikation) sollen zwischen März 2017 und März 2018 am Marienhof erfolgen, um Platz für die Baugrube zu schaffen.

Radverkehr am Marienhof

In der Zeit zwischen März und August 2017 wird der Radverkehr, der heute in Nord-Süd-Richtung über die Sparkassenstraße führt, in einer Alternativroute über die Residenzstraße und eine Behelfsstraße in der Dienerstraße zum Marienplatz geführt.

Hauptbaumaßnahme

Ab 2018 soll mit der Hauptbaumaßnahme am Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof begonnen werden.

Spatenstich am 5. April 2017

Mit dem Spatenstich am 5. April 2017 fand der offizielle Baubeginn der Zweiten Stammstrecke statt. An dem Festakt, der als zweitägiges Bürgerfest gestaltet wurde, nahmen Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der Vorstandsvorsitzende der DB AG Dr. Lutz, DB-Vorstand Ronald Pofalla und Oberbürgermeister Dieter Reiter teil.

Informationen

Für die Dauer der Bauzeit der zweiten Stammstrecke installiert die DB AG einen Informationspavillon am Marienhof. Mit der Einrichtung soll eine zentrale Informationsplattform für das Großprojekt geschaffen werden – mit einer multimedialen Ausstellung zum Bauvorhaben sowie Erläuterungen zum Nutzen des Projekts. Interessierte Bürgerinnen, Bürger und Passanten können sich dort sowohl über den aktuellen Planungsstand der Bautätigkeiten informieren als auch Fragen zum Vorhaben fachkundig beantworten lassen. Flankierend dazu wird das Referat für Stadtplanung und Bauordnung informieren.

Infos der Projektbeteiligten

Weitere Informationen zur Zweiten Stammstrecke und den Baumaßnahmen finden Sie auf den Seiten der Projektbeteiligten:

Kontakt

Karte vergrößern
Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 1 Recht,Verwaltung,Regionales (RVR)

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21559