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Zweiter Stammstreckentunnel


Infozentrum zur zweiten Stammstrecke am Marienhof

Mit dem Spatenstich zum Bau der zweiten Stammstrecke am 5. April 2017 wurde das Infozentrum am Marienhof eröffnet. Im Oktober 2018 wurde mit dem Bau der Lärmschutzwand am Marienhof begonnen. Die Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke ist für 2026 geplant. Planung und Betreuung der Maßnahme erfolgen durch die DB Netz AG.

Für die Dauer der Bauzeit der zweiten Stammstrecke ist seit 5. April 2017 durch die DB AG und den Freistaat Bayern ein Informationszentrum am Marienhof installiert. Mit der Einrichtung soll eine zentrale Informationsplattform für das Großprojekt geschaffen werden – mit einer multimedialen Ausstellung zum Bauvorhaben sowie Erläuterungen zum Nutzen des Projekts. Interessierte Bürgerinnen, Bürger und Passanten können sich dort sowohl über den aktuellen Planungsstand der Bautätigkeiten informieren als auch Fragen zum Vorhaben fachkundig beantworten lassen.

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Samstag, jeweils von 13 bis 19 Uhr
An Feiertagen bleibt das Infozentrum geschlossen.

Verlauf der zweiten Stammstrecke  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Geplanter Streckenverlauf (Grafik: DB)
© Deutsche Bahn

Voraussetzung für wesentliche Verbesserungen im S-Bahn-System

Der vom Freistaat und der Deutschen Bahn geplante zweite Stammstreckentunnel ist die Grundvoraussetzung für wesentliche Verbesserungen im S-Bahn-System. Aus Sicht der Landeshauptstadt München ist das Großprojekt für eine Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs dringend erforderlich.

Gründe für den Bau eines zweiten Stammstreckentunnels

  • Reduzierung der Störanfälligkeit des S-Bahn-Systems
  • Verbesserung der Betriebsqualität (Pünktlichkeit)
  • Kapazitätserhöhung für Taktverbesserungen
  • Verkehrliche Entlastung der bestehenden Stammstrecke
  • Schnelle Erreichbarkeit der zentralen Aufkommensschwerpunkte Hauptbahnhof und Marienplatz
  • Gewinn neuer Fahrgäste
  • Alternative zum Individualverkehr
  • Perspektive für die stark prosperierende Metropolregion München

Geplanter Streckenverlauf

Die zweite Stammstrecke wird auf einer Länge von zehn Kilometern weitgehend parallel zur bestehenden S-Bahn-Stammstrecke zwischen den bestehenden oberirdischen S-Bahn-Haltepunkten Laim und Leuchtenbergring verlaufen. In einem sieben Kilometer langen Tunnel in 35 bis 40 Meter Tiefe werden die unterirdischen, neu zu bauenden S-Bahn-Haltepunkte Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof angefahren. Der Tunnel beginnt kurz vor der Donnersberger Brücke und endet vor dem S-Bahnhof Leuchtenbergring.

Vergleich mit einem S-Bahn-Südring

Eine vergleichende Untersuchung zwischen einem S-Bahn-Südring und dem zweiten Stammstreckentunnel ergab, dass Ersterer keine gleichwertige Alternative darstellt. Der Nutzen-Kosten-Faktor des Südrings liegt unter 1 - das heißt, die Maßnahme ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll und kann somit nicht aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Der zweite Stammstreckentunnel würde mit knapp 50.000 Fahrgästen pro Tag deutlich größere Umsteigeeffekte vom Auto auf die Schiene erreichen als der S-Bahn-Südring (zirka 39.000 Fahrgäste pro Tag). Zudem wäre die Entlastung der bestehenden Stammstrecke durch einen zweiten Tunnel doppelt so hoch wie durch einen S-Bahn-Südring, so die Ergebnisse der Untersuchung.

Beschlusslage

Die Planungen zur zweiten Stammstrecke wurden im Stadtrat wiederholt, zuletzt mit Beschlüssen vom 20. Juli 2016 und 25. Januar 2017, nachdrücklich befürwortet. Nach übereinstimmender Auffassung des zuständigen Aufgabenträgers Freistaat Bayern, der Deutschen Bahn AG, der Landeshauptstadt München und der MVV GmbH ist die zweite Stammstrecke eine wesentliche Voraussetzung zur Ertüchtigung des S-Bahn-Systems sowie zur Weiterentwicklung des gesamten Schienenpersonenverkehrs in der Metropolregion München. Die zweite Stammstrecke ist ohne Alternative, um die wachsenden Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Umland verträglich abwickeln zu können. Sie stellt zudem eine wesentliche Voraussetzung für eine schnellere Anbindung des Münchner Flughafens dar.

Kosten und Finanzierung

Am 21. Dezember 2016 hat die Bayerische Staatsregierung gegenüber der Deutschen Bahn AG die Finanzierung rechtsverbindlich zugesichert. Die Gesamtkosten des Projekts betragen nach aktueller Kalkulation 3,18 Milliarden Euro, mit Risikozuschlag 3,85 Milliarden Euro. Der Finanzierungsvertrag zwischen Bund und Freistaat Bayern sieht vor, dass der Bund die förderfähigen Kosten in Höhe von 60 Prozent trägt. Der Freistaat Bayern übernimmt 40 Prozent. Im Interesse einer zügigen Realisierung wird der Freistaat Bayern die noch ausstehenden Bundesanteile vorfinanzieren.

Planfeststellungsbeschlüsse / Baurecht

Das Projekt ist in drei Planungsfeststellungsabschnitte unterteilt. Für den West-Abschnitt zwischen Laim und Karlsplatz wurde der Planfeststellungsbeschluss am 9. Juni 2015 erlassen, für den mittleren Abschnitt zwischen Karlsplatz und Isar am 24. August 2009 und für den Ost-Abschnitt am 25. April 2016. Die letzten im Bauabschnitt Ost anhängigen Verfahren sind mittlerweile abgeschlossen. Damit sind alle Planfeststellungsbeschlüsse rechtskräftig. Zu den Planfeststellungsunterlagen.

Vorbereitende Maßnahmen

Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen erfolgten am Hauptbahnhof  zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 mit der Verlegung der Fernwärmeleitungen. Am Marienhof wurden zwischen März 2017 und März 2018 Leitungen und Rohre (Gas, Wasser, Fernkälte, Fernwärme, Abwasser, Telekommunikation) verlegt. Die archäologischen Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor im Herbst 2018 um die Baugrube am Marienhof eine 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet wird. Die bauvorbereitenden Maßnahmen am Ostbahnhof sollen ab Herbst 2018 beginnen.

Hauptbaumaßnahme

Ab Herbst 2018 soll mit den Hauptbaumaßnahmen begonnen werden.

Spatenstich am 5. April 2017

Mit dem Spatenstich am 5. April 2017 fand der offizielle Baubeginn der Zweiten Stammstrecke statt. An dem Festakt, der als zweitägiges Bürgerfest gestaltet wurde, nahmen Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der Vorstandsvorsitzende der DB AG Dr. Lutz, DB-Vorstand Ronald Pofalla und Oberbürgermeister Dieter Reiter teil.

Informationen

Für die Dauer der Bauzeit der zweiten Stammstrecke installiert die DB AG einen Informationspavillon am Marienhof. Mit der Einrichtung soll eine zentrale Informationsplattform für das Großprojekt geschaffen werden – mit einer multimedialen Ausstellung zum Bauvorhaben sowie Erläuterungen zum Nutzen des Projekts. Interessierte Bürgerinnen, Bürger und Passanten können sich dort sowohl über den aktuellen Planungsstand der Bautätigkeiten informieren als auch Fragen zum Vorhaben fachkundig beantworten lassen. Flankierend dazu wird das Referat für Stadtplanung und Bauordnung informieren.

Infos der Projektbeteiligten

Weitere Informationen zur Zweiten Stammstrecke und den Baumaßnahmen finden Sie auf den Seiten der Projektbeteiligten:

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 1 Recht,Verwaltung,Regionales (RVR)

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21559