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Verkehrskonzept für den Münchner Norden


Aktuelles: Feldmochinger Kurve

Referat für Stadtplanung und Bauordnung erwartet gesondertes Planfeststellungsverfahren

Im Münchner Norden plant die Deutsche Bahn, zwei alte Stellwerke durch ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) zu ersetzen. Bislang war vorgesehen, in diesem Zusammenhang auch die sogenannte Feldmochinger Kurve mit zu realisieren. Die Feldmochinger Kurve ist eine für den Güterverkehr geplante Verbindung vom Eisenbahnnordring in Richtung Feldmoching–Landshut. Die Kurve selbst existiert bereits, zur Inbetriebnahme ist aber noch eine Weichenverbindung und Signaltechnik notwendig.

Zunächst hatte die Deutsche Bahn vor, diese Weichenverbindung ohne gesondertes Genehmigungsverfahren zu realisieren. Nach einem aktuellen Schriftwechsel mit der Deutschen Bahn und einem Gespräch mit dem Eisenbahnbundesamt als zuständiger Genehmigungsbehörde geht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung nunmehr davon aus, dass für die Realisierung der fehlenden Weichenverbindung und damit eine Nutzung der Feldmochinger Kurve für den Güterverkehr ein gesondertes Genehmigungsverfahren durchgeführt werden muss.

Aus Sicht des Referats für Stadtplanung und Bauordnung ist dieses Vorgehen sehr zu begrüßen. Damit wird ein transparentes Verfahren für die Feldmochinger Kurve möglich, in dem im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner auch die künftige Belastung dieses Gütergleises offengelegt und der Lärmschutz nach den gesetzlichen Vorschriften geregelt werden muss.

Der Beginn des Verfahrens ist noch offen.

Rückblick: Interkommunaler Austausch in Oberschleißheim

Am 23. Februar 2015 fand in Oberschleißheim ein interkommunaler Austausch zum Verkehrskonzept Münchner Norden statt. Bürgermeister Christian Kuchlbauer hatte gemeinsam mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk Vertreter aus der Region eingeladen, um mit ihnen die Entwicklung und gemeinsame Bearbeitung eines interkommunalen Verkehrskonzeptes zu besprechen.

Wichtige und größere Baulandentwicklungen der Stadt München, wie zum Beispiel auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne mit rund 4.000 Wohnungen und die Erweiterung des Forschungs- und Innovationszentrums der BMW Group (Fiz Future) mit rund 15.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen auf dem Areal der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne, spielen dabei eine wesentliche Rolle und müssen bei der zukünftigen Verkehrsentwicklung berücksichtigt werden. An dem Gespräch nahmen die Landräte von Dachau und München sowie die Oberbürgermeister und Bürgermeister der nördlich angrenzenden Kommunen teil. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft waren anwesend.

Wie kann künftige Mobilität unter sich ändernden Einflusskriterien und Rahmenbedingungen garantiert werden? Der Verkehrsentwicklungsplan der Landeshauptstadt München 2030+ soll hierfür Maßnahmenpakete in Handlungsfeldern enthalten. Dem Dialogprozess mit dem Umland soll eine besondere Bedeutung zukommen. Die Landeshauptstadt, das direkte Umland und auch die (Metropol-)Region werden dabei als eine Einheit betrachtet; in Teilräumen unterschiedlicher Maßstäblichkeit sollen konkrete Projekte bearbeitet werden, die Siedlungsentwicklung und Mobilität eng verzahnen und eine prozessorientierte Nachjustierung erlauben. Grundlage ist eine Bilanz der bestehenden Verkehrssysteme und der vorhandenen Daten, um diese mit der anstehenden Siedlungsentwicklung abgleichen zu können.

Der Münchner Stadtrat hat am 22. Oktober 2014 an konkreten ÖPNV-Maßnahmen eine neue Querverbindung durch die Tram 23 Nord zwischen Schleißheimer Straße und Kieferngarten, eine mögliche Aktivierung des DB-Nordrings für den Schienenpersonenverkehr, die Taktverdichtung auf der Strecke der S1, weitere Regionalzughaltestellen in Moosach und Feldmoching sowie die Reaktivierung der Feldmochinger Kurve und U-Bahn-Konzepte für weitere Untersuchungen beschlossen. Beim Straßennetz ging es um die Verlängerung der Schleißheimer Straße nach der Streichung der Staatsstraße 2342-neu und verlängerten Augustin-Rösch-Straße sowie die Höhenfreimachung der Bahnübergänge Lerchenauer- und Lerchenstraße. Beim Radverkehr ging es um schnelle Radverkehrsverbindungen zwischen Hauptbahnhof und Rathenaustraße, die Weiterführung einer schnellen Radverkehrsverbindung nach Norden nach Oberschleißheim und/oder Garching sowie tangentiale schnelle Radverkehrsverbindungen.

Im Ergebnis wurde vereinbart, das Verkehrskonzept für den Münchner Norden gemeinsam weiterzuentwickeln. Als ersten Schritt sollen die bestehenden Verkehrssysteme und vorhandenen Daten der jeweiligen Kommunen zusammengetragen werden, um sie dann einer sorgfältigen Analyse zu unterziehen. Die Anregung der „schnellen Busse“ und die Probleme des Verkehrs auf der A 99 werden dabei aufgegriffen.

Stadtrat beschließt Weichenstellungen

Der Stadtrat hat am 22. Oktober 2014 wichtige Weichenstellungen für die Verkehrsentwicklung im Münchner Norden beschlossen:

Neben einem angemessenen Ausbau der verkehrlichen Infrastruktur durch eine Verlängerung des Trambahnnetzes und einer Verlängerung der Schleißheimer Straße an den Autobahnring werden in den kommenden Jahren im Dialog mit dem Freistaat Bayern und den Umlandgemeinden weitere Maßnahmen geprüft, die eine verträgliche Abwicklung des Verkehrs dort ermöglichen.

Der Münchner Norden ist von einer besonderen Dynamik geprägt, die zu einem stetigen Wachstum der Einwohnerzahl und Arbeitsplätze und damit zu einem Anstieg des Verkehrsaufkommens führen wird. So sind auf der Fläche der ehemaligen Bayernkaserne Wohnungen für zirka 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner und auf der Fläche der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne die Erweiterung des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) der Firma BMW mit etwa 15.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen sowie ein Gymnasium vorgesehen.

Auf Basis der verkehrlichen Ziele des Verkehrsentwicklungsplans sowie der Luftreinhaltung und Lärmminderung entwickelt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung seit vielen Jahren in einem kontinuierlichen Prozess die Verkehrskonzeption im Münchner Norden weiter. Dieser Prozess passt sich immer wieder an Entwicklungen an, wie zum Beispiel Änderungen der Strukturdaten (Einwohnerzahl und Arbeitsplätze), der Verkehrsnachfrage oder sich verändernder Fahrzeugtechnologien.

Wesentliches Ziel des Verkehrskonzeptes für den Münchner Norden ist es, den motorisierten Individualverkehr (Autoverkehr) soweit als möglich zu reduzieren, mittel- und langfristig den Öffentlichen Personennahverkehr und Radverkehr schwerpunktmäßig zu verbessern, das Straßennetz im Bestand zu optimieren und nur im Einzelfall zu ergänzen sowie die Zusammenarbeit mit dem Umland zu ver­stärken.

Der Stadtrat hat sich am 22. Oktober unter anderem für die Aufnahme konkreter Planungen zur Tram 23/24 (Verlängerung der Tram 23 von der Parkstadt Schwabing bis zum U-Bahnhof Kieferngarten und der Tram 24 vom U-Bahnhof Kieferngarten zum U-Bahnhof Am Hart) sowie zur Verlängerung der Schleißheimer Straße mit einem Anschluss an die A 99 ausgesprochen. Darüber hinaus ist das Referat für Stadtplanung und Bauordnung beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern weitere Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehr, wie zum Beispiel eine Nutzung des DB-Nordrings für den Schienenpersonennahverkehr, zu prüfen. Zudem hat der Stadtrat beschlossen, dass die Planungen zur U 26 weiterverfolgt werden und dem Stadtrat gemeinsam mit den Planungen zum Bau einer neuen U-Bahn-Entlastungsstrecke im Korridor Implerstraße-Hauptbahnhof-Münchner Freiheit ("Projekt U 9") und zusammen mit einer bautechnisch konstruktiven Grobeinschätzung wieder vorgelegt werden.

Das Verkehrskonzept beinhaltet außerdem viele weitere Bausteine zur Verbesserung des Verkehrsangebotes im Münchner Norden - von der Erweiterung des Busangebots über die Ertüchtigung stark belasteter Knotenpunkte im Straßennetz und die Ergänzung des Radwegenetzes bis hin zu Maßnahmen beim Mobilitätsmanagement.

Vorherige Schritte

Das Verkehrsnetz im Münchner Norden, insbeson­dere im Bereich der A 99 Nord und der Anschlussstellen, ist bereits heute teilweise überlastet. Siedlungs­entwicklungen in Stadt und Umland werden zu einer weiteren Zunahme des Verkehrsauf­kommens führen.

Um eine stadtverträgliche Mobilität auch mittel- und langfristig zu gewährleisten, hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung verschiedene Möglichkeiten von Netzergänzungen im öffentlichen Nahverkehr und im Straßennetz untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in den Stadtratsbeschlüssen vom 1. Juni 2011 und 4. Juli 2012 zusammengefasst.

Breite Beteiligung bei der Bürgerversammlung am 4. Dezember 2012

Um den Bürgerinnen und Bürgern im Münchner Norden frühzeitig Gelegenheit zu geben, sich über die künftige Verkehrsentwicklung zu informieren und Anregungen in den Planungsprozess einzubringen, fand am 4. Dezember 2012 eine gesonderte Bürgerversammlung und Öffentlichkeitsbeteiligung zum Verkehrskonzept Münchner Norden statt. 

Bei der mit zirka 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung wurden die Untersuchungsergebnisse zur Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur ausführlich erläutert. Seitens der Stadtverwaltung wurde dargestellt, dass die Lösung der Verkehrsprobleme zumindest mittelfristig nicht in einem Neubau von Straßen liegen wird. Die Realisierung der Staatsstraße 2342 würde mehr Schaden als Nutzen erzeugen und sollte daher aus dem Verkehrsentwicklungsplan gestrichen werden. Auch eine Verlängerung der Schleißheimer Straße mit Anbindung an die A 99 ist aus Lärm- und Kostengründen problematisch. Hier ist denkbar, dass diese Variante weiterhin als Option offen gehalten, aber derzeit nicht aktiv weiterverfolgt wird. Als sinnvolle und notwendige Maßnahmen werden die Höhenfreimachungen an den Bahnübergängen Feldmochinger Straße, Lerchenauer Straße und Lerchenstraße weiter vorangetrieben.

Der Kern des Verkehrskonzeptes müsse in einer Verbesserung des Nahverkehrs-Angebots und weiteren Bausteinen wie Mobilitätsmanagement, Verbesserung der Nahmobilität, Parkraummanagement, Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und einer Nahverkehrs-orientierten Siedlungspolitik liegen.

Der Vortrag der Stadtverwaltung wurde von der Bürgerschaft sehr positiv aufgenommen. Es wurden etwa 50 Anträge zum Verkehrskonzept im Münchner Norden gestellt. Sowohl eine Realisierung der Staatsstraße 2342 neu als auch eine Verlängerung der Schleißheimer Straße mit Anbindung an die A 99 wurden einhellig abgelehnt. Für den Fall, dass dennoch eine Verlängerung der Schleißheimer Straße umgesetzt werden sollte, wurde in diversen Anträgen aus Lärmschutzgründen eine Verlängerung des aufgrund der Querung des FFH-Gebietes erforderlichen Tunnels nach Süden gefordert. Des weiteren wurde vielfach eine Verbesserung des Nahverkehrs-Angebots als Alternative zu einer Infrastrukturerweiterung im Straßenraum beantragt.

Weiteres Planungsverfahren

  • Aufbereitung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung
  • Vorlage eines Entscheidungsvorschlags für den Stadtrat unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung
  • Stadtratsentscheidung zum weiteren Vorgehen
  • Gegebenenfalls weitere Untersuchungen
  • Im Falle weiterer Untersuchungen und Planungen:
    weitere Öffentlichkeitsbeteiligung, zum Beispiel im Rahmen von Planfeststellungsverfahren oder Bebauungsplänen

Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die Abteilung Verkehrsplanung im Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Kontakt siehe unten).

Gutachten

Das Gutachten zur Verkehrsplanung im Münchner Norden - Verlängerung der Schleißheimer Straße zur A 99 können Sie hier herunterladen.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797