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Münchner Radlbefragung 2019


Ergebnisse

Mit den steigenden Radverkehrszahlen in München nehmen auch die Wünsche nach einer sicheren und gut ausgebauten Radinfrastruktur zu. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung führt alle zwei bis drei Jahre Befragungen durch, um die Meinung der Radfahrenden abzufragen. So kann auf deren Wünsche und Anforderungen angemessen reagiert werden.

Die Befragung fand 2008, 2010, 2013 und 2016 statt. Bei der letzten Befragung wurden im September und Oktober 2019 an den sechs Raddauerzählstellen der Landeshauptstadt München fast 600 Radfahrerinnen und Radfahrer zu unterschiedlichen Themen rund das Fahrradfahren in München mündlich befragt. Die Antworten wurden in einem Fragebogen festgehalten und ausgewertet.

An folgenden Standorten fand die Befragung statt:

  • Olympiapark (Rudolf-Harbig-Weg)
  • Hirschgarten (Birketweg)
  • Hauptbahnhof (Arnulfstraße 9)
  • Deutsches Museum (Erhardtstraße)
  • Berg am Laim (Bad-Kreuther Straße)

Einen Auszug der Ergebnisse finden Sie hier:

Münchner Radlbefragung 2019: Fahrradnutzung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Auch im Winter wird fleißig geradelt

Etwa 84 Prozent der Befragten gibt an, dass sie ihr Fahrrad in der warmen Jahreszeit täglich nutzen. Es zeigt sich, dass an den klassischen Pendler-Standorten mit Hauptwegezweck Arbeit und Beruf, wie beispielsweise an der Arnulfstraße und dem Hirschgarten, dieser Prozentsatz etwas höher liegt. An den Befragungsstellen, bei denen private Erledigungen oder das Einkaufen als Hauptzweck der Fahrt stärker vertreten sind, fällt die Anzahl der täglichen Radfahrenden etwas geringer aus (92 Prozent im Vergleich zu 79 Prozent). Im Winter sinkt die Anzahl der täglich Radfahrenden. Aber noch mehr als jeder zweite (52 Prozent) fährt auch in der kalten Jahreszeit mit dem Fahrrad. Dabei unterscheidet sich der Erhebungsstandort im Olympiapark stark von den restlichen Standorten: 71 Prozent der täglich Radfahrenden nutzen diese Strecke auch im Winter. 2016 lag hier die Streckennutzung noch hinter den anderen fünf Standorten. Bei den restlichen Standorten geben zwischen 35 Prozent und 56 Prozent der Befragten an, auch im Winter zu fahren.

Münchner Radlbefragung 2019: Distanz  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Geradelt wird nicht nur auf kurzen Strecken

Die am Olympiapark befragten Radfahrenden legen im Schnitt die längsten Wegstrecken zurück. Fast vier von zehn Fahrten (38 Prozent) sind hier länger als 10 km. Auch von Radlerinnen und Radler, die am Hirschgarten vorbeifahren, werden verhältnismäßig lange Strecken zurückgelegt. Diese Zahlen bestätigen eine hohe Pendlerdichte unter den Befragten. An der Margaretenstraße hingegen wurden Fahrtziele in der unmittelbaren Umgebung genannt, um beispielsweise einkaufen zu gehen. Die aktuell zurückgelegte Streckenlänge an dieser Befragungsstelle ist daher kürzer: Nur 10 Prozent haben Wege von mehr als 10 Kilometer zurückgelegt.

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Das Auto ist keine Alternative

Bei der Frage, welches Verkehrsmittel die Radlerinnen und Radler nutzen würden, wenn sie auf kein Fahrrad zurückgreifen könnten, gaben über 70 Prozent den Öffentlichen Personennahverkehr an. 16 Prozent würden mit dem Auto fahren.

Ausbau der Sicherheit wird gewünscht

Das Sicherheitsgefühl von Radfahrenden in München hat sich leicht verschlechtert. Auf die Frage, wie sicher man sich als Radfahrerin beziehungsweise Radfahrer in München fühlt, liegt der Durchschnitt auf einer Skala von 1 entspricht sehr sicher bis 4 entspricht unsicher bei 2,8. Dieser Wert lag bei der letzten Befragung noch bei 2,6. Um die Sicherheit zu erhöhen, wünschen sich die Befragten breitere Radwege und Radwege mit Rotmarkierung und eindeutigere Markierungen. Neben der Radinfrastruktur, die weiter verbessert werden sollte, entsteht das Unsicherheitsempfinden aber auch durch ein anderes Verkehrsmittel: Viele Radelnde sind der Meinung, dass der Autoverkehr zugunsten des Radverkehrs eingeschränkt werden sollte..

Die Tatsache, dass sieben von zehn Radfahrenden Nebenstraßen bevorzugen, legt den Schluss nahe, dass sie sich hier sicherer als in den Hauptstraßen fühlen. Die Radlerinnen und Radler, die schnell und direkt an ihr Ziel gelangen wollen, fahren auf den Hauptstraßen – ihr Anteil ist mit unter 30 Prozent aber geringer.

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Am liebsten wird im Grünen geradelt

Im Ranking der bevorzugten Radinfrastruktur/Radverkehrsumgebung haben sich kleine Änderungen ergeben. Nach wie vor wird aber am liebsten in Grünzügen geradelt.

Fast alle Befragten befürworten den weiteren Ausbau des Fahrradstraßennetzes. Wenige Befragte weisen darauf hin, dass die entsprechenden Regelungen in Fahrradstraßen entweder nicht bekannt oder nicht eingehalten würden. Die Verwaltung greift diese Hinweise durch die Fortführung von Informationsveranstaltungen zum Thema und die Aktualisierung entsprechender Materialien auf.

Im Fragebogen wurde auch die Meinung der Radelnden zum Rückbau von Radwegen in Tempo 30-Zonen abgefragt. Bei geringen Verkehrsstärken empfehlen Regelwerke das Radfahren im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen auf der Fahrbahn. Die befragten Radlerinnen und Radler zeigen sich in ihrem Antwortverhalten hier uneins: 40 Prozent befürworten den Rückbau von Radwegen in Tempo 30-Zonen, 47 Prozent möchten hier auch weiter auf Radwegen fahren.

Die Befragten wünschen sich mehr Radwege, die breiter sein sollen, sowie zusätzliche Radschnellverbindungen. Diese Wünsche werden von der Verwaltung geprüft und geklärt, inwieweit diese in die zukünftige Planungen miteinfließen können. Auch der Wunsch nach verstärkter Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden untereinander wird häufig geäußert. Deshalb sollen zur Sensibilisierung zu diesem Thema Kampagnen umgesetzt werden.

Weitere Informationen

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München