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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Wirtschaftsverkehr und Citylogistik


Ergebnisse zweier Studien bekannt gegeben

Die Ergebnisse der Erhebung zum Wirtschaftsverkehr „Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland 2010 (KiD 2010)“ für München sowie die Ergebnisse der Studie „Bestandsaufnahme, Analyse und Bewertung vorhandener Gleisanschlüsse in München und dem angrenzenden Umland“ sind am 26. Februar 2014 im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung bekannt gegeben worden.

Sie zeigen die Entwicklungen des Wirtschaftsverkehrs und der Gleisanschlüsse sowie die Auswirkungen auf die Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs in München auf.

Im Auftrag des vormaligen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) wurde die Mobilitätsstudie "Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland 2010 (KiD 2010)" erarbeitet. Darin wurde der Straßenwirtschaftsverkehr, das heißt der Güter- und der Personenwirtschaftsverkehr der in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge, empirisch analysiert. Die Landeshauptstadt München hat das Angebot des BMVBS genutzt, die Stichprobe des Bundes für den Münchner Bereich aufzustocken, um so aussagekräftige Daten und Ergebnisse mit ausreichender Genauigkeit für diesen Teilraum zu erhalten.
Untersucht wurde der Einsatz kleinerer Fahrzeuge im Wirtschaftsverkehr. Die schriftlichen Befragungen zu Einsatz und Nutzen erstreckten sich über die Dauer von zwölf Monaten von November 2009 bis Oktober 2010. Die Ergebnisse sind mit den Ergebnissen der Vorgängererhebung KiD 2002, an der sich die Landeshauptstadt München ebenfalls beteiligt hatte, vergleichbar und lassen daher Rückschlüsse auf die zwischenzeitliche Entwicklung zu: Beim Vergleich der mittleren Kennwerte Fahrleistung, Verkehrsbeteiligungsdauer und Gütertransportleistung der Erhebungsjahre lässt sich ein positiver Trend erkennen. Gegenüber 2002 hat sich die Geschwindigkeit der Fahrzeuge erhöht und es werden mehr Güter pro Zeiteinheit transportiert. Der Wirtschaftsverkehr mit kleinen Fahrzeugen wird demnach heute flüssiger und effizienter abgewickelt als noch vor zehn Jahren.

Internethandel wirkt sich auf Wirtschaftsverkehr aus

Die Ergebnisse zeigen, dass der Wirtschaftsverkehr bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zur Versorgung der Wirtschaft in München eine zentrale Rolle einnimmt. Diese Bedeutung wird angesichts der Zuwachsraten im Internethandel weiter steigen. Der Abwicklung dieser Verkehre im städtischen Verkehrsnetz gilt daher besonderes Augenmerk.

Weit weniger Gleisanschlüsse

Im Auftrag des Referates für Stadtplanung und Bauordnung, des Referates für Arbeit und Wirtschaft und der Industrie- und Handelskammer wurde zudem die Studie „Bestandsaufnahme, Analyse und Bewertung vorhandener Gleisanschlüsse in München und dem angrenzenden Umland“ erarbeitet. Die Studie stellt die Entwicklung der Gleisanschlüsse in den letzten 30 Jahren dar.
Betrachtet wurden die Zeiträume vor 1990, 1990 bis 2000 und 2000 bis 2010. 1980 gab es in München und dem Umland 188 Gleisanschlüsse, 149 davon in München. 2011 waren noch 45 Gleisanschlüsse in München und dem Umland vorhanden, davon in München 28. Seit 1990 hat sich somit die Anzahl der Gleisanschlüsse in der Region auf ein Viertel, in München sogar auf unter ein Fünftel reduziert (Stand 2011). Einige noch existente Anschlüsse drohen in nächster Zeit aufgegeben zu werden.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der Gleisanschlüsse in den vergangenen 30 Jahren in München und im Umland drastisch zurück gegangen ist. Die Landeshauptstadt München hat bei privaten Gleisanschlüssen aufgrund mangelnder Zuständigkeiten nur geringe Einflussmöglichkeiten. Der Schienengüterverkehr ist aber auch im städtischen Bereich ein wichtiges Element im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftsverkehrs mit weniger umweltbelastenden Emissionen; deshalb ist die Landeshauptstadt München bestrebt, dem negativen Trend - soweit möglich - entgegen zu wirken.

Zum Wirtschaftsverkehr

Die Planungen für den Wirtschaftsverkehr finden in enger Abstimmung mit den betroffenen Referaten, der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern und weiteren Vertretern von Kammern und Verbänden der Wirtschaft und des Transportwesens statt.

Aktualisierung der Wirtschaftsverkehrsdaten

Der Wirtschaftsverkehr in München und Umland wurde in seiner Gesamtheit letztmalig in der Studie "Wirtschafts­verkehr in der Region München" im Jahr 1997 ausführlich untersucht. Darin wurden eine flä­chendeckende Analyse und Prognose des Wirtschaftsverkehrs in der Region München erar­beitet und darauf aufbauend verschiedene Konzepte des Wirtschaftsverkehrs, wie z. B. das dezentrale Güterverkehrszentrenkonzept (GVZ-Konzept), ein Citylogistikzentrum und ein Lkw-Vorzugsnetz, überprüft.

Mittlerweile hat sich der Wirtschaftsverkehr in seinen Strukturen deutlich verändert und soll da­her auf der Basis aktueller Verkehrsdaten erneut untersucht werden. Dabei werden auch die Ergebnisse der Erhebung zum Wirtschaftsverkehr "Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland 2010 (KiD 2010)" für München berücksichtigt werden.

Dezentrales Güterverkehrszentren-Konzept (GVZ-Konzept)

Aufgrund der Veränderungen im Transport- und Speditionswesen, der Flächenverfügbarkeit bzw. -eignung für GVZ-Standorte und der Umweltschutzvorgaben wurde das in den neunziger Jahren entwickelte dezentrale GVZ-Konzept in München und Umland überprüft. Von den ur­sprünglich fünf GVZ-Standorten in der Stadt sollen nur die konkret geplanten GVZ-Standorte am Birketweg östlich der Friedenheimer Brücke und in Riem südlich der Hofbräuallee wegen ihrer Vorteile für die ökologische und ökonomische Abwicklung des Güterverkehrs weiterentwi­ckelt werden. Dem Ergebnis der Überprüfung des dezentralen GVZ-Konzeptes hat der Stadt­rat am 27.07.2011 zugestimmt. Mittlerweile wurde die Fläche am Birketweg an eine Bietergemeinschaft verkauft. Für die Fläche in Riem wurde das Kommunalreferat beauftragt, diese als GVZ auszuschreiben.

Kontakt

Landeshauptstadt München

Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 3 Verkehrsplanung

Blumenstraße 31
80331 München

Fax:
089 233-21797